17.05.2011

RWE-Transfermarkt

Kaum ein Tag vergeht ohne Neuigkeiten auf dem rot-weißen Transfermarkt. Die letzten 24 Stunden fasse ich aus Zeitgründen nur im Telegramm-Stil zusammen. Ich bemühe mich, im Laufe der Woche nochmal eine aktualisierte Kaderübersicht zu posten. Also los...

Jens Möckel wechselt laut Bild-Zeitung zu Dynamo Dresden. Der Ausgang der Relegation spielt keine Rolle.

Der Karlsruher SC hat die Verpflichtung von Dirk Orlishausen bekanntgegeben.

Laut Thüringer Allgemeine ist sich unser Verein mit drei weiteren Spielern einig, einer aus der 3. Liga, zwei aus der Regionalliga. Die sportmedizinischen Untersuchungen stehen noch aus.

Dazu besteht Interesse an Timo Röttger von Dynamo Dresden. Der 25-jährige Rheinländer absolvierte diese Saison 25 Spiele und kann auf beiden Außenbahnen, bevorzugt rechts, eingesetzt werden.

Außerdem geisterte gestern abend der Name Halil Savran durch die Fanforen. Sollte das klappen, wäre das sicher ein sog. "Kracher". Ich bin da allerdings (noch) skeptisch.

16.05.2011

C'EST LE BOUQUET!


C'EST LE BOUQUET!

Unter diesem Motto (dt.: Das ist ja der Gipfel!) überqueren Christian und ich im Juni, auf dem Weg nach Portugal, die Pyrenäen. Nachdem ich Strecke jetzt exakt ausgearbeitet habe, darf ich zu Protokoll geben, dass es sogar elf Pässe sind, die wir erklimmen werden. Drei (Ichère, Labays und Soudet) liegen auf den ursprünglich geplanten Strecken, waren mir aber von den Tour-Etappen nicht bekannt. Der vierte neue ist der Col de Val-Louron-Azet, den ich mit einem kleinen Schlenker bei der Streckenführung zusätzlich aufgenommen habe.


Auf der Grafik abgebildet, seht ihr den "offiziellen" Flyer - ich liebe so Dinger einfach! ;-). Die Aufnahme zeigt die Gegend um den Tourmalet, dem Dach unserer Tour.

Abschließend noch einige statistische Angaben zur Strecke:

Länge: 290 km (von Bagnères-de-Luchon in Frankreich zum See Embalse de Yesa in Spanien)

Pässe: 11


Höhenmeter: 8 332 Meter bergauf, 8 437 Meter bergab


Steigung: 6,1 % durchschnittlich / 23,8 % maximal


Gefälle: 5,0 % durchschnittlich / 15,9 % maximal

Vielleicht kann ich in den kommenden Tagen noch ein paar zusätzliche Infos verlinken, auf jeden Fall werde ich die überarbeitete Karte noch online stellen.

1:0 gegen Aalen - Bernd Rauw kommt

Mit einem durch den Wehener Sieg in Bremen bedeutungslosen 1:0-Erfolg über den VfR Aalen hat sich unser FC Rot-Weiß am Samstag in die Sommerpause verabschiedet. Auch wenn die Ernüchterung über die katastrophale zwote Halbzeit in Ahlen bzw. die Heimniederlage gegen Regensburg in der Woche davor noch groß ist, darf der RWE-Fan überwiegend stolz auf die Saison 2010/11 zurückblicken. Gegen Jxxx und Dresden wurden vier Siege eingefahren. Den 3:1-Erfolg in Elbflorenz übertrug der mdr, sehr zu deren eigenem Leidweisen, sogar live und in Farbe. Schön auch, dass neben der Zipfelmützen-Stammbesetzung auch René, Andreas und Sören zu Gast im Steigerwaldstadion waren.

Mit dem Ende der Saison 2010/11 beginnt nun die Zeit des Wartens. Nicht nur auf die neue Spielzeit, zuvor richtet sich mein nervöser Blick täglich auf die RWE-Homepage sowie die einschlägig bekannten Medien. Wann werden Neuzugänge verkündet? Wer ist im Gespräch?

Am heutigen Nachmittag hat der FC Rot-Weiß bekannt gegeben, dass Bernd Rauw einen Zweijahresvertrag (plus Option) bei uns unterschreibt. Der Innenverteidiger ist Jahrgang 1980 (Top!!!), Belgier und spielte zwei Jahre bei Union Berlin, zuvor unter Stefan Emmerling in Emden. Erst- und Zweitligaerfahrung sammelte er in Aachen und Bielefeld.

Die Zeitung mit den vier großen Buchstaben brachte heute zudem den Namen von Guido Kocer ins Spiel, der für den SV Babelsberg diese Saison sechs Tore erzielt hat und zuvor im Rostocker Nachwuchs aktiv war.

Der mdr meldete am Sonntag bei Sport im Osten, dass Selim Aydemir nach Chemnitz geht und dort Nachfolger von Chris Löwe wird, der ja zum neuen deutschen Meister nach Dortmund wechselt. Eine Bestätigung aus Chemnitz, Halle oder von sonst woher gibt es aber noch nicht.

Und, noch ein Hinweis an die Verantwortlichen im Steinhaus: Darlington Omodiagbe bitte nicht verpflichten! :-)

12.05.2011

Die Zipfelmützen auf den Pyrenäenriesen

Der Wonnemonat ist schon wieder zwölf Tage alt, untrügliches Zeichen, dass unser Portugal-Urlaub 2011 immer näher rückt. Der erste Höhepunkt ist dabei immer schon die Hinfahrt. Ging es sowohl 2004 als auch 2010 über Paris und Bordeaux auf die iberische Halbinsel, werden Christian und ich diesmal einen ganz anderen Weg wählen: über Freiburg, Lyon und Toulouse fahren wir an den Fuß der Pyrenäen und werden über sieben legendäre Tour-de-France-Pässe nach Spanien "klettern".

Auf der Karte könnt ihr den Routenverlauf sehen, er ist identisch mit zahllosen Königsetappen der Tour und führt uns, in dieser Reihenfolge, über folgende legendäre Pässe:

Col de Peyresourde (1 569 m)
Col d'Aspin (1 489 m)
Col du Tourmalet (2 115 m)
Col du Soulor (1 474 m)
Col d'Aubisque (1 709 m)
Col de Marie-Blanque (1 035 m)
Col de la Pierre Saint-Martin (1 760 m)

Am Col de la Pierre Saint-Martin überfahren wir die französisch-spanische Grenze. Neben den Bergen dürfte auch die Fahrt am Ufer des Embalse de Yesa, eines großen Sees an der Grenze zwischen den spanischen Provinzen Navarra und Aragón, werden. Er beschließt unseren Pyrenäenausflug. Anschließend rollen wir in Richtung Pamplona, wo wir dann auf die Autobahn zurückkehren werden.





Pyrenäen-Tour 2011 auf einer größeren Karte anzeigen

Lesebefehle!

Wenn ihr wissen wollt, wie man ohne ein einziges Tor in die Europa League kommt und warum Vojvodina Novia Sad im serbischen Pokalfinale nach 82 Minuten freiwillig das Feld verließ, dann klickt mal auf die beiden Links!

Ohne Tor in die Europa League

Novi Sad hat den Kanal voll

10.05.2011

Neue Namen auf dem RWE-Transfermarkt

Zum Alptraum am vergangenen Samstag in Ahlen möchte ich nichts weiter schreiben. Die zweite Halbzeit war einfach zu frustrierend, um sie irgendwie in Worte zu kleiden, die Christians und meine Gefühlslage beschreiben können.

Stattdessen soll der Blick nach vorn gerichtet werden. In einem Interview mit dem MDR hat Stefan Emmerling für diese Woche einige personelle Entscheidungen angekündigt.

In der Thüringer Allgemeine wurden heute drei Namen genannt. Neben dem bereits seit längerem bekannten Selim Aydemir aus Halle steht unser Verein auch mit dem belgischen Innenverteidiger Bernd Rauw (31 / Union Berlin) und dem Magdeburger Stammtorwart Marcel Tischer (25) in Kontakt. Rauw war unter Stefan Emmerling Abwehrchef in Emden und kam bei Union in der zu Ende gehenden Saison nicht über die Rolle eines Einwechselspielers hinaus.

Anbei sind die Profile der drei Spieler bei ihren derzeitigen Vereinen verlinkt:

Bernd Rauw

Marcel Tischer

Selim Aydemir

05.05.2011

GROBer Unfung zum neuen Stadion

Ich hatte noch gar keine Möglichkeit, meine Freude über das neue Stadion zum Ausdruck zu bringen! ... JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!! GEIL!!!!!!! Als am Montag morgen die ersten Meldungen diesbezüglich, durch die Foren flatterten, hatte ich ein kleines Tränchen im Auge. Diese Entscheidung ist tausendmal wichtiger, als der Tabellenplatz, den wir am Ende der Saison 2010/11 belegen. Dennoch Jungs, schön gewinnen, am Samstag in Ahlen. Die Zipfelmützen sind selbstverständlich vor Ort!

Zurück zum Stadion... Es herrscht nämlich Deppenalarm!!!

Soso, Herr Grob (MdL aus dem WAK) und seine CDU-Franktion regen sich also über die Förderung für die beiden Stadien auf!?!?! Herr Grob moniert in der Südthüringer Zeitung, dass „in Thüringen rund 180 Sportprojekte (…) seit Jahren auf Zuschüsse für eine Sanierung warteten.“

Herr Grob, wer hat denn dieses Land fast 20 Jahre lang, von Jahr zu Jahr mit immer mehr Arroganz, regiert? SIE SELBST!!! Die selbsternannte Thüringenpartei! Warum hat die CDU denn nicht schon lange die GRW-Infrastrukturförderungs-Mittel abgeschöpft, und damit die „180 Sportprojekte“ saniert?

Aus meiner Sicht, sind die Herren und Damen in der Unionsfraktion einfach verschnupft, dass Machnig eine Lösung für dieses Problem gefunden hat, auf die die CDU in den letzten 20 Jahren nicht gekommen ist oder nicht kommen wollte. Und außerdem: wer hat denn unzählige Millionen in zahllosen Spaßbädern versenkt, von denen einige schon längst wieder geschlossen sind bzw. die Kommunen in den Ruin getrieben haben. Oder wie bringt es die STZ schön auf den Punkt: „In der CDU sieht man mit wachsendem Unbehagen, wie Machnig allen anderen Ministern einschließlich der Regierungschefin die Schau stiehlt - und wie Lieberknecht das mit sich geschehen lässt.“

Die Zipfelmützen meinen: GROBer Unfung, Herr Grob! GROBes Foul, Herr Grob!

Weitere Wortspiele bitte posten! ;-)

01.05.2011

Von Regensburg, T-Bone-Steaks und einem späten Sonnenaufgang

Es gibt so Tage, da läuft alles schief…

Was war alles geschrieben worden, vom leichtesten Restprogramm und das ja nichts mehr schief gehen könne, wenn man die Leistung vom Wehen-Sieg zu Grunde legt. Jaja, eben „wenn“ und „Leistung vom Wehen-Sieg“. Da es die gegen Regensburg nicht gab, freuten sich statt den knapp 10 000 RWE-Fans eben nur das Häufchen mitgereister Jahn-Fans über den Auswärtserfolg. Und das leichteste Restprogramm existierte eben nur auf dem Papier. Klar, für Regensburg ging es um nix mehr, aber selbst deren Trainer wunderte sich über den engagierten Auftritt seiner Elf. Hinten kompakt, nach vorne zwar selten richtig gefährlich, aber stets präsent, so hatten die Oberpfälzer sich über die Saison gesehen als drittbeste Auswärtsmannschaft der Liga etabliert. Und weil wir überhaupt keine Mittel fanden, mit zu wenig Tempo und Genauigkeit spielten, stand es elend lange 0:0. Wegen der Patzer der Konkurrenz hätte selbst das noch für Platz 3 gereicht, doch wie gesagt, es gibt so Tage, da geht gar nix. Und so gab es eben die 87. Minute, das 0:1 und den Sturz auf Platz 4. Aber mal ganz ehrlich, wer von uns hätte diese Ausgangsposition vor den letzten beiden Spielen (vierter Platz, ein Punkt auf Platz 3) vor der Saison nicht freudestrahlend akzeptiert. In diesem Sinne: Auf nach Ahlen! Der Traum lebt weiter!

Aber der Samstag war noch nicht rum. Christian’s Leverkusener etablierten mit einer 0:2-Niederlage ihren Ruf als Vizekusen, Arbeitskollege erlebte das Debakel seiner Eintracht in Mainz und am Ende des Abends gab es dann ein bißchen Portwein, Kirsch und Apfel zu viel. Mein lieber Schwan, was eine Nacht und was ein anschließender Sonntag. Für mich ging die Sonne heut erst ziemlich spät auf. Nachmittags irgendwann… ;-)

Soooo schlimm, war das Wochenende aber eigentlich doch wieder nicht. Wir feierten einen schönen Doppel-Geburtstag. Es war schön, dass unser kleiner, netter Kreis mal wieder zusammengekommen war. Nochmal einen herzlichen Dank an unsere beiden Gastgeber, die die American-Barbecue-Party mit T-Bone-Steaks (die aber wohl doch ne Nummer zu groß waren ;-)), Burgern, Spareribs und Maiskölbchen garnierten.

Und was unsere Eishockey-Jungs da zur Zeit in der Slowakei leisten… Mein lieber Schwan… Grad 4:3 gegen die Slowakei gewonnen. Trotz Hossa, Halak, Gaborik, Stümpel, Demitra und und und. Nach zwei Spielen (Freitag 2:0 gegen Russland) Gruppensieger!

Fazit: ein Wochenende wie das Leben, es geht immer auf und ab. Und weil es, RWE isoliert betrachtet, gestern bergab ging, freuen wir uns auf Ahlen nächste Woche…

25.04.2011

3 x 3 = 3

Eigentlich hatte ich ja den 38. Spieltag prognostiziert. Die ganze Saison über hinter dem begehrten Platz hergehechelt und dann schön am letzten Spieltag das Feld von hinten aufgrollt. Hätte den Vorteil gehabt, dass man dann nicht mehr verdrängt werden kann.

Nun ist es aber „schon“ am 35. Spieltag passiert. 1:0 in Wiesbaden. 1 500 RWE-Fans. Nils Pfingsten-Reddig (alle Gags zu Pfingsten und Ostern verkneif ich mir, dieses Wortspiel wurde in den semi-professionellen Medien ausgewrungen). Wahnsinn! Kollege Chrischi hätte sogar nen Eisbecher spendiert, wenn er gestern in der Hummel gewesen wäre. Aber das kann man ja vielleicht im Laufe der Woche noch nachholen?!? :-)

Erinnerungen an den Sommer 2004 werden wach. Auch da hatte uns vor der Saison niemand auf der Rechnung. Auch da räumte Rudolf Zedi im Erfurter Mittelfeld auf. Auch da konnte ich bei den entscheidenden Auswärtsspielen in Feucht (bzw. Fürth) und Schweinfurt nicht dabei sein. Auch in Wiesbaden waren wir nicht, dafür planen die Zipfelmützen mit voller Kapelle nach Ahlen aufzubrechen. Ein schlechtes Omen? Ach Quatsch, denn erstmal gilt die volle Konzentration dem schweren Heimspiel gegen Regensburg. Ja, ich sage bewußt „schwer“ und erinnere warnend (und mit erhobenem Zeigefinger!) an die vermeintlich leichten Heimspiele gegen Stuttgart II, Burghausen oder Saarbrücken, die wir alle nicht gewonnen haben.

90 Minuten kämpfen, beißen, kratzen. Und ein Tor schießen. Für unseren großen Traum. Allein um dem Schweine-MDR die Dynamo-Party zu versauen. Was sitzen die bei Sport im Osten schon wieder mit der feuchten Buchse im schwarz-gelb-gemalterten Büro. Einfach widerlich. Ich gehe sogar soweit, dass die beim Sachsensender sagen: „wenn nicht Dynamo, dann auch nicht Erfurt“. Denen wäre doch Wehen x-mal lieber als der (nach Aue) nächste Verein aus ihrem Sendegebiet, der oberhalb ihrer geliebten Dynamos spielt.

Nun aber alle zum Heimspiel gegen Regensburg. Und nach Ahlen. Und zum Heimspiel gegen das andere Aalen. Schwiegermutter kommt zum Kaffeekränzchen? Die Nichte wird getauft? Im Heimatkanal läuft die Nachberichterstattung zur königlichen Hochzeit? ALLES UNWICHTIG!

3 x 3 = 3

ist die Formel für die kommenden drei Wochen!

3 Spiele, jeweils 3 Punkte, Platz 3

19.04.2011

(Fast) alle Fragen geklärt

Heute ist die Liste der potentiellen RWE-Spieler für die Saison 2011/12 erheblich geschrumpft. Gegenüber der TA bestätigte RWE, dass Martin Pohl, Martin Hauswald, Julian Lüttmann, Chhunly Pagenburg, Julien Humbert, Petr Smisek, Christopher Handke, Jonas Heidrich und Sebastian Becker keine neuen Verträge erhalten. Der einzige, bei dem ich die Entscheidung des Vereins nicht verstehen kann, ist Martin Hauswald. Aber es wurde im Laufe der Saison immer klarer, dass unser Training kein großer Fan des kleinen Flügelflitzers ist.

Damit ist nur noch offen, ob Dennis Hillebrand seinen Vertrag verlängert. Laut der TA ist die Tendenz positiv. Nicht bekannt ist mir der Sachstand bei den beiden Nachwuchsspielern Juraschek und Thyler, weswegen sie ebenfalls noch unter „Zukunft offen“ stehen. Bei Thyler weiß ich nicht einmal wie lange sein Vertrag läuft. Ich hoffe, ich kann das mit Hilfe der Foren zeitnah aufklären.

Da nun also (fast) alle Frage hinsichtlich des vorhandenen Personals geklärt sind, darf man nun gespannt sein, welche Spieler zu uns stoßen. Gemäß TA soll es noch vor Saisonende erste Vertragsabschlüsse geben. Neue Namen rauschen derzeit nicht durchs Netz bzw. den Blätterwald.

14.04.2011

Quintett verläßt RWE

Nun ist es amtlich, was nach den Meldungen in den letzten Wochen je nach Sichtweise bereits zu befürchten bzw. zu erwarten war. Dirk Orlishausen, Tino Semmer, Dennis Malura, Jens Möckel und auch Fabian Stenzel werden unseren Verein verlassen. Ich hatte gestern grad meinen Text online gestellt, da gab der FC Rot-Weiß die Abgänge offiziell bekannt.

In den Foren ging es sofort hoch her. „Söldner“, „ab auf die Tribüne für die letzten Spiele“, „Heuchler“ und und und. Einfach schwachsinnig. Die Jungs haben alle einen Vertrag bei Rot-Weiß gehabt, der läuft nun aus und das sie die ihnen als Profifußballer um Geld zu verdienen begrenzt zur Verfügung stehende Zeit bestmöglich nutzen wollen, ja müssen, kann man ihnen nicht verdenken. Insbesondere für Jens Möckel ist der Wechsel in die zweite Liga (wahrscheinlich zu Erzgebirge Aue) ein logischer Schritt in der Karriereplanung. Etwas überrascht hat mich, dass auch Fabian Stenzel eine Vertragsverlängerung abgelehnt hat. Im Gegensatz zu den anderen vier Spielern waren bei ihm in den letzten Tagen keine Namen von potentiellen Interessenten durch die Medien gegeistert. Ich frage mich allerdings, warum dem SC Paderborn 07 die Meldung über die Abgänge auf der offiziellen Erfurter Facebook-Seite gefällt.


Mal sehen, wie sich nun andere Spieler entscheiden, die ich gerne weiter in Erfurt sehen würde, namentlich Martin Hauswald und Dennis Hillebrand.

Noch spannender ist natürlich, wie die Abgänge ersetzt werden. Während unser Mittelfeld komplett zusammenbleibt (Caillas, Pfingsten-Reddig, Zedi und Weidlich, dazu Baumgarten) und auch im Sturm mit Reichwein und Drexler (dazu El Haj Ali) zumindest ein Grundgerüst steht, haben wir mit Bertram und Ströhl erst zwei Verteidiger unter Vertrag.

Neben dem auch hier schon genannten Selim Aydemir brachte die Bild-Zeitung den Namen Marc Heider ins Spiel. Heider, der in Kaliforniens Hauptstadt Sacramento geboren wurde, stammt aus dem Nachwuchs des VfL Osnabrück und gelangte über Werder Bremen II zu Holstein Kiel. Dort erzielte er in dieser Saison in 24 Spielen 13 Tore und bereitete weitere elf vor. Das ist ein Scorerpunkt pro Spiel. 2009/10, ebenfalls für Holstein Kiel, gelangen ihm bei 21 Einsätzen (davon elf von Beginn an) in der 3. Liga zwei Tore. Zuvor hatte er als unter Zwanzigjähriger für Werder Bremen II in 84 Einsätzen, davon etwa die Hälfte von Beginn an, 16 Tore erzielt und 11 Treffer vorbereitet. Aus meiner Sicht ein sehr interessanter Mann. Daher ist er leider auch anderen Mannschaften aufgefallen, u. a. soll Dynamo Dresden ebenfalls hinter Heider her sein.

Ich habe die Gerüchte mal in meine kleine Übersicht eingestellt und dafür den feststehenden Abgängen etwas weniger Platz eingeräumt.

13.04.2011

Semmer weg - Caillas bleibt

Tino Semmer hat heute gegenüber der TA bestätigt, dass er den FC Rot-Weiß verlässt. Die Ostsee-Zeitung meldet, dass sein Ziel, wie erwartet, Hansa Rostock ist. Hansa-Manager Beinlich ließ sich aber noch kein offizielles Statement entlocken.

Außerdem habe ich Oliver Caillas in die Liste der 2011/12 unter Vertrag stehenden Spieler verschoben. In den Foren wurde gestern gesagt, dass der Verein die Option gezogen hat. Alles andere hätte mich auch schwer überrascht.

Die beigefügte Übersicht habe ich entsprechend überarbeitet.

12.04.2011

Neues vom rot-weißen Transfermarkt

3:1 in Dresden – 1:2 gegen Saarbrücken. Zweimal gab’s RWE live im TV. Während das 3:1 an der Elbe ein Hochgenuss war, waren die 90 Minuten gegen die Franzosen eher eine Qual. Da half leider auch die Anforderung von Miguel nix, in der Casa da Eira erlebten wir die Pleite gut 2500 km von der Heimat entfernt mit. Da auch die Konkurrenz patzt steht Offenbach immer noch auf Platz 3. Ich wage die Prognose, dass die Hessen genau bis zum 38. Spieltag dort stehen werden. Und dann wird irgendeiner der Verfolger doch noch vorbeiziehen. Ob das nun wir, Wehen, Dresden oder sogar noch Koblenz sein werden, läßt sich angesichts der unfassbaren Unkonstanz der genannten Teams nicht vorhersagen. Ich bleibe aber dabei: wenn mir heute jemand den vierten Platz und damit die DFB-Pokal-Teilnahme (incl. Einnahmen) garantieren könnte, würde ich zugreifen und auf die Chance auf den dritten Platz verzichten.

Die weiterhin unübersichtliche Tabellensituation erschwert auch die Personalplanungen. Für den gestrigen Montag hatte der Verein einigen Spielern, denen RWE Angebote vorgelegt hatte, eine Deadline gesetzt. Und so fielen dann wohl auch die ersten Entscheidungen. Offiziell bestätigt ist noch nicht, aber die Tendenzen sind in einigen Fällen eindeutig.

Dennis Malura wird seinen Vertrag nicht verlängern, dass hat er der Thüringer Allgemeinen bestätigt. Vermutlich wechselt der flinke Rechtsverteidiger zu 1860 München. Der Berater von Tino Semmer wird in der Bild-Zeitung zitiert, dass sein Schützling zu Hansa Rostock geht. Auch an Tino können wir zu 99% einen Haken machen. Beide Spieler erachte ich als ersetzbar, Malura ist zwar superschnell, hat aber Schwächen im Eins-gegen-Eins und auch seine Flanken könnten besser sein. Ich bezweifel, dass er den Sprung in die Löwen-Stammelf schafft. Und Semmer hat in der Rückrunde merklich abgebaut, zudem steht mit Dominik Drexler sein potentieller Nachfolger bereits mehr als nur in den Startlöchern.

Sowohl die TA wie auch die Bild melden übereinstimmend, dass Dirk Orlishausen seinen Namenszug schon längst unter einen Vertrag mit dem Karlsruher SC gesetzt hätte, wären die Nordbadener nicht akut abstiegsbedroht. Man stelle sich vor: Orle, der ja schon (zu) oft via Medien von der zweiten Liga geträumt hat, unterschreibt beim KSC und wir schlagen die dann im Relegationsspiel. Stellt sich nur die Frage, wie lange Orlishausen die RWE-Verantwortlichen hinhalten kann. Geistig verabschiedet habe ich mich bereits von Jens Möckel, der in verschiedenen Medien mit dem FC Erzgebirge Aue in Verbindung gebracht wird. Für ihn ein logischer, nächster Schritt auf der Karriereleiter, zu dem man ihn nur beglückwünschen kann. Ein Vertrag bei diesem sehr solide und seriös geführten Verein ist für einen Fußballer wie Jens Möckel sicher eine feine Sache. Da zudem laut TA vom vorvergangenen Wochenende Martin Pohl’s Vertrag nicht verlängert wird, dürfte es auf der Innenverteidiger-Position wohl noch Verstärkungsbedarf geben, zumal auch Hillebrands Vertrag ausläuft. Ebenfalls noch offen ist die Personalie Fabian Stenzel. Der hatte vor Wochen mal in der TA erklärt, dass er sich einen Verbleib in Erfurt sehr gut vorstellen kann. Unterschrieben ist aber noch nichts und so heißt es auch bei dieser Personalie abwarten.

Über potentielle Neuzugänge hört man weiter wenig. Der Name Selim Aydemir fiel ja immer mal wieder, zuletzt hatte sich Björn Brunnemann über die Boulevardpresse angeboten („Geld ist nicht das wichtigste“). Etwas handfestes war aber noch nicht zu lesen.

Fazit: Die kommenden Wochen bleiben auch abseits des grünen Rasens spannend. Hoffen wir zunächst auf einen erfolgreichen Auswärtsauftritt in Sandhausen am kommenden Freitag. Nicht das sich die Tabellensituation zu unseren Ungunsten frühzeitig entscheidet.

11.04.2011

Love Letter to Porto Manso


June 24, 2004 - June 25, 2010 - November 7, 2010. Today, April 9, 2011. What have these days in common? For others certainly nothing. But for me, they are special days. Every day of these days were a last day. A last evening. The last evening in Portugal. In Porto Manso. In my little paradise.

Only a few hours, only one night, then it’s time to say goodbye. And as always before the last night i sit here alone at the pool respectively in front of the casa da eira and my view surveyed over the darkness-covered douro-valley. I see the lights of Pala, the neighbouring place of Porto Manso. I see the lights on opposite hills. The street lights reflected in the water on the banks of the Douro. A peaceful silence lies above the valley. From different directions i can hear occasionally the barking of dogs. Today, even an owl blended into the silence. Few, very few cars disturb that magic silence.

I assimilate these moments. The panorama. The lights. These so peaceful area, the magic of this valley. I think of nothing. And at the same time of many things. And again and again I am grateful. Eternally grateful that the search for a house during the Euro 2004 lead me on the website of the Casa da Torre. Here to Porto Manso. To this wonderful, charming and peaceful place. Far away from everyday life, work and normality.

A place can only be wonderful, if the people who live in it, are wonderful too. Here in Porto Manso such people live. The Caeiro-family, José Miguel, Maria, Marta, Miguel and Ines. Warm, friendly, modest, good-hearted people. They give us the feeling of being at home.

And if you get this feeling at such a great place, you can’t couch the deep gratitude into words, which I feel for Caeiro-Familiy and for the privilege, to be allowed to be here.

That’s why a simple, but deeply felt

MUITO OBRIGADO, FAMILIA CAEIRO!

Björn, April 10, 2011, 0:09 a.m. in front of the Casa da Eira.


I'm looking forward to the reunion in just nine weeks!

PS: A very special thanks to Christian and René, who were already for the fourth time here with me. Guys, it was once again a pleasure to be here with you spending some special days in Portugal. As José Miguel said last night: I hope for many more of these days in the next years.

25.03.2011

Transfermarkt: Malura zu 1860?

Die BILD meldet, dass sich unser Rechtsverteidiger Dennis Malura mit dem Zweitligisten 1860 München einig sein soll. Für die Löwen, die vor einer Woche noch vor der Pleite standen, sieht es ja seit gestern wieder etwas besser aus. Angeblich sind ein paar Investoren gefunden worden, die ihr Geld, statt es zum Fenster raus zu werfen lieber bei 1860 vernichten wollen.

Ich hab die Übersicht mal um eine Spalte erweitert, wo die Gerüchte gebündelt aufgeführt sind.

24.03.2011

Neues vom Transfermarkt

Im Laufe der vergangenen Wochen sind wieder einige Personalentscheidungen bei RWE gefallen. Es wird daher Zeit, die Spielerliste für die Saison 2011/12 auf den neuesten Stand zu bringen.

In einem TA-Interview erklärte Rainer Hörgl am 09.03.2011, dass mit den Spielern Sebastian Becker und Chunly Pagenburg nicht verlängert wird. Auch wenn es dazu auf der Homepage noch keine weitere Information gab, werte ich diese Aussage mal als „offiziell“, also sind die beiden Abgänge fix.

Sport-Geschäftsführer Hörgl ist aber mittlerweile selber nicht mehr im Amt. Nachdem zwischen Verein und Hörgl die Entscheidung getroffen wurde, den zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, ist der Oberbayer bereits in seine Heimat abgereist. Die Aufgaben übernimmt Torsten Traub, Mitglied der Aufstiegsmannschaft von 2004 und bisher Assistent von Hörgl. Die Erfurter Zipfelmützen wünschen Torsten alles Gute und maximalen Erfolg für seine Arbeit.

Verlängert hat dagegen unser Trainer Stefan Emmerling seinen Vertrag. Das neue Arbeitspapier ist bis 30.06.2013 gültig. Auch hier drücken wir natürlich die Daumen, dass unser Chefcoach weiterhin so erfolgreich arbeitet wie im zurückliegenden Jahr. Er trat übrigens am 30.03.2010, also vor fast genau 12 Monaten seinen Job in Erfurt an.

In den letzten Tagen war in den Zeitungen zu lesen, dass der Verein seinen Etat in der kommenden Saison um etwa 300.000 Euro nach unten schrauben muss. Neben dem eingesparten Gehalt von Rainer Hörgl wird wohl auch nicht jeder Spieler, der den Verein verlässt, ersetzt werden. Der Kader soll schlanker werden und ca. 22 Spieler umfassen.

Wer wird also noch gehen? Da müssen wir uns (noch) in die Welt der Gerüchte begeben, da es keine weiteren offiziell bestätigten Zu- oder Abgänge gibt. Laut TA liegen den Spielern Orlishausen, Stenzel, Möckel, Semmer und Malura Angebote des Vereins vor. Dazu soll Hillebrand gehalten werden, der sich zuletzt in der Innenverteidigung einen Stammplatz erkämpfen konnte und auch für die linke Seite eine Alternative darstellt.

Die Zeitung mit den vier großen Buchstaben meldete dieser Tage in ihrer Regionalausgabe MV, dass der FC Hansa seine Fühler in Richtung Tino Semmer ausgestreckt hat. Gegenüber der Zeitung haben Trainer Vollmann und Semmers Berater die Anfragen bestätigt. Sollte das stimmen, und meistens ist da ja immer ein Stück Wahrheit dran, werden wir Tino wohl kommende Saison nicht mehr in Erfurt spielen sehen. Auch bei Möckel habe ich meine Zweifel, dass er bleibt. Optimistischer bin ich bei Orlishausen, Stenzel und Hillebrand. Die beiden letztgenannten haben ja in den Medien schon durchblicken lassen, dass sie sich einen Verbleib am Steigerwald sehr gut vorstellen können.

Fraglich ist auch die Zukunft von Martin Pohl in Erfurt. Der Ex-Kapitän kann nach seiner Sprunggelenks-OP diese Saison nicht mehr spielen, Mannschaftsarzt Dr. Ullmann beziffert die Chancen, dass Pohl überhaupt nocheinmal die Fußballschuhe schnüren kann, derzeit nur bei 50:50. Aber selbst wenn Pohl wieder fit wird, halte ich seinen Verbleib in Erfurt nur dann für realistisch, wenn Möckel geht. Ansonsten gäbe es mit Bertram, Hillebrand, Möckel und Pohl vier starke Innenverteidiger, die sich der Verein angesichts der o.g. Kürzungen im Personaletat kaum wird leisten wollen und können.

Trotz aller Einsparungen, ein paar neue Gesichter wird es beim FC RWE sicherlich auch geben. Außer Selim Aydemir, der derzeit ganz passabel im Offensivbereich des Regionalligisten Hallescher FC kickt, sind aber noch keine Namen mit unserem Verein in Verbindung gebracht worden. Und an Aydemir haben nicht nur wir Interesse.

So weit ein Überblick über das aktuelle Geschehen auf dem RWE-Transfermarkt, sobald aus dem ein oder anderen Gerücht ein Fakt geworden ist, werde ich hier wieder in ein paar dünnen Sätzen dazu Stellung nehmen.

21.03.2011

Arbeitsverweigerung reicht für den FCC

Christian und ich hatten ja schon oft rumgesponnen, welches die schönste Art und Weise ist, ein Fußballspiel im allgemeinen oder eben jenes Derby zu gewinnen, welches am Samstag auf dem Abbe-Acker über die Bühne ging. Wir träumten von unberechtigten Foulelfmetern in der Nachspielzeit, regelwidrigen Platzverweisen und und und. Dass diese Spinnereinen am vergangenen Samstag Realität wurden, hätten wir im Leben nicht gedacht, als wir gegen halb eins die Ufer der Saale erreichten.

Für Erheiterung im prall gefüllten Gästeblock sorgte der fehlfarbene Anhang schon vor dem Anpfiff, als sie bei ihrer Choreo eindrucksvoll unter Beweis stellten, dass die meisten von ihnen nur mit Mühe die Hürde Grundschule übersprungen haben. Anders kann das fehlende „M“ im Wort Stimme (bzw. um es jenenserisch zu sagen: STIME) kaum erklärt werden. Die rot-weiße Kurve antwortete mit einem lautstarken „Ihr seid nur Analphabeten“ und stellte kurz darauf fest, dass im „Leuchtturm Thüringens“ auch die Uhr nicht gelesen werden kann. Eine pralle Viertelstunde später gings los, obwohl der Sportplatz bereits gefüllt war. Das Gastfreundschaft nicht zu den bevorzugten Jenaer Eigenschaften zählt, zeigte sich auch, als wir feststellen mussten, dass der Stadionsprecher kaum zu verstehen war, die entsprechenden Boxen waren wohl runtergedreht worden.



Irgendwann begann das Spielchen dann doch und schon nach drei Minuten brachte Reichwein die Kugel im Gehäuse der Jenaer Tor-Null(e) unter. Der Schiriassistent auf der Gegentribünenseite winkte aber mit seinem Fähnchen – zu Unrecht, wie sich später herausstellen sollte. Das Derby begann munter, auch Zeiss hatte nach einer starken Aktion von Orlando, der die gesamte Erfurter Verteidigung nach einer RWE-Ecke überrannte und sehr ansehnlich zu Brown-Forbes passte, eine dicke Möglichkeit. Der blaue 37er brachte es aber fertig, den Ball aus fünf Metern so aufs Tor zu bringen, dass Orle mit einer Faust spektakulär zur Ecke klären konnte. Schon in dieser Phase, als wir das Spiel mehr oder weniger im Griff hatten, wirkten wir bei einigen Situationen in der Defensive fahrig, brachten uns mit Quer- und Rückpässen zwei-, dreimal in unnötige Gefahr.

Nach einer halben Stunde gelang den Guten dann aber endlich die Führung. Nachdem Nulle gegen Pfingsten-Reddig stark pariert hatte und Reichwein, alleine auf Nulle zulaufend, wiederum zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen worden war, löffelte der Capitano, artig unterstützt vom abfälschenden Bopp, das Bällchen aus gut 20 Metern schön über Nulle ins Netz. 1:0 – dem Spielverlauf entsprechend. Es lief alles rund. Erst recht, als Hitzkopf Orlando direkt nach dem Tor sowie drei Minuten später jeweils wegen Provozierens Gelb gezeigt bekam und duschen musste. Christian und ich waren uns einig: diesen Typ möchten wir nicht geschenkt haben. Fußballerisch gehört er in die zwote Liga – was sein Hirn angeht, ist er wohl irgendwo auf dem Niveau der Jenaer Choreo-Verantwortlichen anzusiedeln.

Bis zur Pause kontrollierten wir die Partie absolut souverän und ohne Probleme. Alles schien seinen Gang zu nehmen, wir waren auf dem allerbesten Wege, die böse Stadt zu erobern. Doch die Vorfreude auf Halbzeit Zwo wurde schnell im Keim erstickt, denn die einheimische Zehn zeigte nun, wie man, wenn man spielerisch und numerisch unterlegen ist, so ein Derby bestreiten muss. Bis zum Umfallen ackerten und kämpften die blau gekleideten Gastgeber. Wir zogen uns dagegen immer weiter zurück, waren viel zu passiv, verloren fast jeden Zweikampf. Insbesondere über die rechte Seite, Weidlich und der für den gesperrten Malura nach rechts gerückte Möckel wirkten nach der Pause unglaublich schwach, erzeugte der FCC sehr viel Torgefahr. Unsere Laune sank von Minute zu Minute, wir konnten uns nicht erklären, was mit der rot-weißen Truppe los war. Richtig schlecht wurde es, als ausgerechnet der Ex-Erfurter Ullmann, dessen Vater RW-Mannschaftsarzt ist, (natürlich) von rechts bedient wurde und die Kugel nach einer Stunde zum Ausgleich ins Tor schiebt. Auch danach änderte sich nichts am Spiel. Jena hätte längst in Führung liegen müssen, doch entweder klärten wir auf der Linie (Pfingsten-Reddig und Weidlich) oder der Zeiss-Angriff verpasste beste Einschussmöglichkeiten knapp. Und Pech hatten die Gastgeber auch, als Ullmann im Strafraum von Hillebrand an der Ferse getroffen wurde und der Elfmeter-Pfiff ausblieb. Dem Schiedsrichter möchte ich hier weniger einen Vorwurf machen, aus seiner Position war diese Berührung sicher schwer zu sehen. Warum aber sein Assistent, der bei Reichwein in Hälfte Eins zweimal brav die Fahne gehoben hatte, jetzt nicht winkte, obwohl er allerbeste Sicht hatte… Ach is ja auch egal, was kümmert mich das Elend anderer. Und gerade das von „denen“.

Um die 80. Spielminute herum, sah ich mich genötigt, dass Wort „Arbeitsverweigerung“ an die Daheimgebliebenen zu texten. Mehr war es einfach nicht, was unsere Jungs da auf dem Rasen zeigten. Doch dann gab Reichwein einem langen Pass eine kleine, aber entscheidende Richtungsänderung. Wir schreiben die 85. Spielminute. Drexler rollt der abgefälschte Ball genau ins Füßchen, er läuft auf Nulle zu. Und er verwandelt eiskalt. TOOOOOOOOOOOOR! 2:1! DERBYSIEGER! Hatten wir vorher 40 Minuten Scheiße gespielt? War es unverdient? Und… war es gar Abseits??? Wie von einer Tarantel gestochen, rannten Zeiss-Spieler und -Verantwortliche auf den Linienassi zu und wollten sich mal erkundigen. Der stand jedoch zu seiner Entscheidung, weil er einfach nicht gesehen hatte, dass Reichwein den Ball noch abfälscht. In DIESEM Moment war Drexler meterweit, wirklich mega-eindeutig, im Abseits. Da er diese Berührung aber nicht gesehen hatte, ließ der Linienmann seinen Wimpel auf sechs Uhr hängen und wir führten tatsächlich! GEILO! Nach 40 Minuten Arbeitsverweigerung durch ein unberechtigtes Tor beim Erzfeind führen, nach dem der fünf Minuten zuvor beschissen worden war! Herrlich! Göttlich! Mit Worten nicht zu beschreiben!












Die Aussage, die Anreise für Gästefans ohne Eintrittskarte sei die Anreise zwecklos, wurde eindrucksvoll wiederlegt!


Zwei Minuten später verwandelt Drexler noch einen Konter. 3:1! Die Entscheidung! Der Block tobt. Der Block bebt. Abpfiff. Orle klettert auf den Zaun, Drexler kriegt das Megaphon in die Hand, wird von Zedi auf den Schultern getragen. UFTA!!! DERBYSIEGER!!! Und wir sind uns einig: so isses viel schöner, als ein 5:0, was schon zur Halbzeit sicher ist.













Am Sonntag erfahre ich in den Foren von aus dem Zeiss-Block fliegenden Metallgegenständen. Nur mit Glück werden keine RWE-Fans verletzt. Ein Jenaer Ordner liegt im Krankenhaus, ein Böller aus dem Zeiss-Block explodierte neben seinem Ohr. Die Pyro-Show vorm Spiel war nicht angemeldet. Unsere Jungs vom Live-Radio müssen nach dem 2:1 von Polizei/Ordnungskräften geschützt werden. Foren-User „ronry“ ist da dran, er bereitet Strafanzeigen vor, informiert Euch hierüber bitte im Spieltagsthred (ab Seite 16) in der RWE-Community selbst. Hoffentlich wird der Zeiss-Anhang, der immer so dargestellt wird, als könne er keinem Schäfchen was zu leide tun, endlich mal ins richtige Licht gerückt.


18.03.2011

Die Zipfelmützen in der Europa League

Im November hatten wir Miguel versprochen, wenn der FC Porto in den Play-Offs der Europa League ein paar Runden übersteht, kommen wir im Frühjahr nochmal zurück an den Douro. Und die Zipfelmützen halten ihr Versprechen! Zum Europa-League-Viertelfinal-Hinspiel des FC Porto gegen Spartak Moskau reisen wir vom 7. bis 10. April 2011 in unser zweites zu Hause. Christian, René und Björn freuen sich auf ein langes Wochenende bei unseren Freunden in Portugal und hoffen auf einen klaren Heimsieg der Drachen gegen den beliebtesten Moskauer Verein.

12.03.2011

Erfurt stürzt den Spitzenreiter

Offenbach kam als ungeschlagener Tabellenführer ins Steigerwaldstadion und verlor. Dresden war fünf, Koblenz sogar sechs Spiele unbesiegt. Sie verließen das SWS als Verlierer. Heute kam Tabellenführer Braunschweig und hatte sage und schreibe 17 Mal nicht mehr verloren, ein 18. ungeschlagenes Spiel wäre Liga-Rekord gewesen. Doch auch für die Gelb-Blauen aus der Löwenstadt gab es in Capital City nix zu holen.

Andreas machte dem FC Rot-Weiß zum Spitzenspiel seine Aufwartung und bekam zunächst einen sehr souveränen Spitzenreiter zu sehen, der vom Anpfiff weg zeigte, dass er zurecht (gemeinsam mit Hansa Rostock) die Liga dominiert. Nach einer RWE-Ecke spielen die Braunschweiger über Kumbela und Bellarabi einen astreinen Konter, den Kruppke zur hochverdienten Führung abschließt. Wir zeigten uns bemüht, hatten aber scheinbar kein Konzept, um die Gäste ernsthaft in Gefahr zu bringen. Doch dann kamen die fünf Minuten des Marcel Reichwein. Erst spitzelt er die Kugel aus Nahdistanz über die Linie, dann versenkt er eine von Semmer verlängerte Stenzel-Flanke artistisch per Direktabnahme in den Winkel. Das Spiel war noch vor der Pause unverhofft gedreht, ich will nicht sagen, auf den Kopf gestellt.

In Halbzeit Zwo bemühten sich die Gäste eifrig um den Ausgleich. Ihre beste Chance, die Orlishausen mit einem Wahnsinns-Reflex zu nichte machte hatten sie aber, als Weidlich einen Konter bereits zum 3:1 abgeschlossen hatte. So blieb das Bemerkenswerteste in Hälfte Zwo meine gewonnene Wette gegen Andreas, für die ich bei frühlingshaften Temperaturen ein kühles Blondes spendiert bekam.

06.03.2011

RWE-Serie auf dem Bersch ist beendet

Der Ausflug in meine „alte Heimat“ endete leider mit einer unglücklichen 1:2-Niederlage auf dem Bersch. Damit fand auch unsere über ein Jahrzehnt andauernde Serie (wir waren bis dahin in Offenbach ungeschlagen) ein jähes Ende. Wir hatten das Spiel ganz locker im Griff, mit dem ersten Angriff gehen die Kickers nach einer knappen Stunde in Führung. Das 2:0 kurz vor Schluß ist der endgültige K.O., Drexler’s 1:2 (sein erstes Pflichtspieltor für RWE) leider nur noch Ergebniskosmetik. Fazit: Mit der Stahlrohrtribüne wurde auch der RWE-Mythos auf dem Bieberer Berg abgerissen.