Posts mit dem Label Zipfelmützen unterwegs werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Zipfelmützen unterwegs werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

27.01.2011

Nüscht zu holen an der Ostsee

Wie lange hatte der in der Drittklassigkeit darbende RWE-Fan davon geträumt, sein Team mal zu einem Auswärtsspiel ins Ostseestadion zu begleiten. Am vergangenen Samstag war es nun so weit. Die schicke Spielwiese heißt zwar mittlerweile DKB-Arena und wir spielen dort wegen der Rostocker Talfahrt und nicht wegen unseres kometenhaften Aufstiegs im deutschen Fußball, aber egal. Endlich mal nach Rostock.

Kurz nach halb sechs gings in Erfurt los, Kollege Schulz und ich endlich mal wieder auf großer Fahrt. Die Rundrum-Berichterstattung via facebook fiel leider ins Wasser, da die Bilder-Hochladefunktion ebenso streikte wie das Navigationsgerät. Nicht das wir das gebraucht hätten, aber ich habe bei so einer langen Strecke gerne die prognostizierte Ankunftszeit im Blick. Am Rasthof Köckern staunte ich, dass angesichts der fast menschenleeren Autobahnen an diesem Samstag morgen die Toiletten hoffnungslos überfüllt waren und das sich selbst am McDonalds um halb acht in der Früh eine Riesenschlange bildete. Ansonsten ermöglichte die frühe Startzeit eine sehr gemütliche Hinfahrt, die auf der tristen Rückseite des Rostocker Hauptbahnhofes endete, wo man sich allerdings angesichts des Polizeiaufgebots eher in der tunesischen Hauptstadt wähnte als an der deutschen Ostseeküste.

Zum Spiel selbst braucht man eigentlich gar nicht, es war sportlich schlicht zum Vergessen. Nach zwo Minuten das 0:1, nach knapp zwanzig das 0:2. Die Hoffnung, vielleicht nach der Pause noch was zu drehen, erhielt schon nach wenigen Sekunden in Hälfte Zwo einen Dämpfer. 0:3. Danke, das wars. Respekt an unseren gut gefüllten Gästeblock, der bis zum Abpfiff fröhlich und lautstark durchsang.

Eine kritische Anmerkung sei mir aber doch erlaubt: Da die Fangruppen in Rostock verteilt stehen und die allseits bekannten Suptras in der Nähe des Gästeblocks ihr Domizil haben, sahen sich einige unserer Anhänger schon vor dem Spiel genötigt, sich in Richtung der Suptras dusselig posend und wie die Tiere an der Plexiglasscheibe hängend in Szene zu setzen. Jungs, erstens macht ihr Euch absolut lächerlich und zwotens geht's im Endeffekt nur um Fußball. Cool Down!!!

Auf der Rückfahrt brachen wir sämtliche Rekorde: um noch rechtzeitig zu Christophers Geburtstag zu erscheinen, donnerten wir in sage und schreibe 3 Stunden und 40 Minuten von Rostock nach Erfurt. Großer Motorsport war das! Witzigerweise waren wir die ersten im F1.

PS: Highlight des Tages waren die staunenden Blicke der an jeder Straßenkreuzung in Rostock aufmarschierten Polizei, als sich der RWE-Busshuttle mit geöffneter Tür seinen Weg zum Bahnhof suchte. :-)

FOTOS WERDEN ZEITNAH NACHGEREICHT!

13.11.2010

Kein Advent in Rostock

Unsere für den 12.12. geplante Advents-Auswärtsfahrt nach Rostock fällt ins Wasser. Weil die Polizei Castor-Transporte absichern muss, verlegte der DFB unser Spiel im Ostseestadion auf den

22. Januar 2011 (13:30 Uhr).

Die Winterpause ist damit für uns eine Woche früher beendet. Die Verlegung eröffnet aber auch die Möglichkeit, ein Zipfelmützen-Mega-Wochenende zu zelebrieren. Denn am Freitag (21.) und Sonntag (23.) spielen die Eisbären Berlin jeweils zu Hause in der O2-World. Die Gegner sind die rheinischen Traditionsteams aus Köln bzw. Düsseldorf.

Außerdem trifft am fraglichen Wochenende auch der Hamburger SV zu Hause auf die Eintracht aus Frankfurt. Leider hat der DFB die Termine noch nicht exakt festgelegt, sollte das Spiel nicht am Samstag Nachmittag ausgetragen werden, bietet sich vielleicht auch die Möglichkeit eines Abstechers an die Elbe.

11.11.2010

Zipfelmützen on TorTour 2010 - Tagebuch IV

Sonntag, 7. November - Der Tag in den Bergen

Sonntag… war es wirklich schon Sonntag? Die Zeit verging, wie immer, wenn es einem besonders gut geht, wie im Fluge.

Der Sonntag machte seinem Namen zunächst keine Ehre, die Wolken hingen tief, es regnete. Christian, René und ich arbeiteten im Deutschen Werbefernsehen (seit kurzem als „Sport 1“ bekannt) den samstäglichen Bundesliga-Spieltag auf, während Andreas mächtig mit den Hufen scharrte und raus wollte.
























Die Fußball-Fans warteten bis zum Mittag, als der Himmel aufriß und die Sonne die Wolken beiseite schob. Wir entschlossen uns, unseren Mietwagen mal im Hochgebirge zu testen und steuerten die Serra de Montemuro an. Auf fast 1 400 m Höhe kämpften wir uns vor, ließen uns dabei auch von einer Schranke und ganz viel Nebel, der hier oben waberte, nicht aufhalten. Und wir sollten belohnt werden. Denn während das Gipfelmonument in dichtem Nebel hing, hatte man wenige Meter weiter eine wunderschöne Sicht in die umliegenden Täler. Ich benutze gerne das Wort „ursprünglich“ und stünden nicht so viele Windräder hier oben (ohne die es aber wohl auch die gut befahrbaren Wege nicht gäbe), gäbe es wohl kaum einen besseren Ort, um es zu verwenden. Die Montemuro wirkt so, als hätten hier Riesen mit Steinen gespielt und sie munter und willkürlich über das Hochplateau verstreut.

Bergab nutzten wir dann einige Nebenstraßen, die Hauptstraße war uns einfach zu langweilig. Abseits der ohnehin in dieser Region Portugals nur wenig ausgetrampelten Touristenpfade entdeckten wir einige kleine Örtchen, die wohl nur selten deutsche Touristen zu Gesicht bekommen. Von der wilden Abfahrt habe ich auch ein Video gedreht, mal schauen, ob ich das Ding online bekomme.



































Von Marta mussten wir uns am späten Nachmittag leider schon verabschieden. Sie signierte unsere Schals und entschwand dann Richtung Porto, das Studium und die Arbeit riefen. Vielen Dank für die schönen Tage und die viele Zeit, die du uns gewidmet hast!








































Am Abend stand dann das große Derby an. Porto vs. Benfica. Leider hatten wir keine Karten bekommen, denn Mitglieder besaßen für das Spiel ein Vorkaufsrecht und die 80 000 Mitglieder, die der FC Porto etwa hat, sind einfach zu viele für das 50 000-Zuschauer fassende Dragao. Wir hatten keine Chance, aber soooo schlimm war das eigentlich gar nicht, denn das Stadion hatten wir ja bereits am Donnerstag kennengelernt. Und das auf absoluten Edel-Plätzen. So erlebten wir die 5:0-Demontage von Benfica in der schicken Bar das leider schwach besuchten Hotels Porto Antigo. Die von uns bestellten Salate und Hamburger schmeckten außerordentlich lecker, lediglich die Schrimps hätte sich der Koch im Salat sparen können. Immerhin hatte er sie feinsäuberlich in der Mitte angeordnet, so dass man sie gut raussortieren konnte.













Das Spiel war (O-Ton Miguel aus dem Stadion) „really awesome! Incredible, fantastic! 5:0 besiegte Porto den Erzrivalen, Miguel sprach später vom besten Spiel, dass er je gesehen hatte. Benfica hatte nicht den Hauch einer Chance und so schlummerten Andreas, Christian und René in den gemütlichen Stühlen zwischendurch immer mal weg. :-)













Nach dem Spiel gönnte ich mir noch ein paar ruhige Minuten am Pool und saugte die herrlich-friedliche Atmosphäre im Douro-Tal in mich auf. Muss ja schließlich für ein halbes Jahr reichen. Denn am

Montag, 8. November - Der Tag des Abschieds

ging es wieder nach Hause. Und nicht nur wir waren traurig, auch der Himmel weinte dicke Tränen zum Abschied.

Ein ganz großes Dankeschön an Familie Caiero für die herzliche Einladung und die schönen Tage, die wir wieder einmal bei Euch verbringen durften.

Wir düsten nach Porto, bestiegen den Flieger im strömenden Regen und landeten in Hahn. Andreas konnte endlich wieder in Deutsch bestellen, im Laufe der Zeit, die wir auf unsere Burger warteten, kam es mir allerdings so vor, er hätte lieber eine englischsprachige Bedienung gehabt, wenn er dafür sein Futter schneller bekommen hätte. Die Verspätung in der Burgerbraterei fuhren wir aber trotz Feierabend-Verkehr in Rhein-Main wieder rein und so endete unser Trip am Montag abend gegen Acht. Oder, um es mit Marta zu sagen:

FERTSCH!


Zipfelmützen on TorTour 2010 - Tagebuch III

Samstag, 6. November – Der Tag am Strand

Heute zog es uns an den Atlantik. Andreas wollte das Meer sehen – und wir, nachdem wir es im Sommer nicht geschafft hatten, wollten auch endlich mal an den Ozean, auf dem im Mittelalter Portugals Ruf als große Seefahrernation begründet wurde. Den Ort Matosinhos gab es damals sicherlich noch nicht, die Betonburgen und die endlos betonierte Strandprommenade scheinen ein furchtbares Produkt neuerer „Baukunst“ zu sein.
























René genoß ein Bad im Atlantik, kaum war er wieder raus, gab es für uns alle dann eine kalte Dusche, als wir vom Gegentor in der 87. Minute und der üblichen RWE-Niederlage bei Bayerns Reserve erfuhren.
















Das Wetter zeigte sich erstmals von seiner frischen Seite, ein kräftiger Wind blies in Matosinhos und im Nachbarort Foz. Die neue Zipfelmützen-Jacke hätte heute gute Dienste geleistet – gut, dass ich sie ausgerechnet heute daheim gelassen hatte. Und so schlenderte ich im lockeren Sommerhemdchen bei Windstärke 27 über die Mole, wo der Douro in den Atlantik mündet. Wesentlich schlimmer war dann aber mein Tritt in die Hinterlassenschaften eines portugiesischen Vierbeiners, der unseren Geruchssinn im Toyota trotz sofort eingeleiteter Gegenmaßnahmen doch etwas strapazierte.















Am Abend genossen wir, erneut gemeinsam mit Marta und Miguel, ein fürstliches Mahl in der kleinen Katze in Cinfaes. Das Hauptgericht schmeckte zwar auch vorzüglich, doch ich freute mich den ganzen Tag heftig auf die Nachspeise, diesen sensationellen Schokoladenkuchen mit einem Kakaoanteil von etwa 374%. Und ich wurde nicht enttäuscht, mann war der wieder lecker.












Marta perfektionierte im Laufe des Abends ihre Deutschkenntnisse. Mit dem schönen Wort „FERTSCH“ begann sie nun auch, sich den Thüringer Dialekt zu Eigen zu machen. Es klang unheimlich niedlich, wenn sie "FERTSCH" sagte. Und unser Rückstand in Sachen Sprachkenntnisse nimmt immer beängstigerende Formen an.


Zipfelmützen on TorTour 2010 - Tagebuch II









Freitag, 5. November - Der Tag des Portweins

Frühstück bei Sonne und 22 Grad kurzärmlig auf der Terasse. Nich schlecht so ein Novembertag in Portugal. Insbesondere Andreas freute sich, denn der Chef höchst persönlich begrüßte uns am Freitag morgen auf seinem Anwesen. Und Senhor Caeiro spricht wunderbar Deutsch – nach so viel Englisch mit Marta, Rita, Maria und Miguel am Vortag, verstand nun auch Andreas die Einheimischen ohne Probleme. Im Laufe der kommenden Tage hatte ich aber das Gefühl, dass Andreas mehr Englisch verstand, als er zugab. Er lachte immer öfter fröhlich mit… :-)

Freitag Vormittag hatten wir noch einen zweiten wichtigen Termin, allerdings wurden wir im minipreco in Cinfaes von unserer „lieben Freundin“ Sara Ferreira versetzt. Sie hatte übers Wochenende frei und das ersparte ihr wohl einen Schock, den sie sicher erlitten hätte, wenn sie uns wieder gesehen hätte.
















Freitag nachmittag brachen wir nach Pinhão auf, ins Zentrum des Portweins im Douro-Tal. Vom Ort selber waren wir enttäuscht. Außer einer mit EU-Mitteln geförderten, schicken Flußpromenade hat der Ort an sich nichts zu bieten. Das Umland dafür umso mehr. Schöne Weinberge, Weingüter und herrliche Aussichtspunkte sorgten für massenhaft optische und kulinarische Höhepunkte.
























Wir erklommen mit unserem kleinen Flitzer das Örtchen Casal de Loivos und genossen bei hochsommerlichem Ambiente die Aussicht über das Douro-Tal. Anschließend besuchten wir noch zwei Weingüter, u. a. ließen wir uns vom Sandeman höchstpersönlich über sein Weingut führen. Die Fahrt auf kleinen Wegen durch die Weinberge hinauf zum „House of Sandeman“ war unbeschreiblich schön, die Terasse ein absoluter Traum. Ich denke die Fotos sagen mehr als tausend Worte.


















































Den Abend ließen wir im Haus ausklingen, nach Beendigung eines kommunalpolitischen Streitgesprächs, bei dem in bester Bundestagsmanier die Fetzen flogen („Jetzt halt doch mal die Klappe“) schauten Miguel und Marta noch vorbei und wir plauderten bei Kaminfeuer in relaxter Atmosphäre über Gott und die Welt. Einfach schade, dass 2500 km eine regelmäßigere Durchführung solcher Abende verhindern.