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14.11.2010

Linienrichter rettet RWE einen Punkt

Das erste Heimspiel mit den neuen Jacken… und, wie sollte es diese Saison auch anders sein, prüfte Petrus die Textilien auch gleich mal auf Herz und Nieren. Leider endete unsere Heimserie (sechs Siege am Stück) mit einem torlosen Remis. Schon gegen Sandhausen hatten wir die drei Punkte ja mit etwas Glück eingefahren. Heute gab es aber keinen Kopfball von Zedi. Auch wenn der Kapitän neben einem Seitfallzieher von Reichwein (1. Hälfte) und einem straffen 20m-Schuß von Stenzel (2. Hälfte) die meisten Chancen hatte. Doch irgendwie hätten beide Mannschaften heute wohl noch Stunden spielen können, ohne das Tor ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Und wenn es dann doch mal klingelte, dann griff der Schiedsrichter ein. Der drillerte nämlich ein eindeutig-reguläres Tor der Gäste aus Hessen weg (38. Minute), nachdem sein Assistent die Fahne geschwenkt hatte. Uns kam das im Stadion schon reichlich knapp vor, später bei Sport im Osten sahen wir staunend, dass der Wehener Schütze nicht weniger als einen Meter hinter dem Passgeber stand. Und da das Ganze auch noch direkt an der Strafraumgrenze geschah, der Linienrichter also sogar eine sichtbare Linie zur Hilfe hatte, ist die Entscheidung umso lächerlicher. Beide Teams scheuten, je länger das Spiel dauerte, immer mehr das Risiko. Wehen genügte nach zwei Niederlagen gegen Ahlen und Aalen ein Pünktchen und auch wir rissen uns angesichts der am Dienstag anstehenden Pokalbegegnung an der Saale kein Bein mehr aus. So blieb es am Ende beim 0:0. Ein Remis mit dem wir leben können.


19.09.2009

3. Liga 2009/10 - 10. Spieltag - Spielbericht

FC ROT-WEISS ERFURT - SV WEHEN WIESBADEN 1:2 (1:0)

Das kurze Derby-Hoch ist endgültig vorbei. Nach einer gruseligen Vorstellung ist der FC RWE leistungsmäßig ungefähr da wieder angelangt, wo er zu Saisonbeginn bei der Heimpleite gegen Offenbach stand.

Dabei begann alles so gut. Nach nur 40 Sekunden hatte Manuel Bölstler eine Eingabe von links im Tor der Hessen untergebracht. Doch auch wenn es unglaublich klingt, ist es leider so: dies war die letzte wirklich Torchance unseres FC RWE im gesamten Spiel. Zwar waren wir die erste Halbzeit gegen einen richtig schwachen Gegner optisch überlegen, zu weiteren klaren Torchancen führte dies aber nicht. Insbesondere mit der Abseitsregel hatten wir so unsere Probleme. Der Assistent am Marathontor war praktisch nur am Fahne schwenken. Die Gäste wurden nur einmal gefährtlich, als Ströhl per Kopf zu Orlishausen zurückgeben wollte, dieser Kopfball aber zu einer prima Vorlage geriet.

Nach dem Wechsel ging eigentlich alles so weiter. Beide Mannschaften duellierten sich in vielen kleinen Zweikämpfen im Mittelfeld, das Niveau war nicht sonderlich hoch (nett ausgedrückt). Doch dann kam die 53. Minute. Wir hätten das Spiel gegen die bis dahin harmlosen Gäste wahrscheinlich im Schongang 1:0 nach Hause gegurkt, wenn nicht Julien Humbert ein schwaches Anspiel von Orlishausen (warum donnert er den Ball nicht nach vorne - wurde doch auch sonst das ganze Spiel über gemacht) verstolpert hätte. Der Wehener Angreifer erkennt die Situation und läßt Orle im Eins-gegen-Eins keine Chance. Nur drei Minuten später fällt der Schiri auf eine klare Schwalbe eines Weheners hinein (später im TV superdeutlich zu erkennen) und gibt Freistoß. Der Ball wird von der Mauer über das Tor abgefälscht, doch statt Ecke zeigt der Schiri plötzlich auf den Elfmeterpunkt. Was im Stadion nicht erkennbar ist, wird im Fernsehn deutlich: Rockenbach fälschte den Schuß mit dem Arm ab. Unnatürliche Handbewegung. Strafraum. Elfmeter. Klingt hart. Ist aber richtig. Der Elfer wird sicher verwandelt und Wehen führt. Die Hessen wussten wohl selber nicht genau, wie sie das gemacht hatten.

In den 34 Minuten bis zum Schlußpfiff gelingt uns nichts. Kein einziger sauber vorgetragener Angriff. Keine richtige Torchance. Es ist nicht ein mal ein richtiges Aufbäumen zu verspüren. Es war einfach nur armselig. Ohne sich großartig anstrengen zu müssen bekommt Wiesbaden vom FC Rot-Weiß einen Auswärtssieg geschenkt. Hätten wir nicht kräftig nachgeholfen, hätten wohl auch die Hessen heute nie und nimmer getroffen. Eine ganz schmerzhafte Heimniederlage, die jegliches Denken an obere Tabellenplätze bis auf weiteres verbietet.

Mir fehlt auch weiterhin ein Leader auf dem Platz, ein "Arschloch" a la Wagefeld, der die Mannschaft führt, wachrüttelt, antreibt. Ob Bölstler mit seinem Interview bei Sport im Osten ("Scheiss-Schönheitsfußball") eine Bewerbung abgeben wollte, mag ich nicht beurteilen. Dafür kenne ich sein Standing in der Mannschaft (insb. als Neuzugang) zu wenig. An der Breite des Kaders kann es nicht liegen, wohl kaum ein anderer Drittligist könnte es sich erlauben, Spieler wie Cannizzaro, Möckel, Becker, Pagenburg usw. (natürlich in Normalform) allesamt auf der Bank beginnen zu lassen.

Unsere Fahrt zum Auswärtsspiel nach Sandhausen haben Christian und ich gestrichen, dafür ist die Situation momentan zu frustrierend. Bei einer schönen Wanderung werden wir am Radio mitfiebern.

18.09.2009

3. Liga 2009/10 - 10. Spieltag - Vorschau

Morgen Nachmittag empfängt unser FC Rot-Weiß im heimischen Steigerwaldstadion den SV Wehen Wiesbaden. Anstoß ist 14.00 Uhr.

Die Lage

Nach der schwachen zweiten Halbzeit in Stuttgart steht der FC RWE nun zu Hause wieder unter Erfolgsdruck. Auf Platz zwölf stehend beträgt der Abstand sowohl nach oben (Relegationsplatz 3) wie auch nach unten (Abstiegsplatz 18) fünf Punkte. Das pure Mittelmaß.

Die Gäste reisen dagegen mit breiter Brust nach Thüringen. Nach katastrophalem Saisonstart (sechs Spiele / fünf Niederlagen) holten die Hessen aus den letzten drei Spielen sieben Punkte, fügten sogar Spitzenreiter Sandhausen die erste Saisonniederlage bei. Auswärts blieb der SVWW aber zuletzt zweimal ohne Torerfolg.

Der Gegner

Der SV Wehen wurde 1926 gegründet und war bis weit in die achtziger Jahre ein typischer Amateurverein in den Wiesbadener Kreis- und Bezirksligen. Dann kam Heinz Hankammer. 1979 übernahm der Wasserfilter-Unternehmer („Brita“) Verantwortung im Verein. 1987 gelang der Aufstieg in die Landesliga, 1989 der in die Oberliga Hessen und 1996 schaffte man den Sprung in die Regionalliga Süd. Hier konnte sich Wehen schnell etablieren und man mischte regelmäßig im Aufstiegskampf mit, scheiterte jedoch regelmäßig.

2007 war es dann soweit, gemeinsam mit Hoffenheim stiegen die Taunussteiner (zu dieser Stadt gehört Wehen) in die 2. Bundesliga auf. Da ein Umbau des Stadions Halberg nicht realisierbar und das Fanpotential im Taunus limitiert war, entschloss sich der Verein zum Umzug in das elf Kilometer entfernte Wiesbaden. Der Verein nannte sich in SV Wehen Wiesbaden um und nahm, als Zeichen der Verbundenheit zur hessischen Landeshauptstadt, deren drei Lilien ins neue Vereinswappen auf.

Die Historie

Es ist schon ein paar Jährchen her, dass wir mit dem SV Wehen die Klingen kreuzten. Das letzte Treffen gab es in unserer Aufstiegssaison 2003/04. Am 30. Spieltag bezwangen wir die Hessen vor über 11 000 Zuschauern im vorletzten Heimspiel der Saison mit 2:0 (Tore: Hebestreit und Neitzel) und machten einen großen Schritt in Richtung zweite Liga. Das Hinspiel hatten wir auf dem Halberg sogar mit 6:1 gewonnen. Es war das erste Mal, dass wir in Wehen punkten konnten. Insgesamt steht es 4:3 (zzgl. ein Unentschieden) für uns.

03/04 RL Süd (A) 6:1 (H) 2:0
02/03 RL Süd (H) 3:2 (A) 0:0
01/02 RL Süd (H) 1:2 (A) 0:1
00/01 RL Süd (H) 2:1 (A) 1:2

Der Schiedsrichter

Jan Seidel aus Hennigsdorf (FV Brandenburg) drillert unser Spiel. Er ist einer von nur drei Schiedsrichtern aus dem Bereich des Nordostdeutschen Fußballverbandes in der 3. Liga. Der 24-jährige Jura-Student pfeift für Grün-Weiß Brieselang und feierte am 7. Spieltag bei der Partie Regensburg – Bremen II sein Drittliga-Debüt. Er erhielt die Note 3,5, negativ wirkte sich wohl u. a. eine Szene aus, in der er den Norddeutschen einen möglichen Elfmeter verweigerte. Außerdem leitete Seidel diese Saison zwei Spiele der Regionalliga Nord. Auch im vergangenen Jahr war er überwiegend in der vierten Liga im Einsatz.

Die Wettervorhersage

20 Grad, nur wenige Wolken, kaum Regenrisiko. Meteorologisch gibt es keine Ausreden für ein Nicht-Erscheinen am Steigerwald.

Die Aufstellung

Das wird spannend, denn mit Becker, Humbert, Ströhl und Pagenburg stehen fast alle Spieler, die zuletzt über Wehwehchen klagten, wieder zur Verfügung. Wie aber nun auf die schwache zweite Hälfte reagieren? In der gestrigen Pressekonferenz kündigte Rainer Hörgl maximal drei Änderungen an.

In der Verteidigung dürfte Stenzel wieder von links nach rechts rücken, Ströhl kehrt auf links zurück und Malura rotiert auf die Bank. In der Innenverteidigung hat Möckel seinen Platz gegen Wuppertal verspielt, trotz seines Fehlers zum 1:3 dürfte Hillebrand den Vorzug erhalten.

Im Mittelfeld sah ich Humbert vor seiner Verletzung besser in Schwung kommen, er könnte Hauswald ersetzten. Cinaz, Bölstler und Rockenbach dürften drin bleiben.

Im Sturm hat der Trainer Semmer als gesetzt erklärt. Ich würde Cannizzaro neben Tino aufbieten. Kammlott kann von der Bank kommen, zumal ihn laut Presse der Oberschenkel zwickte.

Semmer – Cannizzaro
Rockenbach
Humbert – Cinaz – Bölstler
Ströhl – Hillebrand – Pohl –Stenzel
Orlishausen

Der Tipp

Die Jungs scheinen über ihre zweite Halbzeit in Stuttgart selbst erschrocken gewesen zu sein. Nach drei schwächeren Auftritten (Wuppertal, Nordhausen, Stuttgart) wird’s beim FC Unkonstant mal wieder Zeit für ein starkes Spiel. Daher ein 3:1 für den FC Rot-Weiß vor 5 154 Zuschauern. Die Tore machen Cannizzaro, Semmer und Bölstler.

Die anderen Spiele

BAYERN II vs. REGENSBURG

Luca Toni schaut in der dritten Liga vorbei. Beide zuletzt mit Unentschieden und Niederlage., heute gibt’s nen Heimsieg!

DORTMUND II vs. WUPPERTAL
Da rechnest du stündlich mit dem Rausschmiss von Uwe Fuchs und dann klatscht der Götz seinem Spieler eine… Schon erstaunlich, dass Runge nach dem Offenbarungseid gegen Osnabrück zu seinem Trainer steht. Mal sehen ob das auch nach dem von mir prognostizierten BVB-Sieg noch so ist.

OSNABRÜCK vs. STUTTGART II

Der VfL klettert in erwartete Tabellenregionen. Der Auswärtssieg sollte vergoldet werden, so einfach wie wir wird es den Schwaben wohl so schnell keine Mannschaft wieder machen. Heimsieg!

AUE vs. SANDHAUSEN

Das Spiel der Gegensätze: Der schwächste Sturm der Liga empfängt die Torfabrik. Der SVS hat sechs seiner letzten sieben Spiele gewonnen – beeindruckend. Können die Badener den Auer Riegel knacken? Wer schießt bei Aue die Tore? Schon fünfmal, also in mehr als der Hälfte der Spiele, stand vorne die Null. Ich könnte mit hunderten weiterer Fakten noch mehr Zeit herausschlagen, ein gescheiter Tipp kommt mir trotzdem nicht.

OFFENBACH vs. INGOLSTADT

So eine Art Spitzen-Verfolgerduell. Beim OFC weiß die Abwehr zu beeindrucken (nur fünf Gegentore), beim FCI der Sturm (22 Tore). Unentschieden.

BREMEN II vs. UNTERHACHING

Was ein Schlager. Da dürfte Platz 11 aus allen Nähten platzen. Die Serie spricht für die Gäste, die in den letzten fünf Spielen viermal gewannen, nur in Burghausen (böse) patzten. Auswärtssieg.

BURGHAUSEN vs. DRESDEN

Dresden gewinnt nur dann, wenn Kaiser vor der Entlassung steht. Da des Holländers Trainerstuhl nach dem 3:0 über Kiel nicht mehr ganz so arg wackelt, gibt’s wohl ne schwarz-gelbe Niederlage.

KIEL vs. HEIDENHEIM

Drei Niederlagen – dreimal ungeschlagen – drei Niederlagen. Rein statistisch dürfen sich die Störche nun also wieder auf drei schöne Wochen freuen. Ob die Entlassung des Spielerschlägers diesen Effekt unterstützt? Denke schon, die Mannschaft (24:1 gegen Götz) müsste ja nun wie befreit losstürmen. Heimsieg!

BRAUNSCHWEIG vs. J…

Viel spannender als das Spiel könnte die zeitgleich stattfindende Mitgliederversammlung werden. Da solche Treffen an der Saale ja in immer kürzer werdenden Abständen stattfinden, könnte das Kürzel „MV“ eigentlich auch für „monatliche Versammlung stehen. Heimsieg!