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06.03.2011

RWE-Serie auf dem Bersch ist beendet

Der Ausflug in meine „alte Heimat“ endete leider mit einer unglücklichen 1:2-Niederlage auf dem Bersch. Damit fand auch unsere über ein Jahrzehnt andauernde Serie (wir waren bis dahin in Offenbach ungeschlagen) ein jähes Ende. Wir hatten das Spiel ganz locker im Griff, mit dem ersten Angriff gehen die Kickers nach einer knappen Stunde in Führung. Das 2:0 kurz vor Schluß ist der endgültige K.O., Drexler’s 1:2 (sein erstes Pflichtspieltor für RWE) leider nur noch Ergebniskosmetik. Fazit: Mit der Stahlrohrtribüne wurde auch der RWE-Mythos auf dem Bieberer Berg abgerissen.

19.09.2010

Pfingsten-Reddigs süße Rache

Der FC Rot-Weiß hat seine hervorragende Bilanz (jetzt 6 Siege, 5 Unentschieden und 2 Niederlagen) in meinem „Privat-Derby“ ausgebaut und den bisher ungeschlagenen Spitzenreiter gestürzt. Zeitgleich bereitete sich der FC Carl auf das Derby kommenden Samstag vor (O-Ton Lars Sänger) und verlor in Ahlen 0:3. Ein herrlicher Samstag!

Bei strahlendem Sonnenschein erlebten 4 103 Zuschauer im Steigerwaldstadion einen hervorragend agierenden FC Rot-Weiß. Vom Anpfiff weg kauften wir den Gästen mit Zweikampfstärke und Bewegungsfreude den Schneid ab und ließen den OFC zu keiner Phase der ersten Hälfte ins Spiel kommen. Zedi mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze und Semmer, der von einem Offenbacher Black-Out profitierte und den starken Wulnikowski im OFC-Tor freistehend in die Arme köpfte, scheiterten noch am 1:0. Doch als der der starke Schiedsrichter Steinberg nach einem Foul des hüftsteifen OFC-Kapitäns Kopilas an Hauswald (nix mit eingefädelt, wie uns der MDR weiß machen wollte – klarer geht ein Elfer nicht!) auf den Punkt zeigte, passierte es. Nachdem Reichwein (gegen Werder II) und Semmer (in Burghausen) verschossen hatten schnappte sich der Ex-Offenbacher Nils Pfingsten-Reddig die Kugel und ließ Wulnikowski keine Chance. Vor der Pause hatte Hauswald dann sogar selbst noch die Chance zum 2:0, doch eine Caillas-Hereingabe, die Reichwein knapp verpasst hatte, setzte Hausi aus spitzem Winkel ans Aluminium.

Trainer Wolf schien seine Mannschaft in der Pause ordentlich die Gehörgange durchgeblasen zu haben, denn nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Hessen wesentlich engagierter. Bereits der erste fix vorgetragene Angriff nach wenigen Sekunden landete am RWE-Pfosten. Und auch der bis dahin bei der starken Innenverteidigung Pohl/Möckel vollkommen abgemeldete OFC-Torjäger Occean zeigte sich nun, als er Orlishausen mit einem satten Schuß prüfte (52.). Den Abpraller jagte Haas aus sechs Metern an die Latte – Schwein gehabt. Das war’s dann aber schon wieder mit der hessischen Herrlichkeit. Als Martin Hauswald im Strafraum erneut von Kopilas gefoult wurde, hatte der Schiri den Mut, erneut Elfmeter zu geben. Und Nils Pfingsten-Reddig ließ sich die Chance erneut nicht entgehen – 2:0. Die Provokation vor dem Gästeblock hätte er sich sparen können, dennoch war es die verdiente Krönung für eine ganz starke Leistung von Nils am heutigen Tage. Vor dem Spiel hatte ich mir noch vorgenommen, auf ihn heute speziell zu achten, da ich ihn bisher in unseren Spielen noch gar nicht so wahr genommen hatte. Doch so sehr konzentrieren musste ich mich dabei nicht, er fiel heute von selbst auf.
























Nach dem Elfer plätscherte das Spiel so dahin, ehe sich Feldhahn die Kugel schnappt und aus 25 Metern aufs Erfurter Gehäuse zielt. Orle hätte die Kugel wohl mit dem Hut gefangen, hätte Möckel seinen Schädel nicht dazwischen gehalten und das Bällchen unhaltbar abgefälscht. Nur noch 1:2. Und der OFC ist ja eine Spitzenmannschaft. Machen die hier doch noch ihren Punkt? Nö, die große Schlußoffensive blieb nämlich aus, auch weil Trainer Emmerling bis zur 85. Minute nicht getauscht hatte und mit seinen Auswechslungen das Spiel immer wieder geschickt unterbrach. Die eingewechselten Lüttmann (zuletzt sechs Tore in drei Spielen bei der Zwoten) und Weidlich (Denis war von einem Infekt geschwächt) waren dann auch am entscheidenden Konter beteiligt, den Olivier Caillas mustergültig zum 3:1 vollendete.

Ein wunderschöner Nachmittag, der mich in der Hoffnung bestärkt, dass die Mannschaft in Braunschweig auch auswärts mal was holen kann. Immerhin geht’s nicht zum Tabellenletzten und auch nicht nach Bayern. Gute Aussichten also für den Dienstagabend. Anpfiff ist halb sieben an der Hamburger Straße!

PS: Respekt & Dank an den Offenbacher Anhang für ihr vorbildliches Verhalten bei der Schweigeminute für Eddy Francke!


20.12.2009

Tor-Tour II - Fußball in der Tiefkühltruhe

Trotz Temperaturen und Schneemengen, wie sich in meinen 4 1/2 Jahren im Rhein-Main-Gebiet dort nicht erlebt habe, bin ich wohlbehalten von der Tor-Tour II zurückgekehrt.

Am Freitag Abend hielt unsere Erfolgsserie auf dem Bieberer Berg dank eines torlosen Unentschieden. Allerdings waren unsere rot-weißen Götter hoch überlegen und hatten Torchancen en Masse. Schon nach fünf Minuten hätte es 2:0 stehen müssen, doch in schöner Regelmäßigkeit scheiterten unsere Jungs am Kickers-Torwart Wulnikowski oder dem eigenen Unvermögen. Es war dennoch ein sehr guter Auftritt unserer Jungs, der zu großen Hoffnungen für die Rückrunde berechtigt. Unsere Abwehr stand, auch nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Hillebrand kurz vor der Pause (Ströhl kam rein), bombensicher, unsere Offensive spielte trotz der schwierigen Bodenverhältnisse zielstrebig nach vorn und erarbeitete sich zahlreiche Chancen. Wir waren von der ersten Sekunde agressiver, zweikampfstärker und ballsicherer als die harmlosen Gastgeber, die erst nach der Einwechslung von Ulm Mitte der zweiten Halbzeit etwas mehr Struktur in ihr Angriffsspiel brachten.

Respekt an alle mitgereisten RWE-Fans, die sich teilweise stundenlang über die verschneiten Autobahnen nach Offenbach gekämpft hatten. Das geschätzte 400 - 500 Fans an einem Freitag Abend bei diesen schwierigen Witterungsbedingungen nach Offenbach kommen, hätte ich nicht gedacht. Super!

Am Samstag wurde es dann noch kälter, dafür erlebten Kai, Zipfelmütze David, Stefan und seine Freundin Eva sowie ich in der schicken Commerzbank-Arena Bundesliga-Fußball. Frankfurt und Wolfsburg lieferten sich beim 2:2 ein unterhaltsames Fußball-Spiel. Beide Mannschaften vergaben hochkarätige Chancen zum Sieg, so dass es am Ende ein leistungsgerechtes Unentschieden war. Bemerkenswert, dass der zahlenmäßig nicht nennenswerte Gästeanhang (das waren deutlich weniger, als wir in Offenbach mit hatten!!!) für reichlich Ärger sorgte. Nach dem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich der Wölfe gab's ein Feuerchen, in der 2. Halbzeit Rangeleien mit Ordnern und Polizei. Natürlich folgte im Anschluß das üblich-nervige "Fußballfans sind keine Verbrecher"... war also mal wieder die Staatsmacht Schuld... Naja...

Anbei ein paar Winterimpressionen aus Offenbach...





und Frankfurt:



30.07.2009

Hörgls Heimpremiere verpatzt

3. Liga 2009/10 - 2. Spieltag (29.07.09)
FC ROT-WEISS ERFURT - KICKERS OFFENBACH 0:2 (0:1)

Gegenüber dem Bremen-Spiel änderte Rainer Hörgl seine Mannschaft auf einer Position: Im Sturm wurde Pagenburg durch Tino Semmer ersetzt. Mehr Schwung brachte dies zunächst nicht. Im Gegenteil. Schon nach fünf Minuten hätte es 1:0 für die Gäste stehen müssen, als Albayrak aus sechs Metern unbedrängt den Ball am Tor vorbeischob. Es dauerte 15 Minuten bis wir langsam in Schwung kamen. Da wir aber viel zu behäbig nach vorne spielten, gab es außer nach den wirklich ordentlichen Standards kaum gefährliche Bälle in Richtung Offenbacher Tor. Ich wollte das Geschehen gerade per SMS vermelden, als der OFC in Führung ging. Mal wieder war unsere linke Abwehrseite verwaist, Flanke in den Strafraum in dem Orlishausen ziellos umherirrt und am langen Pfosten braucht Verteidiger Schutzbach nur noch einköpfen. Bis zur Halbzeit passierte bei uns wenig bis gar nichts, nur Semmer erkämpfte sich einmal schön den Ball, scheiterte aber im eins-gegen-eins an Wulnikowski. Die Mannschaft wurde mit Pfiffen in die Kabine verabschiedet. Schon zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Schwächen des neuen Systems gezeigt.

1. Über die Flügel sind wir außerordentlich verwundbar. Sowohl vor der Riesenchance von Albayrak wie auch vor dem Gegentor war die linke Abwehrseite verwaist.
2. Im Offensivspiel fehlen uns die Anspielstationen auf den Außenbahnen.
3. Nach Abstößen von Orlishausen stand Ströhl mehrmals mutterseelenallein im linken Mittelfeld, eingebunden wurde er von seinen Mitspielern viel zu wenig.
4. Jedes theoretisch noch so gute System kann nicht funktionieren, wenn man sich ohne Ball zu wenig bewegt, Fehlpässe am laufenden Band produziert und insgesamt zu langsam und ohne Zug zum Tor spielt.
5. Die Innenverteidigung Peßolat/Pinske ist für den Spielaufbau eine Katastrophe.
6. Wir brauchen einen Wechsel im Tor.

Nach der Pause präsentierten sich unsere Jungs zunächst verbessert, neben dem guten Semmer konnte insbesondere Becker einige Akzente setzen. In dieser Phase vergaben Cannizzaro, den man bei fast jeder Aktion anmerkte, wie verunsichert er ist, und Semmer die dicksten Chancen. Auch Becker und Rockenbach hatten gute Einschussmöglichkeiten, die jedoch von der Kickers-Abwehr geblockt werden konnten. Auch der für den schwachen Humbert gekommene Hauswald und Carsten Kammlott (er kam für den starken Semmer, dessen Auswechslung von den 6577 Zuschauern mit Pfiffen und lautstarken Tino Semmer-Rufen begleitet wurde) konnten dem Spiel keine Wendung geben. Es war teilweise erschreckend, wie wir uns in teilweise kaum zu überbietender Landsamkeit unserem Schicksal ergaben. Der OFC musste nichts, aber wirklich gar nichts unternehmen und konnte sich für das Pokalderby am Sonntag gegen die Eintracht schonen. Zehn Minuten vor dem Ende dann einer der wenigen Offenbacher Konter über die wiedermal vollkommen offene linke Seite, Zinnow macht per Flachschuss das 2:0 und die Heimpremiere von Rainer Hörgl war endgültig im Eimer. Der kurz zuvor eingewechselte Montabell zeigt in den gut zehn Minuten nochmals, warum er kein Drittliga-Format besitzt.

Als wir vorhin den Spielbericht des mdr begutachteten kamen wir aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Unsere vier, fünf Chancen und die zwei Offenbacher Tore wurden gezeigt. Kein kritisches Wort, nichts. Wer nur den Bericht gesehen hat, könnte von einer unglücklichen Niederlage sprechen. Die war es aber nicht. Im Gegenteil. Ein enttäuschender Auftritt, der in beängstigender Weise an einige Spiele aus der letzten Rückrunde erinnerte. Von vier Wochen Saisonvorbereitung habe ich nichts gesehen. An Aufstieg braucht so in Erfurt niemand denken. Im Gegenteil. Dennoch freue ich mich auf das Pokalspiel am Sonntag gegen Duisburg, denn schlechter kann es einfach nicht mehr werden. Gute Nacht!

31.08.2007

2. Bundesliga 2007/08 - 4. Spieltag (31.08.2007)

KICKERS OFFENBACH - FC AUGSBURG 1:0 (0:0)

Eines vorneweg... die Anzeigetafel auf dem Bieberer Berg funktioniert immer noch nicht.

Am heutigen Freitag feierte ich unter Flutlicht meine OFC-Saisonpremiere. Im Gegensatz zu früheren Spielen hatte mich diesmal in den Stehplatzbereich der Waldemar-Klein-Tribüne begeben. Die Stimmung der gut 10 000 wirkte hier, direkt unter dem Dach, noch gigantischer.

Das Spiel in Halbzeit eins war leider gar nicht gigantisch. Augsburg startete mit leichten Vorteilen, dann erarbeitete sich der OFC ein leichtes Übergewicht, zum Schluss noch mal die Gäste. Insgesamt aber eine schwache erste Hälfte mit vielen Fehlern. Insbesondere die Kickers agierten viel zu ungenau und hatten mit dem griechischen Stürmer Agritis einen absoluten Totalausfall auf dem Platz. Gefährlich wurde es nur, wenn der Linienrichter auf der Haupttribünenseite die Abseitsregel „im Zweifel für den Stürmer“ auslegte. Das machte der gute Mann sehr zum Unmut der Kickers-Fans gleich viermal zu Gunsten der Schwaben (aus meiner Sicht waren alle Entscheidungen aber richtig!) und in der 40. Minute musste OFC-Keeper Endres daher gegen den durchgebrochenen Szabics retten.

In der Halbzeit erlöste OFC-Trainer Frank Agritis und die Zuschauer und wechselte den Griechen gegen Epstein aus. Der OFC kam mit viel Schwung aus der Kabine. Insbesondere über die linke Seite über Judt erzeugten die Hessen viel Druck und kamen zu ersten Chancen. Doch erst eine unfassbare Dummheit von FCA-Torwart Sven Neuhaus leitete die Kickers-Führung ein. Der Ball (und meine Augen) waren bereits wieder auf dem Weg in Richtung Mittelfeld als Neuhaus OFC-Stürmer Epstein vollkommen unmotiviert zu Boden stieß und der ordentliche Schiri Fischer zu Recht Elfmeter gab. Weshalb die Ersatzspieler der Gäste wild gestikulierend auf den Schiri los stürmten, bleibt ihr Geheimnis. Der Elfer war berechtigt und Sieger nutzte die Chance nach einer Stunde eiskalt. Die Augsburger blieben in der Folgezeit vieles schuldig und Chancen Mangelware. Lediglich nach einem Freistoß brannte es zehn Minuten vor Schluss im Strafraum der Kickers. Ansonsten pflückte Endres alle Bälle sicher runter. Mehr Mühe als mit dem Gegner hatte der OFC in Halbzeit zwei mit dem Schiri, der zum Schluss etwas seine großzügige Linie verlor, eine vollkommen lächerliche Gelbe Karte zeigte und auch unter seinem Haupttribünen-Linienrichter litt, der nun immer im Zweifel gegen den Stürmer winkte. Spielentscheidende Fehler machte das Pfeiffen-Trio aber nicht. Fazit: Ein glücklicher OFC-Sieg gegen eine Augsburger Mannschaft, die mich schwer enttäuscht hat.