22.07.2011

Dritte Liga 2011/12 - Unsere Gegner

Okay, zugegeben, im letzten Jahr ham wir uns in der Aufstiegsfrage
eigentlich nur selbst im Wege gestanden. Die direkte Konkurrenz
geschlagen, drei Spieltage vor Schluss war der Relegationsplatz erklommen
und wir hatten alles in der eigenen Hand. Doch dann kam Regensburg. Und
dann Ahlen. Aber vor allem wir selber waren es, die es in den beiden
entscheidenden Spielen nur eine Halbzeit lang schafften, überhaupt
Normalform zu erreichen. Kein Gegner war also am letztendlich
enttäuschenden fünften Platz Schuld, nur wir selber. Dennoch lohnt
natürlich vor der heute abend mit dem Spiel Heidenheim vs. Offenbach
beginnenden Saison ein Blick auf die Konkurrenz. Auch wenn dies in der 3.
Liga immer sehr schwer fällt, weil zahlreiche Mannschaften ihre Kader
radikal umgebaut haben. Sei es aus wirtschaftlichen Zwängen oder weil das
Spielermaterial in der Vorsaison die Erwartungen nicht erfüllte. Mein
kleiner Blick auf die Konkurrenz ist also teilweise eine Lotterie, denn
wer kann jetzt schon seriös einschätzen, wie sich vollkommen neu
zusammengewürfelte Truppen im Laufe der Saison schlagen werden. Wurde die
richtige Mischung gefunden, aus jugendlichem Tatendrang und der Erfahrung
und Weisheit des Alters, aus Profis, die die 3. Liga wie ihre Westentasche
kennen und Spielern, für die, egal ob von oben, unter oder aus dem
Ausland, die dritthöchste Spielklasse völliges Neuland darstellt. Also,
wagen wir einen Blick in die Zukunft.

Auch wenn sich alle einig sind, dass einen Doppeldurchmarsch wie im
Vorjahr (Braunschweig/Rostock) nicht geben wird, fällt ein Name immer
wieder, wenn es um den Aufstiegsfavoriten geht: der SV Wehen Wiesbaden.
Die Wasserfiltertruppe hat einige namhafte Neuzugänge (z.B. Christ aus
Düsseldorf, Smeekes und Nagy von den Kernbergen, Mann aus Saarbrücken,
Herzig und Burkhardt aus Aachen, Wohlfahrt von Bayern II) unter Vertrag
genommen. Aber Vorsicht, das erinnert schwer an den SV Sandhausen im
letzten Jahr, die, mit der namhaftesten Drittligatruppe lange gegen den
Abstieg kämpften. Apropos Sandhausen: die haben sich unter dem neuen alten
Trainer Gerd Dais in der Rückrunde stabilisiert und auf dem Papier liest
sich der Kader der Badener immer noch vom feinsten. Deshalb erwarte ich
den SVS zumindest im Dunstkreis der Aufstiegsränge. Sollten wir am Ende
nicht zu den zwei bzw. drei Glücklichen gehören, wäre es doch eine feine
Sache, wenn zwei der unattraktivsten Adressen die 3. Liga nach oben hin
verlassen würden. Aber, wie schon gesagt, einen Durchmarsch erwarte ich
nicht. Mit Osnabrück und Bielefeld kommen zwei Teams aus der 2. Bundesliga
dazu, die man fast schon reflexartig in den allerhöchsten Tabellenregionen
vermutet. Doch beide haben ihre Kader mächtig überarbeitet, ob sich
jeweiligen Spieler aber sofort als Einheit präsentieren? Die beiden Teams
geben sich vorsichtig bis zurückhaltend, aber mal ehrlich: Osnabrück ist
DIE Fahrstuhlmannschaft zwischen Zweit- und Drittklassigkeit und allein
der Name Arminia Bielefeld zieht trotz 30 Millionen Euro Schulden immer
noch genug Spieler an, die hier eine schnelle Möglichkeit sehen, die 2.
Bundesliga zu erreichen. Wehen, Sandhausen, Osnabrück, Bielefeld - und
sonst? Wir? Nun, abwarten, über die Ungewissheiten unseres Kaders habe ich
Anfang der Woche philosophiert, bleibe aber dabei: wenn die Rädchen
ineinander greifen, können wir das obere Drittel ins Visier nehmen.
Offenbach? Die Hessen haben nach der katastrophalen Rückrunde radikal
ausgemistet, sowohl auf dem Platz (u. a. ging Toptorjäger Occean nach
Fürth) wie auch in der Führungsetage (Manager Möller nahm seinen Hut).
Dennoch, der neue Trainer Arie van Lent sowie der Stadionneubau sorgen für
eine gewisse Aufbruchstimmung am Bieberer Berg. Immerhin hat der OFC als
einziger (!) Drittligist für einen Spieler (Stürmer Pascal Testrot kostete
50.000 Euro) eine Ablösesumme bezahlt.

Im Mittelfeld sehe ich Heidenheim, die Top-Torjäger Patrick Mayer an
Augsburg abgeben mussten, aber noch immer eine Mannschaft haben, die
gehobenes Drittliga-Niveau verspricht. Zudem ist an der Brenz eine
erstaunliche Euphorie entstanden, der FCH hat sage und schreibe 3500
Dauerkarten verkauft. Zahlen, von denen wir nur träumen können.
Saarbrücken, dass eine überragende Rückrunde gespielt hat, musste einige
schmerzhafte Abgänge verkraften. Wiesbaden und Zweitligist Karlsruhe
bedienten sich. Die Saarländer dürften aber nach dem Absturz bis in die
Oberliga Südwest mit der aktuellen Entwicklung sehr zufrieden sein. Auch
unsere fehlfarbenen Freunde sortiere ich mal hier ein. Nach Jahren des
Größenwahns und Niedergangs wird an den Ufern der Saale eine Rückkehr nach
der anderen gefeiert. Rückkehrer-Präsident Zipfel und Rückkehrer-Trainer
Weber stehen für seriöses Wirtschaften und nachhaltigen Aufbau der
Mannschaft, Rückkehrer-Spielmacher Jan Simak, Rückkehrer-Torwart Tino
Berbig und Rückkehrer-Defensivkraft Alexander Maul sollen die zahlreichen,
aus diversen Reservemannschaften ebenfalls neu verpflichteten
Nachwuchsspieler führen. Eine interessante Mischung, die
unerfreulicherweise Gutes verspricht. Auch die beiden Aufsteiger Chemnitz
(die es sich leisten konnten, Toptorjäger Förster und Flankengott Ronny
Garbuschewski zu halten) und Münster sowie der VfR Aalen (einige
interessante Neuzugänge, u. a. Marco Calamita) scheinen mehr als nur den
Klassenerhalt erreichen zu können. Der dritte Zweitligaabsteiger, die
finanziell ziemlich klammen Oberhausener, erwarte ich mit runderneuertem
Kader, der hauptsächlich aus Spielern aus unterklassigen Ligen
zusammengestellt wurde, maximal im grauen Mittelmaß der Tabelle. Mit
Tendenz nach unten.

Und dann sind wir schon im Keller der Liga. Oder um es, in Abwandlung
eines Herbert-Grönemeyer-Songs anders zu sagen, tief im Süden. Und das ist
absichtlich doppeldeutig gemeint. Denn mit Regensburg, Burghausen und
Unterhaching ist das komplette bayerische Drittligatrio akut gefährdet.
Burghausen sprang zum zweiten Mal in drei Jahren nur dank eines
Lizenzentzuges eines Konkurrenten aus dem Regionalliga-Fahrstuhl, hat
seinen Kader mit einigen erfahrenen Spielern aufgerüstet und scheint noch
den stärksten Eindruck des bayerischen Trios zu machen. Regensburg und
Unterhaching haben zahlreiche Leistungsträger verloren und hoffen mit sehr
schlanken Kadern auf das sportliche (und finanzielle) Überleben. Gleiches
gilt weiter nördlich für den SV Babelsberg, der, ebenfalls auf Grund
finanzieller Zwänge zahlreiche Leistungsträger verloren hat. Unter anderem
mussten die Filmstädter Oumari und Jovanovic an uns abgeben. Auf Grund der
Schwäche dieser drei Teams können der dritte Aufsteiger Darmstadt und die
erneut stark verjüngte, aber sicherlich talentierte Bremer Reserve auf den
Klassenerhalt hoffen. Gleiches gilt für die Zwote des VfB Stuttgart, die
mit Schipplock ihren Toptorjäger (nach Hoffenheim) verloren hat, aber
eigentlich traditionell eine sorgenfreie Saison im Mittelmaß der Tabelle
spielt.

18.07.2011

Arbeitsnachweis 2010/11

In fünf Tagen beginnt mit dem Derby gegen unsere fehlfarbenen Freunde von der Saale die neue Saison für unseren FC Rot-Weiß Erfurt. Es wurde daher höchste Zeit für mich, das zurückliegende Spieljahr 2010/11 „statistisch zuzumachen“. Wer also links auf die Grafik klickt, erhält den kompletten Arbeitsnachweis unserer ersten Mannschaft für die abgelaufene Saison. Und erhält einige interessante Fakten:

3420 Spielminuten – das wäre die maximal mögliche Zahl bei 38 Saisonspielen gewesen. Geschafft hat das keiner. Am nächsten kam ihr unser Torwart Dirk Orlishausen, der 3285 Minuten auf dem Feld stand. Bester Feldspieler war ausgerechnet Alterspräsident Rudolf Zedi, der die 3000er-Marke ebenso knackte wie Sturmführer Marcel Reichwein und Elfmetergott Nils Pfingsten-Reddig. Apropos Reichwein. Nicht der nach Rostock gewechselte Tino Semmer, sondern „Cello“ war unser bester Stürmer. 12 Tore und 10 Vorlagen sollten einigen, die immer gleich beim erstbesten Ballverlust unserer Nummer 10 pfeifend und beleidigend loszuwettern, zu denken geben.

Der dritte Torwart Jonas Heidrich sowie die von Verletzungssorgen geplagten Sebastian Becker, Julien Humbert und Chunly Pagenburg hatten überhaupt keinen Einsatz für unsere erste Mannschaft. Während Heidrich, Humbert und Pagenburg aber jeweils noch einige Einsätze in der zweiten Mannschaft bestritten, kickte Sebastian Becker keine einzige Minute in der Saison 2010/11. Am Ende musste er seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen beenden. Kurzarbeiter, mit einer einzigen Minute Einsatzzeit ist Christopher Handke. Der mittlerweile nach Halberstadt gewechselte Innenverteidiger wurde am 17. Spieltag in Regensburg in der letzten Minute eingewechselt.

13.07.2011

Kaderanalyse 2011/12 / RWE-Werder 1:2

FC ROT-WEISS ERFURT - WERDER BREMEN 1:2 (0:1)

In zehn Tagen geht’s endlich wieder los… unser FC Rot-Weiß Erfurt startet ausgerechnet gegen die Fehlfarbenen von der Saale in die neue Saison. Gestern Abend gab es dafür die Generalprobe, als sich Bundesligist Werder Bremen bzw. was von denen übrig (sprich: nicht verletzt) war im Steigerwaldstadion ein Stelldichein gab. Eine gute Gelegenheit, um nicht nur ein paar Worte zum Spiel zu verlieren, sondern unseren Kader einer kleinen Analyse zu unterziehen.

Während die Gäste also auf zahlreiche Leistungsträger (Wiese, Naldo, Prödl, Mertesacker, Boenisch, Silvestre, Bargfrede, Kroos, Ekici, Arnautovic, Pizarro)verzichteten bzw. verzichten mussten, bot Stefan Emmerling möglicherweise schon seine derzeit bevorzugte Topelf auf. Deutlich wurde dies auch im Laufe der zweiten Halbzeit, in der Werder munter durchwechselte, während unser Trainer sich auf die auch in Pflichtspielen nur erlaubten drei Auswechslungen beschränkte.

Im Gegensatz zu ihrer Mannschaft war der Werder-Anhang im Freundeskreis der Zipfelmützen vollzählig vertreten. Kai, der extra aus dem tiefsten Hessen angereist war, um neben seinem „Lieblingsverein aus dem Osten“ auch Werder live zu sehen, sowie Meike und Jacob riss die Leistung ihrer grün-weißen Lieblinge aber nicht aus den Sitzen. Marin spielte unsere Verteidigung, speziell am Anfang, mehrfach schwindlig, mit zunehmender Spielzeit bekamen wir das aber besser in den Griff. Hunt jagte einen Foulelfmeter in die Wolken, Rosenberg verstolperte einige Chancen. Erschreckend fand ich aber besondere die Leistung der Werder-Defensive, insbesondere der aus Schalke gekommene Lukas Schmitz bekam seine linke Abwehrseite gegen die schnellen Erfurter Akteure nicht geschlossen und wurde ein gutes halbes Dutzend mal ausgespielt oder überlaufen. Setzt sich das leidige Bremer Abwehrproblem auf links also fort!? Die Tore für die Gäste erzielten Trinks (4.) nach schöner Kombination über den ansonsten grottenschlechten, lustlosen Hunt und Marin sowie Schindler (85.), der nach einer Ecke vollkommen unbedrängt auf den kurz zuvor von Fabian Paradies erzielten Erfurter Ausgleich antwortete.

KADERANALYSE

Nun ein paar Worte zu unserem neuformierten Kader.

Im Tor spielte Marcus Rickert. Und nach seiner gestern gezeigten Leistung darf er das auch gerne am 23.07. tun. Stark in Eins-gegen-Eins-Situationen, sicher beim herunterpflücken der Flanken, lautstark beim Dirigieren – das gefiel mir sehr gut! Und was man in den Zeitungen und Foren so lesen durfte, zeigte Sponsel ja einige Schwächen.

Die Abwehr war mit Ausnahme von Ströhl, der auf der linken Seite aber blass blieb, vollkommen neu formiert. Und konnte, mal abgesehen von den ersten 20 Minuten, auch durchaus überzeugen. Rauw (neu von Union) und Oumari (neu aus Babelsberg), der mir auch mit einigen präzisen langen Bällen auffiel, bildeten die Innenverteidigung, auf rechts verteidigte Phil Ofosu-Ayeh (neu aus Wilhelmshaven). Während ich die Innenverteidigung durchaus so erwartet hatte, überraschte es doch, dass Ofosu-Ayeh den aus Babelsberg gekommenen Igor Jovanovic verdrängt hat. Mit seiner grundsoliden Leistung hat er seinen Einsatz gerechtfertigt. In der Hinterhand hat Emmerling neben Jovanovic für die Abwehr noch Bertram (der es, wenn Oumari weiter so spielt, schwer haben dürfte) und den jungen Matthias Rahn sowie für die linke Seite Rhys Tyler. Den Engländer würde ich gerne mal über 90 Minuten sehen, wenn Ströhl weiter so diskret spielt, bekommt er hoffentlich mal eine Chance.

Im Gegensatz zur Abwehr können wir im Mittelfeld auf Altbewährtes setzen. Zedi und Pfingsten-Reddig spielen zentral, Weidlich kommt über rechts, Caillas über links. Unsere „ghanaische“ rechte Seite (Ofosu-Ayeh / Weidlich) wusste zu gefallen, insbesondere auch im Zusammenspiel mit Smail Morabit, der öfter auf den rechten Flügel auswich. Mit Ausnahme unserer jungen Wilden (Baumgarten, Paradies, Göbel) stehen keine weiteren gelernten Mittelfeldspieler im Kader. Bei im Saisonverlauf unvermeidlichen Verletzungen und/oder Sperren müsste Stefan Emmerling dann auf die gelernten Stürmer Morabit (rechts außen) und Drexler (links außen) setzen, wobei ich da keine großen Bedenken habe, dass das funktionieren könnte. Im zentralen Mittelfeld steht zudem Julien Humbert zur Verfügung, den RWE seit gefühlten 38 Jahren verhökern möchte, allerdings hat der Franzose zur Sicherheit seine Vertragsoption gezogen, den dennoch angestrebten Vereinswechsel mangels Nachfrage noch nicht vollzogen.

Mit Manno, Reichwein, Drexler, Morabit, Yohoua, El Haj Ali und Hauck besteht im Angriff auf den ersten Blick die quantitativ größte Auswahl. Sollten Drexler und Morabit aber im Mittelfeld gebraucht werden (siehe oben), Manno seine Verletzungsprobleme nicht überwinden und El Haj Ali nach seiner schweren Verletzung nicht wieder schnell in Schwung kommen, sieht es schon anders aus. Malen wir aber mal nicht schwarz, im Gegenteil. Was ich gestern Abend insbesondere von Morabit gesehen habe, sah schon richtig gut aus. Wenn er, wie bei der einen Szene in der zweiten Halbzeit, sein Auge für besser postierte Mitspieler noch weiter schärft und das ein oder andere Tor erzielt, werden wir an ihm noch eine Menge Freude haben. Dazu kommt mit dem aus Paderborn geholten Gaetano Manno ein Spieler, der schon nachgewiesen hat, dass er weiß wo das Tor steht. Wenn der verletzungsanfällige Deutsch-Italiener richtig fit wird, ist er eine wesentliche Bereicherung für unseren Angriff. Abwarten muss man, wie sich der von Bayernligist Ingolstadt II gekommene Serge Yohoua zwei Spielklassen höher bewert. In den Zeitungen war von ansprechenden Leistungen in den Testspielen zu lesen, leider fällt er nun erstmal vier bis sechs Wochen verletzt aus.

Fazit: Wenn wir einigermaßen vom Verletzungspech verschont bleiben, ist unser Kader ohne Probleme in der Lage, einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen. Für mehr, sprich einen erneuten Angriff auf die Aufstiegsplätze, müsste es aber optimal laufen – und vor allem ein so schwacher Saisonstart wie im letzten Jahr vermieden werden. Erst recht, wenn man weiß, wer am 1. Spieltag im Steigerwaldstadion zu Gast ist.

07.07.2011

Tour de France

Seit dem vergangenen Wochenende rollt die Tour de France wieder über die Straßen unseres Nachbarlandes. Ich verfolge die Tour ja schon seit den Zeiten Miguel Indurains, also lange vor dem Jan-Ullrich-Boom. Damals als der legendäre, leider viel zu früh verstorbene Peter Woydt auf Eurosport kommentierte und mitlitt, als das Team Telekom in den Anfangsjahren nur hinterherfuhr und auch die teuersten Neuverpflichtungen (mir fällt in diesem Zusammenhang immer der Name Wladimir Pulnikow als Synonym ein) bei den ersten etwas steileren Rampen sofort zurückfielen.

Dieser langjährigen Verbundenheit und Begeisterung können auch die zahlreichen Dopingfälle nichts anhaben. Für mich ist die Tour mehr als nur ein Radrennen, welches von den Contadors, Winokurows und Bassos nicht kaputt gemacht werden kann. Umso ärgerlicher, dass diese drei Sünder (wie einige andere auch) im Feld der Tour 2011 mitrollen. Insbesondere der Fall Contador zeigt, wie großzügig in einigen Ländern (hier: Spanien) über Verfehlungen hinweggesehen wird und wie „eilig“ es der Weltradsportverband mit der Aufklärung dieser Fälle hat. Aber wie gesagt, die Tour wird niemals untergehen. Und so freue ich mich dann eben über Zeitverluste von Contador auf den ersten beiden Etappen oder seine knappe Niederlage gegen Cadel Evans an der Mur de Bretagne am Dienstag.

Nachdem sich die öffentlich-rechtlichen Sender wegen der Dopingproblematik im kommenden Jahr aus der Tour-Übertragung zurückziehen und dieses Jahr nur noch auf Sparflamme berichten (auf der 1. Etappe stiegen sie 13 Sekunden nach dem Zieleinlauf von Philippe Gilbert aus – da war Contador noch über eine Minute vom Ziel entfernt), machte Chrischi gestern abend den Vorschlag, dass ich hier ein paar Sätze über die Informationsmöglichkeiten zur Tour verliere. Das greife ich gerne auf.

Lange bevor die Tour beginnt, gehört das offizielle Programmheft der Tour de France zur Pflichtlektüre für jeden Tour-Fan. Das französische Heft wurde früher, ins Deutsche übersetzt, von ARD und ZDF herausgegeben, mittlerweile übernimmt das das Fachmagazin procycling. Herzstück des Heftes ist ausführliche Vorstellung der Strecke mit Kommentaren der Streckenbauer, detaillierten Landkarten, den Bergprofilen und der genauen Marschtabelle. Dazu gibt’s ein paar Interviews, die Vorstellung der Teams und einige historische Geschichten.

Sehr detaillierte Auskünfte zur Strecke bietet auch die offizielle iPhone-App zur Tour. Dort sind die Profile ebenfalls hinterlegt, die Strecke ins google-maps integriert. Dazu sind die Kommentare der Tour-Organisation zu den jeweiligen Etappen sogar etwas ausführlicher als im Heft. Dafür fehlen allerdings die Marschtabellen. Das aktuelle Renngeschehen kann man mittels GPS-Live-Daten verfolgen, allerdings offenbarte die App hier Schwächen, als sie am Montag über Stunden einige Favoriten (z.B. Cadel Evans) auf der Flachetappe in einer Ausreißergruppe vermeldete. Es dauerte Ewigkeiten, bis der Fehler behoben und die richtigen fünf Fahrer genannt waren, die sich vor dem Feld befanden. Der Härtetest für die Live-Daten kommt dann in den Bergen, wenn das Renngeschehen unübersichtlich und das Feld in zahlreiche Gruppen zersplittert ist. Positiv ist die „Favoriten-Funktion“, wodurch man seine Lieblingsfahrer in den verschiedenen Wertung sehr schnell findet.

Im App-Store wird die App ja ganz schön zerrissen, wie mir Chrischi gestern sagte. Und einige Dinge sind wirklich stark verbesserungswürdig. Neben den schon angesprochenen Sachen sind dies, dass auch nach fast einer Woche Tour immer noch keine Fotos bzw. Angaben zu den Rennfahrern in deren Profilen sind. Es gibt keine Archiv-Funktion, d.h. ich kann mir nur die aktuelle Gesamtwertung anschauen, nicht aber die von den Vortagen. Außerdem nerven die regelmäßigen Abstürze und die Tatsache, dass die mit Skoda-Werbung versehene App auch noch 79 Cent kostet. Vergleichbare Apps, z. B. von Wimbledon, der Eishockey-WM oder der PGA-Tour sind gratis.

Online informiere ich mich gerne über die offizielle Seite www.letour.fr, die es sogar wieder in einer deutschen Version gibt. Hier findet man auch viele Details zur Strecke, insbesondere auch zu den Etappenorten. Was ich bedauerlich finde, dass es nachwievor die komplette Strecke nicht zum Download für Google Earth gibt (hab ich zumindest noch nicht gefunden). Ebenfalls gut ist das Angebot von sportschau.de. Hier blick ich meistens, wenn ich mich über die aktuellen Stände in den einzelnen Wertungen informieren will. Zudem gibt es hier die in der App vermisste Archiv-Funktion. Außerdem gibt’s ab und an interessante, teils sogar dopingfreie Interviews mit Fahrern, Teamverantwortlichen und/oder sonstigen Leuten, die die Tour auf verschiedene Art und Weise begleiten. Das Online-Angebot der Sportschau ist auf jeden Fall besser als die TV-Liveberichterstattung.

Ebenfalls empfehlenswert ist die Seite radsport-news.com. Weniger für den statistischen Teil, mehr für die Berichte. Hier hat die Seite wirkliche Stärken. So schreibt hier ARD-Kommentatoren-Legende Herbert Watterot täglich eine Vorschau und der deutsche Rabobankfahrer Grischa Niermann ein Tour-Tagebuch. Diese Form der Tagebücher gibt’s auch auf diversen anderen Seiten, unter anderem auch auf den offiziellen Seiten der Teams bzw. der Fahrer.

Fazit: DEN wirklichen Tipp gibt es nicht. Wer die Tour nicht live im TV verfolgen kann, nutzt am besten den recht ausführlichen Live-Ticker der Sportschau. Für das statistische bemüht man ebenfalls dieses Angebot, Berichte und Hintergründe studiert man auf radsport-news.com. Die App ist, wenn man nicht total radsportvernarrt ist, überflüssig. Insbesondere wenn man, so wie ich, das Programmheft hat.

PS: Ich freue mich ungeachtet einhundertjährigem Alpen-Jubiläum einschl. zweimal Galibier und Alpe d'Huez insbesondere auf die Pyrenäen-Etappen. Schließlich sind Christian und ich ja jetzt absolute Experten für dieses Gebirge und die legendären Anstiege. Am übernächsten Wochenende ist es soweit.

06.07.2011

Portugal 2011 - Schnappschüsse

Die Sommerpause is rum!!! Hab mich in den letzten Wochen ja reichlich rar gemacht hier, wollte aber, nach der tagtäglichen Berichterstattung im vergangenen Jahr, den Urlaub 2011 etwas entspannter genießen. Alle wichtigen Bilder gab es ja bereits bei Facebook zu bewundern, dennoch hier meine persönliche Top Ten aus zwei Wochen Douro.


Wat ein Bild... unser Herr Schulz ist ein Geheimtipp unter den Fotografen!


Schöne Runde am letzten Abend... Muito obrigado família Caeiro!!!


Das Panorama mal andersherum... lange haben wir nach der Zufahrt auf diese Straße gesucht, es war zu einfach, sonst hätten wir's sicher schneller gefunden. Im Bild zu sehen ist Porto Manso und die Brücke nach Porto Antigo.


Claudias erster Besuch am Atlantik... ;-)


Über den Dächern von Porto. An der "Gipfelstation" der neuen Seilbahn in Gaia hat man einen prima Blick auf Porto.


Herrenausflug in den Edel-Weinkeller.


Wat willste mehr? Pool, Panoramo und Pier... Bier... :-)


Thüringer Abend in Porto Manso... Mensch und Tier (klar fokussiert auf das wesentliche!) sind begeistert.


Wieder sagenhaft... das Feuerwerk zum São João in Porto! Das Video mit dem kompletten Feuerwerk kommt demnächst!


The Panorama... dank Profifotograf...


... Miguel in noch schönerer Qualität!

Nun sinds doch elf Bilder geworden, aber da wir nen Fußball-Fanclub sind, ist das okay, wie ich denke! ;-)

18.06.2011

Die Thüringen Rundfahrt in Stadtilm

Schon am Mittwoch sind die Fahrer der Thüringen Rundfahrt durch Stadtilm gekommen und ich konnte von der Arbeit aus zuschauen... heute hatte ich das Handy griffbereit und hab gefilmt. Bessere Videqualität gibt's heut Abend, unterwegs kann ich keine HD-Videos hochladen.




Position:Stadtilm, Markt

25.05.2011

PS3-Zipfelmützen-Cup I

Ich habe mal wieder ein bißchen getestet...

Dänemark - Schottland 2:3 (1:1)

1:0 Bendtner (12.), 1:1 McFadden (34./Foulelfmeter), 1:2 McFadden (66.), 1:3 S. Fletcher (72.), 2:3 Kahlenberg (74.)

Halbzeit: 10 Min., Modus: Profi

Zwei Elfmeter bringen Schottland auf die Siegerstraße. Während McFadden den ersten souverän verwandelt, braucht er beim zweiten den Nachschuss. Dänemark fehlte die in diesem Schwierigkeitsgrad notwendige Genauigkeit im Passpsiel nach vorn. Trotzdem hätte Bendtner noch ausgleichen müssen, doch bei seinem Alleingang in der 90. Minuten traf er nur das Lattenkreuz.

Drei neue Spieler - zwei altbekannte, neue Gegner

Nach den Ausflügen in die Welt des E-Sports möchte ich heute wieder einen Blick auf das reale Fußballgeschehen werfen.

Heute Nachmittag gab unser Verein offiziell bekannt, dass Joan Oumari und Serge Yohoua jeweils Zweijahresverträge beim FC RWE unterschrieben haben. Die Verpflichtung von Oumari war ja auf Grund von Meldungen verschiedener Zeitungen in den vergangenen Tagen bereits absehbar. Der 22-jährige Berliner mit libanesischen Wurzeln hat letzte Saison die Babelsberger Innenverteidigung zusammengehalten und wurde im Nachwuchs der Reinickendorfer Füchse ausgebildet.

Serge Yohoua kommt von der zweiten Mannschaft des FC Ingolstadt aus der Bayernliga. Der 22-jährige Stürmer stammt aus der Elfenbeinküste und steuerte zum Regionalliga-Aufstieg der Schanzer sechs Tore bei. Da er allerdings überwiegend von der Bank kam, dürfte er in die Kategorie Perspektivspieler einzuordnen sein.

Bereits letzte Woche hatte Rot-Weiß Phil Ofosu-Ayeh vom SV Wilhelmshaven verpflichtet. Der 19-jährige beackert die gesamte rechte Außenbahn und komplettiert diese, nun deutsch-gahnaische Seite.

Gestern hat sich auch das Teilnehmerfeld der 3. Liga weiter vervollständigt. Am Nachmittag gab Rot-Weiß Ahlen bekannt, dass das Amtsgericht Münster das Insolvenzverfahren eröffnet hat. Damit wird RWA auf den letzten Tabellenplatz gesetzt und steigt ab. Unsere Niederlage am 07.05. wird dadurch noch sinnloser und ärgerlicher. Wenigstens müssen wir auf absehbare Zeit nicht mehr dorthin fahren. Stattdessen reisen wir weiter nach Burghausen. Der dortige SV Wacker profitiert damit zum zweiten Mal in drei Jahren von einem wirtschaftlichen Knock-Out der Konkurrenz. 2009 hatten die Salzachstädter nur wegen des Rückzugs von Kickers Emden die Klasse gehalten. Glücksschweine, die!

Naja, und zu der schwarz-gelben Party in Osnabrück gestern schreib ich besser nix. Der MDR und seine seit gestern 23:00 Uhr dauererregierte Sportredaktion werden das in den nächsten Tagen sicherlich bis zum Erbrechen auswalzen. Angesichts des bevorstehenden Dynamo-Sendemarathons darf die Frage erlaubt sein, ob Sport im Osten auch noch über die 3. Liga berichtet oder ob nur noch Vorberichte auf das Dynamo-Sonntagsspiel laufen.

Allerdings gibt’s seit gestern auch einen neuen Wackelkandidaten in Sachen Lizenz. Der SV Babelsberg steht, darf man dem dortigen Präsidenten glauben, vor dem Sturz ins Bodenlose. Während man von anderen Vereinsoberen immer Durchhalteparolen hört, gab 03-Präsident Speer (ja genau der, der vor ein paar Monaten als Brandenburger Minister zurücktreten musste, weil seine Geliebte Unterhaltsvorschuss beziehen musste, weil er seine Vaterschaft leugnete) humorlos zu Protokoll, dass man die „knüppelharten“ Auflagen des DFB „nicht erfüllen“ könne. Sollten die Filmstädter absteigen, würde auch der Tabellen-19. der abgelaufenen Saison, Werder Bremen II, den Klassenerhalt am grünen Tisch schaffen. Und man darf gespannt sein, ob sich auch für die Bayern-Reserve noch jemand findet… Eine Saison so ganz ohne sportlichen Absteiger wäre (zumindest in der 3. Liga) mal was neues…

23.05.2011

PS3-Zipfelmützen-Cup I

Mein Trainingsprogramm mit Dänemark ging weiter, nach dem 2:0 über San Marino gestern bin ich in der Weltrangliste ein paar Plätze nach oben geklettert und hab mir die Finnen als Gegner rausgesucht. Die waren aber, in einer dramatischen Schlussphase, noch zu stark.

Dänemark - Finnland 3:5 (1:1)


1:0 Jörgensen (1.), 1:1 Johansson (35.), 1:2 Eremenko (63.), 2:2 Bendtner (64.), 2:3 Aremenko (72.), 3:3 Kahlenberg (87.), 3:4 Kolkka (90.), 3:5 Forssell (90.+1)

Rot: Hyypiä (8./FIN/Notbremse)

Spielzeit: 10 Min pro Halbzeit, Stufe: Legende

Lesebefehl - AFC Wimbledon

Welcher Liebhaber des britschen Fußballs kennt ihn nicht, Vinnie "die Axt" Jones? Diesen eisenharten walisischen Verteidiger, der für alles steht, was einen Fußballer von der Insel ausmacht: knüppelhart, technisch limitiert, trinkfest und ein bißchen durchgeknallt. 254 seiner 438 Profi-Spiele bestritt der mittlerweile 46-jährige für den FC Wimbledon, einem traditonsreichen Fußballclub aus dem Süden Londons. In den 80ern hatten sich zahlreiche Profis vom Schlage Vinnie Jones' beim FCW versammelt. Die legendäre "Crazy Gang" gewann 1988 den FA Cup, einer der legendärsten Erfolge in der Geschichte dieses ältesten Fußballwettbewerbs der Welt. Wimbledon war das englische Synonym für den Underdog, der bis zum letzten Atemzug kämpft, finanziell immer am Rande des Abgrunds.

Das war auch der Grund warum der Club um die Jahrtausendwende herum ein Angebot von Musikmanager Pete Winkelman akzeptierte, der den Club in seine Heimatstadt Milton Keynes, eine erst in den 1960er Jahren errichtete, sog. "New Town", hundert Kilometer nördlich von London, umziehen ließ. Ganz so, wie man es aus dem US-Sport kennt.

Die so gegründeten Milton Keynes Dons wurden zum Hassobjekt aller englischen Fußballfans. Insbesondere die Fans des FC Wimbledon gingen den Weg nach Milton Keynes nicht mit, sondern gründeten kurzerhand einen neuen Verein, den AFC Wimbledon. Und genau dieser AFC Wimbledon ist nun wieder zurück im englischen Profifußball.

Lest dazu die Geschichte Wunder-Wahnsinn-Wimbledon aus dem kicker!

22.05.2011

PS3-Zipfelmützen-Cup I

Ein Team ist mir beim Zipfelmützen-Cup I noch geblieben - Dänemark! Um wenigstens doch noch mit einer Mannschaft im Viertelfinale vertreten zu sein, bereite ich mich bis zur nächsten Spielnacht optimal auf die beiden Spiele gegen England vor. Mit Hilfe einer internationalen Testspielserie möchte ich das Team kennenlernen und auch meine momentane Formkrise überwinden.

Dänemark - Schweden 1:3 (0:3)

Im ersten Spiel der internationalen Serie unterlag Dänemark seinen skandinavischen Nachbarn aus Schweden. Bereits nach 12 Minuten brachte Elmander die Gäste in Führung. In der Folgezeit zeigten die Schweden die reifere Spielanlage und erarbeiteten sich Chance um Chance. Dänemark kam nur sporadisch in die Nähe des schwedischen Tores. Meist verhedderte sich der Europameister von 1992 in der vielbeinigen schwedischen Abwehr. Ihre Überlegenheit nutzen die Schweden kurz vor der Pause um das Spiel früh zu entscheiden. Ibrahimovic (42.) und Elmander (45.) stellten die Weichen mit einem Doppelschlag auf Sieg.

Nach dem Wechsel kippte die Partie vollkommen. Allein in den ersten 15 Minuten nach dem Seitenwechsel hatte der starke Nicklas Bendtner drei tausendprozentige Möglichkeiten, scheiterte aber jedesmal am schwedischen Torhüter, dazu tropfte ein Abstauber auf die Latte. Zudem strich ein Jensen-Freistoß knapp am Gehäuse vorbei. Dänemark spielte nun schneller, stand sicher in der Abwehr und ließ die Schweden kaum noch zur Entfaltung kommen. Erst in den letzten zehn Minuten konnten sich die Gäste wieder etwas befreien. Hilfreich war dabei auch die rote Karte, die der Schiedsrichter Agger in der 76. Minute zurecht gezeigt hatte. Den fälligen Foulstrafstoß jagte Elmander allerdings in die Wolken.

In der 89. Minute gelang Bendtner, der im Gegensatz zu seinem schwachen Sturmpartner Tomasson zu überzeugen wusste, mit einem humorlosen Schuss aus zwölf Metern in das linke obere Eck doch noch der Ehrentreffer. Und auch in der Nachspielzeit vergab Bendtner noch zwei weitere dicke Möglichkeiten, so dass der schwedische Sieg am Ende fast sogar als schmeichelhaft bezeichnet werden muss. Unverdient war er allerdings auch nicht, da es die Schweden verstanden, die dänischen Unzulänglichkeiten eiskalt zu nutzen.

Das nächste Spiel bestreitet die dänische Nationalmannschaft in Amsterdam gegen die Niederlande.

Spielzeit: 10 Minuten pro Halbzeit, Stufe: Halbprofi

Niederlande - Dänemark 3:2 (3:2)

Eine unglückliche Niederlage kassierte Dänemark am 2. Spieltag der internationalen Serie in Amsterdam gegen Gastgeber Niederlande. Bendtner brachte Dänemark bereits in der 4. Minute mit 1:0 in Führung, allerdings drehten die Gastgeber das Spiel bis zur 24. Minute und gingen 3:1 in Führung. Kurz vor der Pause gelang erneut Bendtner per Kopf der Anschlußtreffer. Als der Schiedrichter anschließend zur Halbzeit bat, hätte es auch 5:5 stehen können, beide Teams brannten ein Offensivfeuerwerk ab und hätten weitere Treffer erzielen müssen.

In der zweiten Halbzeit standen die Defensivreihen sicherer. Das bessere Team waren die Gäste, die den in der ersten Hälfte erneut schwachen Tomasson durch Kahlenberg ersetzt hatten. In der 89. hatte Kahlenberg dann per Foulelfmeter die große Chance zum Ausgleich, sein Schuß ging aber über das Tor. Und so gewannen die Niederländer, die das Spiel nach Rot und Gelb/Rot nur zu neunt beendeten, glücklich gegen Dänemark, das in der internationalen Serie weiter ohne Erfolgserlebnis bleibt.

Spielzeit: 10 Minuten pro Halbzeit, Stufe: Halbprofi, nächstes Spiel: in Kopenhagen gegen die USA

Dänemark - USA 0:1 (0:0)

Drittes Spiel - dritte Niederlage. Die war aber mehr als vermeidbar, denn gleich sechsmal hatten Niclas Bendtner und Thomas Kahlenberg die Führung für die Gastgeber auf dem Fuß. Doch auch die hochkarätigsten Möglichkeiten wussten die Dänen nicht zu nutzen. Die Amerikaner zeigten sich im Kopenhagener Regen dagegen eiskalt. Mit ihrer ersten und letzten Torchance kamen sie nach gut einer Stunde zum Siegtreffer.

Spielzeit: 10 Minuten pro Halbzeit, Stufe: Halbprofi, nächstes Spiel: in Paris gegen Frankreich

Frankreich - Dänemark 2:4 (1:3)

Am späten Abend besiegte ein furios aufspielendes Dänemark die Franzosen mit 4:2. Bereits nach 30 Minuten führten die Skandinavier 3:0. Die hoffnungslos unterlegenen Gastgeber (1:11 Schüsse, 1:7 Torschüsse) kamen mit dem Halbzeitpfiff wie aus dem heiteren Himmel zum ersten Tor. Dänemark konnte jedoch nach dem Wiederanpfiff schnell den alten Abstand wieder herstellen, das zweite französische Tor war nur noch Ergebniskosmetik.

Spielzeit: 10 Minuten pro Halbzeit, Stufe: Halbprofi

Zum Abschluß des Tages hab ich mich dann nochmal in der Stufe "Legende", also der schwerstmöglichen versucht. Durch zwei Bendtner-Tore gewann ich 2:0 gegen San Marino.

PS3-Zipfelmützen-Cup I

Im Februar haben Christian, Chrischi und ich den PlayStation3-Zipfelmützen-Cup ins Leben gerufen, um nicht immer nur „unsere“ Teams (England, Spanien und Deutschland) über die Mattscheibe zu jagen, sondern ein bißchen Abwechslung zu haben.

Für den ersten Cup wurden 64 Mannschaften nominiert, jeder wählte 21 Teams aus, dazu durfte Chrischi, als zu diesem Zeitpunkt bester Spieler, sich ein 22. Team auswählen.

Neben allen Granaten des Weltfußballs schafften es aber auch einige Teams ins Starterfeld, die nur selten oder noch nie an einer Weltmeisterschaft teilgenommen haben.

So nominierte Christian Thailand, während sich Chrischi in Afrika sehr kreativ erwies, als er mit Äthiopien und Namibia zwei absolute Exoten auswählte. Und auch die Waliser, die Björn als Freund des britischen-nichtenglischen Fußballs benannte, fahren eher selten zu einer Weltmeisterschaft. Während Thailand und Namibia gleich die Segel streichen mussten, konnten die beiden anderen Teams beachtliche Erfolge feiern. Während Äthiopien in der 2. Runde Christians Italiener beim 4:3-Auswärtssieg in Rom am Rande einer Niederlage hatten, schalteten die Waliser mit der Elfenbeinküste und Rekordweltmeister Brasilien gleich zwei Schwergewichte aus, bevor sich die Ukraine im Achtelfinale als zu stark erwies.

Momentan bedindet sich das Turnier im Achtelfinale. Sechs Paarungen sind bereits ausgespielt. Chrischi konnte zwei seiner Teams im Viertelfinale platzieren, Christian sogar deren vier. Meine letzte Hoffnung heißt Dänemark, das im Achtelfinale gegen England antreten muss. Meine 20 anderen Teams fielen zwei Formkrisen zum Opfer, einige gleich zu Beginn, die größeren Namen (Portugal, Niederlande, Deutschland, Irland) dann in der zur Zeit noch andauernden.

Die 16 Achtelfinalisten sind übrigens für den Zipfelmützen-Cup II automatisch qualifiziert, die anderen 16 Teams wurden am gestrigen Samstag von den Spielern nominiert. Neben 31 Teams, die bereits am Zipfelmützen-Cup I teilgenommen haben, nominierte Christian mit der Nationalmannschaft von Togo auch einen echten Neuling.

Anbei der aktuelle Spielplan und ein bißchen Statistik. Die Viertelfinalpaarungen sind noch nicht endgültig, es kann noch zum Tausch von Teams kommen.

17.05.2011

C'EST LE BOUQUET!


Pyrenäen-Überquerung 2011 auf einer größeren Karte anzeigen

RWE-Transfermarkt

Kaum ein Tag vergeht ohne Neuigkeiten auf dem rot-weißen Transfermarkt. Die letzten 24 Stunden fasse ich aus Zeitgründen nur im Telegramm-Stil zusammen. Ich bemühe mich, im Laufe der Woche nochmal eine aktualisierte Kaderübersicht zu posten. Also los...

Jens Möckel wechselt laut Bild-Zeitung zu Dynamo Dresden. Der Ausgang der Relegation spielt keine Rolle.

Der Karlsruher SC hat die Verpflichtung von Dirk Orlishausen bekanntgegeben.

Laut Thüringer Allgemeine ist sich unser Verein mit drei weiteren Spielern einig, einer aus der 3. Liga, zwei aus der Regionalliga. Die sportmedizinischen Untersuchungen stehen noch aus.

Dazu besteht Interesse an Timo Röttger von Dynamo Dresden. Der 25-jährige Rheinländer absolvierte diese Saison 25 Spiele und kann auf beiden Außenbahnen, bevorzugt rechts, eingesetzt werden.

Außerdem geisterte gestern abend der Name Halil Savran durch die Fanforen. Sollte das klappen, wäre das sicher ein sog. "Kracher". Ich bin da allerdings (noch) skeptisch.

16.05.2011

C'EST LE BOUQUET!


C'EST LE BOUQUET!

Unter diesem Motto (dt.: Das ist ja der Gipfel!) überqueren Christian und ich im Juni, auf dem Weg nach Portugal, die Pyrenäen. Nachdem ich Strecke jetzt exakt ausgearbeitet habe, darf ich zu Protokoll geben, dass es sogar elf Pässe sind, die wir erklimmen werden. Drei (Ichère, Labays und Soudet) liegen auf den ursprünglich geplanten Strecken, waren mir aber von den Tour-Etappen nicht bekannt. Der vierte neue ist der Col de Val-Louron-Azet, den ich mit einem kleinen Schlenker bei der Streckenführung zusätzlich aufgenommen habe.


Auf der Grafik abgebildet, seht ihr den "offiziellen" Flyer - ich liebe so Dinger einfach! ;-). Die Aufnahme zeigt die Gegend um den Tourmalet, dem Dach unserer Tour.

Abschließend noch einige statistische Angaben zur Strecke:

Länge: 290 km (von Bagnères-de-Luchon in Frankreich zum See Embalse de Yesa in Spanien)

Pässe: 11


Höhenmeter: 8 332 Meter bergauf, 8 437 Meter bergab


Steigung: 6,1 % durchschnittlich / 23,8 % maximal


Gefälle: 5,0 % durchschnittlich / 15,9 % maximal

Vielleicht kann ich in den kommenden Tagen noch ein paar zusätzliche Infos verlinken, auf jeden Fall werde ich die überarbeitete Karte noch online stellen.

1:0 gegen Aalen - Bernd Rauw kommt

Mit einem durch den Wehener Sieg in Bremen bedeutungslosen 1:0-Erfolg über den VfR Aalen hat sich unser FC Rot-Weiß am Samstag in die Sommerpause verabschiedet. Auch wenn die Ernüchterung über die katastrophale zwote Halbzeit in Ahlen bzw. die Heimniederlage gegen Regensburg in der Woche davor noch groß ist, darf der RWE-Fan überwiegend stolz auf die Saison 2010/11 zurückblicken. Gegen Jxxx und Dresden wurden vier Siege eingefahren. Den 3:1-Erfolg in Elbflorenz übertrug der mdr, sehr zu deren eigenem Leidweisen, sogar live und in Farbe. Schön auch, dass neben der Zipfelmützen-Stammbesetzung auch René, Andreas und Sören zu Gast im Steigerwaldstadion waren.

Mit dem Ende der Saison 2010/11 beginnt nun die Zeit des Wartens. Nicht nur auf die neue Spielzeit, zuvor richtet sich mein nervöser Blick täglich auf die RWE-Homepage sowie die einschlägig bekannten Medien. Wann werden Neuzugänge verkündet? Wer ist im Gespräch?

Am heutigen Nachmittag hat der FC Rot-Weiß bekannt gegeben, dass Bernd Rauw einen Zweijahresvertrag (plus Option) bei uns unterschreibt. Der Innenverteidiger ist Jahrgang 1980 (Top!!!), Belgier und spielte zwei Jahre bei Union Berlin, zuvor unter Stefan Emmerling in Emden. Erst- und Zweitligaerfahrung sammelte er in Aachen und Bielefeld.

Die Zeitung mit den vier großen Buchstaben brachte heute zudem den Namen von Guido Kocer ins Spiel, der für den SV Babelsberg diese Saison sechs Tore erzielt hat und zuvor im Rostocker Nachwuchs aktiv war.

Der mdr meldete am Sonntag bei Sport im Osten, dass Selim Aydemir nach Chemnitz geht und dort Nachfolger von Chris Löwe wird, der ja zum neuen deutschen Meister nach Dortmund wechselt. Eine Bestätigung aus Chemnitz, Halle oder von sonst woher gibt es aber noch nicht.

Und, noch ein Hinweis an die Verantwortlichen im Steinhaus: Darlington Omodiagbe bitte nicht verpflichten! :-)

12.05.2011

Die Zipfelmützen auf den Pyrenäenriesen

Der Wonnemonat ist schon wieder zwölf Tage alt, untrügliches Zeichen, dass unser Portugal-Urlaub 2011 immer näher rückt. Der erste Höhepunkt ist dabei immer schon die Hinfahrt. Ging es sowohl 2004 als auch 2010 über Paris und Bordeaux auf die iberische Halbinsel, werden Christian und ich diesmal einen ganz anderen Weg wählen: über Freiburg, Lyon und Toulouse fahren wir an den Fuß der Pyrenäen und werden über sieben legendäre Tour-de-France-Pässe nach Spanien "klettern".

Auf der Karte könnt ihr den Routenverlauf sehen, er ist identisch mit zahllosen Königsetappen der Tour und führt uns, in dieser Reihenfolge, über folgende legendäre Pässe:

Col de Peyresourde (1 569 m)
Col d'Aspin (1 489 m)
Col du Tourmalet (2 115 m)
Col du Soulor (1 474 m)
Col d'Aubisque (1 709 m)
Col de Marie-Blanque (1 035 m)
Col de la Pierre Saint-Martin (1 760 m)

Am Col de la Pierre Saint-Martin überfahren wir die französisch-spanische Grenze. Neben den Bergen dürfte auch die Fahrt am Ufer des Embalse de Yesa, eines großen Sees an der Grenze zwischen den spanischen Provinzen Navarra und Aragón, werden. Er beschließt unseren Pyrenäenausflug. Anschließend rollen wir in Richtung Pamplona, wo wir dann auf die Autobahn zurückkehren werden.





Pyrenäen-Tour 2011 auf einer größeren Karte anzeigen

Lesebefehle!

Wenn ihr wissen wollt, wie man ohne ein einziges Tor in die Europa League kommt und warum Vojvodina Novia Sad im serbischen Pokalfinale nach 82 Minuten freiwillig das Feld verließ, dann klickt mal auf die beiden Links!

Ohne Tor in die Europa League

Novi Sad hat den Kanal voll

10.05.2011

Neue Namen auf dem RWE-Transfermarkt

Zum Alptraum am vergangenen Samstag in Ahlen möchte ich nichts weiter schreiben. Die zweite Halbzeit war einfach zu frustrierend, um sie irgendwie in Worte zu kleiden, die Christians und meine Gefühlslage beschreiben können.

Stattdessen soll der Blick nach vorn gerichtet werden. In einem Interview mit dem MDR hat Stefan Emmerling für diese Woche einige personelle Entscheidungen angekündigt.

In der Thüringer Allgemeine wurden heute drei Namen genannt. Neben dem bereits seit längerem bekannten Selim Aydemir aus Halle steht unser Verein auch mit dem belgischen Innenverteidiger Bernd Rauw (31 / Union Berlin) und dem Magdeburger Stammtorwart Marcel Tischer (25) in Kontakt. Rauw war unter Stefan Emmerling Abwehrchef in Emden und kam bei Union in der zu Ende gehenden Saison nicht über die Rolle eines Einwechselspielers hinaus.

Anbei sind die Profile der drei Spieler bei ihren derzeitigen Vereinen verlinkt:

Bernd Rauw

Marcel Tischer

Selim Aydemir

05.05.2011

GROBer Unfung zum neuen Stadion

Ich hatte noch gar keine Möglichkeit, meine Freude über das neue Stadion zum Ausdruck zu bringen! ... JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!! GEIL!!!!!!! Als am Montag morgen die ersten Meldungen diesbezüglich, durch die Foren flatterten, hatte ich ein kleines Tränchen im Auge. Diese Entscheidung ist tausendmal wichtiger, als der Tabellenplatz, den wir am Ende der Saison 2010/11 belegen. Dennoch Jungs, schön gewinnen, am Samstag in Ahlen. Die Zipfelmützen sind selbstverständlich vor Ort!

Zurück zum Stadion... Es herrscht nämlich Deppenalarm!!!

Soso, Herr Grob (MdL aus dem WAK) und seine CDU-Franktion regen sich also über die Förderung für die beiden Stadien auf!?!?! Herr Grob moniert in der Südthüringer Zeitung, dass „in Thüringen rund 180 Sportprojekte (…) seit Jahren auf Zuschüsse für eine Sanierung warteten.“

Herr Grob, wer hat denn dieses Land fast 20 Jahre lang, von Jahr zu Jahr mit immer mehr Arroganz, regiert? SIE SELBST!!! Die selbsternannte Thüringenpartei! Warum hat die CDU denn nicht schon lange die GRW-Infrastrukturförderungs-Mittel abgeschöpft, und damit die „180 Sportprojekte“ saniert?

Aus meiner Sicht, sind die Herren und Damen in der Unionsfraktion einfach verschnupft, dass Machnig eine Lösung für dieses Problem gefunden hat, auf die die CDU in den letzten 20 Jahren nicht gekommen ist oder nicht kommen wollte. Und außerdem: wer hat denn unzählige Millionen in zahllosen Spaßbädern versenkt, von denen einige schon längst wieder geschlossen sind bzw. die Kommunen in den Ruin getrieben haben. Oder wie bringt es die STZ schön auf den Punkt: „In der CDU sieht man mit wachsendem Unbehagen, wie Machnig allen anderen Ministern einschließlich der Regierungschefin die Schau stiehlt - und wie Lieberknecht das mit sich geschehen lässt.“

Die Zipfelmützen meinen: GROBer Unfung, Herr Grob! GROBes Foul, Herr Grob!

Weitere Wortspiele bitte posten! ;-)

01.05.2011

Von Regensburg, T-Bone-Steaks und einem späten Sonnenaufgang

Es gibt so Tage, da läuft alles schief…

Was war alles geschrieben worden, vom leichtesten Restprogramm und das ja nichts mehr schief gehen könne, wenn man die Leistung vom Wehen-Sieg zu Grunde legt. Jaja, eben „wenn“ und „Leistung vom Wehen-Sieg“. Da es die gegen Regensburg nicht gab, freuten sich statt den knapp 10 000 RWE-Fans eben nur das Häufchen mitgereister Jahn-Fans über den Auswärtserfolg. Und das leichteste Restprogramm existierte eben nur auf dem Papier. Klar, für Regensburg ging es um nix mehr, aber selbst deren Trainer wunderte sich über den engagierten Auftritt seiner Elf. Hinten kompakt, nach vorne zwar selten richtig gefährlich, aber stets präsent, so hatten die Oberpfälzer sich über die Saison gesehen als drittbeste Auswärtsmannschaft der Liga etabliert. Und weil wir überhaupt keine Mittel fanden, mit zu wenig Tempo und Genauigkeit spielten, stand es elend lange 0:0. Wegen der Patzer der Konkurrenz hätte selbst das noch für Platz 3 gereicht, doch wie gesagt, es gibt so Tage, da geht gar nix. Und so gab es eben die 87. Minute, das 0:1 und den Sturz auf Platz 4. Aber mal ganz ehrlich, wer von uns hätte diese Ausgangsposition vor den letzten beiden Spielen (vierter Platz, ein Punkt auf Platz 3) vor der Saison nicht freudestrahlend akzeptiert. In diesem Sinne: Auf nach Ahlen! Der Traum lebt weiter!

Aber der Samstag war noch nicht rum. Christian’s Leverkusener etablierten mit einer 0:2-Niederlage ihren Ruf als Vizekusen, Arbeitskollege erlebte das Debakel seiner Eintracht in Mainz und am Ende des Abends gab es dann ein bißchen Portwein, Kirsch und Apfel zu viel. Mein lieber Schwan, was eine Nacht und was ein anschließender Sonntag. Für mich ging die Sonne heut erst ziemlich spät auf. Nachmittags irgendwann… ;-)

Soooo schlimm, war das Wochenende aber eigentlich doch wieder nicht. Wir feierten einen schönen Doppel-Geburtstag. Es war schön, dass unser kleiner, netter Kreis mal wieder zusammengekommen war. Nochmal einen herzlichen Dank an unsere beiden Gastgeber, die die American-Barbecue-Party mit T-Bone-Steaks (die aber wohl doch ne Nummer zu groß waren ;-)), Burgern, Spareribs und Maiskölbchen garnierten.

Und was unsere Eishockey-Jungs da zur Zeit in der Slowakei leisten… Mein lieber Schwan… Grad 4:3 gegen die Slowakei gewonnen. Trotz Hossa, Halak, Gaborik, Stümpel, Demitra und und und. Nach zwei Spielen (Freitag 2:0 gegen Russland) Gruppensieger!

Fazit: ein Wochenende wie das Leben, es geht immer auf und ab. Und weil es, RWE isoliert betrachtet, gestern bergab ging, freuen wir uns auf Ahlen nächste Woche…

25.04.2011

3 x 3 = 3

Eigentlich hatte ich ja den 38. Spieltag prognostiziert. Die ganze Saison über hinter dem begehrten Platz hergehechelt und dann schön am letzten Spieltag das Feld von hinten aufgrollt. Hätte den Vorteil gehabt, dass man dann nicht mehr verdrängt werden kann.

Nun ist es aber „schon“ am 35. Spieltag passiert. 1:0 in Wiesbaden. 1 500 RWE-Fans. Nils Pfingsten-Reddig (alle Gags zu Pfingsten und Ostern verkneif ich mir, dieses Wortspiel wurde in den semi-professionellen Medien ausgewrungen). Wahnsinn! Kollege Chrischi hätte sogar nen Eisbecher spendiert, wenn er gestern in der Hummel gewesen wäre. Aber das kann man ja vielleicht im Laufe der Woche noch nachholen?!? :-)

Erinnerungen an den Sommer 2004 werden wach. Auch da hatte uns vor der Saison niemand auf der Rechnung. Auch da räumte Rudolf Zedi im Erfurter Mittelfeld auf. Auch da konnte ich bei den entscheidenden Auswärtsspielen in Feucht (bzw. Fürth) und Schweinfurt nicht dabei sein. Auch in Wiesbaden waren wir nicht, dafür planen die Zipfelmützen mit voller Kapelle nach Ahlen aufzubrechen. Ein schlechtes Omen? Ach Quatsch, denn erstmal gilt die volle Konzentration dem schweren Heimspiel gegen Regensburg. Ja, ich sage bewußt „schwer“ und erinnere warnend (und mit erhobenem Zeigefinger!) an die vermeintlich leichten Heimspiele gegen Stuttgart II, Burghausen oder Saarbrücken, die wir alle nicht gewonnen haben.

90 Minuten kämpfen, beißen, kratzen. Und ein Tor schießen. Für unseren großen Traum. Allein um dem Schweine-MDR die Dynamo-Party zu versauen. Was sitzen die bei Sport im Osten schon wieder mit der feuchten Buchse im schwarz-gelb-gemalterten Büro. Einfach widerlich. Ich gehe sogar soweit, dass die beim Sachsensender sagen: „wenn nicht Dynamo, dann auch nicht Erfurt“. Denen wäre doch Wehen x-mal lieber als der (nach Aue) nächste Verein aus ihrem Sendegebiet, der oberhalb ihrer geliebten Dynamos spielt.

Nun aber alle zum Heimspiel gegen Regensburg. Und nach Ahlen. Und zum Heimspiel gegen das andere Aalen. Schwiegermutter kommt zum Kaffeekränzchen? Die Nichte wird getauft? Im Heimatkanal läuft die Nachberichterstattung zur königlichen Hochzeit? ALLES UNWICHTIG!

3 x 3 = 3

ist die Formel für die kommenden drei Wochen!

3 Spiele, jeweils 3 Punkte, Platz 3

19.04.2011

(Fast) alle Fragen geklärt

Heute ist die Liste der potentiellen RWE-Spieler für die Saison 2011/12 erheblich geschrumpft. Gegenüber der TA bestätigte RWE, dass Martin Pohl, Martin Hauswald, Julian Lüttmann, Chhunly Pagenburg, Julien Humbert, Petr Smisek, Christopher Handke, Jonas Heidrich und Sebastian Becker keine neuen Verträge erhalten. Der einzige, bei dem ich die Entscheidung des Vereins nicht verstehen kann, ist Martin Hauswald. Aber es wurde im Laufe der Saison immer klarer, dass unser Training kein großer Fan des kleinen Flügelflitzers ist.

Damit ist nur noch offen, ob Dennis Hillebrand seinen Vertrag verlängert. Laut der TA ist die Tendenz positiv. Nicht bekannt ist mir der Sachstand bei den beiden Nachwuchsspielern Juraschek und Thyler, weswegen sie ebenfalls noch unter „Zukunft offen“ stehen. Bei Thyler weiß ich nicht einmal wie lange sein Vertrag läuft. Ich hoffe, ich kann das mit Hilfe der Foren zeitnah aufklären.

Da nun also (fast) alle Frage hinsichtlich des vorhandenen Personals geklärt sind, darf man nun gespannt sein, welche Spieler zu uns stoßen. Gemäß TA soll es noch vor Saisonende erste Vertragsabschlüsse geben. Neue Namen rauschen derzeit nicht durchs Netz bzw. den Blätterwald.

14.04.2011

Quintett verläßt RWE

Nun ist es amtlich, was nach den Meldungen in den letzten Wochen je nach Sichtweise bereits zu befürchten bzw. zu erwarten war. Dirk Orlishausen, Tino Semmer, Dennis Malura, Jens Möckel und auch Fabian Stenzel werden unseren Verein verlassen. Ich hatte gestern grad meinen Text online gestellt, da gab der FC Rot-Weiß die Abgänge offiziell bekannt.

In den Foren ging es sofort hoch her. „Söldner“, „ab auf die Tribüne für die letzten Spiele“, „Heuchler“ und und und. Einfach schwachsinnig. Die Jungs haben alle einen Vertrag bei Rot-Weiß gehabt, der läuft nun aus und das sie die ihnen als Profifußballer um Geld zu verdienen begrenzt zur Verfügung stehende Zeit bestmöglich nutzen wollen, ja müssen, kann man ihnen nicht verdenken. Insbesondere für Jens Möckel ist der Wechsel in die zweite Liga (wahrscheinlich zu Erzgebirge Aue) ein logischer Schritt in der Karriereplanung. Etwas überrascht hat mich, dass auch Fabian Stenzel eine Vertragsverlängerung abgelehnt hat. Im Gegensatz zu den anderen vier Spielern waren bei ihm in den letzten Tagen keine Namen von potentiellen Interessenten durch die Medien gegeistert. Ich frage mich allerdings, warum dem SC Paderborn 07 die Meldung über die Abgänge auf der offiziellen Erfurter Facebook-Seite gefällt.


Mal sehen, wie sich nun andere Spieler entscheiden, die ich gerne weiter in Erfurt sehen würde, namentlich Martin Hauswald und Dennis Hillebrand.

Noch spannender ist natürlich, wie die Abgänge ersetzt werden. Während unser Mittelfeld komplett zusammenbleibt (Caillas, Pfingsten-Reddig, Zedi und Weidlich, dazu Baumgarten) und auch im Sturm mit Reichwein und Drexler (dazu El Haj Ali) zumindest ein Grundgerüst steht, haben wir mit Bertram und Ströhl erst zwei Verteidiger unter Vertrag.

Neben dem auch hier schon genannten Selim Aydemir brachte die Bild-Zeitung den Namen Marc Heider ins Spiel. Heider, der in Kaliforniens Hauptstadt Sacramento geboren wurde, stammt aus dem Nachwuchs des VfL Osnabrück und gelangte über Werder Bremen II zu Holstein Kiel. Dort erzielte er in dieser Saison in 24 Spielen 13 Tore und bereitete weitere elf vor. Das ist ein Scorerpunkt pro Spiel. 2009/10, ebenfalls für Holstein Kiel, gelangen ihm bei 21 Einsätzen (davon elf von Beginn an) in der 3. Liga zwei Tore. Zuvor hatte er als unter Zwanzigjähriger für Werder Bremen II in 84 Einsätzen, davon etwa die Hälfte von Beginn an, 16 Tore erzielt und 11 Treffer vorbereitet. Aus meiner Sicht ein sehr interessanter Mann. Daher ist er leider auch anderen Mannschaften aufgefallen, u. a. soll Dynamo Dresden ebenfalls hinter Heider her sein.

Ich habe die Gerüchte mal in meine kleine Übersicht eingestellt und dafür den feststehenden Abgängen etwas weniger Platz eingeräumt.

13.04.2011

Semmer weg - Caillas bleibt

Tino Semmer hat heute gegenüber der TA bestätigt, dass er den FC Rot-Weiß verlässt. Die Ostsee-Zeitung meldet, dass sein Ziel, wie erwartet, Hansa Rostock ist. Hansa-Manager Beinlich ließ sich aber noch kein offizielles Statement entlocken.

Außerdem habe ich Oliver Caillas in die Liste der 2011/12 unter Vertrag stehenden Spieler verschoben. In den Foren wurde gestern gesagt, dass der Verein die Option gezogen hat. Alles andere hätte mich auch schwer überrascht.

Die beigefügte Übersicht habe ich entsprechend überarbeitet.

12.04.2011

Neues vom rot-weißen Transfermarkt

3:1 in Dresden – 1:2 gegen Saarbrücken. Zweimal gab’s RWE live im TV. Während das 3:1 an der Elbe ein Hochgenuss war, waren die 90 Minuten gegen die Franzosen eher eine Qual. Da half leider auch die Anforderung von Miguel nix, in der Casa da Eira erlebten wir die Pleite gut 2500 km von der Heimat entfernt mit. Da auch die Konkurrenz patzt steht Offenbach immer noch auf Platz 3. Ich wage die Prognose, dass die Hessen genau bis zum 38. Spieltag dort stehen werden. Und dann wird irgendeiner der Verfolger doch noch vorbeiziehen. Ob das nun wir, Wehen, Dresden oder sogar noch Koblenz sein werden, läßt sich angesichts der unfassbaren Unkonstanz der genannten Teams nicht vorhersagen. Ich bleibe aber dabei: wenn mir heute jemand den vierten Platz und damit die DFB-Pokal-Teilnahme (incl. Einnahmen) garantieren könnte, würde ich zugreifen und auf die Chance auf den dritten Platz verzichten.

Die weiterhin unübersichtliche Tabellensituation erschwert auch die Personalplanungen. Für den gestrigen Montag hatte der Verein einigen Spielern, denen RWE Angebote vorgelegt hatte, eine Deadline gesetzt. Und so fielen dann wohl auch die ersten Entscheidungen. Offiziell bestätigt ist noch nicht, aber die Tendenzen sind in einigen Fällen eindeutig.

Dennis Malura wird seinen Vertrag nicht verlängern, dass hat er der Thüringer Allgemeinen bestätigt. Vermutlich wechselt der flinke Rechtsverteidiger zu 1860 München. Der Berater von Tino Semmer wird in der Bild-Zeitung zitiert, dass sein Schützling zu Hansa Rostock geht. Auch an Tino können wir zu 99% einen Haken machen. Beide Spieler erachte ich als ersetzbar, Malura ist zwar superschnell, hat aber Schwächen im Eins-gegen-Eins und auch seine Flanken könnten besser sein. Ich bezweifel, dass er den Sprung in die Löwen-Stammelf schafft. Und Semmer hat in der Rückrunde merklich abgebaut, zudem steht mit Dominik Drexler sein potentieller Nachfolger bereits mehr als nur in den Startlöchern.

Sowohl die TA wie auch die Bild melden übereinstimmend, dass Dirk Orlishausen seinen Namenszug schon längst unter einen Vertrag mit dem Karlsruher SC gesetzt hätte, wären die Nordbadener nicht akut abstiegsbedroht. Man stelle sich vor: Orle, der ja schon (zu) oft via Medien von der zweiten Liga geträumt hat, unterschreibt beim KSC und wir schlagen die dann im Relegationsspiel. Stellt sich nur die Frage, wie lange Orlishausen die RWE-Verantwortlichen hinhalten kann. Geistig verabschiedet habe ich mich bereits von Jens Möckel, der in verschiedenen Medien mit dem FC Erzgebirge Aue in Verbindung gebracht wird. Für ihn ein logischer, nächster Schritt auf der Karriereleiter, zu dem man ihn nur beglückwünschen kann. Ein Vertrag bei diesem sehr solide und seriös geführten Verein ist für einen Fußballer wie Jens Möckel sicher eine feine Sache. Da zudem laut TA vom vorvergangenen Wochenende Martin Pohl’s Vertrag nicht verlängert wird, dürfte es auf der Innenverteidiger-Position wohl noch Verstärkungsbedarf geben, zumal auch Hillebrands Vertrag ausläuft. Ebenfalls noch offen ist die Personalie Fabian Stenzel. Der hatte vor Wochen mal in der TA erklärt, dass er sich einen Verbleib in Erfurt sehr gut vorstellen kann. Unterschrieben ist aber noch nichts und so heißt es auch bei dieser Personalie abwarten.

Über potentielle Neuzugänge hört man weiter wenig. Der Name Selim Aydemir fiel ja immer mal wieder, zuletzt hatte sich Björn Brunnemann über die Boulevardpresse angeboten („Geld ist nicht das wichtigste“). Etwas handfestes war aber noch nicht zu lesen.

Fazit: Die kommenden Wochen bleiben auch abseits des grünen Rasens spannend. Hoffen wir zunächst auf einen erfolgreichen Auswärtsauftritt in Sandhausen am kommenden Freitag. Nicht das sich die Tabellensituation zu unseren Ungunsten frühzeitig entscheidet.

11.04.2011

Love Letter to Porto Manso


June 24, 2004 - June 25, 2010 - November 7, 2010. Today, April 9, 2011. What have these days in common? For others certainly nothing. But for me, they are special days. Every day of these days were a last day. A last evening. The last evening in Portugal. In Porto Manso. In my little paradise.

Only a few hours, only one night, then it’s time to say goodbye. And as always before the last night i sit here alone at the pool respectively in front of the casa da eira and my view surveyed over the darkness-covered douro-valley. I see the lights of Pala, the neighbouring place of Porto Manso. I see the lights on opposite hills. The street lights reflected in the water on the banks of the Douro. A peaceful silence lies above the valley. From different directions i can hear occasionally the barking of dogs. Today, even an owl blended into the silence. Few, very few cars disturb that magic silence.

I assimilate these moments. The panorama. The lights. These so peaceful area, the magic of this valley. I think of nothing. And at the same time of many things. And again and again I am grateful. Eternally grateful that the search for a house during the Euro 2004 lead me on the website of the Casa da Torre. Here to Porto Manso. To this wonderful, charming and peaceful place. Far away from everyday life, work and normality.

A place can only be wonderful, if the people who live in it, are wonderful too. Here in Porto Manso such people live. The Caeiro-family, José Miguel, Maria, Marta, Miguel and Ines. Warm, friendly, modest, good-hearted people. They give us the feeling of being at home.

And if you get this feeling at such a great place, you can’t couch the deep gratitude into words, which I feel for Caeiro-Familiy and for the privilege, to be allowed to be here.

That’s why a simple, but deeply felt

MUITO OBRIGADO, FAMILIA CAEIRO!

Björn, April 10, 2011, 0:09 a.m. in front of the Casa da Eira.


I'm looking forward to the reunion in just nine weeks!

PS: A very special thanks to Christian and René, who were already for the fourth time here with me. Guys, it was once again a pleasure to be here with you spending some special days in Portugal. As José Miguel said last night: I hope for many more of these days in the next years.

25.03.2011

Transfermarkt: Malura zu 1860?

Die BILD meldet, dass sich unser Rechtsverteidiger Dennis Malura mit dem Zweitligisten 1860 München einig sein soll. Für die Löwen, die vor einer Woche noch vor der Pleite standen, sieht es ja seit gestern wieder etwas besser aus. Angeblich sind ein paar Investoren gefunden worden, die ihr Geld, statt es zum Fenster raus zu werfen lieber bei 1860 vernichten wollen.

Ich hab die Übersicht mal um eine Spalte erweitert, wo die Gerüchte gebündelt aufgeführt sind.

24.03.2011

Neues vom Transfermarkt

Im Laufe der vergangenen Wochen sind wieder einige Personalentscheidungen bei RWE gefallen. Es wird daher Zeit, die Spielerliste für die Saison 2011/12 auf den neuesten Stand zu bringen.

In einem TA-Interview erklärte Rainer Hörgl am 09.03.2011, dass mit den Spielern Sebastian Becker und Chunly Pagenburg nicht verlängert wird. Auch wenn es dazu auf der Homepage noch keine weitere Information gab, werte ich diese Aussage mal als „offiziell“, also sind die beiden Abgänge fix.

Sport-Geschäftsführer Hörgl ist aber mittlerweile selber nicht mehr im Amt. Nachdem zwischen Verein und Hörgl die Entscheidung getroffen wurde, den zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, ist der Oberbayer bereits in seine Heimat abgereist. Die Aufgaben übernimmt Torsten Traub, Mitglied der Aufstiegsmannschaft von 2004 und bisher Assistent von Hörgl. Die Erfurter Zipfelmützen wünschen Torsten alles Gute und maximalen Erfolg für seine Arbeit.

Verlängert hat dagegen unser Trainer Stefan Emmerling seinen Vertrag. Das neue Arbeitspapier ist bis 30.06.2013 gültig. Auch hier drücken wir natürlich die Daumen, dass unser Chefcoach weiterhin so erfolgreich arbeitet wie im zurückliegenden Jahr. Er trat übrigens am 30.03.2010, also vor fast genau 12 Monaten seinen Job in Erfurt an.

In den letzten Tagen war in den Zeitungen zu lesen, dass der Verein seinen Etat in der kommenden Saison um etwa 300.000 Euro nach unten schrauben muss. Neben dem eingesparten Gehalt von Rainer Hörgl wird wohl auch nicht jeder Spieler, der den Verein verlässt, ersetzt werden. Der Kader soll schlanker werden und ca. 22 Spieler umfassen.

Wer wird also noch gehen? Da müssen wir uns (noch) in die Welt der Gerüchte begeben, da es keine weiteren offiziell bestätigten Zu- oder Abgänge gibt. Laut TA liegen den Spielern Orlishausen, Stenzel, Möckel, Semmer und Malura Angebote des Vereins vor. Dazu soll Hillebrand gehalten werden, der sich zuletzt in der Innenverteidigung einen Stammplatz erkämpfen konnte und auch für die linke Seite eine Alternative darstellt.

Die Zeitung mit den vier großen Buchstaben meldete dieser Tage in ihrer Regionalausgabe MV, dass der FC Hansa seine Fühler in Richtung Tino Semmer ausgestreckt hat. Gegenüber der Zeitung haben Trainer Vollmann und Semmers Berater die Anfragen bestätigt. Sollte das stimmen, und meistens ist da ja immer ein Stück Wahrheit dran, werden wir Tino wohl kommende Saison nicht mehr in Erfurt spielen sehen. Auch bei Möckel habe ich meine Zweifel, dass er bleibt. Optimistischer bin ich bei Orlishausen, Stenzel und Hillebrand. Die beiden letztgenannten haben ja in den Medien schon durchblicken lassen, dass sie sich einen Verbleib am Steigerwald sehr gut vorstellen können.

Fraglich ist auch die Zukunft von Martin Pohl in Erfurt. Der Ex-Kapitän kann nach seiner Sprunggelenks-OP diese Saison nicht mehr spielen, Mannschaftsarzt Dr. Ullmann beziffert die Chancen, dass Pohl überhaupt nocheinmal die Fußballschuhe schnüren kann, derzeit nur bei 50:50. Aber selbst wenn Pohl wieder fit wird, halte ich seinen Verbleib in Erfurt nur dann für realistisch, wenn Möckel geht. Ansonsten gäbe es mit Bertram, Hillebrand, Möckel und Pohl vier starke Innenverteidiger, die sich der Verein angesichts der o.g. Kürzungen im Personaletat kaum wird leisten wollen und können.

Trotz aller Einsparungen, ein paar neue Gesichter wird es beim FC RWE sicherlich auch geben. Außer Selim Aydemir, der derzeit ganz passabel im Offensivbereich des Regionalligisten Hallescher FC kickt, sind aber noch keine Namen mit unserem Verein in Verbindung gebracht worden. Und an Aydemir haben nicht nur wir Interesse.

So weit ein Überblick über das aktuelle Geschehen auf dem RWE-Transfermarkt, sobald aus dem ein oder anderen Gerücht ein Fakt geworden ist, werde ich hier wieder in ein paar dünnen Sätzen dazu Stellung nehmen.

21.03.2011

Arbeitsverweigerung reicht für den FCC

Christian und ich hatten ja schon oft rumgesponnen, welches die schönste Art und Weise ist, ein Fußballspiel im allgemeinen oder eben jenes Derby zu gewinnen, welches am Samstag auf dem Abbe-Acker über die Bühne ging. Wir träumten von unberechtigten Foulelfmetern in der Nachspielzeit, regelwidrigen Platzverweisen und und und. Dass diese Spinnereinen am vergangenen Samstag Realität wurden, hätten wir im Leben nicht gedacht, als wir gegen halb eins die Ufer der Saale erreichten.

Für Erheiterung im prall gefüllten Gästeblock sorgte der fehlfarbene Anhang schon vor dem Anpfiff, als sie bei ihrer Choreo eindrucksvoll unter Beweis stellten, dass die meisten von ihnen nur mit Mühe die Hürde Grundschule übersprungen haben. Anders kann das fehlende „M“ im Wort Stimme (bzw. um es jenenserisch zu sagen: STIME) kaum erklärt werden. Die rot-weiße Kurve antwortete mit einem lautstarken „Ihr seid nur Analphabeten“ und stellte kurz darauf fest, dass im „Leuchtturm Thüringens“ auch die Uhr nicht gelesen werden kann. Eine pralle Viertelstunde später gings los, obwohl der Sportplatz bereits gefüllt war. Das Gastfreundschaft nicht zu den bevorzugten Jenaer Eigenschaften zählt, zeigte sich auch, als wir feststellen mussten, dass der Stadionsprecher kaum zu verstehen war, die entsprechenden Boxen waren wohl runtergedreht worden.



Irgendwann begann das Spielchen dann doch und schon nach drei Minuten brachte Reichwein die Kugel im Gehäuse der Jenaer Tor-Null(e) unter. Der Schiriassistent auf der Gegentribünenseite winkte aber mit seinem Fähnchen – zu Unrecht, wie sich später herausstellen sollte. Das Derby begann munter, auch Zeiss hatte nach einer starken Aktion von Orlando, der die gesamte Erfurter Verteidigung nach einer RWE-Ecke überrannte und sehr ansehnlich zu Brown-Forbes passte, eine dicke Möglichkeit. Der blaue 37er brachte es aber fertig, den Ball aus fünf Metern so aufs Tor zu bringen, dass Orle mit einer Faust spektakulär zur Ecke klären konnte. Schon in dieser Phase, als wir das Spiel mehr oder weniger im Griff hatten, wirkten wir bei einigen Situationen in der Defensive fahrig, brachten uns mit Quer- und Rückpässen zwei-, dreimal in unnötige Gefahr.

Nach einer halben Stunde gelang den Guten dann aber endlich die Führung. Nachdem Nulle gegen Pfingsten-Reddig stark pariert hatte und Reichwein, alleine auf Nulle zulaufend, wiederum zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen worden war, löffelte der Capitano, artig unterstützt vom abfälschenden Bopp, das Bällchen aus gut 20 Metern schön über Nulle ins Netz. 1:0 – dem Spielverlauf entsprechend. Es lief alles rund. Erst recht, als Hitzkopf Orlando direkt nach dem Tor sowie drei Minuten später jeweils wegen Provozierens Gelb gezeigt bekam und duschen musste. Christian und ich waren uns einig: diesen Typ möchten wir nicht geschenkt haben. Fußballerisch gehört er in die zwote Liga – was sein Hirn angeht, ist er wohl irgendwo auf dem Niveau der Jenaer Choreo-Verantwortlichen anzusiedeln.

Bis zur Pause kontrollierten wir die Partie absolut souverän und ohne Probleme. Alles schien seinen Gang zu nehmen, wir waren auf dem allerbesten Wege, die böse Stadt zu erobern. Doch die Vorfreude auf Halbzeit Zwo wurde schnell im Keim erstickt, denn die einheimische Zehn zeigte nun, wie man, wenn man spielerisch und numerisch unterlegen ist, so ein Derby bestreiten muss. Bis zum Umfallen ackerten und kämpften die blau gekleideten Gastgeber. Wir zogen uns dagegen immer weiter zurück, waren viel zu passiv, verloren fast jeden Zweikampf. Insbesondere über die rechte Seite, Weidlich und der für den gesperrten Malura nach rechts gerückte Möckel wirkten nach der Pause unglaublich schwach, erzeugte der FCC sehr viel Torgefahr. Unsere Laune sank von Minute zu Minute, wir konnten uns nicht erklären, was mit der rot-weißen Truppe los war. Richtig schlecht wurde es, als ausgerechnet der Ex-Erfurter Ullmann, dessen Vater RW-Mannschaftsarzt ist, (natürlich) von rechts bedient wurde und die Kugel nach einer Stunde zum Ausgleich ins Tor schiebt. Auch danach änderte sich nichts am Spiel. Jena hätte längst in Führung liegen müssen, doch entweder klärten wir auf der Linie (Pfingsten-Reddig und Weidlich) oder der Zeiss-Angriff verpasste beste Einschussmöglichkeiten knapp. Und Pech hatten die Gastgeber auch, als Ullmann im Strafraum von Hillebrand an der Ferse getroffen wurde und der Elfmeter-Pfiff ausblieb. Dem Schiedsrichter möchte ich hier weniger einen Vorwurf machen, aus seiner Position war diese Berührung sicher schwer zu sehen. Warum aber sein Assistent, der bei Reichwein in Hälfte Eins zweimal brav die Fahne gehoben hatte, jetzt nicht winkte, obwohl er allerbeste Sicht hatte… Ach is ja auch egal, was kümmert mich das Elend anderer. Und gerade das von „denen“.

Um die 80. Spielminute herum, sah ich mich genötigt, dass Wort „Arbeitsverweigerung“ an die Daheimgebliebenen zu texten. Mehr war es einfach nicht, was unsere Jungs da auf dem Rasen zeigten. Doch dann gab Reichwein einem langen Pass eine kleine, aber entscheidende Richtungsänderung. Wir schreiben die 85. Spielminute. Drexler rollt der abgefälschte Ball genau ins Füßchen, er läuft auf Nulle zu. Und er verwandelt eiskalt. TOOOOOOOOOOOOR! 2:1! DERBYSIEGER! Hatten wir vorher 40 Minuten Scheiße gespielt? War es unverdient? Und… war es gar Abseits??? Wie von einer Tarantel gestochen, rannten Zeiss-Spieler und -Verantwortliche auf den Linienassi zu und wollten sich mal erkundigen. Der stand jedoch zu seiner Entscheidung, weil er einfach nicht gesehen hatte, dass Reichwein den Ball noch abfälscht. In DIESEM Moment war Drexler meterweit, wirklich mega-eindeutig, im Abseits. Da er diese Berührung aber nicht gesehen hatte, ließ der Linienmann seinen Wimpel auf sechs Uhr hängen und wir führten tatsächlich! GEILO! Nach 40 Minuten Arbeitsverweigerung durch ein unberechtigtes Tor beim Erzfeind führen, nach dem der fünf Minuten zuvor beschissen worden war! Herrlich! Göttlich! Mit Worten nicht zu beschreiben!












Die Aussage, die Anreise für Gästefans ohne Eintrittskarte sei die Anreise zwecklos, wurde eindrucksvoll wiederlegt!


Zwei Minuten später verwandelt Drexler noch einen Konter. 3:1! Die Entscheidung! Der Block tobt. Der Block bebt. Abpfiff. Orle klettert auf den Zaun, Drexler kriegt das Megaphon in die Hand, wird von Zedi auf den Schultern getragen. UFTA!!! DERBYSIEGER!!! Und wir sind uns einig: so isses viel schöner, als ein 5:0, was schon zur Halbzeit sicher ist.













Am Sonntag erfahre ich in den Foren von aus dem Zeiss-Block fliegenden Metallgegenständen. Nur mit Glück werden keine RWE-Fans verletzt. Ein Jenaer Ordner liegt im Krankenhaus, ein Böller aus dem Zeiss-Block explodierte neben seinem Ohr. Die Pyro-Show vorm Spiel war nicht angemeldet. Unsere Jungs vom Live-Radio müssen nach dem 2:1 von Polizei/Ordnungskräften geschützt werden. Foren-User „ronry“ ist da dran, er bereitet Strafanzeigen vor, informiert Euch hierüber bitte im Spieltagsthred (ab Seite 16) in der RWE-Community selbst. Hoffentlich wird der Zeiss-Anhang, der immer so dargestellt wird, als könne er keinem Schäfchen was zu leide tun, endlich mal ins richtige Licht gerückt.


18.03.2011

Die Zipfelmützen in der Europa League

Im November hatten wir Miguel versprochen, wenn der FC Porto in den Play-Offs der Europa League ein paar Runden übersteht, kommen wir im Frühjahr nochmal zurück an den Douro. Und die Zipfelmützen halten ihr Versprechen! Zum Europa-League-Viertelfinal-Hinspiel des FC Porto gegen Spartak Moskau reisen wir vom 7. bis 10. April 2011 in unser zweites zu Hause. Christian, René und Björn freuen sich auf ein langes Wochenende bei unseren Freunden in Portugal und hoffen auf einen klaren Heimsieg der Drachen gegen den beliebtesten Moskauer Verein.

12.03.2011

Erfurt stürzt den Spitzenreiter

Offenbach kam als ungeschlagener Tabellenführer ins Steigerwaldstadion und verlor. Dresden war fünf, Koblenz sogar sechs Spiele unbesiegt. Sie verließen das SWS als Verlierer. Heute kam Tabellenführer Braunschweig und hatte sage und schreibe 17 Mal nicht mehr verloren, ein 18. ungeschlagenes Spiel wäre Liga-Rekord gewesen. Doch auch für die Gelb-Blauen aus der Löwenstadt gab es in Capital City nix zu holen.

Andreas machte dem FC Rot-Weiß zum Spitzenspiel seine Aufwartung und bekam zunächst einen sehr souveränen Spitzenreiter zu sehen, der vom Anpfiff weg zeigte, dass er zurecht (gemeinsam mit Hansa Rostock) die Liga dominiert. Nach einer RWE-Ecke spielen die Braunschweiger über Kumbela und Bellarabi einen astreinen Konter, den Kruppke zur hochverdienten Führung abschließt. Wir zeigten uns bemüht, hatten aber scheinbar kein Konzept, um die Gäste ernsthaft in Gefahr zu bringen. Doch dann kamen die fünf Minuten des Marcel Reichwein. Erst spitzelt er die Kugel aus Nahdistanz über die Linie, dann versenkt er eine von Semmer verlängerte Stenzel-Flanke artistisch per Direktabnahme in den Winkel. Das Spiel war noch vor der Pause unverhofft gedreht, ich will nicht sagen, auf den Kopf gestellt.

In Halbzeit Zwo bemühten sich die Gäste eifrig um den Ausgleich. Ihre beste Chance, die Orlishausen mit einem Wahnsinns-Reflex zu nichte machte hatten sie aber, als Weidlich einen Konter bereits zum 3:1 abgeschlossen hatte. So blieb das Bemerkenswerteste in Hälfte Zwo meine gewonnene Wette gegen Andreas, für die ich bei frühlingshaften Temperaturen ein kühles Blondes spendiert bekam.

06.03.2011

RWE-Serie auf dem Bersch ist beendet

Der Ausflug in meine „alte Heimat“ endete leider mit einer unglücklichen 1:2-Niederlage auf dem Bersch. Damit fand auch unsere über ein Jahrzehnt andauernde Serie (wir waren bis dahin in Offenbach ungeschlagen) ein jähes Ende. Wir hatten das Spiel ganz locker im Griff, mit dem ersten Angriff gehen die Kickers nach einer knappen Stunde in Führung. Das 2:0 kurz vor Schluß ist der endgültige K.O., Drexler’s 1:2 (sein erstes Pflichtspieltor für RWE) leider nur noch Ergebniskosmetik. Fazit: Mit der Stahlrohrtribüne wurde auch der RWE-Mythos auf dem Bieberer Berg abgerissen.