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22.07.2014

Neues Personal, neue Gegner - Der FC RWE vor der Saison 2014/15


Vom WM-Titel noch nicht komplett ausgenüchert, da rollt in der 3. Liga ab dem kommenden Wochenende schon wieder der Ball. Unser FC Rot-Weiß Erfurt geht gemeinsam mit 19 Konkurrenten in die siebente Saison der eingleisigen 3. Liga. Neben Unterhaching und der Reserve des VfB Stuttgart, sind wir mittlerweile nur noch einer von drei Dinos, die an allen Spielzeiten der 3. Liga teilgenommen haben.

Wie in jedem Sommer wurde unser Kader einer Renovierung unterzogen. Der Umbau hielt sich zwar in Grenzen, ganz geräuschlos verlief der Sommer in Erfurt aber leider nicht. Eine gewichtige Aktie daran hat aus meiner Sicht auch die Vereinsführung, denn die wie unsere beiden Sechser Nils Pfingsten-Reddig und Marco Engelhardt vor die Tür gesetzt wurden, ist an Stillosigkeit nicht zu überbieten. Dass die Zeit von „NPR“ in Erfurt im Sommer enden wird, war relativ schnell in der Saison klar. Walter Kogler setzte auf die Doppel-Sechs Möhwald/Engelhardt, für Nils Pfingsten-Reddig blieb oft nur die Ersatzbank. Warum aber einem Profi, der vier Jahre zu den Führungsspielern gehörte (zuletzt sogar als Kapitän) und den Verein insb. mit zahlreichen Elfmeter- und Freistoßtoren den Arsch rettete, am letzten Spieltag ein würdiger Abschied vor großer Kulisse verweigert wird, bleibt mir ein Rätsel. Da hilft meiner Meinung nach auch die Ehrung vor dem Spiel gegen die Queens Park Rangers heute abend nichts: die Vereinsverantwortlichen haben hier versagt! Noch mehr Wirbel verursachte der Fall Marco Engelhardt. Dem Ur-Erfurter, der gemeinsam mit Clemens Fritz seine große Karriere im Steigerwaldstadion begonnen hatte, wurde während der laufenden Vorbereitung plötzlich mitgeteilt, dass man aus „sportlichen Gründen“ nicht mit ihm planen würde. Zu einem Zeitpunkt also, an dem viele Vereine (potentielle neue Arbeitgeber für Marco) in ihrer Saisonplanung schon weit fortgeschritten sind. Auch wenn es für den Verein sicherlich nicht förderlich ist, wenn Engel sein letztes Vertragsjahr incl. dickem Gehalt auf der Tribüne absitzt, wünsche ich dem Vorstand, dass genau das passieren wird. Denn amateurhafter als bei Marco Engelhardt kann sich ein Verein nicht verhalten. Furchtbar! An dieser Stelle alles Gute an NPR in Nordhausen - und nochmals Danke für das signierte Trikot ;-) sowie an Marco Engelhardt.

Die Abgänge von Niklas Kreuzer (warum Dynamo Dresden den verpflichtet hat, weiß ich wirklich nicht), Johannes Bergmann (Wacker Nordhausen, Rückholoption für RWE), Mario Fillinger (ihm ist in erster Linie Gesundheit zu wünschen), Marius Strangl (SpVgg Bayreuth, zuletzt zum Stammspieler gereift) sowie Mijo Tunjic (SV Elversberg) fallen sportlich nicht sonderlich ins Gewicht. Lediglich Christopher Drazan hätte ich gerne weiter im RWE-Trikot gesehen. Der Österreicher, der nach Leihende wieder nach Kaiserslautern zurück ist, wurde in der Rückrunde immer stärker und ist, sportlich gesehen, der einzig schmerzliche Verlust.

Sechs Spieler (wurden neben diversen Nachwuchsakteuren) neu an den Steigerwald geholt. Mit Juri Judt (1. FC Saarbrücken) und Sascha Eichmeier (Sportfreunde Siegen) wurden die beiden Außenverteidigerpositionen neu besetzt. Judt ist bundesligaerfahren, seine Karriere geriet aber zuletzt bei RB Leipzig und im Saarland ins Stocken, hoffen wir, dass er in Erfurt wieder durchstartet. Die ersten Berichte aus der Vorbereitung klingen nicht schlecht, Luka Odak scheint sich warm anziehen zu müssen. Auf der linken Seite soll Sascha Eichmeier dem etablierten Rafael Czichos (der Gott sei Dank seinen Vertrag verlängert hat) Konkurrenz machen. Eichmeier ist zudem so offensivstark und torgefährlich, dass er durchaus auch als Alternative zu Haris Bukva zu sehen ist. Der Österreicher mit bosnischen Wurzeln spielte zuletzt in Split, ist ein Linksaußen mit Erfahrungen in diversen österreichischen Nachwuchs-Nationalmannschaften. Zwei weitere Neue wurden für das zentrale Mittelfeld geholt: Christoph Menz, der aus Dresden kam und dort sowie bei Union Berlin Zweitliga-Erfahrung sammelte, könnte gemeinsam mit Kevin Möhwald das defensive Mittelfeld beackern. Eine wesentlich offensivere Rolle dürfte Sebastian Tyrala spielen, Typ klassischer Spielmacher, bei Borussia Dortmund ausgebildet, der insbesondere verletzungsbedingt in Fürth nicht den Sprung schaffte, der ihm rein vom Potential her durchaus zuzutrauen gewesen wäre. Bleibt Tyrala gesund eine absolute Top-Verpflichtung. Im Sturm schließlich soll der Österreicher Christian Falk eine Alternative zu Carsten Kammlott und Simon Brandstetter sein. Falk zeichnet sich insbesondere durch seine imposante Größe und seinen in der zweiten österreichischen Liga gezeigten Torinstikt aus. Seine 1,94 m bringen neben den beiden eher bulligen, kleineren Stürmern Kammlott und Brandstetter einen neuen Faktor ins Erfurter Angriffsspiel.

Werfen wir nun neu und alt zusammen, ergibt sich folgende denkbare Elf:

Kammlott - Brandstetter
Bukva - Tyrala
Möhwald - Menz
Czichos – Laurito – Kleineheismann - Judt
Klewin

Und da sind dann Leute wie Eichmeier, Wiegel (den man aus Aue fest verpflichten konnte), Falk, Möckel oder Göbel noch gar nicht berücksichtigt. Denkbar wäre auch eine Variante mit nur einem Sechser, für den Wiegel auf die rechte Seite rückt und Tyrala zum klassischen Zehner wird. Oder für Wiegel wird einer der Stürmer geopfert. Aus meiner Sicht ergeben sich für Walter Kogler zahllose Möglichkeiten, die durch den jungen Amer Kadric noch erweitert werden. Der im Vorjahr aus Bonn zur U 19 geholte Offensivallrounder machte nämlich in der Vorbereitung mit Toren und starken Auftritten nachhaltig auf sich aufmerksam. Auch wenn wir in der alljährlichen kicker-Umfrage unter den Trainern nicht direkt genannt wurden, sollten wir zu den Mannschaften gehören, die zumindest in Richtung der Aufstiegsplätze schnuppern können. Und das wäre ja angesichts des näher rückenden Jahres 2016 und der gleichnamigen Mission eigentlich „nur“ planmäßig.

Zum Schluss noch ein Blick auf die neue Konkurrenz: Die zuletzt alles dominierenden Heidenheim und Leipzig haben sich ebenso in die 2. Bundesliga verabschiedet wie der SV Darmstadt 98. Leer gefegt wurde das Saarland, mit Saarbrücken und Elversberg verabschiedeten sich beide Vertreter von der französischen Grenze wieder in die Regionalliga. Und auch die weite Auswärtsreise nach Burghausen dürfte kaum ein Drittligist vermissen. Wacker spielt zukünftig mit Feierabendfußballern in der Regionalliga Bayern. Neu in der Liga sind die Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden, Arminia Bielefeld und Energie Cottbus. Insbesondere die beiden Derbies dürften eine Menge Kohle in die Vereinskasse spülen, hoffentlich muss es im Anschluss nicht wieder für Strafen ausgegeben werden. Leider eher unattraktiv sind die drei Aufsteiger. Fortuna Köln hat zwar eine reiche Zweitliga-Geschichte, die Anekdoten um den früheren Mäzen Jean Löring („ICH als Verein musste handeln“ nach dem er in der Halbzeitpause (!) den Trainer feuerte) sind legendär, aber mit Essen oder Aachen hätte es aber weitaus attraktivere Vereine aus NRW gegeben. Die SG Sonnenhof Großaspach von der Schwäbischen Alb reiht sich in die Liste der süddeutschen Vereine (Heidenheim, Sandhausen, Aalen) ein, die in den letzten Jahren, solide arbeitend und unterstützt von der starken einheimischen Wirtschaft, nach oben geklettert sind. Der Verein entstand in den 70er Jahren aus der Stammtischmannschaft um Uli Ferber, dem damaligen Juniorchef des Hotels Sonnenhof. Und Uli Ferber ist niemand geringeres als der Ehemann von Schlagerkönigin Andrea Berg. Vielleicht wäre die Auswärtsfahrt in die Mechatronik Arena (ein Schmuckkästchen für 10.000 Besucher) mal was für den Kollegen Martini. ;-) Dritter Aufsteiger ist die zweite Mannschaft vom FSV Mainz 05. Die waren in der Regionalliga Südwest zwar nur Dritter geworden, griffen aber gerne zu als die Reserve des SC Freiburg auf die Teilnahme an den Aufstiegsspielen (gegen Neustrelitz) verzichtete. Und mehr muss zu einer zweiten Mannschaft auch nicht gesagt werden.

Soweit ein Blick auf die neue Saison, wir sehen uns am Samstag im Steigerwaldstadion zum Auftaktspiel gegen Borussia Dortmund II.

20.01.2012

RWE startet ins neue Jahr

Morgen beginnt das Fußballjahr 2012 für unseren FC Rot-Weiß. Rückrunde kann man ja nicht schreiben, denn den Start in selbige haben wir ja mit den beiden Niederlagen gegen Babelsberg und in Drackendorf schon aufs allerfeinste versaut. Die beiden Spiele haben eindrucksvoll gezeigt, warum RWE eben kein Aufstiegskandidat ist. Wir sind zu inkonstant, wir sind nicht bissig genug, um ganz oben anzugreifen. Letztes Jahr schmissen wir in Ahlen, gegen eine Mannschaft die damals mausetot war und heute weit abgeschlagen das Tabellenende in der sechsten (!) Liga ziert, eine 3:1-Halbzeitführung weg. Dieses Jahr hatten wir uns insbesondere durch unsere Auswärtsstärke grad in die Nähe der Aufstiegsränge gekämpft, als wir satt vom vermeintlichen Erfolg und benebelt von der vermeintlichen Stärke gegen die 03er und an der Saale die Füße hochnahmen und gegen zwei Teams aus dem unteren Tabellendrittel satte null Punkte einfuhren. Doch genug mit der Aufarbeitung des Dezembertraumas. Zu der aus meiner Sicht milden DFB-Strafe und der Problematik mit der KEF und/oder anderen Krawallmachern will ich mich nicht weiter äußern, hoffen wir dass diese nicht an den Verein sondern nur an ihre Selbstdarstellung denkenden Idioten nicht so weit gehen, dass alles, was in den letzten Jahren mit Weitsicht und Seriosität aufgebaut wurde, kaputt gemacht wird. LEUTE, ES GEHT UM DEN VEREIN UND NICHT UM EURE „INTERESSEN“!

Zum Sportlichen: In der Winterpause haben wir den Kader nur überschaubar verändert. Noch Anfang Januar wurde ja jeglichen Neuverpflichtungen kategorisch eine Absage erteilt, doch spätestens als der nun gestern nach Hause geholte Marco Engelhardt in den Testspielen gegen Gotha und Bayern München auflief, war klar, dass Marco zurückkehren wird. Einziger Abgang ist der bereits vor Weihnachten fristlos gekündigte Fikri El Haj Ali. Hoffen wir, dass der Verein den vermutlich anstehenden Arbeitsgerichtsprozess gewinnt und das Geld auch wirklich einsparen kann. Sportlich stellt die Kündigung keinen Verlust dar.

Im Tor hat Stefan Emmerling den Konkurrenzkampf neu ausgerufen. Andreas Sponsel hatte den sportlich überzeugenden Markus Rickert vor dem Saarbrücken-Spiel wegen der „Disco-Affäre“ abgelöst und diese Änderung aus disziplinarischen Gründen auch sportlich gerechtfertigt. Aus meiner Sicht gibt es daher keinen Grund, den Torwart erneut zu wechseln, Sponsel hat die Gunst der Stunde genutzt und sich das weitere Vertrauen redlich verdient.

In der Abwehr wechseln Licht und Schatten ab, darstellen kann man das am besten an unseren beiden Neuzugängen aus Babelsberg. Während Innenverteidiger Joan Oumari die mit Abstand beste Neuverpflichtung des Sommers ist, personifiziert der für die Außenbahn geholte Igor Jovanovic unsere Probleme dort. Oumari ist aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken und hat Bertram sowieso und auch Rauw in der Hierarchie klar überholt. Rauw wurde sogar nach rechts verschoben, weil keiner der dort getesteten Spieler gänzlich überzeugen konnte: Jovanovic hatte zunächst Integrationsprobleme, war später verletzt, Ofosu-Ayeh ist schnell und entsprechend gut in der Vorwärtsbewegung, offenbarte aber nach hinten Schwächen und ein Weidlich in guter Form wird in der Offensive benötigt. Die Notlösung Rauw ist zur Dauerlösung geworden, zwar kommt von ihm nach vorne recht wenig, wenn er es aber schafft, seine Position außen konsequent zu besetzen anstatt zu oft noch nach innen zu ziehen, ist er wohl die beste Variante.

Größte Baustelle ist die Linksverteidigerposition. Es wird immer deutlicher, dass Thomas Ströhl einfach kein Verteidiger ist. Je höher wir unsere Ansprüche in Richtung 2. Bundesliga formulieren, desto ernster müssen wir auf dieser Position personell nachlegen. Wegen der Schwächen Ströhl’s setzte Emmerling auf Olivier Caillas, der mir aber mit seinen Undiszipliniertheiten und ständigen Diskussionen um jede noch so kleine Kleinigkeit mittlerweile gehörig auf die Nerven geht. Olli, konzentrier dich aufs Fußballspielen! Für die linke Seite fällt mir als Alternative nur Marco Engelhardt ein, der dann aber für meine Überlegungen im Mittelfeld verloren wäre. Ströhl, Caillas, Engelhardt – bei jedem fällt mir etwas ein, was gegen ihn spricht. Warum also nicht mal Rhys Tyler ins kalte Wasser werfen? In Bremen ist Caillas sowieso gesperrt und Engelhardt wird möglicherweise von Emmerling im Vierer-Mittelfeld gebraucht.

Im defensiven Mittelfeld waren Rudolf Zedi und Nils Pfingsten-Reddig fast gottgleich gesetzt. Sind Stefan Emmerling die Alternativen zu jung (Baumgarten, Göbel, Paradies) oder zu schlecht (Humbert)? Humbert? Ja, der ist immer noch in Erfurt. Im Sommer dürfte aber niemand mehr irgendeine Option haben, um den Vertrag nochmals zu verlängern. Manchmal kommt es mir vor, als hätten die Franzosen Humbert 1945 in Deutschland vergessen, so lange wärmt der schon unsere Ersatzbank. Es fehlte definitiv an Alternativen auf der Doppel-Sechs und in manchen Spielen wirkten Rudi und Nils auch so, als wären sie sich ihrer Sache etwas zu sicher. Konkurrenz (durch Engelhardt) belebt das Geschäft! Nicht schlecht also. Und gegen Bayern zauberte Emmerling sogar ein 4-1-4-1 aus dem Hut, bei dem alle drei spielen könnten: Zedi defensiv und Engelhardt sowie Pfingsten als Doppel-Acht. Durch dieses System wäre unser Loch im offensiven Mittelfeld, welches in der Hinrunde insbesondere in Heimspielen bedenklich klaffte, zumindest quantitativ etwas gestopft.

Auf den offensiven Außenpositionen haben wir mit Manno, Drexler, Morabit und Weidlich (gegen Ende der Hinrunde mit aufsteigender Form) eine Menge Qualität und zahlreiche Alternativen und Möglichkeiten. Nirgendwo, außer vielleicht im Tor, ist der FC RWE so gut besetzt wie hier. Wenn insbesondere der Linksverteidiger seine Aufgabe ähnlich defensiv interpretiert wie Rauw auf rechts, dann haben die Außen den Rücken frei und können sich offensiv voll entfalten. Als gelernte Stürmer haben Morabit, Drexler und Manno zudem alle Möglichkeiten, die einzige Spitze im 4-1-4-1, Reichwein, ganz vorn zu unterstützen. Vorne sind wir also auf dem Papier sehr variabel aufgestellt. Von daher ist es fast nicht zu begreifen, warum wir mit diesen technisch starken Spielern in Heimspielen solche Probleme gegen kompakte Mannschaften hatten. Vielleicht ist die Lösung wirklich das 4-1-4-1 mit einem etwas offensiver agierenden Pfingsten-Reddig. Auch wenn Nils sicher alles andere als ein Spielmacher ist. Aber andere Alternativen sehe ich nicht, möglicherweise den jungen Göbel.

Genug überlegt, nun Butter bei die Fische, hier ist meine Startaufstellung für Bremen:

Reichwein
Morabit – Engelhardt - Pfingsten-Reddig - Weidlich
Zedi
Tyler – Oumari – Bertram - Rauw
Sponsel

03.09.2011

RWE-Termine im Oktober und November

Am kommenden Samstag steht unsere erste Auswärtsfahrt des Jahres an. Die Reise geht auf die Alm nach Bielefeld. Vor zwei Jahren kickte die ruhmreiche Arminia noch in der Bundesliga und wohl niemand hätte geglaubt, dass wir im Spätsommer 2011 zu einem Punktspiel in die ostwestfälische Metropole reisen werden. Und aus der Hummel wurde diese Woche gesummt, dass es sehr gut ausschaut, dass wir in großer Gruppe Richtung Nordwesten aufbrechen können. Hoffentlich können wir dann am Abend des 10.09. beim Winzerfest in Freyburg den ersten Auswärtssieg der Saison begießen. Der Gegner, der binnen 12 Monaten und heftigsten finanziellen Turbulenzen von der 1. in die 3. Liga durchgereicht wurde, hat überhaupt noch kein Spiel in dieser Saison gewonnen, die hätten unsere Sorgen also gern. Aber es gibt da ja auch noch diesen unschönen Spruch: "Ist die Not am größten, ist RWE am nächsten..." Oder so ähnlich. Hoffen wir also, dass unsere Jungs den Bock umstoßen und endlich mal auch fern der Heimat was auf die Reihe bekommen. Bewerkstelligen müssen wir das aber ohne Joan Oumari, der vom DFB wegen seines Ellbogenchecks im Darmstadt-Spiel (2:0, Tore von Reichwein und Caillas), der vom Schiri nicht gesehen wurde, für vier Spiele aus dem Verkehr gezogen wurde. Vier Spiele... mein lieber Schwan. Vor Gericht und auf hoher See fällt mir dazu nur ein.

Die Überschrift verspricht noch einen Blick in die etwas fernere Zukunft. Vom DFB wurden die Spieltage 12 bis 18 terminiert. Warum nicht auch der 19. zeitgenau angesetzt, würde ich mal zu gerne wissen. Maaaaaaaaaan! Ich warte doch aufs Datum fürs Gastspiel in Oberhausen, hab meiner Schwester ja nen Besuch versprochen. Doch vorerst ein Blick auf die Spiele im Oktober und November, bitte die freien Samstage entsprechend im Hummel-Dienstkalender eintragen, meine Herren!!! ;-)

Sa 01.10. 14:00 Uhr RWE - Burghausen (wieder abgestiegen und doch wieder da)
Sa 08.10. 14:00 Uhr Sandhausen - RWE (das Papst-Nachholspiel)
Sa 15.10. 14:00 Uhr Saarbrücken - RWE (3:1-Sieg letztes Jahr mit mir vor Ort)
Sa 22.10. 14:00 Uhr RWE - Münster (schön dat die Preußen wieder da sind)
Sa 29.10. 14:00 Uhr Heidenheim - RWE (FCH verausgabt sich kurz vorher im Pokal)
Sa 05.11. 14:00 Uhr RWE - Offenbach (mein Derby)
Fr 18.11. 14:00 Uhr Unterhaching - RWE (lohnt nich, kriegen wir eh aufs Maul)
Sa 26.11. 14:00 Uhr RWE - Chemnitz ((Ver-)Zocker Stenzel zurück in Capital City)

Gutes Nächtle!

17.08.2011

RWE weiter ohne Gegentor im SWS

FC ROT-WEISS ERFURT - VFL OSNABRÜCK 0:0

Maaaaaaaaaaaaaaan? wir sind so überlegen aber immer is noch so ein kackviolettes bein dazwischen.


16.08.2011 - 19:58 Uhr

Besser als wie in dieser SMS Mitte der zweiten Halbzeit kann man unseren Auftritt gestern abend gegen ?Kühe, Schweine, Osnabrück? (wenn ich Braunschweiger Fans da mal zitieren darf) nicht beschreiben. Es war ein 0:0 der guten Sorte. Der sehr guten Sorte. Wir spielten agressiv, einsatzfreudig, intensiv, leidenschaftlich (Manno!) ? nur das Tor wollte und wollte nicht fallen. Reichwein, Manno, Morabit, Pfingsten-Reddig ? alle hatten irgendwann während der 90 Minuten ihre Chancen, alle scheiterten. Entweder an der vielbeinigen Osnabrücker Abwehr oder an Torwart Manuel Riemann, der mit seinem andauernden Zeitspiel den Bogen reichlich überspannte. Schon nach zehn Minuten begann er, jeden Abstoß minutenlang zu zelebrieren. Der Schiri ahndete dies leider ebensowenig wie ein Foulspiel an Manno im Strafraum, wo selbst Osnabrücks Trainer Fuchs anschließend das Wort ?Elfmeter? in den Mund nahm. Gott sei Dank pfiff er aber, als Fischer kurz vor der Pause einen Ball in unser Tor köpfte. Abseits. Nun ja? ;-)

Ein sehr launiger Abend, so darf es öfter englische Wochen geben. Und wenn dann unser lieber Freund Andreas jedesmal aus seinem sachsen-anhaltinischen Exil anreist und wir anschließend noch nen schönes Eis in der Hummel essen, dann isses fast perfekt. Denn ein Tor fehlte ja eben doch.

08.08.2011

Kaiser bringt den Erfolg zurück

Zipfelmützen-Ehrenmitglied und RWE-Edelfan Helga Kaiser war extra aus dem Fernen Osten angereist. Offiziell, um ihren Liebling zu besuchen. Gerüchteweise wollte sie aber ihren Lieblingen nach dem 0:3-Debakel vom Dienstag in Babelsberg einfach mal ganz aus der Nähe die Daumen drücken. Zwar klappte es (noch) nicht mit dem Besuch im Steigerwaldstadion, aber ihre Anwesenheit im Großraum Erfurt brachte Glück: RWE gewann 1:0 gegen die kleinen grünen Fischköppe. Und so hatte sie sich die „Siegerwaffel danach“ in der Hummel auch mehr als verdient.

Neben Christian und mir sahen noch knapp 5000 weitere RWE-Fans, dass Stefan Emmerling seine Startelf wegen der dünnen Leistung in Babelsberg und der roten Karte für Thomas Ströhl umbaute. Er zog Caillas für den gesperrten Ströhl nach hinten und ließ Morabit im linken Mittelfeld sein Startelf-Debüt feiern. Für den in Babelsberg schwachen Jovanovic spielte wie schon im Derby Phil Ofosu-Ayeh Rechtsverteidiger, im Sturm begann Dominick Drexler anstelle von Gaetano Manno.

Die erste Halbzeit war aus Erfurter Sicht in Ordnung. Bremen tat nichts für die Offensive, beschränkte sich stattdessen auf die Verteidigung des eigenen Tores. Zwar gab es auch heute wieder einige Fehlabspiele im Spielaufbau, genauso aber auch schöne Spielzüge über den vor der Pause starken Morabit oder über Weidlich. Die größten Chancen vergaben Reichwein, der einen Ball volley knapp über das Tor jagte und Morabit, dessen Schuss nur Zentimeter am Pfosten vorbeirollte. Zur Pause fehlte eigentlich nur das Tor, ansonsten ein zufriedenstellender RWE-Auftritt.

Nach dem Wechsel agierte Rot-Weiß zu passiv, zu abwartend, ohne den erhofften Zug zum Tor. Da Bremen offensiv weiterhin wenig leistete, war es ein ziemlich müder Kick. Einer der langhaarigen Stefanovic-Brüder hatte in dieser Phase sogar die Bremer Führung auf dem Fuß, als er einen 25m-Freistoß ans Lattenkreuz setzte. Der erste schön vorgetragene Erfurter
Angriff der zweiten Halbzeit führte dann in der 72. Minute auch prompt zur Führung. Rauw bediente Manno und der eingewechselte Torjäger tat das was er am besten kann zum ersten Mal im rot-weißen Trikot: er traf! Irgendwie hatten mich in der Phase vor dem Tor schon erste Zweifel gepackt, ob wir mit unserer (um es mal positiv auszudrücken) sehr geduldigen Spielweise noch zum Erfolg kommen würden.

Nach der Führung luden wir Bremen dann unerklärlicherweise zum Ausgleich ein. Die Werder-Bubis suchten nun den Weg nach vorne und hätten sie gewußt, wie leicht man heute im Steigerwaldstadion zu Großchancen kommen kann, hätten sie es vermutlich schon mal vor der 75. Minute mit ein bißchen mehr Druck versucht. Die größte Bremer Möglichkeit vereitelte Rickert drei Minuten vor Schluß, als er einen Kopfball so gerade noch an die Latte lenken konnte. Am Ende stand aber der zweite zu-Null-Heimsieg der Saison. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft diesen am kommenden Wochenende in Stuttgart mit einem Punktgewinn veredeln kann. Aber viel zu holen gab es im Waldaustadion noch nie, egal ob der Gegner VfB II oder Kickers hieß. Aber vielleicht Oma Helga?s Daumendrücken ja dann auch aus der Ferne.

28.07.2011

RWE 3 : 0 FCC

Das wollte ich unbedingt noch nachreichen...

DERBYSIEGER!

TABELLENFÜHRER!

22.07.2011

Dritte Liga 2011/12 - Unsere Gegner

Okay, zugegeben, im letzten Jahr ham wir uns in der Aufstiegsfrage
eigentlich nur selbst im Wege gestanden. Die direkte Konkurrenz
geschlagen, drei Spieltage vor Schluss war der Relegationsplatz erklommen
und wir hatten alles in der eigenen Hand. Doch dann kam Regensburg. Und
dann Ahlen. Aber vor allem wir selber waren es, die es in den beiden
entscheidenden Spielen nur eine Halbzeit lang schafften, überhaupt
Normalform zu erreichen. Kein Gegner war also am letztendlich
enttäuschenden fünften Platz Schuld, nur wir selber. Dennoch lohnt
natürlich vor der heute abend mit dem Spiel Heidenheim vs. Offenbach
beginnenden Saison ein Blick auf die Konkurrenz. Auch wenn dies in der 3.
Liga immer sehr schwer fällt, weil zahlreiche Mannschaften ihre Kader
radikal umgebaut haben. Sei es aus wirtschaftlichen Zwängen oder weil das
Spielermaterial in der Vorsaison die Erwartungen nicht erfüllte. Mein
kleiner Blick auf die Konkurrenz ist also teilweise eine Lotterie, denn
wer kann jetzt schon seriös einschätzen, wie sich vollkommen neu
zusammengewürfelte Truppen im Laufe der Saison schlagen werden. Wurde die
richtige Mischung gefunden, aus jugendlichem Tatendrang und der Erfahrung
und Weisheit des Alters, aus Profis, die die 3. Liga wie ihre Westentasche
kennen und Spielern, für die, egal ob von oben, unter oder aus dem
Ausland, die dritthöchste Spielklasse völliges Neuland darstellt. Also,
wagen wir einen Blick in die Zukunft.

Auch wenn sich alle einig sind, dass einen Doppeldurchmarsch wie im
Vorjahr (Braunschweig/Rostock) nicht geben wird, fällt ein Name immer
wieder, wenn es um den Aufstiegsfavoriten geht: der SV Wehen Wiesbaden.
Die Wasserfiltertruppe hat einige namhafte Neuzugänge (z.B. Christ aus
Düsseldorf, Smeekes und Nagy von den Kernbergen, Mann aus Saarbrücken,
Herzig und Burkhardt aus Aachen, Wohlfahrt von Bayern II) unter Vertrag
genommen. Aber Vorsicht, das erinnert schwer an den SV Sandhausen im
letzten Jahr, die, mit der namhaftesten Drittligatruppe lange gegen den
Abstieg kämpften. Apropos Sandhausen: die haben sich unter dem neuen alten
Trainer Gerd Dais in der Rückrunde stabilisiert und auf dem Papier liest
sich der Kader der Badener immer noch vom feinsten. Deshalb erwarte ich
den SVS zumindest im Dunstkreis der Aufstiegsränge. Sollten wir am Ende
nicht zu den zwei bzw. drei Glücklichen gehören, wäre es doch eine feine
Sache, wenn zwei der unattraktivsten Adressen die 3. Liga nach oben hin
verlassen würden. Aber, wie schon gesagt, einen Durchmarsch erwarte ich
nicht. Mit Osnabrück und Bielefeld kommen zwei Teams aus der 2. Bundesliga
dazu, die man fast schon reflexartig in den allerhöchsten Tabellenregionen
vermutet. Doch beide haben ihre Kader mächtig überarbeitet, ob sich
jeweiligen Spieler aber sofort als Einheit präsentieren? Die beiden Teams
geben sich vorsichtig bis zurückhaltend, aber mal ehrlich: Osnabrück ist
DIE Fahrstuhlmannschaft zwischen Zweit- und Drittklassigkeit und allein
der Name Arminia Bielefeld zieht trotz 30 Millionen Euro Schulden immer
noch genug Spieler an, die hier eine schnelle Möglichkeit sehen, die 2.
Bundesliga zu erreichen. Wehen, Sandhausen, Osnabrück, Bielefeld - und
sonst? Wir? Nun, abwarten, über die Ungewissheiten unseres Kaders habe ich
Anfang der Woche philosophiert, bleibe aber dabei: wenn die Rädchen
ineinander greifen, können wir das obere Drittel ins Visier nehmen.
Offenbach? Die Hessen haben nach der katastrophalen Rückrunde radikal
ausgemistet, sowohl auf dem Platz (u. a. ging Toptorjäger Occean nach
Fürth) wie auch in der Führungsetage (Manager Möller nahm seinen Hut).
Dennoch, der neue Trainer Arie van Lent sowie der Stadionneubau sorgen für
eine gewisse Aufbruchstimmung am Bieberer Berg. Immerhin hat der OFC als
einziger (!) Drittligist für einen Spieler (Stürmer Pascal Testrot kostete
50.000 Euro) eine Ablösesumme bezahlt.

Im Mittelfeld sehe ich Heidenheim, die Top-Torjäger Patrick Mayer an
Augsburg abgeben mussten, aber noch immer eine Mannschaft haben, die
gehobenes Drittliga-Niveau verspricht. Zudem ist an der Brenz eine
erstaunliche Euphorie entstanden, der FCH hat sage und schreibe 3500
Dauerkarten verkauft. Zahlen, von denen wir nur träumen können.
Saarbrücken, dass eine überragende Rückrunde gespielt hat, musste einige
schmerzhafte Abgänge verkraften. Wiesbaden und Zweitligist Karlsruhe
bedienten sich. Die Saarländer dürften aber nach dem Absturz bis in die
Oberliga Südwest mit der aktuellen Entwicklung sehr zufrieden sein. Auch
unsere fehlfarbenen Freunde sortiere ich mal hier ein. Nach Jahren des
Größenwahns und Niedergangs wird an den Ufern der Saale eine Rückkehr nach
der anderen gefeiert. Rückkehrer-Präsident Zipfel und Rückkehrer-Trainer
Weber stehen für seriöses Wirtschaften und nachhaltigen Aufbau der
Mannschaft, Rückkehrer-Spielmacher Jan Simak, Rückkehrer-Torwart Tino
Berbig und Rückkehrer-Defensivkraft Alexander Maul sollen die zahlreichen,
aus diversen Reservemannschaften ebenfalls neu verpflichteten
Nachwuchsspieler führen. Eine interessante Mischung, die
unerfreulicherweise Gutes verspricht. Auch die beiden Aufsteiger Chemnitz
(die es sich leisten konnten, Toptorjäger Förster und Flankengott Ronny
Garbuschewski zu halten) und Münster sowie der VfR Aalen (einige
interessante Neuzugänge, u. a. Marco Calamita) scheinen mehr als nur den
Klassenerhalt erreichen zu können. Der dritte Zweitligaabsteiger, die
finanziell ziemlich klammen Oberhausener, erwarte ich mit runderneuertem
Kader, der hauptsächlich aus Spielern aus unterklassigen Ligen
zusammengestellt wurde, maximal im grauen Mittelmaß der Tabelle. Mit
Tendenz nach unten.

Und dann sind wir schon im Keller der Liga. Oder um es, in Abwandlung
eines Herbert-Grönemeyer-Songs anders zu sagen, tief im Süden. Und das ist
absichtlich doppeldeutig gemeint. Denn mit Regensburg, Burghausen und
Unterhaching ist das komplette bayerische Drittligatrio akut gefährdet.
Burghausen sprang zum zweiten Mal in drei Jahren nur dank eines
Lizenzentzuges eines Konkurrenten aus dem Regionalliga-Fahrstuhl, hat
seinen Kader mit einigen erfahrenen Spielern aufgerüstet und scheint noch
den stärksten Eindruck des bayerischen Trios zu machen. Regensburg und
Unterhaching haben zahlreiche Leistungsträger verloren und hoffen mit sehr
schlanken Kadern auf das sportliche (und finanzielle) Überleben. Gleiches
gilt weiter nördlich für den SV Babelsberg, der, ebenfalls auf Grund
finanzieller Zwänge zahlreiche Leistungsträger verloren hat. Unter anderem
mussten die Filmstädter Oumari und Jovanovic an uns abgeben. Auf Grund der
Schwäche dieser drei Teams können der dritte Aufsteiger Darmstadt und die
erneut stark verjüngte, aber sicherlich talentierte Bremer Reserve auf den
Klassenerhalt hoffen. Gleiches gilt für die Zwote des VfB Stuttgart, die
mit Schipplock ihren Toptorjäger (nach Hoffenheim) verloren hat, aber
eigentlich traditionell eine sorgenfreie Saison im Mittelmaß der Tabelle
spielt.

18.07.2011

Arbeitsnachweis 2010/11

In fünf Tagen beginnt mit dem Derby gegen unsere fehlfarbenen Freunde von der Saale die neue Saison für unseren FC Rot-Weiß Erfurt. Es wurde daher höchste Zeit für mich, das zurückliegende Spieljahr 2010/11 „statistisch zuzumachen“. Wer also links auf die Grafik klickt, erhält den kompletten Arbeitsnachweis unserer ersten Mannschaft für die abgelaufene Saison. Und erhält einige interessante Fakten:

3420 Spielminuten – das wäre die maximal mögliche Zahl bei 38 Saisonspielen gewesen. Geschafft hat das keiner. Am nächsten kam ihr unser Torwart Dirk Orlishausen, der 3285 Minuten auf dem Feld stand. Bester Feldspieler war ausgerechnet Alterspräsident Rudolf Zedi, der die 3000er-Marke ebenso knackte wie Sturmführer Marcel Reichwein und Elfmetergott Nils Pfingsten-Reddig. Apropos Reichwein. Nicht der nach Rostock gewechselte Tino Semmer, sondern „Cello“ war unser bester Stürmer. 12 Tore und 10 Vorlagen sollten einigen, die immer gleich beim erstbesten Ballverlust unserer Nummer 10 pfeifend und beleidigend loszuwettern, zu denken geben.

Der dritte Torwart Jonas Heidrich sowie die von Verletzungssorgen geplagten Sebastian Becker, Julien Humbert und Chunly Pagenburg hatten überhaupt keinen Einsatz für unsere erste Mannschaft. Während Heidrich, Humbert und Pagenburg aber jeweils noch einige Einsätze in der zweiten Mannschaft bestritten, kickte Sebastian Becker keine einzige Minute in der Saison 2010/11. Am Ende musste er seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen beenden. Kurzarbeiter, mit einer einzigen Minute Einsatzzeit ist Christopher Handke. Der mittlerweile nach Halberstadt gewechselte Innenverteidiger wurde am 17. Spieltag in Regensburg in der letzten Minute eingewechselt.

13.07.2011

Kaderanalyse 2011/12 / RWE-Werder 1:2

FC ROT-WEISS ERFURT - WERDER BREMEN 1:2 (0:1)

In zehn Tagen geht’s endlich wieder los… unser FC Rot-Weiß Erfurt startet ausgerechnet gegen die Fehlfarbenen von der Saale in die neue Saison. Gestern Abend gab es dafür die Generalprobe, als sich Bundesligist Werder Bremen bzw. was von denen übrig (sprich: nicht verletzt) war im Steigerwaldstadion ein Stelldichein gab. Eine gute Gelegenheit, um nicht nur ein paar Worte zum Spiel zu verlieren, sondern unseren Kader einer kleinen Analyse zu unterziehen.

Während die Gäste also auf zahlreiche Leistungsträger (Wiese, Naldo, Prödl, Mertesacker, Boenisch, Silvestre, Bargfrede, Kroos, Ekici, Arnautovic, Pizarro)verzichteten bzw. verzichten mussten, bot Stefan Emmerling möglicherweise schon seine derzeit bevorzugte Topelf auf. Deutlich wurde dies auch im Laufe der zweiten Halbzeit, in der Werder munter durchwechselte, während unser Trainer sich auf die auch in Pflichtspielen nur erlaubten drei Auswechslungen beschränkte.

Im Gegensatz zu ihrer Mannschaft war der Werder-Anhang im Freundeskreis der Zipfelmützen vollzählig vertreten. Kai, der extra aus dem tiefsten Hessen angereist war, um neben seinem „Lieblingsverein aus dem Osten“ auch Werder live zu sehen, sowie Meike und Jacob riss die Leistung ihrer grün-weißen Lieblinge aber nicht aus den Sitzen. Marin spielte unsere Verteidigung, speziell am Anfang, mehrfach schwindlig, mit zunehmender Spielzeit bekamen wir das aber besser in den Griff. Hunt jagte einen Foulelfmeter in die Wolken, Rosenberg verstolperte einige Chancen. Erschreckend fand ich aber besondere die Leistung der Werder-Defensive, insbesondere der aus Schalke gekommene Lukas Schmitz bekam seine linke Abwehrseite gegen die schnellen Erfurter Akteure nicht geschlossen und wurde ein gutes halbes Dutzend mal ausgespielt oder überlaufen. Setzt sich das leidige Bremer Abwehrproblem auf links also fort!? Die Tore für die Gäste erzielten Trinks (4.) nach schöner Kombination über den ansonsten grottenschlechten, lustlosen Hunt und Marin sowie Schindler (85.), der nach einer Ecke vollkommen unbedrängt auf den kurz zuvor von Fabian Paradies erzielten Erfurter Ausgleich antwortete.

KADERANALYSE

Nun ein paar Worte zu unserem neuformierten Kader.

Im Tor spielte Marcus Rickert. Und nach seiner gestern gezeigten Leistung darf er das auch gerne am 23.07. tun. Stark in Eins-gegen-Eins-Situationen, sicher beim herunterpflücken der Flanken, lautstark beim Dirigieren – das gefiel mir sehr gut! Und was man in den Zeitungen und Foren so lesen durfte, zeigte Sponsel ja einige Schwächen.

Die Abwehr war mit Ausnahme von Ströhl, der auf der linken Seite aber blass blieb, vollkommen neu formiert. Und konnte, mal abgesehen von den ersten 20 Minuten, auch durchaus überzeugen. Rauw (neu von Union) und Oumari (neu aus Babelsberg), der mir auch mit einigen präzisen langen Bällen auffiel, bildeten die Innenverteidigung, auf rechts verteidigte Phil Ofosu-Ayeh (neu aus Wilhelmshaven). Während ich die Innenverteidigung durchaus so erwartet hatte, überraschte es doch, dass Ofosu-Ayeh den aus Babelsberg gekommenen Igor Jovanovic verdrängt hat. Mit seiner grundsoliden Leistung hat er seinen Einsatz gerechtfertigt. In der Hinterhand hat Emmerling neben Jovanovic für die Abwehr noch Bertram (der es, wenn Oumari weiter so spielt, schwer haben dürfte) und den jungen Matthias Rahn sowie für die linke Seite Rhys Tyler. Den Engländer würde ich gerne mal über 90 Minuten sehen, wenn Ströhl weiter so diskret spielt, bekommt er hoffentlich mal eine Chance.

Im Gegensatz zur Abwehr können wir im Mittelfeld auf Altbewährtes setzen. Zedi und Pfingsten-Reddig spielen zentral, Weidlich kommt über rechts, Caillas über links. Unsere „ghanaische“ rechte Seite (Ofosu-Ayeh / Weidlich) wusste zu gefallen, insbesondere auch im Zusammenspiel mit Smail Morabit, der öfter auf den rechten Flügel auswich. Mit Ausnahme unserer jungen Wilden (Baumgarten, Paradies, Göbel) stehen keine weiteren gelernten Mittelfeldspieler im Kader. Bei im Saisonverlauf unvermeidlichen Verletzungen und/oder Sperren müsste Stefan Emmerling dann auf die gelernten Stürmer Morabit (rechts außen) und Drexler (links außen) setzen, wobei ich da keine großen Bedenken habe, dass das funktionieren könnte. Im zentralen Mittelfeld steht zudem Julien Humbert zur Verfügung, den RWE seit gefühlten 38 Jahren verhökern möchte, allerdings hat der Franzose zur Sicherheit seine Vertragsoption gezogen, den dennoch angestrebten Vereinswechsel mangels Nachfrage noch nicht vollzogen.

Mit Manno, Reichwein, Drexler, Morabit, Yohoua, El Haj Ali und Hauck besteht im Angriff auf den ersten Blick die quantitativ größte Auswahl. Sollten Drexler und Morabit aber im Mittelfeld gebraucht werden (siehe oben), Manno seine Verletzungsprobleme nicht überwinden und El Haj Ali nach seiner schweren Verletzung nicht wieder schnell in Schwung kommen, sieht es schon anders aus. Malen wir aber mal nicht schwarz, im Gegenteil. Was ich gestern Abend insbesondere von Morabit gesehen habe, sah schon richtig gut aus. Wenn er, wie bei der einen Szene in der zweiten Halbzeit, sein Auge für besser postierte Mitspieler noch weiter schärft und das ein oder andere Tor erzielt, werden wir an ihm noch eine Menge Freude haben. Dazu kommt mit dem aus Paderborn geholten Gaetano Manno ein Spieler, der schon nachgewiesen hat, dass er weiß wo das Tor steht. Wenn der verletzungsanfällige Deutsch-Italiener richtig fit wird, ist er eine wesentliche Bereicherung für unseren Angriff. Abwarten muss man, wie sich der von Bayernligist Ingolstadt II gekommene Serge Yohoua zwei Spielklassen höher bewert. In den Zeitungen war von ansprechenden Leistungen in den Testspielen zu lesen, leider fällt er nun erstmal vier bis sechs Wochen verletzt aus.

Fazit: Wenn wir einigermaßen vom Verletzungspech verschont bleiben, ist unser Kader ohne Probleme in der Lage, einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen. Für mehr, sprich einen erneuten Angriff auf die Aufstiegsplätze, müsste es aber optimal laufen – und vor allem ein so schwacher Saisonstart wie im letzten Jahr vermieden werden. Erst recht, wenn man weiß, wer am 1. Spieltag im Steigerwaldstadion zu Gast ist.

25.05.2011

Drei neue Spieler - zwei altbekannte, neue Gegner

Nach den Ausflügen in die Welt des E-Sports möchte ich heute wieder einen Blick auf das reale Fußballgeschehen werfen.

Heute Nachmittag gab unser Verein offiziell bekannt, dass Joan Oumari und Serge Yohoua jeweils Zweijahresverträge beim FC RWE unterschrieben haben. Die Verpflichtung von Oumari war ja auf Grund von Meldungen verschiedener Zeitungen in den vergangenen Tagen bereits absehbar. Der 22-jährige Berliner mit libanesischen Wurzeln hat letzte Saison die Babelsberger Innenverteidigung zusammengehalten und wurde im Nachwuchs der Reinickendorfer Füchse ausgebildet.

Serge Yohoua kommt von der zweiten Mannschaft des FC Ingolstadt aus der Bayernliga. Der 22-jährige Stürmer stammt aus der Elfenbeinküste und steuerte zum Regionalliga-Aufstieg der Schanzer sechs Tore bei. Da er allerdings überwiegend von der Bank kam, dürfte er in die Kategorie Perspektivspieler einzuordnen sein.

Bereits letzte Woche hatte Rot-Weiß Phil Ofosu-Ayeh vom SV Wilhelmshaven verpflichtet. Der 19-jährige beackert die gesamte rechte Außenbahn und komplettiert diese, nun deutsch-gahnaische Seite.

Gestern hat sich auch das Teilnehmerfeld der 3. Liga weiter vervollständigt. Am Nachmittag gab Rot-Weiß Ahlen bekannt, dass das Amtsgericht Münster das Insolvenzverfahren eröffnet hat. Damit wird RWA auf den letzten Tabellenplatz gesetzt und steigt ab. Unsere Niederlage am 07.05. wird dadurch noch sinnloser und ärgerlicher. Wenigstens müssen wir auf absehbare Zeit nicht mehr dorthin fahren. Stattdessen reisen wir weiter nach Burghausen. Der dortige SV Wacker profitiert damit zum zweiten Mal in drei Jahren von einem wirtschaftlichen Knock-Out der Konkurrenz. 2009 hatten die Salzachstädter nur wegen des Rückzugs von Kickers Emden die Klasse gehalten. Glücksschweine, die!

Naja, und zu der schwarz-gelben Party in Osnabrück gestern schreib ich besser nix. Der MDR und seine seit gestern 23:00 Uhr dauererregierte Sportredaktion werden das in den nächsten Tagen sicherlich bis zum Erbrechen auswalzen. Angesichts des bevorstehenden Dynamo-Sendemarathons darf die Frage erlaubt sein, ob Sport im Osten auch noch über die 3. Liga berichtet oder ob nur noch Vorberichte auf das Dynamo-Sonntagsspiel laufen.

Allerdings gibt’s seit gestern auch einen neuen Wackelkandidaten in Sachen Lizenz. Der SV Babelsberg steht, darf man dem dortigen Präsidenten glauben, vor dem Sturz ins Bodenlose. Während man von anderen Vereinsoberen immer Durchhalteparolen hört, gab 03-Präsident Speer (ja genau der, der vor ein paar Monaten als Brandenburger Minister zurücktreten musste, weil seine Geliebte Unterhaltsvorschuss beziehen musste, weil er seine Vaterschaft leugnete) humorlos zu Protokoll, dass man die „knüppelharten“ Auflagen des DFB „nicht erfüllen“ könne. Sollten die Filmstädter absteigen, würde auch der Tabellen-19. der abgelaufenen Saison, Werder Bremen II, den Klassenerhalt am grünen Tisch schaffen. Und man darf gespannt sein, ob sich auch für die Bayern-Reserve noch jemand findet… Eine Saison so ganz ohne sportlichen Absteiger wäre (zumindest in der 3. Liga) mal was neues…

17.05.2011

RWE-Transfermarkt

Kaum ein Tag vergeht ohne Neuigkeiten auf dem rot-weißen Transfermarkt. Die letzten 24 Stunden fasse ich aus Zeitgründen nur im Telegramm-Stil zusammen. Ich bemühe mich, im Laufe der Woche nochmal eine aktualisierte Kaderübersicht zu posten. Also los...

Jens Möckel wechselt laut Bild-Zeitung zu Dynamo Dresden. Der Ausgang der Relegation spielt keine Rolle.

Der Karlsruher SC hat die Verpflichtung von Dirk Orlishausen bekanntgegeben.

Laut Thüringer Allgemeine ist sich unser Verein mit drei weiteren Spielern einig, einer aus der 3. Liga, zwei aus der Regionalliga. Die sportmedizinischen Untersuchungen stehen noch aus.

Dazu besteht Interesse an Timo Röttger von Dynamo Dresden. Der 25-jährige Rheinländer absolvierte diese Saison 25 Spiele und kann auf beiden Außenbahnen, bevorzugt rechts, eingesetzt werden.

Außerdem geisterte gestern abend der Name Halil Savran durch die Fanforen. Sollte das klappen, wäre das sicher ein sog. "Kracher". Ich bin da allerdings (noch) skeptisch.

16.05.2011

1:0 gegen Aalen - Bernd Rauw kommt

Mit einem durch den Wehener Sieg in Bremen bedeutungslosen 1:0-Erfolg über den VfR Aalen hat sich unser FC Rot-Weiß am Samstag in die Sommerpause verabschiedet. Auch wenn die Ernüchterung über die katastrophale zwote Halbzeit in Ahlen bzw. die Heimniederlage gegen Regensburg in der Woche davor noch groß ist, darf der RWE-Fan überwiegend stolz auf die Saison 2010/11 zurückblicken. Gegen Jxxx und Dresden wurden vier Siege eingefahren. Den 3:1-Erfolg in Elbflorenz übertrug der mdr, sehr zu deren eigenem Leidweisen, sogar live und in Farbe. Schön auch, dass neben der Zipfelmützen-Stammbesetzung auch René, Andreas und Sören zu Gast im Steigerwaldstadion waren.

Mit dem Ende der Saison 2010/11 beginnt nun die Zeit des Wartens. Nicht nur auf die neue Spielzeit, zuvor richtet sich mein nervöser Blick täglich auf die RWE-Homepage sowie die einschlägig bekannten Medien. Wann werden Neuzugänge verkündet? Wer ist im Gespräch?

Am heutigen Nachmittag hat der FC Rot-Weiß bekannt gegeben, dass Bernd Rauw einen Zweijahresvertrag (plus Option) bei uns unterschreibt. Der Innenverteidiger ist Jahrgang 1980 (Top!!!), Belgier und spielte zwei Jahre bei Union Berlin, zuvor unter Stefan Emmerling in Emden. Erst- und Zweitligaerfahrung sammelte er in Aachen und Bielefeld.

Die Zeitung mit den vier großen Buchstaben brachte heute zudem den Namen von Guido Kocer ins Spiel, der für den SV Babelsberg diese Saison sechs Tore erzielt hat und zuvor im Rostocker Nachwuchs aktiv war.

Der mdr meldete am Sonntag bei Sport im Osten, dass Selim Aydemir nach Chemnitz geht und dort Nachfolger von Chris Löwe wird, der ja zum neuen deutschen Meister nach Dortmund wechselt. Eine Bestätigung aus Chemnitz, Halle oder von sonst woher gibt es aber noch nicht.

Und, noch ein Hinweis an die Verantwortlichen im Steinhaus: Darlington Omodiagbe bitte nicht verpflichten! :-)

10.05.2011

Neue Namen auf dem RWE-Transfermarkt

Zum Alptraum am vergangenen Samstag in Ahlen möchte ich nichts weiter schreiben. Die zweite Halbzeit war einfach zu frustrierend, um sie irgendwie in Worte zu kleiden, die Christians und meine Gefühlslage beschreiben können.

Stattdessen soll der Blick nach vorn gerichtet werden. In einem Interview mit dem MDR hat Stefan Emmerling für diese Woche einige personelle Entscheidungen angekündigt.

In der Thüringer Allgemeine wurden heute drei Namen genannt. Neben dem bereits seit längerem bekannten Selim Aydemir aus Halle steht unser Verein auch mit dem belgischen Innenverteidiger Bernd Rauw (31 / Union Berlin) und dem Magdeburger Stammtorwart Marcel Tischer (25) in Kontakt. Rauw war unter Stefan Emmerling Abwehrchef in Emden und kam bei Union in der zu Ende gehenden Saison nicht über die Rolle eines Einwechselspielers hinaus.

Anbei sind die Profile der drei Spieler bei ihren derzeitigen Vereinen verlinkt:

Bernd Rauw

Marcel Tischer

Selim Aydemir

05.05.2011

GROBer Unfung zum neuen Stadion

Ich hatte noch gar keine Möglichkeit, meine Freude über das neue Stadion zum Ausdruck zu bringen! ... JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!! GEIL!!!!!!! Als am Montag morgen die ersten Meldungen diesbezüglich, durch die Foren flatterten, hatte ich ein kleines Tränchen im Auge. Diese Entscheidung ist tausendmal wichtiger, als der Tabellenplatz, den wir am Ende der Saison 2010/11 belegen. Dennoch Jungs, schön gewinnen, am Samstag in Ahlen. Die Zipfelmützen sind selbstverständlich vor Ort!

Zurück zum Stadion... Es herrscht nämlich Deppenalarm!!!

Soso, Herr Grob (MdL aus dem WAK) und seine CDU-Franktion regen sich also über die Förderung für die beiden Stadien auf!?!?! Herr Grob moniert in der Südthüringer Zeitung, dass „in Thüringen rund 180 Sportprojekte (…) seit Jahren auf Zuschüsse für eine Sanierung warteten.“

Herr Grob, wer hat denn dieses Land fast 20 Jahre lang, von Jahr zu Jahr mit immer mehr Arroganz, regiert? SIE SELBST!!! Die selbsternannte Thüringenpartei! Warum hat die CDU denn nicht schon lange die GRW-Infrastrukturförderungs-Mittel abgeschöpft, und damit die „180 Sportprojekte“ saniert?

Aus meiner Sicht, sind die Herren und Damen in der Unionsfraktion einfach verschnupft, dass Machnig eine Lösung für dieses Problem gefunden hat, auf die die CDU in den letzten 20 Jahren nicht gekommen ist oder nicht kommen wollte. Und außerdem: wer hat denn unzählige Millionen in zahllosen Spaßbädern versenkt, von denen einige schon längst wieder geschlossen sind bzw. die Kommunen in den Ruin getrieben haben. Oder wie bringt es die STZ schön auf den Punkt: „In der CDU sieht man mit wachsendem Unbehagen, wie Machnig allen anderen Ministern einschließlich der Regierungschefin die Schau stiehlt - und wie Lieberknecht das mit sich geschehen lässt.“

Die Zipfelmützen meinen: GROBer Unfung, Herr Grob! GROBes Foul, Herr Grob!

Weitere Wortspiele bitte posten! ;-)

01.05.2011

Von Regensburg, T-Bone-Steaks und einem späten Sonnenaufgang

Es gibt so Tage, da läuft alles schief…

Was war alles geschrieben worden, vom leichtesten Restprogramm und das ja nichts mehr schief gehen könne, wenn man die Leistung vom Wehen-Sieg zu Grunde legt. Jaja, eben „wenn“ und „Leistung vom Wehen-Sieg“. Da es die gegen Regensburg nicht gab, freuten sich statt den knapp 10 000 RWE-Fans eben nur das Häufchen mitgereister Jahn-Fans über den Auswärtserfolg. Und das leichteste Restprogramm existierte eben nur auf dem Papier. Klar, für Regensburg ging es um nix mehr, aber selbst deren Trainer wunderte sich über den engagierten Auftritt seiner Elf. Hinten kompakt, nach vorne zwar selten richtig gefährlich, aber stets präsent, so hatten die Oberpfälzer sich über die Saison gesehen als drittbeste Auswärtsmannschaft der Liga etabliert. Und weil wir überhaupt keine Mittel fanden, mit zu wenig Tempo und Genauigkeit spielten, stand es elend lange 0:0. Wegen der Patzer der Konkurrenz hätte selbst das noch für Platz 3 gereicht, doch wie gesagt, es gibt so Tage, da geht gar nix. Und so gab es eben die 87. Minute, das 0:1 und den Sturz auf Platz 4. Aber mal ganz ehrlich, wer von uns hätte diese Ausgangsposition vor den letzten beiden Spielen (vierter Platz, ein Punkt auf Platz 3) vor der Saison nicht freudestrahlend akzeptiert. In diesem Sinne: Auf nach Ahlen! Der Traum lebt weiter!

Aber der Samstag war noch nicht rum. Christian’s Leverkusener etablierten mit einer 0:2-Niederlage ihren Ruf als Vizekusen, Arbeitskollege erlebte das Debakel seiner Eintracht in Mainz und am Ende des Abends gab es dann ein bißchen Portwein, Kirsch und Apfel zu viel. Mein lieber Schwan, was eine Nacht und was ein anschließender Sonntag. Für mich ging die Sonne heut erst ziemlich spät auf. Nachmittags irgendwann… ;-)

Soooo schlimm, war das Wochenende aber eigentlich doch wieder nicht. Wir feierten einen schönen Doppel-Geburtstag. Es war schön, dass unser kleiner, netter Kreis mal wieder zusammengekommen war. Nochmal einen herzlichen Dank an unsere beiden Gastgeber, die die American-Barbecue-Party mit T-Bone-Steaks (die aber wohl doch ne Nummer zu groß waren ;-)), Burgern, Spareribs und Maiskölbchen garnierten.

Und was unsere Eishockey-Jungs da zur Zeit in der Slowakei leisten… Mein lieber Schwan… Grad 4:3 gegen die Slowakei gewonnen. Trotz Hossa, Halak, Gaborik, Stümpel, Demitra und und und. Nach zwei Spielen (Freitag 2:0 gegen Russland) Gruppensieger!

Fazit: ein Wochenende wie das Leben, es geht immer auf und ab. Und weil es, RWE isoliert betrachtet, gestern bergab ging, freuen wir uns auf Ahlen nächste Woche…

25.04.2011

3 x 3 = 3

Eigentlich hatte ich ja den 38. Spieltag prognostiziert. Die ganze Saison über hinter dem begehrten Platz hergehechelt und dann schön am letzten Spieltag das Feld von hinten aufgrollt. Hätte den Vorteil gehabt, dass man dann nicht mehr verdrängt werden kann.

Nun ist es aber „schon“ am 35. Spieltag passiert. 1:0 in Wiesbaden. 1 500 RWE-Fans. Nils Pfingsten-Reddig (alle Gags zu Pfingsten und Ostern verkneif ich mir, dieses Wortspiel wurde in den semi-professionellen Medien ausgewrungen). Wahnsinn! Kollege Chrischi hätte sogar nen Eisbecher spendiert, wenn er gestern in der Hummel gewesen wäre. Aber das kann man ja vielleicht im Laufe der Woche noch nachholen?!? :-)

Erinnerungen an den Sommer 2004 werden wach. Auch da hatte uns vor der Saison niemand auf der Rechnung. Auch da räumte Rudolf Zedi im Erfurter Mittelfeld auf. Auch da konnte ich bei den entscheidenden Auswärtsspielen in Feucht (bzw. Fürth) und Schweinfurt nicht dabei sein. Auch in Wiesbaden waren wir nicht, dafür planen die Zipfelmützen mit voller Kapelle nach Ahlen aufzubrechen. Ein schlechtes Omen? Ach Quatsch, denn erstmal gilt die volle Konzentration dem schweren Heimspiel gegen Regensburg. Ja, ich sage bewußt „schwer“ und erinnere warnend (und mit erhobenem Zeigefinger!) an die vermeintlich leichten Heimspiele gegen Stuttgart II, Burghausen oder Saarbrücken, die wir alle nicht gewonnen haben.

90 Minuten kämpfen, beißen, kratzen. Und ein Tor schießen. Für unseren großen Traum. Allein um dem Schweine-MDR die Dynamo-Party zu versauen. Was sitzen die bei Sport im Osten schon wieder mit der feuchten Buchse im schwarz-gelb-gemalterten Büro. Einfach widerlich. Ich gehe sogar soweit, dass die beim Sachsensender sagen: „wenn nicht Dynamo, dann auch nicht Erfurt“. Denen wäre doch Wehen x-mal lieber als der (nach Aue) nächste Verein aus ihrem Sendegebiet, der oberhalb ihrer geliebten Dynamos spielt.

Nun aber alle zum Heimspiel gegen Regensburg. Und nach Ahlen. Und zum Heimspiel gegen das andere Aalen. Schwiegermutter kommt zum Kaffeekränzchen? Die Nichte wird getauft? Im Heimatkanal läuft die Nachberichterstattung zur königlichen Hochzeit? ALLES UNWICHTIG!

3 x 3 = 3

ist die Formel für die kommenden drei Wochen!

3 Spiele, jeweils 3 Punkte, Platz 3

19.04.2011

(Fast) alle Fragen geklärt

Heute ist die Liste der potentiellen RWE-Spieler für die Saison 2011/12 erheblich geschrumpft. Gegenüber der TA bestätigte RWE, dass Martin Pohl, Martin Hauswald, Julian Lüttmann, Chhunly Pagenburg, Julien Humbert, Petr Smisek, Christopher Handke, Jonas Heidrich und Sebastian Becker keine neuen Verträge erhalten. Der einzige, bei dem ich die Entscheidung des Vereins nicht verstehen kann, ist Martin Hauswald. Aber es wurde im Laufe der Saison immer klarer, dass unser Training kein großer Fan des kleinen Flügelflitzers ist.

Damit ist nur noch offen, ob Dennis Hillebrand seinen Vertrag verlängert. Laut der TA ist die Tendenz positiv. Nicht bekannt ist mir der Sachstand bei den beiden Nachwuchsspielern Juraschek und Thyler, weswegen sie ebenfalls noch unter „Zukunft offen“ stehen. Bei Thyler weiß ich nicht einmal wie lange sein Vertrag läuft. Ich hoffe, ich kann das mit Hilfe der Foren zeitnah aufklären.

Da nun also (fast) alle Frage hinsichtlich des vorhandenen Personals geklärt sind, darf man nun gespannt sein, welche Spieler zu uns stoßen. Gemäß TA soll es noch vor Saisonende erste Vertragsabschlüsse geben. Neue Namen rauschen derzeit nicht durchs Netz bzw. den Blätterwald.

14.04.2011

Quintett verläßt RWE

Nun ist es amtlich, was nach den Meldungen in den letzten Wochen je nach Sichtweise bereits zu befürchten bzw. zu erwarten war. Dirk Orlishausen, Tino Semmer, Dennis Malura, Jens Möckel und auch Fabian Stenzel werden unseren Verein verlassen. Ich hatte gestern grad meinen Text online gestellt, da gab der FC Rot-Weiß die Abgänge offiziell bekannt.

In den Foren ging es sofort hoch her. „Söldner“, „ab auf die Tribüne für die letzten Spiele“, „Heuchler“ und und und. Einfach schwachsinnig. Die Jungs haben alle einen Vertrag bei Rot-Weiß gehabt, der läuft nun aus und das sie die ihnen als Profifußballer um Geld zu verdienen begrenzt zur Verfügung stehende Zeit bestmöglich nutzen wollen, ja müssen, kann man ihnen nicht verdenken. Insbesondere für Jens Möckel ist der Wechsel in die zweite Liga (wahrscheinlich zu Erzgebirge Aue) ein logischer Schritt in der Karriereplanung. Etwas überrascht hat mich, dass auch Fabian Stenzel eine Vertragsverlängerung abgelehnt hat. Im Gegensatz zu den anderen vier Spielern waren bei ihm in den letzten Tagen keine Namen von potentiellen Interessenten durch die Medien gegeistert. Ich frage mich allerdings, warum dem SC Paderborn 07 die Meldung über die Abgänge auf der offiziellen Erfurter Facebook-Seite gefällt.


Mal sehen, wie sich nun andere Spieler entscheiden, die ich gerne weiter in Erfurt sehen würde, namentlich Martin Hauswald und Dennis Hillebrand.

Noch spannender ist natürlich, wie die Abgänge ersetzt werden. Während unser Mittelfeld komplett zusammenbleibt (Caillas, Pfingsten-Reddig, Zedi und Weidlich, dazu Baumgarten) und auch im Sturm mit Reichwein und Drexler (dazu El Haj Ali) zumindest ein Grundgerüst steht, haben wir mit Bertram und Ströhl erst zwei Verteidiger unter Vertrag.

Neben dem auch hier schon genannten Selim Aydemir brachte die Bild-Zeitung den Namen Marc Heider ins Spiel. Heider, der in Kaliforniens Hauptstadt Sacramento geboren wurde, stammt aus dem Nachwuchs des VfL Osnabrück und gelangte über Werder Bremen II zu Holstein Kiel. Dort erzielte er in dieser Saison in 24 Spielen 13 Tore und bereitete weitere elf vor. Das ist ein Scorerpunkt pro Spiel. 2009/10, ebenfalls für Holstein Kiel, gelangen ihm bei 21 Einsätzen (davon elf von Beginn an) in der 3. Liga zwei Tore. Zuvor hatte er als unter Zwanzigjähriger für Werder Bremen II in 84 Einsätzen, davon etwa die Hälfte von Beginn an, 16 Tore erzielt und 11 Treffer vorbereitet. Aus meiner Sicht ein sehr interessanter Mann. Daher ist er leider auch anderen Mannschaften aufgefallen, u. a. soll Dynamo Dresden ebenfalls hinter Heider her sein.

Ich habe die Gerüchte mal in meine kleine Übersicht eingestellt und dafür den feststehenden Abgängen etwas weniger Platz eingeräumt.

13.04.2011

Semmer weg - Caillas bleibt

Tino Semmer hat heute gegenüber der TA bestätigt, dass er den FC Rot-Weiß verlässt. Die Ostsee-Zeitung meldet, dass sein Ziel, wie erwartet, Hansa Rostock ist. Hansa-Manager Beinlich ließ sich aber noch kein offizielles Statement entlocken.

Außerdem habe ich Oliver Caillas in die Liste der 2011/12 unter Vertrag stehenden Spieler verschoben. In den Foren wurde gestern gesagt, dass der Verein die Option gezogen hat. Alles andere hätte mich auch schwer überrascht.

Die beigefügte Übersicht habe ich entsprechend überarbeitet.

12.04.2011

Neues vom rot-weißen Transfermarkt

3:1 in Dresden – 1:2 gegen Saarbrücken. Zweimal gab’s RWE live im TV. Während das 3:1 an der Elbe ein Hochgenuss war, waren die 90 Minuten gegen die Franzosen eher eine Qual. Da half leider auch die Anforderung von Miguel nix, in der Casa da Eira erlebten wir die Pleite gut 2500 km von der Heimat entfernt mit. Da auch die Konkurrenz patzt steht Offenbach immer noch auf Platz 3. Ich wage die Prognose, dass die Hessen genau bis zum 38. Spieltag dort stehen werden. Und dann wird irgendeiner der Verfolger doch noch vorbeiziehen. Ob das nun wir, Wehen, Dresden oder sogar noch Koblenz sein werden, läßt sich angesichts der unfassbaren Unkonstanz der genannten Teams nicht vorhersagen. Ich bleibe aber dabei: wenn mir heute jemand den vierten Platz und damit die DFB-Pokal-Teilnahme (incl. Einnahmen) garantieren könnte, würde ich zugreifen und auf die Chance auf den dritten Platz verzichten.

Die weiterhin unübersichtliche Tabellensituation erschwert auch die Personalplanungen. Für den gestrigen Montag hatte der Verein einigen Spielern, denen RWE Angebote vorgelegt hatte, eine Deadline gesetzt. Und so fielen dann wohl auch die ersten Entscheidungen. Offiziell bestätigt ist noch nicht, aber die Tendenzen sind in einigen Fällen eindeutig.

Dennis Malura wird seinen Vertrag nicht verlängern, dass hat er der Thüringer Allgemeinen bestätigt. Vermutlich wechselt der flinke Rechtsverteidiger zu 1860 München. Der Berater von Tino Semmer wird in der Bild-Zeitung zitiert, dass sein Schützling zu Hansa Rostock geht. Auch an Tino können wir zu 99% einen Haken machen. Beide Spieler erachte ich als ersetzbar, Malura ist zwar superschnell, hat aber Schwächen im Eins-gegen-Eins und auch seine Flanken könnten besser sein. Ich bezweifel, dass er den Sprung in die Löwen-Stammelf schafft. Und Semmer hat in der Rückrunde merklich abgebaut, zudem steht mit Dominik Drexler sein potentieller Nachfolger bereits mehr als nur in den Startlöchern.

Sowohl die TA wie auch die Bild melden übereinstimmend, dass Dirk Orlishausen seinen Namenszug schon längst unter einen Vertrag mit dem Karlsruher SC gesetzt hätte, wären die Nordbadener nicht akut abstiegsbedroht. Man stelle sich vor: Orle, der ja schon (zu) oft via Medien von der zweiten Liga geträumt hat, unterschreibt beim KSC und wir schlagen die dann im Relegationsspiel. Stellt sich nur die Frage, wie lange Orlishausen die RWE-Verantwortlichen hinhalten kann. Geistig verabschiedet habe ich mich bereits von Jens Möckel, der in verschiedenen Medien mit dem FC Erzgebirge Aue in Verbindung gebracht wird. Für ihn ein logischer, nächster Schritt auf der Karriereleiter, zu dem man ihn nur beglückwünschen kann. Ein Vertrag bei diesem sehr solide und seriös geführten Verein ist für einen Fußballer wie Jens Möckel sicher eine feine Sache. Da zudem laut TA vom vorvergangenen Wochenende Martin Pohl’s Vertrag nicht verlängert wird, dürfte es auf der Innenverteidiger-Position wohl noch Verstärkungsbedarf geben, zumal auch Hillebrands Vertrag ausläuft. Ebenfalls noch offen ist die Personalie Fabian Stenzel. Der hatte vor Wochen mal in der TA erklärt, dass er sich einen Verbleib in Erfurt sehr gut vorstellen kann. Unterschrieben ist aber noch nichts und so heißt es auch bei dieser Personalie abwarten.

Über potentielle Neuzugänge hört man weiter wenig. Der Name Selim Aydemir fiel ja immer mal wieder, zuletzt hatte sich Björn Brunnemann über die Boulevardpresse angeboten („Geld ist nicht das wichtigste“). Etwas handfestes war aber noch nicht zu lesen.

Fazit: Die kommenden Wochen bleiben auch abseits des grünen Rasens spannend. Hoffen wir zunächst auf einen erfolgreichen Auswärtsauftritt in Sandhausen am kommenden Freitag. Nicht das sich die Tabellensituation zu unseren Ungunsten frühzeitig entscheidet.