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20.10.2009

3. Liga 2009/10 - 13. Spieltag - Spielbericht

ERZGEBIRGE AUE - FC ROT-WEISS ERFURT 2:0 (1:0)

Obwohl wir in Aue seit Kaisers Zeiten nicht mehr gewonnen hatten, brachen in Christian und ich am Sonntag morgen froh gelaunt in Richtung Erzgebirge auf. Da wir recht früh losgefahren waren, verließen wir schon in Gera die Autobahn und machten uns quer durch Ostthüringen bzw. Westsachsen via Landstraße auf den Weg nach Zwickau und weiter nach Aue. Unser rechtzeitiges Erscheinen sicherte uns einen hervorragenden Parkplatz in Stadionnähe. Den Fußmarsch vom Nachbarort Lößnitz, den wir letzte Saison bewältigen mussten, blieb uns also erspart. Die Zahlung von 10,50 € für Eintrittskarte und Stadionheft bereitete ganz besonders viel Vergnügen (Respekt, mein lieber Herr Gesangsverein!!!).

Die Intensität des Dauer(schnee-)regens sorgte dafür, dass wir schon vor dem Anpfiff klatschnass waren. Doch die Hoffnung auf ein schönes Spiel ließen uns und die etwa tausend anderen RWE-Fans das Wetter vergessen. Rainer Hörgl hatte Thiago Rockenbach wieder in die Startformation beordert, dafür musste Fabian Stenzel auf der Bank Platz nehmen.

Das Spiel begannen die Auer erwartet druckvoll. Dank einem Fehler von Ströhl, der im Mittelkreis am Ball vorbeitrat gelangte ein langer Pass auf dem Flügel bei Braham (zu dem später mehr!), der den am langen Pfosten wartenden Alban Ramaj bediente. Dieser bedankte sich mit dem 1:0. Unsere Hoffnungen auf ein dreckiges 0:0 im Schacht waren schon nach neun Minuten dahin. Für Aufregung sorgte Veilchen-Torwart Männel, der plötzlich wie vom Blitz getroffen an der Mittellinie lag. Die Beratungen des Schiedsrichter-Trios ließen nichts gutes ahnen, doch nach zwei Minuten ging es weiter. Warum Männel fiel, weiß wohl nur er selbst.

Die erste Halbzeit fand Rot-Weiß im Angriffsspiel mehr oder weniger nicht statt. Wir verloren zu schnell viel zu viele Bälle. Auch schien das Mittel „weit und hoch nach vorn“ angesichts der starken Auer Innenverteidigung um Kos und Paulus ungeeignet. Kritisieren muss ich (auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole) unsere Außenverteidiger. Während Malura insbesondere offensiv ein Totalausfall war, zeigte Ströhl (nicht nur beim 0:1) eklatante Schwächen im Defensivverhalten. Die Auswechslung zur Pause (für ihn kam Möckel und Hillebrand rutschte nach links) erschien uns daher sportliche Gründe zu haben, erst später hörten wir von medizinischen Problemen.

Bereits zur Halbzeit hatten sich Aue’s Neuner Najeh Braham und der Schiedsrichter viele Freunde im rot-weißen Blockl gemacht. Braham wegen seiner permanenten Fallsucht, die mit „peinlich“ viel zu milde umschrieben ist. Der Tunesier, der im Zweitligajahr in Erfurt vollkommen versagt hatte, ist ein schmutzig spielender, hinterhältiger kleiner Betrüger und Provokateur. Dass er clever ist, muss man ihm aber zugestehen. Ganz schnell merkte Braham, dass der mir bis dato vollkommen unbekannte Schiri aus Bayern eine ganz große Niete ist, der auf sämtliche Schauspielereien von Braham reinfiel und laufend lächerlichste Zweikämpfe abpfiff. Als Pohl aber von Braham in die Hacken getreten wurde, ließ der direkt daneben stehende Schiri weiterspielen.

In der zweiten Halbzeit, in der es weiterhin schüttete, erarbeiteten wir uns zunächst optische Vorteile, ohne die allerdings in Chancen umsetzen zu können. Erst als Mitte der zweiten Hälfte für 10, 15 Minuten die Sonne durch die Wolken blinzelte, spielten wir besser und hatten durch den 25-m-Schuss des gerade eingewechselten Stenzels die beste Chance. Kurz darauf dann aber die Entscheidung, als Hochscheidt einen langen Ball aufnahm und über Orlishausen hinweg zum 2:0 ins Tor hob. In der Nachspielzeit hatte Thiago dann noch eine dicke Möglichkeit, als er in den Strafraum eindrang, aber nur das Außennetz traf.

Fazit: Wir haben uns, wie immer in Aue, eine (verdiente) Niederlage abgeholt. Der Willen war der Mannschaft nicht abzusprechen, unsere spielerische Qualität kam bei den widrigen Bodenverhältnissen überhaupt nicht zum tragen. Ansonsten eine schöne, kurze Auswärtsfahrt. Wir sind zwar sacknass geworden, hatten aber wieder viel Spaß.

16.10.2009

3. Liga 2009/10 - Vorschau auf den 12. Spieltag

Nach der Länderspielpause startet die Dritte Liga in die letzte Spielphase des Jahres 2009. Wir spielen erst am Sonntag um 14:00 Uhr in Aue.

Die Lage

Wir haben zweimal in Folge gewonnen und dazu die Pokal-Hürde Nordhausen souverän übersprungen. Unser Gegner ist aber ähnlich gut in Schwung. Aue hat aus den letzten sechs Spielen 18 Punkte geholt, dreimal in Folge gewonnen.

Der Gegner

Wismut Aue gelang das Kunststück zwischen 1951 und 1990 fast 40 Jahre ununterbrochen in der DDR-Oberliga zu kicken. Erst im Sommer 1990 stiegen die Veilchen erstmals aus der höchsten Spielklasse ab und mussten ausgerechnet die Qualifikations-Saison zur Bundesliga in der zweitklassigen Liga B verbringen. In den neunziger Jahren spielten die Auer durchweg in der höchsten Amateurspielklasse, zunächst in der Regionalliga Nordost, später in Nord. 2003 gelang dann der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Eine gehörige Aktie daran hatte der allmächtige Präsident Uwe Leonhardt, der wie bei keinem anderen Ostklub für Kontinuität sorgte. Fünf Jahre hielt sich Aue in der 2. Bundesliga, seit 2 Jahren kicken die Sachsen in der 3. Liga.

Die Historie

Unsere Gesamtbilanz (einschl. DDR-Oberliga) gegen Aue ist negativ. Noch schlimmer ist unsere Auswärtsbilanz: seit Einführung der Regionalligen im Sommer 1994 haben wir acht Mal in Aue gespielt. Die Resultate lesen sich fürchterlich, uns gelang ein Unentschieden, die anderen sieben Spiele wurden verloren. Nachstehend die Übersicht über die letzten zehn Vergleichen:

2008/09 3. Liga 0:1 (A) 2:0 (H)
2004/05 2. Bundesliga 0:3 (H) 2:3 (A)
1999/00 RL Nordost 2:1 (H) 0:2 (A)
1998/99 RL Nordost 0:0 (H) 2:3 (A)
1997/98 RL Nordost 1:2 (A) 2:0 (H)

Der Schiedsrichter

Da das Spiel erst am Sonntag ist, hat der DFB den Schiri noch nicht angesetzt.

Die Wettervorhersage

Der Winter hat im Erzgebirge Einzug gehalten. Für Sonntag Nachmittag werden vier Grad und Regen vorhergesagt.

Die Aufstellung

Ich setze weiterhin auf Rockenbach als Spielmacher, Stenzel im Mittelfeld, Malura rechts und Ströhl links hinten.

Semmer – Kammlott
Rockenbach
Bölstler – Cinaz – Stenzel
Ströhl – Hillebrand – Pohl – Malura
Orlishausen

Der Tipp

Tja, unsere Bilanz ist eine Katastrophe, aber irgendwann ist immer das erste Mal. 1:0 für uns. Die Parkplatzsuche und die Wanderung von selbigem zum Stadion müssen ja endlich mal belohnt werden.

Die anderen Spiele

DRESDEN vs. OFFENBACH

Normalerweise sagt man ja, dass neue Besen gut kehren. Heute gibt’s aber ein „Problem“: Das Spiel ist ein Debütantenball, mit Mauksch und Menze haben beide Teams neue Trainer. Das war’s aber schon mit den Gemeinsamkeiten. Während die Sachsen ihren Trainer „freiwillig“ getauscht haben, mussten die Hessen Hans-Jügen Boysen unfreiwillig nach Bornheim ziehen lassen. Ich setze auf den Mauksch-Effekt. Heimsieg!

REGENSBURG vs. UNTERHACHING

Vier-Punkte-Spiel. So viele Zähler haben nämlich beide Teams jeweils nur aus den letzten fünf Spielen geholt. Ich denke, Haching beendet die Krise und gewinnt an der Donau.

JENA vs. INGOLSTADT

Der Stürmer gefeuert, der Mannschaftsrat stinkig, der Torwart steckt lustlos im Formtief, der Klub ist pleite, der Hauptsponsor wird dann ganz ehrlich „nächste Woche“ präsentiert… Klar, dass sich ganz Jena an den neuen Geschäftsführer klammert. Ob der aber auch ohne die Finke-Millionen was reißt? Abwarten… Auf dem Platz hilft Born nix, da stolpern die blaub-gelben zu einer Heimniederlage.

BAYERN II vs. OSNABRÜCK

Das auch bei einer zweiten Mannschaft nicht immer ruhig gearbeitet werden kann, muss Mehmet Scholl in diesen Wochen erleben. Wohl selten wurde eine Trainerdiskussion bei einer Reserve-Mannschaft so groß in den Medien geführt, wie das derzeit bei Bayern der Fall ist. Osnabrück hat seine Flaute gegen Sandhausen beendet, ist aber auswärts sehr harmlos (4 Punkte, in fünf von sechs Spielen ohne eigenes Tor).

WIESBADEN vs. KIEL

Noch ein neuer Trainer: Christian Wück feiert seinen Einstand bei den Störchen. Die haben eine gruslige Auswärtsbilanz, verloren die drei letzten Gastspiele und kassierten dabei 11 Gegentore. Wiesbaden holte aus den letzten sechs Spielen 14 Punkte. Das schreit in dieser Liga förmlich nach einem Auswärtssieg.

WUPPERTAL vs. BRAUNSCHWEIG

Sieben Niederlagen in den letzten acht Spielen, dennoch schätze ich die Wuppertaler gegen den Tabellenzehnten als nicht chancenlos ein. Zu dem Spiel fällt mir sonst nur wenig ein. Vielleicht ein kleiner Kalauer: die Löwen fahren in den Zoo… Naja… Unentschieden!

HEIDENHEIM vs. BREMEN II

Heidenheim ist heimstark, nur wir konnten dort in den letzten vier Spielen einen Punkt mitnehmen. Die Gäste sind aber auch nicht ohne, holten zuletzt sieben Punkte aus drei Spielen. Welche Serie endet?

STUTTGART II vs. BURGHAUSEN

Burghausen gelangen zuletzt am fünften und sechsten Spieltag zwei Siege in Folge, auswärts blieb man regelmäßig sieg- und chancenlos (0:6 in Ingolstadt, 1:6 in Heidenheim). Dennoch müssten die Gäste eigentlich gewinnen, denn der VfB machts nur im Dreierpack. Drei Niederlagen folgten drei Siege, nun wurde in Kiel wieder verloren. Also Auswärtssieg!?