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25.08.2010

Same procedure as every year

Wie immer... Unterhaching halt...

Optimisten würden anmerken, dass wir

1.) dass erste Mal ein Tor geschossen haben, wenn wir in Unterhaching verlieren und

2.) mit Marcel Reichwein endlich mal ein RWE-Stürmer in dieser Saison getroffen hat.

08.02.2010

Historischer Punkt am Super Bowl Sunday

Ich erlaube mir, unseren Auswärtsauftritt in Unterhaching und den Super Bowl XLIV im folgenden Beitrag kompakt zu verarbeiten.

Am Nachmittag feierten unsere Götter in Unterhaching einen historischen Erfolg. Nachdem es bei den drei Gastspielen zuvor 0:11 Tore (bei NULL Punkten) hagelte, sicherte sich der FC RWE beim 1:1 im Sportpark den ersten Punkt. Die Zipfelmützen waren nicht anwesend, dass 0:4 aus der Vorsaison hatte bleibenden Eindruck hinterlassen. Darf man dem Bericht bei „Sport im Osten“ Glauben schenken, waren die Oberbayern uns fast über die gesamten 90 Minuten überlegen. Allerdings nutzten die Gastgeber klarste Torchancen nicht und so erzielte Kammlott nach feinem Zuspiel von Thiago kurz vor der Pause die überraschende Führung. Nach dem Wechsel berannten die rot-blauen weiterhin unser Tor, mehr als der Ausgleich per Kopf nach einem Freistoß gelang aber nicht mehr. Ich bin mit dem Punkt durchaus zufrieden. Auch wenn sich durch die Erfolge von Heidenheim und Osnabrück der Abstand nach oben vergrößert hat, sollte man das Unentschieden angesichts unserer Historie in Unterhaching als Erfolg betrachten.

Nach ein bisschen Wintersport und dem Bremer Tatort trudelten dann die Gebrüder Christian mit den wichtigsten Zutaten für den Super Bowl ein: Bierchen und Hackfleisch. Die Burger waren ähnlich stark wie die New Orleans Saints. Alles zum Spiel erfahrt ihr in der beigefügten Übersicht. Zum ersten Mal seit 2001, als die Ravens gegen New York gewannen, setzte sich das von mir favorisierte Team durch – und prompt sorgte die ARD für einen peinlichen Tiefpunkt im deutschen Sportjournalismus. Für eine Sendung über die schönsten Bahnstrecken der Welt aus Neuseeland wurde die Live-Übertragung vor der Pokalübergabe abgebrochen. Ich war mächtig sauer über soviel Dilettantismus.


05.02.2010

Dritte Liga 2009/10 - Aufgalopp im neuen Jahr

Bei aller Vorfreude auf den Super Bowl will ich mal nicht vergessen, dass ein paar Stunden vorher unser über alles geliebter FC Rot-Weiß in Oberbayern um die ersten Punkte im Jahr 2010 kämpft. Letztes Jahr waren Chrischi und ich ja vor Ort und erlebten die (statistisch gesehen) erwartete 0:4-Klatsche. Schon nach recht früh waren die Messen gesungen, Haching zerlegte uns in alle Einzelteile.

Insgesamt stehen für uns im Sportpark drei Niederlagen mit 0:11 Toren zu Buche. Doch die Hoffnung hat einen Namen: Rainer Hörgl. Im Gegensatz zu seinem Verein hat unser Trainer in Haching nämlich noch nie verloren.

Apropos Hörgl. Nachdem das Spiel gegen Ingolstadt letzte Woche abgesagt wurde, ist unser Gastspiel im Münchner Umland auch das Spiel Eins nach Stephan Beutel. Rainer Hörgl wurde nach der Freistellung von Beutel, zu der ich mich im Eisbecher der Woche ausführlich geäußert hatte, Anfang dieser Woche zum Teamchef, sozusagen zum Felix Magath von Erfurt, befördert. Ihm zur Seite wurde der uns allen nicht unbekannte Torsten Traub gestellt. Torsten kickte zwischen 2003 und 2005 für Rot-Weiß, gehörte also der 2004er Aufstiegsmannschaft an. Den Zweitliga-Aufstieg wiederholte er dann 2006 mit dem FC Augsburg - unter Trainer Rainer Hörgl. An der FH Schmalkalden hat Traub sich in einem Sportökonomiestudium das theoretische Rüstzeug für seine neue Aufgabe geholt. Die Erfurter Zipfelmützen wünschen TT maximalen Erfolg.

Neben Torsten Traub wurde bei der PK am Montag auch Julian Lüttmann vorgestellt. Unser neuer Stürmer kickte in der Hinrunde für Sandhausen, zuvor zwei Jahre in Oberhausen. In der RWO-Aufstiegssaison 2007/08 erzielte er zehn Tore, in der zweiten Liga 2008/09 weitere vier. Auch Julian, der übrigens unter http://www.julian-luettmann.de/ eine feine Homepage betreibt, heißen wir in der schönsten Stadt der Welt herzlich willkommen.

Eine Wunsch-Aufstellung zu erstellen ist schwierig, da ich mir während der Testspiele keinen Live-Eindruck verschaffen konnte. Auch wenn Rainer Hörgl meinen Gedankenspielen wohl nicht folgen wird, tendiere ich im Mittelfeld zu einer Doppel-Sechs mit Bölstler und Cinaz und in der Offensive zu einer Art variablen Doppel-Zehn mit Rockenbach und dem wieder genesenen Becker. In der Abwehr fehlt der gelbgesperrte Pohl, vorne entscheide ich mich erstmal für das Duo Semmer/Kammlott.

Kammlott - Semmer
Becker - Rockenbach
Bölstler - Cinaz
Ströhl - Hillebrand - Möckel - Malura
Orlishausen

16.08.2009

3. Liga 2009/10 - 4. Spieltag (15.08.09)

FC ROT-WEISS ERFURT - SPVGG UNTERHACHING 1:1 (1:1)

Der FC Rot-Weiß Erfurt wartet auch nach dem fünften Pflichtspiel weiter auf den ersten Sieg. Auch mehr als eine Stunde Überzahl und die Tatsache, dass die Gäste aus Unterhaching schon nach einer halben Stunde durch einen Platzverweis und eine Verletzung den kompletten Sturm verloren hatten, genügte nicht um zum ersten Dreier der Saison zu gelangen.

Gegenüber dem 0:5 in Ingolstadt stellte Hörgl die Innenverteidigung komplett um. Für den gesperrten Peßolat und den schwachen Pinske begann die wieder genesene Stamm-Innenverteidigung des Vorjahres: Pohl und Möckel. Im Sturm spielte neben Semmer wieder Kammlott für den noch nicht für 90 Minuten fitten und ohnehin formschwachen Cannizzaro.

Das Spiel begann denkbar ungünstig: Der sehr schlechte, weil ohne irgendeine Linie pfeifende Schiri aus dem Württembergischen, gab bereits nach drei Minuten Elfmeter für die Gäste. Bei einem Laufduell zwischen Rockenbach und Rathgeber fällt der Hachinger plötzlich wie vom Blitz getroffen. Offenbar hatten die vor dem Spiel in allen Medien zu lesenden Unmutsbekundungen des Gäste-Trainers über die Schiedsrichter, die seine Mannschaft im Laufe der Saison gepfiffen hatten, bereits Wirkung gezeigt. Der Elfer war dann natürlich drin. Haching erarbeitete sich zunächst ein Übergewicht, weil sie die Zweikämpfe energischer führten und unsere Mannschaft viel zu pomadig auftrat. Nach einer knappen halben Stunde erfuhr das Spiel dann seine Wendung. Nach einem Zweikampf zwischen Ströhl und Rathgeber tritt der Hachinger im Bodenkampf nach und erhält völlig zu Recht die Rote Karte. Es dauerte dann nur sechs Minuten, bis wir die Überzahl nutzten. Einen Rockenbach-Freistoß verlängert Susak ins eigene Tor – Ausgleich! Auch wenn wir unseren ersten Saisontreffer nicht selbst erzielt hatten, war die Erleichterung im ob des dünnen Saisonstarts mit knapp 4 500 Zuschauern nur spärlich gefüllten Steigerwaldstadion deutlich spürbar.

Die zweite Halbzeit begann verheißungsvoll. Der heute sehr starke Humbert tankte sich bis in den Strafraum durch, ging am Torwart vorbei und machte dann doch alles falsch. Den am Boden wie ein Fisch an Land zappelnden Hachinger Torwart Kampa spielte er den Ball direkt in die Arme – anstatt das Ding zum 2:1 reinzulupfen. Wir beherrschten Haching nun klar, die Gäste kamen in der 2. Halbeit kaum einmal über die Mittellinie geschweige denn in die Nähe unseres Tores. Doch ausnutzen konnten wir diese Überlegenheit nicht. Dies hatte mehrere Gründe:

1. Die tausendprozentigen Chancen wurden nicht genutzt. Neben der angesprochenen Humbert-Szene vergaben auch Möckel und Rockenbach jeweils frei vor dem Tor.
2. Es wurden überhaupt keine Chancen aus dem Spiel heraus produziert: Möckel hatte seine Chance nach einem Freistoß, Rockenbach nach einem unfassbaren Fehler in der Gäste-Abwehr.
3. Wir können auch überhaupt keine Chancen herausspielen, weil wir vollkommen ohne Tempo und Bewegung spielen. Sowohl mit wie auch ohne Ball. Die Kugel wird endlos quergepasst, weil sich vorne keine freien Anspielmöglichkeiten bieten oder durch schnelles, direktes Spiel geschaffen werden.
4. Auch dem Trainer muss ein Vorwurf gemacht werden. Er muss doch gesehen haben, dass Haching die gesamte zweite Hälfte eigentlich nur darauf bedacht war, den Punkt zu retten. Warum wird die Viererkette mit dem furchtbar schlechten Malura nicht aufgelöst und ein weiterer Stürmer gebracht. Stattdessen wechselt er Pinske ein. Wollte er den Punkt retten?

War ich nach dem Spiel nur irgendwie enttäuscht, war ich nach der MDR-Berichterstattung richtig sauer. Zum einen auf den Sender. Diese blöde Nummer mit der Sendung mit der Maus hätte sich der Sender sparen können. Also die Fehlfarbenen oder Dynamo letztes Jahr nur Scheisse gespielt hat, hab ich so eine Verarsche nicht gesehen. Wo wurde denn dem Herrn Präsidenten Schreiber mal vom MDR sein 80-Punkte-Ziel vorgehalten, als die Zeiss-Ratten im Abstiegskampf steckten. Und dann der Kommentator des Spiels… Keine Ahnung von nix, aber jede Szene des Schiedsrichters beklatschen. Den Elfmeter als „vertretbar“ darzustellen, hat nix mehr mit journalistischer Freiheit zu tun. Hauptsache Dynamo. Da wäre wieder ein Aufschrei durch die SiO-Redaktion gegangen, wenn die so einen Elfer bekommen hätten.

Noch viel mehr ärgert mich aber diese maßlose Selbstüberschätzung der Mannschaft. Zwei Punkte aus fünf Spielen. Zwei Punkte. Unser einziges Tor hat ein Hachinger geschossen. Vorletzter. Die Mannschaft trabt pomadig über den Platz. Und was erzählt Pohl nach dem Spiel: „Ich weiß gar nicht, was das soll. Wenn wir 3:1 gewonnen hätten, hätten alle Hurra geschrien. Die sollen sich mal ein bisschen zurücknehmen und Piano machen.“ Ja, genau. Wenn ihr 3:1 gewonnen hättet!!! Habt ihr aber nicht!!! Also, Klappe halten, (wenn spielerisch schon nix geht) kämpfen und arbeiten bis der Arzt kommt und dann sind die Fans auch nicht böse, wenn es mal keinen Dreier gibt. Was einen aber anstinkt, ist diese mangelnde Selbstkritik nach diesem schwachen Saisonstart. Über das „Interview“ unseres Torwarts will ich mal lieber nix sagen. Dessen Aussage sind wohl der Tatsache geschuldet, dass er am Samstag wohl zulange beschäftigungslos in der Sonne stand…