30.03.2012

Ein Jahr auf der Tour

Im dritten Teil meiner Golf-Serie gibt's heut was für die Augen... Das Jahr auf der PGA- und der European Tour in einer grafischen Darstellung. Mit allen aktuellen Champions der Majors, WGC, Flagship-Events und des Tour-Finals. Zu FedEx-Cup und anderen Dingen gibts in Zukunft noch ein paar Details in weiteren Beiträgen, der angekündigte Beitrag über die wichtigsten Turniere folgt, ich hatte jetzt eher Lust, mich mal wieder im Word mit der Tabellenfunktion auszutoben.

Nächste Woche gibts dann ein paar Kuriositäten zum Masters, dem ersten Major des Jahres, welches ja am kommendem (Oster-)Wochenende stattfindet. Unter anderem beantworte ich die Frage, warum das Masters 2003 ohne Werbeunterbrechung im amerikanischen Fernsehen übertragen wurde und weshalb eine Frauenrechtlerin daran schuld war.

Jetzt aber erstmal die Grafik, die insbesondere das optisch darstellt, was ich im ersten Beitrag in dürre Worte gefasst hatte.



14.03.2012

Wer ist der beste Golfer der Welt?

Nach dem ein oder anderen Strauß Blumen für meinen ersten Golfartikel möchte ich heute mal die Frage aufwerfen, wer denn der beste Golfer der Welt ist bzw. ob man dies überhaupt seriös beantworten kann. Denn, wie im ersten Artikel geschrieben, konkurrieren ja mit der PGA und der European Tour zwei Turnierserien parallel und nahezu auf Augenhöhe. Dazu kommen noch zahlreiche kleinere Serien. Auf den ersten Blick könnte man also meinen, dass die Situation vergleichbar mit dem Profi-Boxen ist, wo man ja auch nur schwer sagen kann, wer momentan der beste Boxer der Welt ist, da jeder der großen Verbände seine eigenen Weltmeister krönt.

Während es im Profiboxen aber keine offizielle, einheitliche Weltrangliste gibt (es gibt nur sog. unabhängige Ranglisten), existiert eine solche im Golfsport: das OWGR, das Official World Golf Ranking, im Deutschen meist als Golfweltrangliste bezeichnet. Im OWGR fließen die Resultate der vier Major-Turniere und die Ergebnisse der anderen Turniere auf den Profi-Golftouren ein. Das OWGR basiert auf Punkten, die bei den Turnieren verteilt werden. Die Punkte richten sich nach verschiedenen Kriterien:

- Zugehörigkeit zu welcher Tour
- Art des Turniers
- Qualität der teilnehmenden Spieler

Für einen Sieg bei einem der vier Major-Turniere erhält ein Spieler 100 Punkte. Mehr Punkte kann ein Spieler nirgendwo erzielen, die Major-Turniere sind also entsprechend ihrer Bedeutung auch die für das OWGR wertvollsten Turniere.

Viele Punkte kann ein Spieler auch bei den vier WGC-Turnieren (siehe erster Artikel) sammeln, da ja auch hier die besten Spieler aller Touren gemeinsam antreten. So erhielten die Sieger der ersten beiden WGC-Turniere in diesem Jahr, Hunter Mahan und Justin Rose, 76 bzw. 78 Punkte für ihren jeweiligen Sieg.

Bei der dritten Kategorie, den regulären Turnieren, ist die Streuung der Punktzahlen sehr groß. Die Unterschiede liegen zwischen 20 (für den Sieg bei den „Africa Open“ auf der European Tour) und 80 Punkten für den Sieg bei der „Players Championship“ auf der PGA Tour, dem wichtigsten regulären Turnier im Golf. Auf den kleineren Touren gibt es teilweise noch weniger Punkte, weil die Qualität des Spielerfeldes oder einfach das Renomee der Tour insgesamt bedeutend schwächer ist.

Generell muss man sagen, dass die regulären Turniere auf der PGA-Tour etwas höher bewertet sind als die auf der European Tour. Das liegt auch daran, dass einige starke europäische und internationale Spieler häufiger (teilweise sogar fast ausschließlich) reguläre Turniere auf der PGA-Tour spielen als umgedreht US-Amerikaner bei regulären Turnieren in Europa anzutreffen sind. Der letztgenannte Fall ist sogar die absolute Ausnahme, die Amerikaner meiden Europa in der Regel.

Auf allen Turnieren erhalten die nächstplatzierten Spieler prozentual abgestuft weniger Punkte. Der Zweite erhält 60 % der Punkte des Siegers, der Zehnte 14 % und der 60. erhält immerhin noch 1,5 %.

Alle Punkte, die in den letzten zwölf Monaten erzielt wurden, werden zusammenaddiert und durch die Anzahl der gespielten Turniere geteilt. Der Quotient ergibt dann die Punkte in der Golfweltrangliste.

Keine Punkte (und übrigens auch kein Preisgeld) gibt es für Erfolge bei den Mannschaftswettbewerben. Hier spielen die Profis nur um Ruhm und Ehre für ihren Kontinent.

Zur Zeit ist der Nordire Rory McIlroy der Führende im OWGR. Vor zwei Wochen übernahm er die Führung vom Engländer Luke Donald und war damit der zweitjüngste Spieler (jünger war nur Tiger Woods), der jemals die Nr. 1 im OWGR war. Wenn ich schon einmal bei den Rekorden und Zahlen bin, will ich mit einigen noch um mich werfen. Bisher gab es 16 Spieler, die es an die Spitze der 1986 eingeführten Weltrangliste geschafft haben, mit Bernhard Langer (der sogar der allererste Erste war) und Martin Kaymer (der 2011 für acht Wochen die Nummer 1 war) waren auch zwei Deutsche darunter. Kein Spieler hat sich solange an der Spitze des OWGR gehalten wie Tiger Woods. Mit 623 Wochen wird er den Rekord noch sehr lange halten. Zum Vergleich: am zweitlängsten schaffte es Australiens Golf-Legende Greg Norman (331 Wochen), der beste noch auf der Tour aktive Spieler ist der Luke Donald (40 Wochen). Es wird also noch mindestens 583 Wochen (und damit mehr als elf Jahre) dauern, bis Woods dieser Rekord frühestens abgenommen werden kann. Und Woods spielt ja selber noch mit, ist zur Zeit 18. im OWGR. Realistisch ist, dass Woods diesen Rekord noch wesentlich länger halten wird.

Welche Aussagekraft hat das OWGR? Wie so viele Weltranglisten gibt es auch im OWGR einige Kuriositäten. So war der schon vierfache Major-Sieger Phil Mickelson (USA) noch nie die Nr. 1 der Welt, während Lee Westwood und Luke Donald (noch) nie ein Major gewonnen haben und trotzdem schon an der Spitze des OWGR standen. Da die Ergebnisse der letzten zwölf Monate einfließen, kann sich ein Golfer lange an der Spitze bzw. im Spitzenbereich behaupten, obwohl er keine Turniere spielt oder nur schlechte Ergebnisse einfährt. So war Tiger Woods noch bis Oktober 2010 die Nummer 1 der Welt, obwohl er, nach dem Bekanntwerden seiner Sexsucht im Herbst 2009 (Tigergate) im gesamten Jahr 2010 nur zwei geteilte vierte Plätze bei den ersten beiden Majors, aber kein einziges weiteres Top-10-Ergebnis aufweisen konnte. Dennoch ist das OWGR aus meiner Sicht ein relativ nützliches Werkzeug, um die Leistungen der Spieler vergleichbarer zu machen. Eines muss man aber bedenken: die Leistungsdichte im Golf ist wesentlich höher als in anderen Sportarten. Der derzeitige Fußball-Weltranglisten-72. Haiti dürfte wohl gegen Spanien nicht den Hauch einer Chance haben. Im Golf ist es dagegen vollkommen realistisch, dass ein Spieler aus diesem Bereich der Golf-Weltrangliste, ein Turnier gewinnt oder eine vordere Platzierung belegt.

Soviel zum OWGR, das jeden Montag frisch berechnet wird. Den aktuellen Stand gibt’s immer HIER.

Beim nächsten Mal stelle ich euch einige reguläre Turniere auf den beiden großen Touren (PGA und European Tour) vor. Einige Plätze, auf denen diese Turniere gespielt werden, habt ihr (okay, nur auf der PS3 ;-)) sogar schon selbst bespielt.

09.03.2012

Alles über Golf

Der PlayStation sei Dank - bei den Zipfelmützen grassiert das Golf-Fieber.

Nach Tonproblemen lag das Spiel zunächst wie Blei in meinem Wohnzimmerregal, sogar verkaufen wollte ich die Scheibe schon. Bei Sören lief das Spiel problemlos, bei Chrischi auch - also ein letzter Versuch, das Spiel im Hintergrund anlaufen lassen und siehe da - Audio! Seitdem duellieren wir uns auf legendären Golfplätzen vor der Kulisse atemberaubender Landschaften. Es wird Zeit, den Sport Golf im allgemeinen und das System des Profi-Golf etwas näher zu beleuchten. Damit Einsteiger den Überblick nicht gleich verlieren, möchte ich manches Detail hier bei dieser Einführung außer Acht lassen.

Die Touren

Die Golf-Saison läuft über das ganze Jahr. Sie beginnt im Januar und endet im Dezember. Zwei Organisationen dominieren das professionelle Golf und sind der "Spielplatz" für die besten Profis der Welt: Einerseits die nordamerikanische PGA-Tour und zum anderen die European Tour. Es gibt noch zahlreiche weitere Touren, die aber nur eine regionale Bedeutung haben, für Nachwuchsspieler aber durchaus interessant sind. Dazu gehören beispielsweise die Sunshine Tour in Südafrika, die Asian Tour oder die Japan Golf Tour.

Die Turniere

Wie oben bereits angesprochen möchte ich (noch) nicht zu sehr ins Detail gehen. Deswegen genügt es heute, wenn wir vier Arten von Turnieren
unterscheiden:

1. Reguläre Turniere
2. die vier Major-Turniere
3. die vier Turniere der World Golf Championship (WGC) 4. Mannschaftsturniere

Die regulären Turniere bilden den Schwerpunkt der Saison. Auf der PGA-Tour finden, je nach Zählweise zwischen 30 und 40 reguläre Turniere statt, einige, unbedeutendere, auch parallel zu den Major bzw. WGC-Turnieren. Mit wenigen Ausnahmen (Mexiko, Kanada, Puerto Rico) finden alle Turniere in den USA statt. Der Schwerpunkt liegt in den südlichen Bundesstaaten. Eine ähnliche Anzahl von regulären Turnieren wird auf der European Tour gespielt. Allerdings findet etwa die Hälfte der Turniere gar nicht in Europa statt. Die European Tour expandiert in den letzten Jahren immer stärker. Zum Auftakt im Januar wird eine Serie von Turnieren in Südafrika gespielt, anschließend geht es auf die arabische Halbinsel, wo in den letzten Jahren einige der Öl-Milliarden auch in Golfplätze investiert wurden. Später im Jahr folgen dann noch zwei längere Perioden in Südostasien. Nur im Frühjahr und Sommer wird die European Tour ihrem Namen gerecht, wenn zwischen Schottland und Spanien gespielt wird.

Höhepunkte der Saison sind die vier Major-Turniere. Hier (und bei der WGC) treffen sich die besten Profis beider Touren und spielen gemeinsam um die vier legendären Titel.

Den Auftakt bildet das Masters in Augusta im April. Beim bedeutendsten Golf-Turnier der Welt spielen die Spieler, neben einem fürstlichen Preisgeld, nicht um einen fetten Pokal, sondern um das legendäre Grüne Sakko (Green Jacket). Das Masters ist das einzige der vier Majors, welches immer auf dem gleichen Platz ausgetragen wird, nämlich in Augusta im US-Bundesstaat Georgia.

Das zweite Major sind die US Open, die alljährlich im Juni ausgetragen werden. Die Austragungsorte wechseln von Jahr zu Jahr. Typischerweise sind die Plätze sehr schwer, der Sieger gewinnt meistens mit nur wenigen Schlägen unter Par.

"The Open Championship" ist das dritte Major und das einzige, welches nicht in den USA, sondern in Großbritannien ausgetragen wird. Außerhalb des UK wird es deshalb oft auch als "British Open" bezeichnet. Das Turnier wird im Juli an wechselnden Orten in England und Schottland ausgetragen, immer aber auf einem sogenannten Links-Platz. Einen Links-Platz, der immer am Meer gelegen ist, zeichnen hohe Dünen, natürliche Sandkuhlen und karger Grasbewuchs aus. Bäume fehlen gänzlich, Unregelmäßigkeiten im Gelände werden belassen und meist peitscht ein starker Wind ? kurz gesagt: raues Küstenklima.

Den Abschluss der Majors bildet im August die PGA-Championship, die, wie auch die US Open, immer auf wechselnden, meist parkähnlichen Plätzen in den USA ausgetragen werden.

Weitere vier Turniere haben den Status "World Golf Championship", womit wir bei der dritten Art von Turnieren sind. Ähnlich wie bei den Majors stehen sich die Profis der PGA und der European Tour hier gegenüber - ein Umstand, der die Turniere, neben dem Preisgeld zu besonderen Höhepunkten im Jahr macht. Die Turniere finden im Februar in Arizona, im März in Florida, im August in Ohio und im November in China statt. Ab dem Jahr 2013 soll ein fünftes WGC-Turnier im Dezember in Südafrika veranstaltet werden.

Golf ist ein Individualsport, doch einmal im Jahr treffen sich die Stars zu Mannschaftswettbewerben.

In geraden Jahren duellieren sich Europa und die USA um den legendären Ryder Cup. Seit 1927 wird das Turnier alle zwei Jahre ausgetragen. Bis in die 70er Jahre war es ein Duell zwischen dem Vereinigten Königreich und den USA. Doch da die Spieler von der Insel regelmäßig verloren, holten sie sich zunächst die Iren und dann die Kontinentaleuropäer ins Team.
Mittlerweile hat sich der alte Kontinent eine Art Vormachtstellung erspielt, von den letzten acht Austragungen gewannen die Europäer sechs.
Auch bei der letzten Austragung 2010 in Wales gab es einen europäischen Sieg, der nächste Ryder Cup findet im September diesen Jahres in Illinois, also turnusgemäß in den USA, statt. Dann dürfte es wieder hoch her gehen, denn während es im vornehmen Golfsport ja ansonsten eher gediegen zugeht, herrscht bei den Ryder Cups oft eine aufgeladene Atmosphäre, manchmal geht es bei Duell der alten gegen die neue Welt zu wie auf einem Fußballplatz.

Neben dem Ryder Cup wird seit den 80er Jahren auch der Presidents Cup ausgetragen. In den ungeraden Jahren spielen die besten US-Amerikaner gegen den Rest der Welt (allerdings ohne die im Ryder Cup antretenden Europäer). Von den bisher neun Auflagen gewannen die US-Boys sieben, einmal gab es ein Unentschieden, 1998 siegten die Internationals. Mit den besten Golfern aus Australien, Südafrika und Südkorea stellt ?die Welt?
mittlerweile ein sehr schlagkräftiges Team.

Auf die Mannschaftswettbewerbe und viele andere Dinge möchte ich demnächst in weiteren Ausgaben eingehen. Es gibt nämlich noch viele Details und Geschichten, die in diesem ersten Überblick keinen Platz fanden.

08.02.2012

Aberglaube im Sport

Aberglaube scheint im Sport weit verbreitet, mir fallen da spontan Fußballspieler ein die sich nicht rasieren solange eine Siegesserie andauert, sogar Joachim Löw hat ein Zeit lang zu den Spielen der Nationalmannschaft immer den gleichen Pullover getragen - diese Liste lässt sich mit einem geringen Aufwand an Recherche quasi endlos fortsetzen, aber darum soll's hier jetzt nicht gehen.

Ich hatte als aktiver Sportler zu Turnieren auch immer ein Maskottchen dabei, halte ansonsten aber nichts von derartigem Aberglauben - nun hat's aber auch mich erwischt. Nach dem 12. Spieltag sah es nicht gut aus für Rot-Weiß, beständig rutschte man in der Tabelle immer weiter ab - bis auf Platz 15. Beim folgenden Auswärtsspiel gegen den Tabellenzweiten Saarbrücken habe ich in unserem privaten Tippspiel erstmals in dieser Saison gegen Erfurt getippt. Erfurt gewann das Spiel 2:0. Kurz darauf traf ich Nils Pfingsten-Reddig und habe ihm meinen "Fehltritt" gebeichtet, daraufhin bekam ich von ihm den Auftrag weiter gegen Erfurt zu tippen, es war ja schließlich erfolgreich. Also musste ich in Zukunft entgegen meiner Überzeugung tippen.

Erfurt blieb ungeschlagen, bei Heimspielen kam man zwar nicht über Unentschieden hinaus, aber auswärts entwickelte sich Rot-Weiß zur Macht. Erst am 20. Spieltag musste man wieder eine Niederlage einstecken, natürlich ein Heimspiel - und der Schiri hatte auch einen gewissen Anteil daran. Aber das nächste Auswärtsspiel stand ja sofort auf dem Spielplan. Derby gegen Jena - da kann ich doch nicht gegen Rot-Weiß tippen, widerwillig Tat ich das dann doch und bat unseren Tippspielverwalter Björn mein getipptes Ergebnis für die Auswertung des Tippspiels zu drehen. Björn meldete gleich sein Unwohlsein bei diesem Gedanken an - und wie ich herausstellt lässt sich das Schicksal nicht so leicht betrügen ;-) Erfurt verlor gegen den großen Rivalen.

Seitdem tippe ich wieder Schnörkels gegen Erfurt, ohne rumgetrickse. 7 Punkte hat das jetzt in 3 Spielen wieder gebracht, diese Jahr noch ungeschlagen. Gestern hat die Mannschaft ein fast schon verloren geglaubtes Spiel noch eindrucksvoll gedreht. Diesen Rückenwind gilt es jetzt in das nächste Heimspiel gegen den neuen Tabellenführer Aalen mitzunehmen. Gegen gute Mannschaften hat man ja diese Saison immer ganz gut ausgesehen. Ich persönlich werde wieder auf Niederlage tippen, auch wenn das jedesmal weh tut - der Blick auf die Tabelle entschädigt.

20.01.2012

RWE startet ins neue Jahr

Morgen beginnt das Fußballjahr 2012 für unseren FC Rot-Weiß. Rückrunde kann man ja nicht schreiben, denn den Start in selbige haben wir ja mit den beiden Niederlagen gegen Babelsberg und in Drackendorf schon aufs allerfeinste versaut. Die beiden Spiele haben eindrucksvoll gezeigt, warum RWE eben kein Aufstiegskandidat ist. Wir sind zu inkonstant, wir sind nicht bissig genug, um ganz oben anzugreifen. Letztes Jahr schmissen wir in Ahlen, gegen eine Mannschaft die damals mausetot war und heute weit abgeschlagen das Tabellenende in der sechsten (!) Liga ziert, eine 3:1-Halbzeitführung weg. Dieses Jahr hatten wir uns insbesondere durch unsere Auswärtsstärke grad in die Nähe der Aufstiegsränge gekämpft, als wir satt vom vermeintlichen Erfolg und benebelt von der vermeintlichen Stärke gegen die 03er und an der Saale die Füße hochnahmen und gegen zwei Teams aus dem unteren Tabellendrittel satte null Punkte einfuhren. Doch genug mit der Aufarbeitung des Dezembertraumas. Zu der aus meiner Sicht milden DFB-Strafe und der Problematik mit der KEF und/oder anderen Krawallmachern will ich mich nicht weiter äußern, hoffen wir dass diese nicht an den Verein sondern nur an ihre Selbstdarstellung denkenden Idioten nicht so weit gehen, dass alles, was in den letzten Jahren mit Weitsicht und Seriosität aufgebaut wurde, kaputt gemacht wird. LEUTE, ES GEHT UM DEN VEREIN UND NICHT UM EURE „INTERESSEN“!

Zum Sportlichen: In der Winterpause haben wir den Kader nur überschaubar verändert. Noch Anfang Januar wurde ja jeglichen Neuverpflichtungen kategorisch eine Absage erteilt, doch spätestens als der nun gestern nach Hause geholte Marco Engelhardt in den Testspielen gegen Gotha und Bayern München auflief, war klar, dass Marco zurückkehren wird. Einziger Abgang ist der bereits vor Weihnachten fristlos gekündigte Fikri El Haj Ali. Hoffen wir, dass der Verein den vermutlich anstehenden Arbeitsgerichtsprozess gewinnt und das Geld auch wirklich einsparen kann. Sportlich stellt die Kündigung keinen Verlust dar.

Im Tor hat Stefan Emmerling den Konkurrenzkampf neu ausgerufen. Andreas Sponsel hatte den sportlich überzeugenden Markus Rickert vor dem Saarbrücken-Spiel wegen der „Disco-Affäre“ abgelöst und diese Änderung aus disziplinarischen Gründen auch sportlich gerechtfertigt. Aus meiner Sicht gibt es daher keinen Grund, den Torwart erneut zu wechseln, Sponsel hat die Gunst der Stunde genutzt und sich das weitere Vertrauen redlich verdient.

In der Abwehr wechseln Licht und Schatten ab, darstellen kann man das am besten an unseren beiden Neuzugängen aus Babelsberg. Während Innenverteidiger Joan Oumari die mit Abstand beste Neuverpflichtung des Sommers ist, personifiziert der für die Außenbahn geholte Igor Jovanovic unsere Probleme dort. Oumari ist aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken und hat Bertram sowieso und auch Rauw in der Hierarchie klar überholt. Rauw wurde sogar nach rechts verschoben, weil keiner der dort getesteten Spieler gänzlich überzeugen konnte: Jovanovic hatte zunächst Integrationsprobleme, war später verletzt, Ofosu-Ayeh ist schnell und entsprechend gut in der Vorwärtsbewegung, offenbarte aber nach hinten Schwächen und ein Weidlich in guter Form wird in der Offensive benötigt. Die Notlösung Rauw ist zur Dauerlösung geworden, zwar kommt von ihm nach vorne recht wenig, wenn er es aber schafft, seine Position außen konsequent zu besetzen anstatt zu oft noch nach innen zu ziehen, ist er wohl die beste Variante.

Größte Baustelle ist die Linksverteidigerposition. Es wird immer deutlicher, dass Thomas Ströhl einfach kein Verteidiger ist. Je höher wir unsere Ansprüche in Richtung 2. Bundesliga formulieren, desto ernster müssen wir auf dieser Position personell nachlegen. Wegen der Schwächen Ströhl’s setzte Emmerling auf Olivier Caillas, der mir aber mit seinen Undiszipliniertheiten und ständigen Diskussionen um jede noch so kleine Kleinigkeit mittlerweile gehörig auf die Nerven geht. Olli, konzentrier dich aufs Fußballspielen! Für die linke Seite fällt mir als Alternative nur Marco Engelhardt ein, der dann aber für meine Überlegungen im Mittelfeld verloren wäre. Ströhl, Caillas, Engelhardt – bei jedem fällt mir etwas ein, was gegen ihn spricht. Warum also nicht mal Rhys Tyler ins kalte Wasser werfen? In Bremen ist Caillas sowieso gesperrt und Engelhardt wird möglicherweise von Emmerling im Vierer-Mittelfeld gebraucht.

Im defensiven Mittelfeld waren Rudolf Zedi und Nils Pfingsten-Reddig fast gottgleich gesetzt. Sind Stefan Emmerling die Alternativen zu jung (Baumgarten, Göbel, Paradies) oder zu schlecht (Humbert)? Humbert? Ja, der ist immer noch in Erfurt. Im Sommer dürfte aber niemand mehr irgendeine Option haben, um den Vertrag nochmals zu verlängern. Manchmal kommt es mir vor, als hätten die Franzosen Humbert 1945 in Deutschland vergessen, so lange wärmt der schon unsere Ersatzbank. Es fehlte definitiv an Alternativen auf der Doppel-Sechs und in manchen Spielen wirkten Rudi und Nils auch so, als wären sie sich ihrer Sache etwas zu sicher. Konkurrenz (durch Engelhardt) belebt das Geschäft! Nicht schlecht also. Und gegen Bayern zauberte Emmerling sogar ein 4-1-4-1 aus dem Hut, bei dem alle drei spielen könnten: Zedi defensiv und Engelhardt sowie Pfingsten als Doppel-Acht. Durch dieses System wäre unser Loch im offensiven Mittelfeld, welches in der Hinrunde insbesondere in Heimspielen bedenklich klaffte, zumindest quantitativ etwas gestopft.

Auf den offensiven Außenpositionen haben wir mit Manno, Drexler, Morabit und Weidlich (gegen Ende der Hinrunde mit aufsteigender Form) eine Menge Qualität und zahlreiche Alternativen und Möglichkeiten. Nirgendwo, außer vielleicht im Tor, ist der FC RWE so gut besetzt wie hier. Wenn insbesondere der Linksverteidiger seine Aufgabe ähnlich defensiv interpretiert wie Rauw auf rechts, dann haben die Außen den Rücken frei und können sich offensiv voll entfalten. Als gelernte Stürmer haben Morabit, Drexler und Manno zudem alle Möglichkeiten, die einzige Spitze im 4-1-4-1, Reichwein, ganz vorn zu unterstützen. Vorne sind wir also auf dem Papier sehr variabel aufgestellt. Von daher ist es fast nicht zu begreifen, warum wir mit diesen technisch starken Spielern in Heimspielen solche Probleme gegen kompakte Mannschaften hatten. Vielleicht ist die Lösung wirklich das 4-1-4-1 mit einem etwas offensiver agierenden Pfingsten-Reddig. Auch wenn Nils sicher alles andere als ein Spielmacher ist. Aber andere Alternativen sehe ich nicht, möglicherweise den jungen Göbel.

Genug überlegt, nun Butter bei die Fische, hier ist meine Startaufstellung für Bremen:

Reichwein
Morabit – Engelhardt - Pfingsten-Reddig - Weidlich
Zedi
Tyler – Oumari – Bertram - Rauw
Sponsel

27.12.2011

Super Bowl Party 2012

In der Nacht vom 5. auf den 6. Februar steigt die mittlerweile traditionelle Zipfelmützen-Super-Bowl-Party. Eine Woche vor Ende der regulären Saison möchte ich einen Überblick über die Lage geben. Wer ist qualifiziert, wer ist raus, wer darf noch hoffen.

AFC East: Die New England Patriots (12-3) stehen als Divisions-Sieger fest und stehen zudem bereits in den Conference-Semifinals, also der Runde der letzten acht Teams. Die vor der Saison hochgehandelten NY Jets hoffen noch auf ein Wild-Card-Ticket, die Bills und die Dolphins sind raus.

AFC North: Die Baltimore Ravens (11-4) und die Pittsburgh Steelers (11-4) sind für die Play-Offs qualifiziert, der Divisionssieger hat zudem in der Wild-Card-Round ein Freilos. Beide müssen am letzten Spieltag auswärts bei ihren Divisionsrivalen antreten. Die Ravens haben in Cincinnati (9-6), die sich mit einem Sieg ein Wild-Card-Ticket sichern würden, aber die schwerere Aufgabe als die Steelers, die bei den bereits ausgeschiedenen Cleveland Browns (4-11) antreten müssen. Die Ravens haben allerdings den Vorteil, dass sie nicht auf fremde Hilfe angewiesen sind, d.h. gewinnen sowohl sie wie auch Pittsburgh, haben die Ravens als Sieger des direkten Duells die Nase vorn und den Divisionstitel sicher.

AFC South: Die Houston Texans (10-5) stehen als Divisionssieger sowie Wild-Card-Teilnehmer fest und sind damit erstmals in ihrer Geschichte für die Play-Offs qualifiziert. Die Titans (8-7) haben noch theoretische Chancen, wenn diverse andere Spiele passend ausgehen. Jacksonville und Indianapolis sind raus, besonders bitter ist das für die Colts, in deren Stadion dieses Jahr der Super Bowl ausgetragen wird, die aber ohne den verletzten Payton Manning 0-13 in die Saison gestartet waren.

AFC West: Auch hier gibt?s ein Fernduell um Platz 1 und eine Wild-Card. Die Denver Broncos (8-7 / vs. Kansas City) haben ihre hervorragende Ausgangsposition an Heiligabend mit einer Niederlage bei den bereits ausgeschiedenen Bills weggeworfen und haben nun Oakland (8-7 / vs. San Diego) im Nacken. Immerhin haben die Broncos durch das gewonnene direkte Duell ihr Schicksal in der eigenen Hand. San Diego (7-8) und Kansas City (6-9) sind raus.

In der NFC sind nur noch zwei Fragen offen:

1. Wer gewinnt die NFC East (NYG oder DAL)
2. Wer sichert sich das zweite Freilos für die Wild-Card-Round (SF oder NO)

Im Einzelnen:

NFC East: Ganz einfach, ganz dramatisch. Die NY Giants (8-7) und die Cowboys (8-7) bestreiten im New Meadowlands ein echtes Endspiel um Divisionstitel und Wild Card. Die brutal enttäuschenden Eagles (7-8) und die Redskins (5-10) sind raus.

NFC North: Die Packers (14-1) haben sich den Homefield Advantage gesichert, die Lions (10-5) stehen nach vielen tristen Jahren (2008: 0-16) sicher in der Wild-Card-Round, in Chicago (7-8) und Minnesota (3-12) planen die Profis ihren Golfurlaub.

NFC South: New Orleans (12-3) und Atlanta (9-6) stehen in den Play-Offs, Carolina (6-9) und Tampa Bay (4-11) sind raus. Die Saints haben bei einem eigenen Sieg gegen Carolina und einer gleichzeitigen 49ers-Niederlage in St. Louis noch die Chance, die Wild-Card-Round zu überspringen.

NFC West: Yesssssssssss! Die 49ers sind zurück in den Play-Offs. 12-3 lautet die Bilanz und am letzten Spieltag ham sie in St. Louis (2-13) quasi einen Elfmeter, um die Wild-Card zu umgehen. Fraglich ist zudem, ob die Rams überhaupt Lust haben, zu gewinnen (Stichwort: ?suck for Luck?), denn sollten sie mit 2-14 die Saison beenden, haben entweder sie oder die Colts die schlechteste Bilanz aller Teams. Und wer die hat, hat automatisch das erste Wahlrecht im Draft. Und dort wartet College-Quarterback-Sensation Andrew Luck. Seattle, Arizona und St. Louis sind raus.

25.12.2011

Portugal 2012 - NON!

Das Jahr 2011 neigt sich dem Ende entgegen. Einer der Höhepunkte war unsere Motto-Fahrt "C'EST LE BOUQUET", bei der Christian und ich auf dem Weg in den Portugal-Urlaub elf majestätische Gipfel der Pyrenäen erstürmten.

Auch im kommenden Jahr haben wir unsere Reise nach Portugal wieder unter ein Motto gestellt. 2012 sagen wir:

NON

Kurz und prägnant! Aber damit ist alles gesagt, denn wir werden 2012 "Nein" sagen. Nein zur Maut in Frankreich. Keinen Cent für die französische Staatskasse. Wir rollen mautfrei durch die Grande Nation. Autobahn nur dann, wenn sie nix kostet. Ansonsten gehts über Land- und Nationalstraßen vom Saar- ins Baskenland. Und natürlich gibts für unsere Mottofahrt wieder nen schicken Flyer. Im Baguette-Design. ;-)


02.12.2011

Viertelfinal-Freilos für Deutschland

Ein paar alte und nicht so alte Säcke ham heute die EM-Gruppen ausgelost. Allein die Gruppe A ist ein Grund, diese Männer nie wieder in die Nähe eines Lostopfes zu lassen. Verdienste hin oder her, hätte die Auslosung ein paar Jahrhunderte früher stattgefunden, hätte der Scheiterhaufen noch vor Ende der Sendung gebrannt. Aber lichterloh.

Gruppe A

Polen, Griechenland, Russland, Tschechische Republik

Was zum Geier ist das denn bitteschön? Die Vor-Qualifikation? Ham die Polen die Kugeln angewärmt? Und was machen die Russen in der für uns reservierten Gaga-Gruppe? Welcher Verrückte hat entschieden, die beiden Gastgeber zu setzen?

Das einzig Gute an dieser lächerlichsten EM-Gruppe aller Zeiten ist einzig und allein, dass aus dieser der deutsche Viertelfinalgegner kommt. Übersteht die DFB-Elf also ihre eigene Vorrundengruppe, hat sie praktisch ein Freilos im Halbfinale.

Wer sind aber nun die beiden Einäugigen unter den Blinden? Die polnische Mannschaft hat den Heimbonus und liest sich auf dem Papier gar nicht so schlecht, ob es dem umstrittenen Nationaltrainer aber endlich gelingt, die Namen zu einer Mannschaft zu formen? Die Russen sind auf den ersten Blick das Team mit den besten Einzelspielern und in dieser Gurkengruppe mein Favorit. Wenn sie die Konkurrenz halbwegs ernst nehmen, geht der Gruppensieg nur über Arschawin & Co. Die große Unbekannte bei den Russen ist aber immer die Einstellung. Griechenland? Okay, sie ham ihre Qualifikationsgruppe immerhin vor den Kroaten gewonnen, sie haben eine halbwegs stabile Defensive, die aber in der schwachen Qualifkationsgruppe auch nicht ernsthaft gefordert wurde. Die Offensive ist weit entfernt vom bei einer Europameisterschaft erforderlichen Niveau. So lange Charisteas oder Gekas die Tore schießen müssen, können die Hellenen eigentlich nur beten, dass sie nicht allzu viele Gegentreffer bekommen. Die Tschechen schließlich befinden sich eigentlich grad im Umbruch, dank einer schwachen Qualifikationsgruppe rutschten sie in die Play-Offs und setzten sich, auch für mich überraschend, gegen die unbequemen Montenegriner durch. Stars wie Rosický oder Čech scheinen ihren Zenit überschritten zu haben, die jüngeren Spieler verkörpern kein allerhöchstes europäisches Niveau.

Tipp: Neben den Russen wird sich eine Mannschaft ins Viertelfinale durchstolpern, ich tippe mal auf die Griechen. (Hätte mir vor der Auslosung jemand gesagt, dass ich die Griechen ins Viertelfinale tippe… mein lieber Schwan!)

Gruppe B

Niederlande, Dänemark, Deutschland, Portugal

Erster Gedanke: schöne Gruppe! Die Holländer? Die ham doch jetzt schon die Hosen voll. Klar darf man das 0:3 in Düsseldorf nicht auf die Goldwaage legen. Sagen zumindest die Wohnwagenfahrer, denn van Persie hat ja gefehlt. Und? Wir hatten den Ausfall von Schweinsteiger zu verkraften. Und Lahm ham wir gleich noch frei gegeben. Bleibt nur zu hoffen, dass wir und die Orangen nicht die klassischen Rollen getauscht haben: die einen gnadenlos schön und erfolglos, die anderen bieder, aber in den wichtigen Spielen erfolgreich. Leider spielen auch die Portugiesen und Dänen in unserer Gruppe. Leider nicht, weil wir vor denen Angst haben müssen, mir kommen aber die Tränen wenn ich die in Gruppe A vereinten Trümmertruppen sehe. Schade auch, dass es zum Spiel gegen Portugal kommt, wenn wir noch nicht am Pool liegen und das Super Bock kästenweise leeren. Überhaupt, was soll man von den Portugiesen halten? Einige sehr gute Namen im Kader, allen voran Cristiano Ronaldo, aber in der Quali hinter Dänemark nur Gruppenzweiter. Die Holländer müssten schon in „Düsseldorf-Form“ sein oder Ronaldo einen richtig genialen Tag erwischen. Und Dänemark? Sehr sehr unangenehm, denen gefällt die Underdog-Rolle sicherlich richtig gut.

Tipp (Traum): Deutschland vor Portugal. :-)

Gruppe C

Spanien, Italien, Irland, Kroatien

Das wird hart für meine Boys in Green… Oder ist das vielleicht genau die Gruppe, die die Iren gebraucht haben? Denn ist es für ihr Spiel nicht ideal, wenn sie den Gegner kommen lassen können, wenn sie, leidenschaftlich verteidigend, auf den einen Konter warten können? Eigentlich ist das so, aber Spanien ist einfach zu stark und Italien, das mit dem Italien von der WM 2010 nicht zu vergleichen ist, spielt wieder gnadenlos effizient. Ich kann mir bei aller Liebe nicht vorstellen, dass die Iren einem der beiden großen ein Bein stellen kann. Und dann sind da auch noch die Kroaten, die eine eigentümlich-gefährliche Mischung aus technischer Stärke und knüppelharter Ganghart vereinen, es aber andererseits nicht einmal fertig brachten, ihre unfaßbar leichte Qualifikationsgruppe zu gewinnen.

Tipp: Meine Favoriten sind Spanien und Italien, die Iren werden einen heroischen Kampf liefern, dafür aber Ende leider nicht belohnt, weil zur Not hilft den Italienern eben wieder der Schiri.

Gruppe D

Ukraine, Schweden, Frankreich, England

Auch der zweite Gastgeber hat keinen Grund sich nach dieser Auslosung zu beschweren, diese Gruppe ist für die Ukrainer mit Gastgeberbonus sogar machbar. Frankreich und England sind große Namen, aber was steckt dahinter. Beide haben furchtbare Jahre hinter sich, die Engländer waren vor vier Jahren gar nicht dabei und gurkten sich durch die WM, bis sie im Achtelfinale gegen Deutschland untergingen. Die Franzosen scheiterten jeweils kläglich in der Vorrunde, nicht zuletzt der oberpeinliche Auftritt in Südafrika dürfte jedem noch im Gedächtnis sein. Hat sich bei beiden seitdem was getan? Nicht sonderlich viel. Die Franzosen sind meilenweit vom Glanz der Zidane-Ära entfernt, man rumpelte sich eher durch die Qualifikation, die man knapp vor Bosnien und den Play-Offs überstand. Die zweifelsohne hervorragenden Einzelspieler harmonieren einfach nicht zusammen. Und England? Viele neue Namen sucht man vergeblich, es steht immer noch die Generation auf dem Platz, die bei den letzten Turnieren versagt hat. Dazu müssen die Three Lions in der gesamten Vorrunde auf ihren besten Spieler, den gesperrten Wayne Rooney verzichten.

Tipp: Einer der beiden Großen wird scheitern, der erste Spieltag mit den Duellen Frankreich-England und Ukraine-Schweden könnte schon für eine Vorentscheidung sorgen.

10.11.2011

Erfurter Zipfelmützen mobil

Dank eines neuen Features bei Blogger gibt es unsere Webseite jetzt auch in einer auf kleinen Bildschirmen übersichtlichen und trafficsparenden Mobilversion.

03.09.2011

RWE-Termine im Oktober und November

Am kommenden Samstag steht unsere erste Auswärtsfahrt des Jahres an. Die Reise geht auf die Alm nach Bielefeld. Vor zwei Jahren kickte die ruhmreiche Arminia noch in der Bundesliga und wohl niemand hätte geglaubt, dass wir im Spätsommer 2011 zu einem Punktspiel in die ostwestfälische Metropole reisen werden. Und aus der Hummel wurde diese Woche gesummt, dass es sehr gut ausschaut, dass wir in großer Gruppe Richtung Nordwesten aufbrechen können. Hoffentlich können wir dann am Abend des 10.09. beim Winzerfest in Freyburg den ersten Auswärtssieg der Saison begießen. Der Gegner, der binnen 12 Monaten und heftigsten finanziellen Turbulenzen von der 1. in die 3. Liga durchgereicht wurde, hat überhaupt noch kein Spiel in dieser Saison gewonnen, die hätten unsere Sorgen also gern. Aber es gibt da ja auch noch diesen unschönen Spruch: "Ist die Not am größten, ist RWE am nächsten..." Oder so ähnlich. Hoffen wir also, dass unsere Jungs den Bock umstoßen und endlich mal auch fern der Heimat was auf die Reihe bekommen. Bewerkstelligen müssen wir das aber ohne Joan Oumari, der vom DFB wegen seines Ellbogenchecks im Darmstadt-Spiel (2:0, Tore von Reichwein und Caillas), der vom Schiri nicht gesehen wurde, für vier Spiele aus dem Verkehr gezogen wurde. Vier Spiele... mein lieber Schwan. Vor Gericht und auf hoher See fällt mir dazu nur ein.

Die Überschrift verspricht noch einen Blick in die etwas fernere Zukunft. Vom DFB wurden die Spieltage 12 bis 18 terminiert. Warum nicht auch der 19. zeitgenau angesetzt, würde ich mal zu gerne wissen. Maaaaaaaaaan! Ich warte doch aufs Datum fürs Gastspiel in Oberhausen, hab meiner Schwester ja nen Besuch versprochen. Doch vorerst ein Blick auf die Spiele im Oktober und November, bitte die freien Samstage entsprechend im Hummel-Dienstkalender eintragen, meine Herren!!! ;-)

Sa 01.10. 14:00 Uhr RWE - Burghausen (wieder abgestiegen und doch wieder da)
Sa 08.10. 14:00 Uhr Sandhausen - RWE (das Papst-Nachholspiel)
Sa 15.10. 14:00 Uhr Saarbrücken - RWE (3:1-Sieg letztes Jahr mit mir vor Ort)
Sa 22.10. 14:00 Uhr RWE - Münster (schön dat die Preußen wieder da sind)
Sa 29.10. 14:00 Uhr Heidenheim - RWE (FCH verausgabt sich kurz vorher im Pokal)
Sa 05.11. 14:00 Uhr RWE - Offenbach (mein Derby)
Fr 18.11. 14:00 Uhr Unterhaching - RWE (lohnt nich, kriegen wir eh aufs Maul)
Sa 26.11. 14:00 Uhr RWE - Chemnitz ((Ver-)Zocker Stenzel zurück in Capital City)

Gutes Nächtle!

17.08.2011

German rules!

Ich verstehe zwar nicht viel von Baseball und verfolge die MLB im Gegensatz zu den anderen großen Sportligen in den Staaten nur am Rande, aber das finde ich mal total cool!

KLICK!

RWE weiter ohne Gegentor im SWS

FC ROT-WEISS ERFURT - VFL OSNABRÜCK 0:0

Maaaaaaaaaaaaaaan? wir sind so überlegen aber immer is noch so ein kackviolettes bein dazwischen.


16.08.2011 - 19:58 Uhr

Besser als wie in dieser SMS Mitte der zweiten Halbzeit kann man unseren Auftritt gestern abend gegen ?Kühe, Schweine, Osnabrück? (wenn ich Braunschweiger Fans da mal zitieren darf) nicht beschreiben. Es war ein 0:0 der guten Sorte. Der sehr guten Sorte. Wir spielten agressiv, einsatzfreudig, intensiv, leidenschaftlich (Manno!) ? nur das Tor wollte und wollte nicht fallen. Reichwein, Manno, Morabit, Pfingsten-Reddig ? alle hatten irgendwann während der 90 Minuten ihre Chancen, alle scheiterten. Entweder an der vielbeinigen Osnabrücker Abwehr oder an Torwart Manuel Riemann, der mit seinem andauernden Zeitspiel den Bogen reichlich überspannte. Schon nach zehn Minuten begann er, jeden Abstoß minutenlang zu zelebrieren. Der Schiri ahndete dies leider ebensowenig wie ein Foulspiel an Manno im Strafraum, wo selbst Osnabrücks Trainer Fuchs anschließend das Wort ?Elfmeter? in den Mund nahm. Gott sei Dank pfiff er aber, als Fischer kurz vor der Pause einen Ball in unser Tor köpfte. Abseits. Nun ja? ;-)

Ein sehr launiger Abend, so darf es öfter englische Wochen geben. Und wenn dann unser lieber Freund Andreas jedesmal aus seinem sachsen-anhaltinischen Exil anreist und wir anschließend noch nen schönes Eis in der Hummel essen, dann isses fast perfekt. Denn ein Tor fehlte ja eben doch.

13.08.2011

PS3-ZMC: Frankreich erster Titelträger

Im Februar hatte das Rennen um den ersten Zipfelmützen-Cup begonnen, am vergangenen Samstag endete das Turnier mit dem Sieg der französischen Nationalmannschaft. Die Franzosen, gesteuert von Christian, gewannen im Endspiel 4:0 gegen die von Chrischi vertretungsweise gesteuerten Italiener. Vertretungsweise? Ja, denn bis zum Viertelfinale hatte
Christian auch Italien gesteuert. Und Spanien. Und Japan. Die beiden anderen Halbfinalisten. Das Turnier wurde der totale Triumph für Christian, der alle vier Halbfinalisten stellte und Chrischi (drei Viertelfinalisten) und mich (ein Viertelfinalist) ziemlich alt aussehen ließ.

Der Samstag begann mit den letzten Achtelfinal-Duellen. Für mich war es die letzte Chance, überhaupt eine Mannschaft unter die letzten Acht zu bringen. Wochenlang hatte ich mich vor dem Portugal-Urlaub mit einer Testspiel-Serie vorbereitet. Und das sollte sich auszahlen. Nach einem 0:0 in Kopenhagen feierte Dänemark einen historischen 2:1-Triumph in Wembley. Dass ich so souverän dort gewinne, hätte ich nicht für möglich gehalten. Ein Lichtblick nach all den, teilweise peinlichen, Pleiten mit Deutschland, Portugal oder den Niederlanden in den Runden zuvor.

Im Viertelfinale war es dann aber mit der Herrlichkeit schon wieder vorbei, Dänemark scheiterte deutlich an Japan. Chrischi hatte das Problem, dass seine Top-Teams (Argentinien, England) auch schon gescheitert waren und er mit den verhältnismäßig schwachen Mannschaften von Polen, Panama und der Ukraine im Viertelfinale antreten musste. Und weil Christian mit seinen Top-Adressen des Weltfußballs (Spanien, Italien, Frankreich) dort wartete, musste Chrischi die Segel im Viertelfinale ebenfalls komplett streichen.

Christian war im Halbfinale unter sich und entschied, dass Chrischi die Italiener und ich die Japaner übernehmen darf, um sie gegen Spanien bzw. Frankreich ins Rennen zu schicken. Während ich mit den Japanern, vor allem im Hinspiel, wo es nach 10 Minuten 0:2 stand, überhaupt nicht zurecht kam, besiegte Chrischi mit den Italienern Christians an Nr. 1 gesetzte Spanier. Und das deutlich. So kam es im Endspiel zu einer Neuauflage des WM-Endspiels von 2006. Doch diesmal gewannen die Franzosen. 4:0 ballerten sie Italien aus dem Stadion, Christian präsentierte sich nach seiner Halbfinalschwäche wieder in altbekannter Galaform.

Der erste Vierer-Zipfelmützen-Cup (Sören spielt hier zusätzlich mit) läuft ja bereits und auch das nächste Dreier-Turnier wurde bereits ausgelost. Dann nehmen nur noch jeweils 32 Mannschaften teil.

08.08.2011

Kaiser bringt den Erfolg zurück

Zipfelmützen-Ehrenmitglied und RWE-Edelfan Helga Kaiser war extra aus dem Fernen Osten angereist. Offiziell, um ihren Liebling zu besuchen. Gerüchteweise wollte sie aber ihren Lieblingen nach dem 0:3-Debakel vom Dienstag in Babelsberg einfach mal ganz aus der Nähe die Daumen drücken. Zwar klappte es (noch) nicht mit dem Besuch im Steigerwaldstadion, aber ihre Anwesenheit im Großraum Erfurt brachte Glück: RWE gewann 1:0 gegen die kleinen grünen Fischköppe. Und so hatte sie sich die „Siegerwaffel danach“ in der Hummel auch mehr als verdient.

Neben Christian und mir sahen noch knapp 5000 weitere RWE-Fans, dass Stefan Emmerling seine Startelf wegen der dünnen Leistung in Babelsberg und der roten Karte für Thomas Ströhl umbaute. Er zog Caillas für den gesperrten Ströhl nach hinten und ließ Morabit im linken Mittelfeld sein Startelf-Debüt feiern. Für den in Babelsberg schwachen Jovanovic spielte wie schon im Derby Phil Ofosu-Ayeh Rechtsverteidiger, im Sturm begann Dominick Drexler anstelle von Gaetano Manno.

Die erste Halbzeit war aus Erfurter Sicht in Ordnung. Bremen tat nichts für die Offensive, beschränkte sich stattdessen auf die Verteidigung des eigenen Tores. Zwar gab es auch heute wieder einige Fehlabspiele im Spielaufbau, genauso aber auch schöne Spielzüge über den vor der Pause starken Morabit oder über Weidlich. Die größten Chancen vergaben Reichwein, der einen Ball volley knapp über das Tor jagte und Morabit, dessen Schuss nur Zentimeter am Pfosten vorbeirollte. Zur Pause fehlte eigentlich nur das Tor, ansonsten ein zufriedenstellender RWE-Auftritt.

Nach dem Wechsel agierte Rot-Weiß zu passiv, zu abwartend, ohne den erhofften Zug zum Tor. Da Bremen offensiv weiterhin wenig leistete, war es ein ziemlich müder Kick. Einer der langhaarigen Stefanovic-Brüder hatte in dieser Phase sogar die Bremer Führung auf dem Fuß, als er einen 25m-Freistoß ans Lattenkreuz setzte. Der erste schön vorgetragene Erfurter
Angriff der zweiten Halbzeit führte dann in der 72. Minute auch prompt zur Führung. Rauw bediente Manno und der eingewechselte Torjäger tat das was er am besten kann zum ersten Mal im rot-weißen Trikot: er traf! Irgendwie hatten mich in der Phase vor dem Tor schon erste Zweifel gepackt, ob wir mit unserer (um es mal positiv auszudrücken) sehr geduldigen Spielweise noch zum Erfolg kommen würden.

Nach der Führung luden wir Bremen dann unerklärlicherweise zum Ausgleich ein. Die Werder-Bubis suchten nun den Weg nach vorne und hätten sie gewußt, wie leicht man heute im Steigerwaldstadion zu Großchancen kommen kann, hätten sie es vermutlich schon mal vor der 75. Minute mit ein bißchen mehr Druck versucht. Die größte Bremer Möglichkeit vereitelte Rickert drei Minuten vor Schluß, als er einen Kopfball so gerade noch an die Latte lenken konnte. Am Ende stand aber der zweite zu-Null-Heimsieg der Saison. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft diesen am kommenden Wochenende in Stuttgart mit einem Punktgewinn veredeln kann. Aber viel zu holen gab es im Waldaustadion noch nie, egal ob der Gegner VfB II oder Kickers hieß. Aber vielleicht Oma Helga?s Daumendrücken ja dann auch aus der Ferne.

01.08.2011

Schonmal Eselspimmel getragen?

An wen denkt ihr beim Stichwort "exzentrischer Vereinsboss"? Vielleicht an den mittlerweile verstorbenen Jean Löring, der seinen Trainer in Halbzeitpause (!) eines Spiels mit den Worten "Ich als Verein musste handeln" feuerte? Oder Silvio Berlusconi, der, wenn er nicht grad Italien regiert oder ein paar minderjährige Nutten vernascht, für seinen AC Mailand mit Vorliebe Fußballrentner verpflichtet? Alles falsch...

DER HIER ist die absolute Nummer 1 in dieser Kategorie? Oder kennt ihr jemanden, der 19 Kinder hat, einen Privatzoo auf seinem Grundstück und eine Weste aus Eselspimmel trägt? Ich nicht und deswegen ist der Typ auf jeden Fall einen Lesebefehl wert!

Berlin - Färöer Inseln - Brasilien

In Rio wurden am Samstag die Gruppen für die WM-Qualifikation ausgelost. Damit ihr schonmal wisst, wen wir 2014 am Pool zu sehen bekommen (und weil ich sowas einfach gerne schreibe) folgen ein paar dünne Worte zu den europäischen Qualifikationsgruppen.

Gruppe A: Kroatien, Serbien, Belgien, Schottland, Mazedonien, Wales

Belgien, Schottland, Wales? Diese Gruppe könnte ich mir im Traum zusammengestellt haben. Blöd nur, dass der halbe Balkan auch noch mitmischt. So wird es (zu) schwer für meine Schotten. Belgien dagegen hat eine aufregende neue Generation mit vielen interessanten Spielern, die sollten wenigstens in der Lage sein, einen aus dem Duo Kroatien/Serbien hinter sich zu lassen. Dieses Spiel treibt schon jetzt die Schweißperlen auf die Stirn (Was ist eigentlich die Mehrzahl von Stirn?) der serbischen und kroatischen Polizisten.

Tipp: 1. Kroatien, 2. Belgien, 3. Serbien, 4. Schottland :-(

Gruppe B: Italien, Dänemark, Tschechien, Bulgarien, Armenien, Malta

Der arme Loddar. Kein Bundesliga-Verein will ihn als Trainer, die Weiber rennen ihm im 14-Tages-Rhythmus weg (andererseits: wer träumt nicht davon, sich ohne Verpflichtungen und mit reichlich Abwechslung durch die Weiten Osteuropas vögeln zu können?!) und jetzt bekommen er und seine bulgarische Nationalmannschaft auch noch so eine Gruppe zugelost. Okay, Italien, Dänemark und Tschechien sind sicherlich alle gerade nicht auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, aber für die Bulgaren, die das letzte Mal 2004 bei einem großen Turnier gesichtet wurden, gilt das erst recht.

Tipp: Italien fährt einen Nachspielzeit-2:1-Sieg nach dem anderen ein und gewinnt die Gruppe. Danach bitte Dänemark! Und Loddar sammelt in Armenien immerhin einen neuen Länderpunkt (zumindest stand noch nix in der Bild, dass er da auch schon mal ne Lebensabschnittsgefährtin hatte).

Gruppe C: Deutschland, Schweden, Irland, Österreich, Färöer, Kasachstan

Nimmt man mal das irgendwo kurz vor China liegende Kasachstan raus, ist das touristisch eine absolute Traumgruppe. Lauter schöne Länder. Und sportlich? Da kann Jogi Löw zufrieden sein. Nachdem Ronaldo "Germany" aus der Lostrommel gezogen hatte, hat sich der in Rio anwesende Olli Bierhoff sicherlich schonmal ein paar schöne Hotels in Brasilien angeguckt. Und wer wird Zweiter? Ich sage die Iren, weil sie gegen uns immer besser aussehen (WM 2002 1:1, EM-Quali 2008 0:0) als die Schweden (EM 1992 2:3, WM 2006 0:2). Und Österreich? Macht sich sicherlich keine Hoffnungen auf die WM-Teilnahme, zittert stattdessen vor den Färöer Inseln. Da war doch schließlich mal was?

Tipp: Deutschland vor Irland und Schweden

Gruppe D: Niederlande, Türkei, Ungarn, Rumänien, Estland, Andorra

Die Oranjes kriegen in letzter Zeit auch immer ziemlich leichte Gruppen. Ungarn ist seit 20 Jahren auf dem absteigenden Ast, die Rumänen seit 10 Jahren. Die Türkei hat auch unter Wundertrainer Hiddink in der laufenden EM-Qualifikation erhebliche Probleme. Ich sehe niemanden, der den Holländern ernsthaft Paroli bieten könnte. Schade: wir haben wieder nicht
Andorra bekommen. In San Marino, auf den Färöern und in Kasachstan waren wir ja nun schon, in den Pyrenäen noch nie.

Tipp: Die Gruppe geht gemäß der Topfeinteilung aus. Die Niederlande gewinnen vor der Türkei.

Gruppe E: Norwegen, Slowenien, Schweiz, Albanien, Zypern, Island

Nach der Gruppe G sicherlich die schwächste Qualifikationsgruppe. Für die Schweizer eine gute Möglichkeit, sich trotz Neuaufbau für ein großes Turnier zu qualifizieren. Norwegen und Slowenien sehe ich mit den Eidgenossen auf Augenhöhe. Das könnte ein sehr spannendes, ausgeglichenes Rennen werden, zumal alle drei Teams eher für ihre Fähigkeit bekannt sind, es vermeintlich stärkeren Teams schwer zu machen. Doch Stärkere gibt es in dieser Gruppe nicht und gegen die sogenannten Kleinen, von denen sich hier reichlich tummeln, haben Norweger, Slowenen und Eidgenossen traditionell Probleme, da sie hier selbst das Spiel machen müssen.

Tipp: Es könnte ein Schneckenrennen mit vielen Unentschieden und wenigen Toren geben. Der, der gegen die drei Kleinen am wenigsten patzt, kommt weiter. Ich wünsche mir die Norweger.

Gruppe F: Portugal, Russland, Israel, Nordirland, Aserbaidschan, Luxemburg

Portugal oder Russland? Das ist hier die Frage. Der Rest: Israel ist sicher unbequem, sie sind oft knapp gescheitert, aber den letzten Schritt haben sie nie gemacht, obwohl sie in der Vergangenheit oft vergleichsweise leichte Gruppen (Stichwort Griechenland) hatten. Die Nordiren sorgen zwar in Belfast gerne für die ein oder andere Überraschung (3:2 gegegn Spanien), aber sie sind zu unkonstant und auswärtsschwach. Naja und Berti? Der hofft auf sechs Punkte gegen Luxemburg.

Tipp: Portugal schaffts direkt, wir wollen ja wieder WM am Pool gucken! :-)

Gruppe G: Griechenland, Slowakei, Bosnien und Herzegowina, Litauen, Lettland, Liechtenstein

Fordert Uli Hoeneß nicht immer eine Vor-Qualifikation, damit nicht mehr so viele sinnlose Spiele stattfinden? Diese Gruppe wäre perfekt dafür. Die reudigen Griechen, deren Weltranglistenplatz (und damit Einordnung in Topf 1) die Sinnlosigkeit selbiger unterstreicht, erhalten seit Jahren so leichte Qualifikationsgruppen, dass sie gar nicht anders können, als sich zu jedem großen Turnier zu stolpern. Die Slowakei und Bosnien-Herzegowina sind auch keine Knaller, über den Rest decken wir den Mantel des Schweigens. Also: Die Gruppe G als Vorqualifikation werten und der Sieger darf in die Gruppe I, da fehlt ja noch ein Team.

Im Ernst: Die Slowaken sind mir seit ihrem Coup über Italien bei der WM 2010 sympathisch, deshalb die Bitte an Hamsik & Co.: Stoppt Griechenland!

Gruppe H: England, Montenegro, Ukraine, Polen, Moldawien, San Marino

Die Three Lions auf Osteuropa-Tour. Ein sehr gefährliches Pflaster. Montenegro, erst seit wenigen Jahren selbstständig, verfügt sofort über eine goldene Generation und macht den Engländern das Leben bereits in der laufenden EM-Qualifikation schwer. Ansonsten eine kaum kalkulierbare Gruppe: Die Ukraine und Polen sind schwer einzuschätzen, da sie als Co-Gastgeber der Euro 2012 momentan keine Pflichtspiele bestreiten. Beide waren aber in der letzten WM-Qualifikation gescheitert, die Ukrainer u.a. an England. Und die Engländer selbst? Welche Mannschaft werden sie zur Verfügung haben? Terry, Gerard, Lampard und Co. werden nicht jünger, der Nachwuchs drängt sich nicht auf und Rooney kann nicht alles alleine machen.

Tipp: Hier bin ich mal mutig und sage: Montenegro. England rettet sich in die Play-Offs und verliert dann gegen Frankreich. :-)

Gruppe I: Spanien, Frankreich, Weißrussland, Georgien, Finnland

Bernd Stange, der weißrussische Trainer, freute sich, dass mit Spanien und Frankreich zwei Schwergewichte des Weltfußballs im Reich von Diktator Lukaschenko aufschlagen (müssen). Mehr zu freuen dürften Stange und seine Kollegen aus Georgien und Finnland in der Qualifikation auch nicht haben. Die Gruppe könnte man auch auf zwei Spiele zwischen Spanien und Frankreich reduzieren. Da kein Gruppenzweiter automatisch qualifiziert ist, muss einer der beiden auf jeden Fall in die Play-Offs. Genug Punkte, um nicht der schlechteste Gruppenzweite zu werden, sollten Spanien oder Frankreich ja wohl sammeln. Oder doch nicht? Immerhin gewannen die Weißrussen in der laufenden EM-Qualifikation in Paris.

Tipp: Spanien's goldene Generation steht noch voll im Saft, die Iberer werden Gruppensieger, und die Franzosen können ja mal bei Thierry Henry fragen, wie man die Play-Offs übersteht.

28.07.2011

RWE 3 : 0 FCC

Das wollte ich unbedingt noch nachreichen...

DERBYSIEGER!

TABELLENFÜHRER!

22.07.2011

Dritte Liga 2011/12 - Unsere Gegner

Okay, zugegeben, im letzten Jahr ham wir uns in der Aufstiegsfrage
eigentlich nur selbst im Wege gestanden. Die direkte Konkurrenz
geschlagen, drei Spieltage vor Schluss war der Relegationsplatz erklommen
und wir hatten alles in der eigenen Hand. Doch dann kam Regensburg. Und
dann Ahlen. Aber vor allem wir selber waren es, die es in den beiden
entscheidenden Spielen nur eine Halbzeit lang schafften, überhaupt
Normalform zu erreichen. Kein Gegner war also am letztendlich
enttäuschenden fünften Platz Schuld, nur wir selber. Dennoch lohnt
natürlich vor der heute abend mit dem Spiel Heidenheim vs. Offenbach
beginnenden Saison ein Blick auf die Konkurrenz. Auch wenn dies in der 3.
Liga immer sehr schwer fällt, weil zahlreiche Mannschaften ihre Kader
radikal umgebaut haben. Sei es aus wirtschaftlichen Zwängen oder weil das
Spielermaterial in der Vorsaison die Erwartungen nicht erfüllte. Mein
kleiner Blick auf die Konkurrenz ist also teilweise eine Lotterie, denn
wer kann jetzt schon seriös einschätzen, wie sich vollkommen neu
zusammengewürfelte Truppen im Laufe der Saison schlagen werden. Wurde die
richtige Mischung gefunden, aus jugendlichem Tatendrang und der Erfahrung
und Weisheit des Alters, aus Profis, die die 3. Liga wie ihre Westentasche
kennen und Spielern, für die, egal ob von oben, unter oder aus dem
Ausland, die dritthöchste Spielklasse völliges Neuland darstellt. Also,
wagen wir einen Blick in die Zukunft.

Auch wenn sich alle einig sind, dass einen Doppeldurchmarsch wie im
Vorjahr (Braunschweig/Rostock) nicht geben wird, fällt ein Name immer
wieder, wenn es um den Aufstiegsfavoriten geht: der SV Wehen Wiesbaden.
Die Wasserfiltertruppe hat einige namhafte Neuzugänge (z.B. Christ aus
Düsseldorf, Smeekes und Nagy von den Kernbergen, Mann aus Saarbrücken,
Herzig und Burkhardt aus Aachen, Wohlfahrt von Bayern II) unter Vertrag
genommen. Aber Vorsicht, das erinnert schwer an den SV Sandhausen im
letzten Jahr, die, mit der namhaftesten Drittligatruppe lange gegen den
Abstieg kämpften. Apropos Sandhausen: die haben sich unter dem neuen alten
Trainer Gerd Dais in der Rückrunde stabilisiert und auf dem Papier liest
sich der Kader der Badener immer noch vom feinsten. Deshalb erwarte ich
den SVS zumindest im Dunstkreis der Aufstiegsränge. Sollten wir am Ende
nicht zu den zwei bzw. drei Glücklichen gehören, wäre es doch eine feine
Sache, wenn zwei der unattraktivsten Adressen die 3. Liga nach oben hin
verlassen würden. Aber, wie schon gesagt, einen Durchmarsch erwarte ich
nicht. Mit Osnabrück und Bielefeld kommen zwei Teams aus der 2. Bundesliga
dazu, die man fast schon reflexartig in den allerhöchsten Tabellenregionen
vermutet. Doch beide haben ihre Kader mächtig überarbeitet, ob sich
jeweiligen Spieler aber sofort als Einheit präsentieren? Die beiden Teams
geben sich vorsichtig bis zurückhaltend, aber mal ehrlich: Osnabrück ist
DIE Fahrstuhlmannschaft zwischen Zweit- und Drittklassigkeit und allein
der Name Arminia Bielefeld zieht trotz 30 Millionen Euro Schulden immer
noch genug Spieler an, die hier eine schnelle Möglichkeit sehen, die 2.
Bundesliga zu erreichen. Wehen, Sandhausen, Osnabrück, Bielefeld - und
sonst? Wir? Nun, abwarten, über die Ungewissheiten unseres Kaders habe ich
Anfang der Woche philosophiert, bleibe aber dabei: wenn die Rädchen
ineinander greifen, können wir das obere Drittel ins Visier nehmen.
Offenbach? Die Hessen haben nach der katastrophalen Rückrunde radikal
ausgemistet, sowohl auf dem Platz (u. a. ging Toptorjäger Occean nach
Fürth) wie auch in der Führungsetage (Manager Möller nahm seinen Hut).
Dennoch, der neue Trainer Arie van Lent sowie der Stadionneubau sorgen für
eine gewisse Aufbruchstimmung am Bieberer Berg. Immerhin hat der OFC als
einziger (!) Drittligist für einen Spieler (Stürmer Pascal Testrot kostete
50.000 Euro) eine Ablösesumme bezahlt.

Im Mittelfeld sehe ich Heidenheim, die Top-Torjäger Patrick Mayer an
Augsburg abgeben mussten, aber noch immer eine Mannschaft haben, die
gehobenes Drittliga-Niveau verspricht. Zudem ist an der Brenz eine
erstaunliche Euphorie entstanden, der FCH hat sage und schreibe 3500
Dauerkarten verkauft. Zahlen, von denen wir nur träumen können.
Saarbrücken, dass eine überragende Rückrunde gespielt hat, musste einige
schmerzhafte Abgänge verkraften. Wiesbaden und Zweitligist Karlsruhe
bedienten sich. Die Saarländer dürften aber nach dem Absturz bis in die
Oberliga Südwest mit der aktuellen Entwicklung sehr zufrieden sein. Auch
unsere fehlfarbenen Freunde sortiere ich mal hier ein. Nach Jahren des
Größenwahns und Niedergangs wird an den Ufern der Saale eine Rückkehr nach
der anderen gefeiert. Rückkehrer-Präsident Zipfel und Rückkehrer-Trainer
Weber stehen für seriöses Wirtschaften und nachhaltigen Aufbau der
Mannschaft, Rückkehrer-Spielmacher Jan Simak, Rückkehrer-Torwart Tino
Berbig und Rückkehrer-Defensivkraft Alexander Maul sollen die zahlreichen,
aus diversen Reservemannschaften ebenfalls neu verpflichteten
Nachwuchsspieler führen. Eine interessante Mischung, die
unerfreulicherweise Gutes verspricht. Auch die beiden Aufsteiger Chemnitz
(die es sich leisten konnten, Toptorjäger Förster und Flankengott Ronny
Garbuschewski zu halten) und Münster sowie der VfR Aalen (einige
interessante Neuzugänge, u. a. Marco Calamita) scheinen mehr als nur den
Klassenerhalt erreichen zu können. Der dritte Zweitligaabsteiger, die
finanziell ziemlich klammen Oberhausener, erwarte ich mit runderneuertem
Kader, der hauptsächlich aus Spielern aus unterklassigen Ligen
zusammengestellt wurde, maximal im grauen Mittelmaß der Tabelle. Mit
Tendenz nach unten.

Und dann sind wir schon im Keller der Liga. Oder um es, in Abwandlung
eines Herbert-Grönemeyer-Songs anders zu sagen, tief im Süden. Und das ist
absichtlich doppeldeutig gemeint. Denn mit Regensburg, Burghausen und
Unterhaching ist das komplette bayerische Drittligatrio akut gefährdet.
Burghausen sprang zum zweiten Mal in drei Jahren nur dank eines
Lizenzentzuges eines Konkurrenten aus dem Regionalliga-Fahrstuhl, hat
seinen Kader mit einigen erfahrenen Spielern aufgerüstet und scheint noch
den stärksten Eindruck des bayerischen Trios zu machen. Regensburg und
Unterhaching haben zahlreiche Leistungsträger verloren und hoffen mit sehr
schlanken Kadern auf das sportliche (und finanzielle) Überleben. Gleiches
gilt weiter nördlich für den SV Babelsberg, der, ebenfalls auf Grund
finanzieller Zwänge zahlreiche Leistungsträger verloren hat. Unter anderem
mussten die Filmstädter Oumari und Jovanovic an uns abgeben. Auf Grund der
Schwäche dieser drei Teams können der dritte Aufsteiger Darmstadt und die
erneut stark verjüngte, aber sicherlich talentierte Bremer Reserve auf den
Klassenerhalt hoffen. Gleiches gilt für die Zwote des VfB Stuttgart, die
mit Schipplock ihren Toptorjäger (nach Hoffenheim) verloren hat, aber
eigentlich traditionell eine sorgenfreie Saison im Mittelmaß der Tabelle
spielt.

18.07.2011

Arbeitsnachweis 2010/11

In fünf Tagen beginnt mit dem Derby gegen unsere fehlfarbenen Freunde von der Saale die neue Saison für unseren FC Rot-Weiß Erfurt. Es wurde daher höchste Zeit für mich, das zurückliegende Spieljahr 2010/11 „statistisch zuzumachen“. Wer also links auf die Grafik klickt, erhält den kompletten Arbeitsnachweis unserer ersten Mannschaft für die abgelaufene Saison. Und erhält einige interessante Fakten:

3420 Spielminuten – das wäre die maximal mögliche Zahl bei 38 Saisonspielen gewesen. Geschafft hat das keiner. Am nächsten kam ihr unser Torwart Dirk Orlishausen, der 3285 Minuten auf dem Feld stand. Bester Feldspieler war ausgerechnet Alterspräsident Rudolf Zedi, der die 3000er-Marke ebenso knackte wie Sturmführer Marcel Reichwein und Elfmetergott Nils Pfingsten-Reddig. Apropos Reichwein. Nicht der nach Rostock gewechselte Tino Semmer, sondern „Cello“ war unser bester Stürmer. 12 Tore und 10 Vorlagen sollten einigen, die immer gleich beim erstbesten Ballverlust unserer Nummer 10 pfeifend und beleidigend loszuwettern, zu denken geben.

Der dritte Torwart Jonas Heidrich sowie die von Verletzungssorgen geplagten Sebastian Becker, Julien Humbert und Chunly Pagenburg hatten überhaupt keinen Einsatz für unsere erste Mannschaft. Während Heidrich, Humbert und Pagenburg aber jeweils noch einige Einsätze in der zweiten Mannschaft bestritten, kickte Sebastian Becker keine einzige Minute in der Saison 2010/11. Am Ende musste er seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen beenden. Kurzarbeiter, mit einer einzigen Minute Einsatzzeit ist Christopher Handke. Der mittlerweile nach Halberstadt gewechselte Innenverteidiger wurde am 17. Spieltag in Regensburg in der letzten Minute eingewechselt.

13.07.2011

Kaderanalyse 2011/12 / RWE-Werder 1:2

FC ROT-WEISS ERFURT - WERDER BREMEN 1:2 (0:1)

In zehn Tagen geht’s endlich wieder los… unser FC Rot-Weiß Erfurt startet ausgerechnet gegen die Fehlfarbenen von der Saale in die neue Saison. Gestern Abend gab es dafür die Generalprobe, als sich Bundesligist Werder Bremen bzw. was von denen übrig (sprich: nicht verletzt) war im Steigerwaldstadion ein Stelldichein gab. Eine gute Gelegenheit, um nicht nur ein paar Worte zum Spiel zu verlieren, sondern unseren Kader einer kleinen Analyse zu unterziehen.

Während die Gäste also auf zahlreiche Leistungsträger (Wiese, Naldo, Prödl, Mertesacker, Boenisch, Silvestre, Bargfrede, Kroos, Ekici, Arnautovic, Pizarro)verzichteten bzw. verzichten mussten, bot Stefan Emmerling möglicherweise schon seine derzeit bevorzugte Topelf auf. Deutlich wurde dies auch im Laufe der zweiten Halbzeit, in der Werder munter durchwechselte, während unser Trainer sich auf die auch in Pflichtspielen nur erlaubten drei Auswechslungen beschränkte.

Im Gegensatz zu ihrer Mannschaft war der Werder-Anhang im Freundeskreis der Zipfelmützen vollzählig vertreten. Kai, der extra aus dem tiefsten Hessen angereist war, um neben seinem „Lieblingsverein aus dem Osten“ auch Werder live zu sehen, sowie Meike und Jacob riss die Leistung ihrer grün-weißen Lieblinge aber nicht aus den Sitzen. Marin spielte unsere Verteidigung, speziell am Anfang, mehrfach schwindlig, mit zunehmender Spielzeit bekamen wir das aber besser in den Griff. Hunt jagte einen Foulelfmeter in die Wolken, Rosenberg verstolperte einige Chancen. Erschreckend fand ich aber besondere die Leistung der Werder-Defensive, insbesondere der aus Schalke gekommene Lukas Schmitz bekam seine linke Abwehrseite gegen die schnellen Erfurter Akteure nicht geschlossen und wurde ein gutes halbes Dutzend mal ausgespielt oder überlaufen. Setzt sich das leidige Bremer Abwehrproblem auf links also fort!? Die Tore für die Gäste erzielten Trinks (4.) nach schöner Kombination über den ansonsten grottenschlechten, lustlosen Hunt und Marin sowie Schindler (85.), der nach einer Ecke vollkommen unbedrängt auf den kurz zuvor von Fabian Paradies erzielten Erfurter Ausgleich antwortete.

KADERANALYSE

Nun ein paar Worte zu unserem neuformierten Kader.

Im Tor spielte Marcus Rickert. Und nach seiner gestern gezeigten Leistung darf er das auch gerne am 23.07. tun. Stark in Eins-gegen-Eins-Situationen, sicher beim herunterpflücken der Flanken, lautstark beim Dirigieren – das gefiel mir sehr gut! Und was man in den Zeitungen und Foren so lesen durfte, zeigte Sponsel ja einige Schwächen.

Die Abwehr war mit Ausnahme von Ströhl, der auf der linken Seite aber blass blieb, vollkommen neu formiert. Und konnte, mal abgesehen von den ersten 20 Minuten, auch durchaus überzeugen. Rauw (neu von Union) und Oumari (neu aus Babelsberg), der mir auch mit einigen präzisen langen Bällen auffiel, bildeten die Innenverteidigung, auf rechts verteidigte Phil Ofosu-Ayeh (neu aus Wilhelmshaven). Während ich die Innenverteidigung durchaus so erwartet hatte, überraschte es doch, dass Ofosu-Ayeh den aus Babelsberg gekommenen Igor Jovanovic verdrängt hat. Mit seiner grundsoliden Leistung hat er seinen Einsatz gerechtfertigt. In der Hinterhand hat Emmerling neben Jovanovic für die Abwehr noch Bertram (der es, wenn Oumari weiter so spielt, schwer haben dürfte) und den jungen Matthias Rahn sowie für die linke Seite Rhys Tyler. Den Engländer würde ich gerne mal über 90 Minuten sehen, wenn Ströhl weiter so diskret spielt, bekommt er hoffentlich mal eine Chance.

Im Gegensatz zur Abwehr können wir im Mittelfeld auf Altbewährtes setzen. Zedi und Pfingsten-Reddig spielen zentral, Weidlich kommt über rechts, Caillas über links. Unsere „ghanaische“ rechte Seite (Ofosu-Ayeh / Weidlich) wusste zu gefallen, insbesondere auch im Zusammenspiel mit Smail Morabit, der öfter auf den rechten Flügel auswich. Mit Ausnahme unserer jungen Wilden (Baumgarten, Paradies, Göbel) stehen keine weiteren gelernten Mittelfeldspieler im Kader. Bei im Saisonverlauf unvermeidlichen Verletzungen und/oder Sperren müsste Stefan Emmerling dann auf die gelernten Stürmer Morabit (rechts außen) und Drexler (links außen) setzen, wobei ich da keine großen Bedenken habe, dass das funktionieren könnte. Im zentralen Mittelfeld steht zudem Julien Humbert zur Verfügung, den RWE seit gefühlten 38 Jahren verhökern möchte, allerdings hat der Franzose zur Sicherheit seine Vertragsoption gezogen, den dennoch angestrebten Vereinswechsel mangels Nachfrage noch nicht vollzogen.

Mit Manno, Reichwein, Drexler, Morabit, Yohoua, El Haj Ali und Hauck besteht im Angriff auf den ersten Blick die quantitativ größte Auswahl. Sollten Drexler und Morabit aber im Mittelfeld gebraucht werden (siehe oben), Manno seine Verletzungsprobleme nicht überwinden und El Haj Ali nach seiner schweren Verletzung nicht wieder schnell in Schwung kommen, sieht es schon anders aus. Malen wir aber mal nicht schwarz, im Gegenteil. Was ich gestern Abend insbesondere von Morabit gesehen habe, sah schon richtig gut aus. Wenn er, wie bei der einen Szene in der zweiten Halbzeit, sein Auge für besser postierte Mitspieler noch weiter schärft und das ein oder andere Tor erzielt, werden wir an ihm noch eine Menge Freude haben. Dazu kommt mit dem aus Paderborn geholten Gaetano Manno ein Spieler, der schon nachgewiesen hat, dass er weiß wo das Tor steht. Wenn der verletzungsanfällige Deutsch-Italiener richtig fit wird, ist er eine wesentliche Bereicherung für unseren Angriff. Abwarten muss man, wie sich der von Bayernligist Ingolstadt II gekommene Serge Yohoua zwei Spielklassen höher bewert. In den Zeitungen war von ansprechenden Leistungen in den Testspielen zu lesen, leider fällt er nun erstmal vier bis sechs Wochen verletzt aus.

Fazit: Wenn wir einigermaßen vom Verletzungspech verschont bleiben, ist unser Kader ohne Probleme in der Lage, einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen. Für mehr, sprich einen erneuten Angriff auf die Aufstiegsplätze, müsste es aber optimal laufen – und vor allem ein so schwacher Saisonstart wie im letzten Jahr vermieden werden. Erst recht, wenn man weiß, wer am 1. Spieltag im Steigerwaldstadion zu Gast ist.