11.06.2012

EM-Tagebuch 2012 - 4


Europameisterschaft macht richtig Spaß. Im Zipfelmützen-EM-Studio gaben sich die Gäste die Klinke in die Hand, das Wetter spielte am Auftakt-Wochenende mit, die 40-Euro-Sat-Schüssel leistete hochwertigste Arbeit, Holland hat schön gespielt und verloren und Deutschland startete glanzlos, aber (und nur darauf kommt es ja an) erfolgreich ins Turnier. Erst die Iren bereiteten mir im letzten Spiel des Wochenends mit ihrer Niederlage gegen Kroatien etwas Kummer, allerdings hatte da der Schiri aus Holland ne dicke Aktie dran.

Dennoch bleibe ich dabei, es ist ungewohnt, nicht zwischen Casa da Eira und Pool zu pendeln und während der Vorrunde eines großen Turniers das ein oder andere Super Böckchen zu schlürfen. Aber dafür gibt’s ja dann die Endrunde am Douro. Und wenn wir uns nicht ganz blöd anstellen, sollten die DFB-Kicker ja dann auch noch im Rennen sein. Der Grundstein ist gelegt, gegen die orangen EM-Touristen aus dem Chancenverwertungs-Entwicklungsland Holland sollte ja mal mindestens nen Punkt drin sein. Da kann sich Mario Gomez auch mal ne Stunde wund liegen (für mich schon jetzt der Spruch der EM – Mehmet Scholl: GEFÄLLT MIR!) oder wir testen mal unsere B-Elf… Okay, genug große Fresse gehabt, nicht nur Jogi Löw, sondern auch unser Tippspiel-Europameister von 2004, Markus, sah die holländische Niederlage gegen Dänemark für unseren Kick gegen die Wohnwagenrowdies kritisch. Ob van Persie und Huntelaar erneut so kläglich vor dem Tor versagen, ist kaum vorstellbar. Bleibt als deutscher Trumpf neben der niederländischen Wackel-Abwehr noch Ego-Robben. Wenn der gute Arjen weiterhin aus allen (un)möglichen Lagen aufs gegnerische Tor bzw. den dahinter gelegenen Parkplatz rohrt, wird ihm Bondscoach van Maarwijk möglicherweise nicht nur das Elfmeterschießen verbieten, sondern seinem Rechtsaußen Torschüsse generell untersagen.

Gleich steht erstmal der alte Klassiker England vs. Frankreich auf dem Programm. Sehr geil fand ich den Spruch von Platini, dass Frankreich bereits eine erfolgreiche EM gespielt hätte, wenn sie aus dem Bus aussteigen würden. Grandios! Bei Gegner England stellt sich die Frage, ob die vor lauter verletzten, gesperrten oder ausgebooteten Spielern überhaupt noch ein paar Kicker finden, die ausm Bus raus kommen.

Einen schönen Fußballabend wünsche ich und nochmals vielen Dank an Claudia, Christian, Ilona, Rüdiger, Lore, Jürgen, Dieter, Gaby, Chrischi, Cassandra, Christopher, Marco, Anika, Janett und Andreas für Euren Besuch im Zipfelmützen-EM-Studio, welches für die kommenden Tage an den Rennsteig umgezogen ist, bevor es am kommenden Sonntag zum Deutschland-Dänemark-Spiel „on Tour“ nach Treffurt geht. Und anschließend schlagen wir unsere Zelte bis zum EM-Titel am Douro auf. Hoffentlich drehen die Portugiesen noch ein wenig auf und folgen uns ins Viertelfinale… ;-)

09.06.2012

EM-Tagebuch 2012 - 3

Seit gestern läuft die Euro, seit gestern ist das Zipfelmützen-EM-Studio auf Sendung. Die 40-Euro-Camping-Sat-Anlage leistet volle Arbeit, die ersten Spiele waren launig, das Wetter ist perfekt, es läuft fast zu gut. Hoffentlich endet die Serie nicht heute abend in Lemberg... Mein Herz schlägt ja immer für Portugal, aber Freunde, heute abend ruht die Freundschaft mal für 90 Minuten. ;-) Aber auch wenn alles perfekt ist, ist es dennoch komisch, ein großes Turnier mal nicht am Douro zu verfolgen, sondern hier am Erfurter Kreuz. Die Wasserball-Meisterschaften fehlen ziemlich. Aber das holen wir in zehn Tagen nach... ;-)

02.06.2012

EM-Tagebuch 2012 - 2


Letzte Woche habe ich mit einer Tradition gebrochen. Mit einer Tradition, die mich 2010 immerhin zum Tippspiel-Weltmeistertitel geführt hat. Ich habe nämlich immer bis zum letzten Tag gewartet, bevor ich mich im Tippspiel endgültig entschieden hatte, wen ich wohin platziere, welches Spiel ich wie tippe. Diesmal war alles anders, als erster hatte ich den Tippschein ausgefüllt. Doch damit könnte ich schön auf die Schnauze fallen, denn einen Tag nachdem ich die Italiener auf den EM-Thron getippt hatte, wurde Domenico Criscito suspendiert, Stefano Mauri verhaftet und und und. Gestern gabs ne saftige 0:3-Klatsche gegen Italien, Startorwart Buffon soll nun auch noch verhört werden und Nationaltrainer Cesare Prandelli sprach in einer PK sogar davon, dass er kein Problem hätte, wenn Italien bei der EURO nicht antritt, wenn dies dem italienischen Fußball dienen sollte. „Mein Europameister“ in alle Einzelteile zerlegt, die Mannschaft, die ich sogar vor Spanien als Gruppensieger sehe (weswegen die Spanier dann schon im Viertelfinale an Frankreich scheitern), saft-, kraft- und ideenlos eine Woche vor dem Turnier. Schönen Gruß!

Aber wie so vieles im Leben hat alles auch sein Gutes. Von den Auflösungserscheinungen bei der Squadra Azzura könnte ausgerechnet ein Italiener profitieren. Giovanni Trapattoni! Der Nationaltrainer Irlands und seine bzw. meine Boys in Green, nüchtern betrachtet, unter normalen Umständen gegen Italien fast chancenlos, schielen dank der Wettmafia aufs Viertelfinale. Grandios! :-) Wie geht die Gruppe C nun also aus? Welt- und Europameister Spanien scheint schon wieder in absoluter Top-Form. Ohne alle Barca- und Bilbao-Stars wurde Südkorea 4:1 weggefidelt, die Asiaten hatten nicht den Hauch einer Chance. Auch ohne den verletzten David Villa scheint die spanische Offensive um Bilbao-Bomber Llorente und den wiedererstarkten Fernando Torres unheimlich stark, das Kombinationsspiel lief gegen die Asiaten gewohnt flüssig, die Abwehr wurde kaum gefordert. Deswegen kann man nur schwer sagen, wie sich das Fehlen von Abwehrchef Carlos Puyol auswirken wird. Eine Waffe fehlt den Spaniern damit immerhin: ein Puyol-Kopfball nach einer Standardsituation kann die ansonsten in der Luft schwachen Spanier nicht wieder retten, wie 2010 im WM-Halbfinale gegen Deutschland. Einige Experten (mit DFB-Brille) wollten zudem eine gewisse Sattheit bei Spaniens Stars ausgemacht haben, ich frage mich aber, je näher das Turnier rückt, warum sollten die Jungs satt sein? Sie haben die Chance Geschichte zu schreiben, drei große Turniere hat noch keine Mannschaft in Folge gewonnen, den EM-Titel hat noch nie jemand verteidigt.

Zu den Italienern habe ich ja schon einiges geschrieben. Unter Prandelli gelang nach der desaströsen WM sehr schnell die Kehrtwende, die Qualifikation wurde souverän gemeistert, in Testspielen wie gegen Deutschland (1:1 in Dortmund) und Spanien (2:1-Sieg) präsentierte sich das Team „auf Kurs“, die Turniermannschaft Italien wirkte defensiv stabil und offensiv zielstrebig. Es sah nicht gut aus für die Konkurrenz. Bis der Wettskandal kam… und mich unsicher macht, ob ich meine Prognose Gruppensieg und EM-Titel in den nächsten Tagen nicht doch noch mal über den Haufen schmeisse. Dagegen sprechen die Erfahrungen aus 2006. Damals erschütterte der Manipulationsskandal Italien, der Calcio lag am Boden, Juve wurde in die zweite Liga verbannt… und Italien wurde Weltmeister.

Je länger der aktuelle Skandal dauert, umso mehr profitieren davon vielleicht meine Iren. Für die Boys in Green sind Spiele gegen Armenien oder Kasachstan in der Qualifikation immer der größere Horror als die Aussicht auf so eine Top-Gruppe wie jetzt bei der EURO. Denn gegen Mannschaft die sich hinten reinstellen, haben es die kampfstarken, leidenschaftlichen Iren immer schwer, sie finden kein spielerisches Rezept einen Beton anrührenden Gegner auszuspielen. Gegen die Großen sieht das ganz anders aus. Und grad gegen die beiden Gruppengegner gelang den Iren „zuletzt“ bei großen Turnieren bemerkenswertes. Im Achtelfinale der WM 2002 zwangen sie die Spanier ins Elfmeterschießen, gegen Italien blieben sie bei der WM 1994 (1:0-Sieg) und bei der EURO 88 (1:1) sogar ungeschlagen. Okay, ist lange her, aber so oft sind die Iren ja nicht qualifiziert. ;-) Und man klammert sich als Irland-Fan schließlich an jeden Strohhalm. Schlüsselspiel für die Jungs von der Insel könnte gleich das Auftaktmatch gegen Kroatien werden, wenn man eine Chance haben will, die Gruppe zu überstehen, muss die Truppe von Slaven Bilic bezwungen werden. Irgendwie ein Tor reinkämpfen. Robbie Keane! Und hinten hält Shay Given, der sicherlich ein klarer Pluspunkt für die Iren in diesem Turnier ist, den Kasten sauber. Come on, you Boys in Green!

Apropos Kroatien: die haben es nicht mal geschafft, ihr schwache Qualifikationsgruppe zu gewinnen, sie verlieren Testspiele in Serie, Nationalcoach Bilic dankt nach der EURO ab. Das Losglück bescherte ihnen für die Relegation die noch schlechteren Türken, die mit einem Galaabend in Istanbul bezwungen wurden. Kroatien macht vor dem Turnier nicht den Eindruck, dass es viel reißen könnte. Für mich stehen die noch hinter den Iren.

Mein Tipp für die Gruppe C:

Spanien wird Gruppensieger vor… Italien oder Irland… und Kroatien wird Letzter. Ich weiß es einfach nicht, mein Herz sieht natürlich die Iren auf Platz zwei, aber da ist ja noch der Verstand. Den haben die Russen aber gestern mit ihrem 3:0 über die Prandelli-Truppe ganz schön bearbeitet. Und mit einem Tipp auf Irland könnte ich im Fall der Fälle natürlich fett punkten im Tippspiel. Nein, ich entscheide mich für Italien. Also: SPANIEN – ITALIEN – IRLAND – KROATIEN.

27.05.2012

EM-Tagebuch 2012 - 1


1956 kam meine Mutter auf die Welt. In Westdeutschland wird die Wehrpflicht, in Belgien die Führerscheinpflicht eingeführt. In Kuba beginnt mit dessen Landung an der Küste das Kapitel Fidel Castro, in Deutschland wird Adolf Hitler von Amts wegen für tot erklärt. Und die Schweiz gewann ein Fußballspiel gegen Deutschland. Es sollte das letzte bleiben bis zu jenem lauen Frühlings-Nachmittag in Basel. Gestern. Am 26.05.2012. 56 Jahre nach 1956. Schweiz 5. Deutschland 3. Seit gestern ist nichts mehr so, wie es mal war. Der Boulevard beschwört den Weltuntergang schon sechs Monate früher als der Kalender der Maya, die letzte Woche noch als Vize-Deppen verschmähten (und gestern fehlenden) Bayern-Kicker werden plötzlich als Heilsbringer gefeiert, während den so lange gefeierten BVB-Doublehelden die Pest an den Hals gewünscht wird. Wie verrückt die Fußball-Welt doch spielt, weil etwas passiert ist, was immer passiert. Deutschland rumpelt sich durch ein zur Generalprobe ausgerufenes Testspiel kurz vor einem großen Turnier und plötzlich fragen sich Millionen Couch-Bundestrainer wie sich diese Gurkentruppe für eben jenes Turnier gegen solche Fußball-Weltmächte wie Österreich und Kasachstan überhaupt qualifizieren konnte. Vorm Sommermärchen verprügelten uns die Italiener 4:1 in Florenz, 2008 gab es ein heroisches 2:2 gegen Weißrussland, irgendwann vor der WM in Südafrika verloren wir gegen Norwegen mit 0:1. Der Trainer der Skandinavier sagte hinterher, er würde die Spieler, mit denen er heute Deutschland geschlagen hat, nicht mal in Oslos Fußgängerzone erkennen. Was ich mit diesem gar nicht so tiefen Griff in die fußballgeschichtliche Mottenkiste sagen will: es ist alles so wie immer. Am 9. Juni zählts. Nicht Ende Mai. Heute berauschen sich die Eidgenossen an ihren fünf Toren, in zwei Wochen gucken sie dann die EM am Fernsehschirm. Schon unter Kaiser Franz oder Terrier Berti gabs grauenvolle Testspiele, mich beunruhigte viel mehr so eine 3:0-Gala letzten Herbst gegen Holland. Seit wann gewinnen wir unwichtige Testspiele? Noch dazu glanzvoll? Sind wir jetzt wirklich wie die Holländer? Immer schön spielen. Aber nie was gewinnen. Pokale, wichtige Spiele. Apropos Holländer: die ham gestern gegen Bulgarien verloren, den 96. der Weltrangliste. Das Siegtor erzielte der Torjäger vom FSV Frankfurt. Auch noch nicht in Form die Wohnwagenfahrer. Oder machen die’s jetzt so wie wir? Unwichtige Spiele usw. Dann könnte es heiter werden am 13.06. Aber lassen wir uns überraschen. Und bis dahin: locker bleiben! Und das 3:5 abhaken. Ist doch wurscht. Der Pokal wird in vier Wochen vergeben. Nicht gestern in Basel.

PS: Das war mein erster Beitrag fürs EM-Tagebuch 2012. Ich freue mich auf vier spannende Fußball-Wochen zwischen Rennsteig, Geratal und Douro und möchte diese mit ein paar Bemerkungen begleiten.

09.04.2012

Ein Albatross macht noch keinen Sommer

Masters-Sonntag! Ich ermittelte um 20:54 Uhr noch in Leipzig am Tatort, als der Live-Ticker von www.spox.com mein iPhone erbeben ließ. Florian Regelmann, der Golf-Liveticker-Gott himself, meldete folgendes aus Augusta:

LOUIS OOSTHUIZEN! Albatross an der 2!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ich werd bekloppt! Ich fass es nicht! Einer der größten Golfschläge ever. Oosthuizen locht seinen zweiten Schlag am Par 5 aus 235 Metern ein, erstes Double-Eagle an der 2 in der Geschichte des Masters. Der Ball landet perfekt Anfang Grün, nimmt den Break an und läuft dann wie von Magie geleitet den Hügel hinunter nach rechts in Richtung Loch - und nach einer gefühlten Ewigkeit fällt er schließlich. Ein Traum. Einfach nur ein Traum. Oosthuizen plötzlich bei -10 und in Führung. Dieser Schlag hat auf einen Schlag erst mal alles geändert.

Sollte ich wirklich bis dreiviertelzehn im Ersten bleiben oder pünktlich um neun nach Augusta zappen. Eine sensationelle Schlussrunde kündigte sich an. Dennoch entschied ich mich für den Tatort, weil der am heutigen Ostermontag fortgesetzt wird. Der zuständige ARD-Redakteur ahnte bei der Programmplanung wohl nix von der Dramatik, die sich zeitgleich in Augusta abspielen würde. Oder ist er etwa kein Golf-Fan? Nein, das kann nicht sein, denn was Bubba, Louis, Phil & Co. für eine Show boten, dass muss man einfach lieben. Bubba. Louis. Phil. Und was ist mit Martin, Tiger und Rory? Die waren, als ich nachm Tatort auf den Golfplatz wechselte, schon lange im Clubhaus. Für alle drei enttäuschend, doch wenigstens bei Martin Kaymer muss man einfach dran denken, dass er in Augusta zum ersten Mal den Cut geschafft hat, obwohl es von Jahr zu Jahr deutlicher wird, dass ihm der Platz, so schön er auch ist, einfach nicht liegt. Während sein langes Spiel sehr gut war, versagten ihm auf den Grüns die Nerven. Ein Putt nach dem anderen geriet zu kurz, zu lang oder sonstwas. Sein langes Spiel hätte ihm viele Möglichkeiten eröffnet, doch die Grüns verbauten ihm jede Chance auf eine Platzierung im Vorderfeld. Für Tiger, der nach seinem Sieg beim Arnold Palmer Invitational vor 14 Tagen in Amerika schon wieder gottgleich verehrt wurde, lief es das ganze Wochenende nicht und wie sich Rory McIlroy nach gutem Start (- 4 am Freitagabend) am Wochenende raus schoss, erinnerte an das Finaltags-Drama im vergangenen Jahr.

Verlierer sind auch die Engländer. Klar, mit Westwood (T3), Poulter (7) und Rose (T8) konnten sie drei in den Top Ten platzieren, aber insbesondere Westwoord kann sicherlich keine guten Platzierungen bei Major-Turnieren mal sehen. Lee würde sein mittlerweile 13 Top-Ten bzw. sieben Top-Drei-Platzierungen bei Major-Turnieren wohl sofort gegen einen Major-Sieg eintauschen. Westwood spielte wieder gut, sehr gut, aber wieder einmal war irgendwer stärker. Ein Drama! Und auch Englands Trumpfkarte, der Weltranglisten-Erste Luke Donald, stach nicht, er wachte erst am Sonntag auf, seine 68 reichte nur noch für eine Verbesserung auf Platz 32.

Bubba Watson gewann so sein erstes Major-Turnier, ein Triumph der den Long-Hitter aus Flordia, zu massig Freudentränen rührte. Und Louis Oosthuizen, der 2010 bei der Open Championship seinen ersten und einzigen Major-Sieg gefeiert hatte, blieb die Erkenntnis, dass ein Albatross allein noch keinen Sommer macht. Denn nach dem Albatross gelang Oosthuizen zu wenig, er spielte zwar einen glanzvollen Putt nach dem anderen, doch zu oft musste er mit diesen Traumputts vorherige Fehler ausbügeln und sich ins Par retten. Ihm gelang es nicht, dass ein oder andere Birdie einzustreuen, er lag zwar nach seinem Albatross den ganzen Abend über in Führung, proftierte dabei aber (zu) lange nur von den Fehlern der Anderen (Mickelson auf der 4 hinter die Tribüne, Kuchar mit Alptraum-Bogey auf der 16 nach Traum-Eagle auf der 15 usw.).

Viele weitere Informationen zum Masters hab ich Euch auf ein paar Links zusammengestellt, insbesondere der SPOX-LIVE-TICKER von gestern Abend ist mehr als nur lesenswert!

Endstand des Masters 2012

Stand im OFFICIAL WORLD GOLF RANKING nach dem Masters


PGA-TOUR Stand im FedExCup nach dem Masters

EUROPEAN TOUR Stand im Race to Dubai nach dem Masters


SPOX-Bericht zum Finaltag in Augusta

Die FAZ über Kaymer, im Bericht sind weitere Artikel verlinkt

Wirklich lesenswert ist immer auch die Par-10 von spox.com, die aber noch nicht online ist. Sobald das der Fall ist, findet Ihr sie auf einem der Spox-Links im grauen Balken (Tag 1 / Tag 2 / Tag 3 / Tag 4 / PAR-10 / Diashow).

04.04.2012

Das Masters - Golf im Garten

Am Osterwochenende findet das Masters statt - vier Feiertage für alle Liebhaber des Golfsports. Das Masters wird heute als das berühmteste Golf-Turnier des Planeten bezeichnet. Erstaunlich, denn es ist das jüngste der vier großen Major-Turniere. Zum ersten Mal wurde es 1934 ausgetragen. Die Open Championship sind schlappe 74 Jahre älter, sie fand erstmals 1860 statt.

Doch das ist nicht der einzige interessante Fakt zu diesem Turnier, dass alljährlich im Augusta National Golf Club im US-Bundesstaat Georgia ausgetragen wird. Auch das ist übrigens ein Alleinstellungsmerkmal. Denn während die anderen Major-Turniere von Jahr zu Jahr auf einem anderen Platz ausgetragen werden, findet das Masters immer in Augusta statt. Sicherlich macht auch dieser so traumhaft schöne Platz mit seinen majestätischen Bäumen und Blumenteppichen einen Teil des Mythos Masters aus. Wie sagte Martin Kaymer dieser Tage in einem Interview mit dem kicker: „Ich fühle mich hier wie in einem schönen Garten, in dem ich eine Runde Golf spielen darf.“

Der Platz gilt als der bestgepflegteste Golfplatz der Welt. Er ist nur wenige Monate im Jahr zum Spielen geöffnet (natürlich nur für die Mitglieder), der Rest des Jahres dient der Vorbereitung des Masters-Turniers im April. Der Perfektionismus des Clubs treibt dabei einige außergewöhnliche Blüten: Für das perfekte Bild im TV wird das Wasser blau und das Gras grün gefärbt. Der beige Sand in den Bunkern wird durch extra aus North Carolina herangeschafften, schneeweißen Quarzsand ersetzt. Mit UV-Lampen werden schattige Teile des Platzes bestrahlt, Magnolien und Rhododendron werden mittels Beheizung zeitgenau zur Masters-Woche zum Blühen „gezwungen“, die Grüns haben Rasenheizungen.

Veranstaltet wird das Turnier vom 1932 gegründeten Augusta National Golf Club (ANGC). Doch der Name täuscht, der Club ist keinesfalls ein Club für die ganze Nation. Zu jedem Zeitpunkt soll der Club etwa 300 Mitglieder haben, die einem elitären Zirkel aus Wirtschaft und Politik angehören. Wer genau zu diesem priviligierten Kreis gehört, darüber schweigt sich der ANGC aus. Alleine Geld reicht übrigens nicht aus, um Mitglied zu werden. Während man bei anderen Golf Clubs auf dessen Homepage den Antrag als pdf herunterladen kann, gibt es solchen neumodischen Schnickschnack in Augusta nicht. Es gibt auch keinen anderen offiziellen Aufnahme- oder Bewerbungsprozess, dem man sich stellen könnte. Vielmehr wählt der Club selbst aus, wem er eine Einladung zur Mitgliedschaft übermittelt. Laut Wikipedia wird eine solche Einladung nicht durch einen Telefonanruf oder Brief übermittelt, sondern durch das kommentarlose Zusenden der Rechnung über den Mitgliedsbeitrag. Zahle der Empfänger, so sei er lebenslänglich aufgenommen.

Im exclusiven Kreis der 300 Mitglieder war übrigens noch nie Platz für eine Frau. Zwar gibt es offiziell keine Regelung, die die Aufnahme von Frauen verbietet, es ist aber auch noch nie eine eingeladen worden. Deshalb haben einige Frauenrechtlerinnen den ANGC auf dem Radar. Eine ganz besonders Engagierte unter jenen startete Anfang des Jahrtausends eine Kampagne, bei der sie zur Widerwahl stehende Politiker um eine öffentliche Stellungnahme zu dieser Praxis bat. Da die gute Frau auch Protestkundgebungen am Masters-Wochenende organisieren wollte, erwirkte der ANGC kurzfristig bei der Stadtverwaltung Augusta mühelos eine drei Kilomter breite Demonstrationsbannmeile. Das zeigt die Stellung des Clubs in der Stadt, der Protest verpuffte. Der öffentliche Druck (auch die Werbepartner des ANGC waren Zielscheibe der tobenden Weiblichkeit) führte aber tatsächlich zum Rückzug zahlreicher Sponsoren des Masters, was widerrum zur Folge hatte, dass die TV-Übertragungen 2003 und 2004 ohne Werbeunterbrechungen liefen. An der Einladungspraxis hat sich bis heute allerdings nichts geändert.

Der Sieger des Masters erhält neben einem dicken Preisgeld das berühmte Grüne Sakko (Green Jacket). Zur Siegerehrung erhält der Gewinner das Sakko eines Mitgliedes des ANGC, anschließend wird er vermessen und erhält ein maßgeschneidertes. Das darf er dann ein Jahr behalten, anschließend wird es im Clubhaus verwahrt und steht dem Eigentümer bei seinen Besuchen im Club jederzeit zur Verfügung. Auch mehrfache Sieger bekommen also keine Platzprobleme im Kleiderschrank. Außerdem erhält der Sieger ein lebenslanges Spielrecht beim Masters-Turnier. So dürfte theoretisch auch Doug Ford, der Sieger des Jahres 1957, am Donnerstag antreten. Ford, der zur Zeit älteste noch lebende Masters-Gewinner, wird im August 90 Jahre alt und wird von seinem Recht wohl keinen Gebrauch machen. Im Gegensatz dazu wird Bernhard Langer, dessen Triumph 1985 der erste Sieg eines Deutschen in Augusta (und bei einem Major-Turnier überhaupt) war und den er 1993 wiederholte, auch 2012 spielen. Langer, der Mitte 50 ist, schaffte zuletzt 2005 den Cut, 2011 hatte erstmals seit 1983, verletzungsbedingt, gar nicht am Masters teilgenommen. Neben Langer tritt mit Martin Kaymer ein zweiter Deutscher an. Sein Ziel dürfte es sein, den Cut zu schaffen. Das ist ihm bei seinen vier bisherigen Auftritten in Augusta nicht geglückt. Während Kaymer bei den drei anderen Majors schon jeweils mindestens eine Top Ten-Platzierung erreicht hat, ist er mit dem Platz in Augusta noch nicht warm geworden. Das könnte auch daran liegen, dass der Platz genauso schwer wie schön ist. Zuletzt schaffte Zach Johnson (USA), als dritter Spieler der Masters-Geschichte, 2007 das Kunststück, das Turnier zu gewinnen, obwohl er nach vier Runden einen Schlag über Par lag.

Nun noch ein wenig Zahlensalat. Rekordsieger des Masters ist Jack Nicklaus, der zwischen 1963 und 1986 sechs grüne Sakkos gewann. Bei seinem Sieg 1986 war er mit 46 Jahren und 82 Tagen auch der älteste Masters-Sieger aller Zeiten. Der jüngste Champion war mit 21 Jahren und 104 Tagen 1997 Tiger Woods. Überhaupt legte Tiger 1997 einen geschichtsträchtigen Auftritt hin. Neben seinem Altersrekord gewann er nämlich auch mit dem besten Ergebnis der Turniergeschichte (- 18) und hatte den größten Vorsprung auf den Zweitplatzierten (12 Schläge). Der jüngste Teilnehmer aller Zeiten ist der Italiener Matteo Manassero, der 2010 im zarten Alter von 16 Jahren und 356 Tagen nicht nur teilnahm sondern auch den Cut schaffte. Der Südafrikaner Gary Player ist mit 52 Teilnahmen der Rekordhalter in dieser Kategorie. Player war 1961 auch der erste Nicht-Amerikaner der das Turnier gewann. Er beendete damit eine Serie von 24 Siegen für die US-Boys. Bis zum ersten Triumph eines Europäers dauerte es nochmal fast 20 Jahre länger, erst 1980, bei der 44. Ausgabe des Turniers holte Spaniens Golf-Legende, der im letzten Jahr leider viel zu früh verstorbene Seve Ballesteros, den Titel erstmals auf den alten Kontinent. Der letzte europäische Sieg liegt mittlerweile auch schon wieder 13 Jahre zurück: 1999 gewann der Spanier José María Olazábal. Insgesamt 16 Spieler haben das Turnier mehr als einmal gewonnen, darunter sind nur Fünf-Nichtamerikaner.

Werfen wir zum Schluss noch einen Blick auf die Insel: die Engländer, eine DER Golf-Nationen unseres Planeten, haben nicht nur bei Fußball-Turniere eine bemerkenswerte Dauer-Krise. Seit 16 Jahren, also seit 1996, als Nick Faldo in Augusta das Masters gewann, haben die Golfer aus dem Drei-Löwen-Staat kein einziges Major-Turnier mehr gewonnen. Sie haben unbegreifliche 63mal in Serie erfolglos versucht, einen Masters-Titel nach England zu holen. Umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass die Engländer mit Lee Westwood, Ian Poulter, Luke Donald, Justin Rose oder Paul Casey (um nur die allerwichtigsten zu nennen) aktuell über eine europaweit einzigartige Dichte an absoluten Weltklasse-Golfern verfügen. Einen Major-Titel konnte aber bisher keiner dieser Spieler in seiner Karriere gewinnen. Die Engländer also in der Major-Krise. Und ob sich das ausgerechnet in Augusta ändern wird, ist fraglich. Schließlich ist Nick Faldo der einzige Engländer, der bisher das Masters gewinnen konnte.

Mit Material vom Kicker, Wikipedia, dem tollen Blog von Adrian Grosser, der FAZ und der Welt

30.03.2012

Ein Jahr auf der Tour

Im dritten Teil meiner Golf-Serie gibt's heut was für die Augen... Das Jahr auf der PGA- und der European Tour in einer grafischen Darstellung. Mit allen aktuellen Champions der Majors, WGC, Flagship-Events und des Tour-Finals. Zu FedEx-Cup und anderen Dingen gibts in Zukunft noch ein paar Details in weiteren Beiträgen, der angekündigte Beitrag über die wichtigsten Turniere folgt, ich hatte jetzt eher Lust, mich mal wieder im Word mit der Tabellenfunktion auszutoben.

Nächste Woche gibts dann ein paar Kuriositäten zum Masters, dem ersten Major des Jahres, welches ja am kommendem (Oster-)Wochenende stattfindet. Unter anderem beantworte ich die Frage, warum das Masters 2003 ohne Werbeunterbrechung im amerikanischen Fernsehen übertragen wurde und weshalb eine Frauenrechtlerin daran schuld war.

Jetzt aber erstmal die Grafik, die insbesondere das optisch darstellt, was ich im ersten Beitrag in dürre Worte gefasst hatte.



14.03.2012

Wer ist der beste Golfer der Welt?

Nach dem ein oder anderen Strauß Blumen für meinen ersten Golfartikel möchte ich heute mal die Frage aufwerfen, wer denn der beste Golfer der Welt ist bzw. ob man dies überhaupt seriös beantworten kann. Denn, wie im ersten Artikel geschrieben, konkurrieren ja mit der PGA und der European Tour zwei Turnierserien parallel und nahezu auf Augenhöhe. Dazu kommen noch zahlreiche kleinere Serien. Auf den ersten Blick könnte man also meinen, dass die Situation vergleichbar mit dem Profi-Boxen ist, wo man ja auch nur schwer sagen kann, wer momentan der beste Boxer der Welt ist, da jeder der großen Verbände seine eigenen Weltmeister krönt.

Während es im Profiboxen aber keine offizielle, einheitliche Weltrangliste gibt (es gibt nur sog. unabhängige Ranglisten), existiert eine solche im Golfsport: das OWGR, das Official World Golf Ranking, im Deutschen meist als Golfweltrangliste bezeichnet. Im OWGR fließen die Resultate der vier Major-Turniere und die Ergebnisse der anderen Turniere auf den Profi-Golftouren ein. Das OWGR basiert auf Punkten, die bei den Turnieren verteilt werden. Die Punkte richten sich nach verschiedenen Kriterien:

- Zugehörigkeit zu welcher Tour
- Art des Turniers
- Qualität der teilnehmenden Spieler

Für einen Sieg bei einem der vier Major-Turniere erhält ein Spieler 100 Punkte. Mehr Punkte kann ein Spieler nirgendwo erzielen, die Major-Turniere sind also entsprechend ihrer Bedeutung auch die für das OWGR wertvollsten Turniere.

Viele Punkte kann ein Spieler auch bei den vier WGC-Turnieren (siehe erster Artikel) sammeln, da ja auch hier die besten Spieler aller Touren gemeinsam antreten. So erhielten die Sieger der ersten beiden WGC-Turniere in diesem Jahr, Hunter Mahan und Justin Rose, 76 bzw. 78 Punkte für ihren jeweiligen Sieg.

Bei der dritten Kategorie, den regulären Turnieren, ist die Streuung der Punktzahlen sehr groß. Die Unterschiede liegen zwischen 20 (für den Sieg bei den „Africa Open“ auf der European Tour) und 80 Punkten für den Sieg bei der „Players Championship“ auf der PGA Tour, dem wichtigsten regulären Turnier im Golf. Auf den kleineren Touren gibt es teilweise noch weniger Punkte, weil die Qualität des Spielerfeldes oder einfach das Renomee der Tour insgesamt bedeutend schwächer ist.

Generell muss man sagen, dass die regulären Turniere auf der PGA-Tour etwas höher bewertet sind als die auf der European Tour. Das liegt auch daran, dass einige starke europäische und internationale Spieler häufiger (teilweise sogar fast ausschließlich) reguläre Turniere auf der PGA-Tour spielen als umgedreht US-Amerikaner bei regulären Turnieren in Europa anzutreffen sind. Der letztgenannte Fall ist sogar die absolute Ausnahme, die Amerikaner meiden Europa in der Regel.

Auf allen Turnieren erhalten die nächstplatzierten Spieler prozentual abgestuft weniger Punkte. Der Zweite erhält 60 % der Punkte des Siegers, der Zehnte 14 % und der 60. erhält immerhin noch 1,5 %.

Alle Punkte, die in den letzten zwölf Monaten erzielt wurden, werden zusammenaddiert und durch die Anzahl der gespielten Turniere geteilt. Der Quotient ergibt dann die Punkte in der Golfweltrangliste.

Keine Punkte (und übrigens auch kein Preisgeld) gibt es für Erfolge bei den Mannschaftswettbewerben. Hier spielen die Profis nur um Ruhm und Ehre für ihren Kontinent.

Zur Zeit ist der Nordire Rory McIlroy der Führende im OWGR. Vor zwei Wochen übernahm er die Führung vom Engländer Luke Donald und war damit der zweitjüngste Spieler (jünger war nur Tiger Woods), der jemals die Nr. 1 im OWGR war. Wenn ich schon einmal bei den Rekorden und Zahlen bin, will ich mit einigen noch um mich werfen. Bisher gab es 16 Spieler, die es an die Spitze der 1986 eingeführten Weltrangliste geschafft haben, mit Bernhard Langer (der sogar der allererste Erste war) und Martin Kaymer (der 2011 für acht Wochen die Nummer 1 war) waren auch zwei Deutsche darunter. Kein Spieler hat sich solange an der Spitze des OWGR gehalten wie Tiger Woods. Mit 623 Wochen wird er den Rekord noch sehr lange halten. Zum Vergleich: am zweitlängsten schaffte es Australiens Golf-Legende Greg Norman (331 Wochen), der beste noch auf der Tour aktive Spieler ist der Luke Donald (40 Wochen). Es wird also noch mindestens 583 Wochen (und damit mehr als elf Jahre) dauern, bis Woods dieser Rekord frühestens abgenommen werden kann. Und Woods spielt ja selber noch mit, ist zur Zeit 18. im OWGR. Realistisch ist, dass Woods diesen Rekord noch wesentlich länger halten wird.

Welche Aussagekraft hat das OWGR? Wie so viele Weltranglisten gibt es auch im OWGR einige Kuriositäten. So war der schon vierfache Major-Sieger Phil Mickelson (USA) noch nie die Nr. 1 der Welt, während Lee Westwood und Luke Donald (noch) nie ein Major gewonnen haben und trotzdem schon an der Spitze des OWGR standen. Da die Ergebnisse der letzten zwölf Monate einfließen, kann sich ein Golfer lange an der Spitze bzw. im Spitzenbereich behaupten, obwohl er keine Turniere spielt oder nur schlechte Ergebnisse einfährt. So war Tiger Woods noch bis Oktober 2010 die Nummer 1 der Welt, obwohl er, nach dem Bekanntwerden seiner Sexsucht im Herbst 2009 (Tigergate) im gesamten Jahr 2010 nur zwei geteilte vierte Plätze bei den ersten beiden Majors, aber kein einziges weiteres Top-10-Ergebnis aufweisen konnte. Dennoch ist das OWGR aus meiner Sicht ein relativ nützliches Werkzeug, um die Leistungen der Spieler vergleichbarer zu machen. Eines muss man aber bedenken: die Leistungsdichte im Golf ist wesentlich höher als in anderen Sportarten. Der derzeitige Fußball-Weltranglisten-72. Haiti dürfte wohl gegen Spanien nicht den Hauch einer Chance haben. Im Golf ist es dagegen vollkommen realistisch, dass ein Spieler aus diesem Bereich der Golf-Weltrangliste, ein Turnier gewinnt oder eine vordere Platzierung belegt.

Soviel zum OWGR, das jeden Montag frisch berechnet wird. Den aktuellen Stand gibt’s immer HIER.

Beim nächsten Mal stelle ich euch einige reguläre Turniere auf den beiden großen Touren (PGA und European Tour) vor. Einige Plätze, auf denen diese Turniere gespielt werden, habt ihr (okay, nur auf der PS3 ;-)) sogar schon selbst bespielt.

09.03.2012

Alles über Golf

Der PlayStation sei Dank - bei den Zipfelmützen grassiert das Golf-Fieber.

Nach Tonproblemen lag das Spiel zunächst wie Blei in meinem Wohnzimmerregal, sogar verkaufen wollte ich die Scheibe schon. Bei Sören lief das Spiel problemlos, bei Chrischi auch - also ein letzter Versuch, das Spiel im Hintergrund anlaufen lassen und siehe da - Audio! Seitdem duellieren wir uns auf legendären Golfplätzen vor der Kulisse atemberaubender Landschaften. Es wird Zeit, den Sport Golf im allgemeinen und das System des Profi-Golf etwas näher zu beleuchten. Damit Einsteiger den Überblick nicht gleich verlieren, möchte ich manches Detail hier bei dieser Einführung außer Acht lassen.

Die Touren

Die Golf-Saison läuft über das ganze Jahr. Sie beginnt im Januar und endet im Dezember. Zwei Organisationen dominieren das professionelle Golf und sind der "Spielplatz" für die besten Profis der Welt: Einerseits die nordamerikanische PGA-Tour und zum anderen die European Tour. Es gibt noch zahlreiche weitere Touren, die aber nur eine regionale Bedeutung haben, für Nachwuchsspieler aber durchaus interessant sind. Dazu gehören beispielsweise die Sunshine Tour in Südafrika, die Asian Tour oder die Japan Golf Tour.

Die Turniere

Wie oben bereits angesprochen möchte ich (noch) nicht zu sehr ins Detail gehen. Deswegen genügt es heute, wenn wir vier Arten von Turnieren
unterscheiden:

1. Reguläre Turniere
2. die vier Major-Turniere
3. die vier Turniere der World Golf Championship (WGC) 4. Mannschaftsturniere

Die regulären Turniere bilden den Schwerpunkt der Saison. Auf der PGA-Tour finden, je nach Zählweise zwischen 30 und 40 reguläre Turniere statt, einige, unbedeutendere, auch parallel zu den Major bzw. WGC-Turnieren. Mit wenigen Ausnahmen (Mexiko, Kanada, Puerto Rico) finden alle Turniere in den USA statt. Der Schwerpunkt liegt in den südlichen Bundesstaaten. Eine ähnliche Anzahl von regulären Turnieren wird auf der European Tour gespielt. Allerdings findet etwa die Hälfte der Turniere gar nicht in Europa statt. Die European Tour expandiert in den letzten Jahren immer stärker. Zum Auftakt im Januar wird eine Serie von Turnieren in Südafrika gespielt, anschließend geht es auf die arabische Halbinsel, wo in den letzten Jahren einige der Öl-Milliarden auch in Golfplätze investiert wurden. Später im Jahr folgen dann noch zwei längere Perioden in Südostasien. Nur im Frühjahr und Sommer wird die European Tour ihrem Namen gerecht, wenn zwischen Schottland und Spanien gespielt wird.

Höhepunkte der Saison sind die vier Major-Turniere. Hier (und bei der WGC) treffen sich die besten Profis beider Touren und spielen gemeinsam um die vier legendären Titel.

Den Auftakt bildet das Masters in Augusta im April. Beim bedeutendsten Golf-Turnier der Welt spielen die Spieler, neben einem fürstlichen Preisgeld, nicht um einen fetten Pokal, sondern um das legendäre Grüne Sakko (Green Jacket). Das Masters ist das einzige der vier Majors, welches immer auf dem gleichen Platz ausgetragen wird, nämlich in Augusta im US-Bundesstaat Georgia.

Das zweite Major sind die US Open, die alljährlich im Juni ausgetragen werden. Die Austragungsorte wechseln von Jahr zu Jahr. Typischerweise sind die Plätze sehr schwer, der Sieger gewinnt meistens mit nur wenigen Schlägen unter Par.

"The Open Championship" ist das dritte Major und das einzige, welches nicht in den USA, sondern in Großbritannien ausgetragen wird. Außerhalb des UK wird es deshalb oft auch als "British Open" bezeichnet. Das Turnier wird im Juli an wechselnden Orten in England und Schottland ausgetragen, immer aber auf einem sogenannten Links-Platz. Einen Links-Platz, der immer am Meer gelegen ist, zeichnen hohe Dünen, natürliche Sandkuhlen und karger Grasbewuchs aus. Bäume fehlen gänzlich, Unregelmäßigkeiten im Gelände werden belassen und meist peitscht ein starker Wind ? kurz gesagt: raues Küstenklima.

Den Abschluss der Majors bildet im August die PGA-Championship, die, wie auch die US Open, immer auf wechselnden, meist parkähnlichen Plätzen in den USA ausgetragen werden.

Weitere vier Turniere haben den Status "World Golf Championship", womit wir bei der dritten Art von Turnieren sind. Ähnlich wie bei den Majors stehen sich die Profis der PGA und der European Tour hier gegenüber - ein Umstand, der die Turniere, neben dem Preisgeld zu besonderen Höhepunkten im Jahr macht. Die Turniere finden im Februar in Arizona, im März in Florida, im August in Ohio und im November in China statt. Ab dem Jahr 2013 soll ein fünftes WGC-Turnier im Dezember in Südafrika veranstaltet werden.

Golf ist ein Individualsport, doch einmal im Jahr treffen sich die Stars zu Mannschaftswettbewerben.

In geraden Jahren duellieren sich Europa und die USA um den legendären Ryder Cup. Seit 1927 wird das Turnier alle zwei Jahre ausgetragen. Bis in die 70er Jahre war es ein Duell zwischen dem Vereinigten Königreich und den USA. Doch da die Spieler von der Insel regelmäßig verloren, holten sie sich zunächst die Iren und dann die Kontinentaleuropäer ins Team.
Mittlerweile hat sich der alte Kontinent eine Art Vormachtstellung erspielt, von den letzten acht Austragungen gewannen die Europäer sechs.
Auch bei der letzten Austragung 2010 in Wales gab es einen europäischen Sieg, der nächste Ryder Cup findet im September diesen Jahres in Illinois, also turnusgemäß in den USA, statt. Dann dürfte es wieder hoch her gehen, denn während es im vornehmen Golfsport ja ansonsten eher gediegen zugeht, herrscht bei den Ryder Cups oft eine aufgeladene Atmosphäre, manchmal geht es bei Duell der alten gegen die neue Welt zu wie auf einem Fußballplatz.

Neben dem Ryder Cup wird seit den 80er Jahren auch der Presidents Cup ausgetragen. In den ungeraden Jahren spielen die besten US-Amerikaner gegen den Rest der Welt (allerdings ohne die im Ryder Cup antretenden Europäer). Von den bisher neun Auflagen gewannen die US-Boys sieben, einmal gab es ein Unentschieden, 1998 siegten die Internationals. Mit den besten Golfern aus Australien, Südafrika und Südkorea stellt ?die Welt?
mittlerweile ein sehr schlagkräftiges Team.

Auf die Mannschaftswettbewerbe und viele andere Dinge möchte ich demnächst in weiteren Ausgaben eingehen. Es gibt nämlich noch viele Details und Geschichten, die in diesem ersten Überblick keinen Platz fanden.

08.02.2012

Aberglaube im Sport

Aberglaube scheint im Sport weit verbreitet, mir fallen da spontan Fußballspieler ein die sich nicht rasieren solange eine Siegesserie andauert, sogar Joachim Löw hat ein Zeit lang zu den Spielen der Nationalmannschaft immer den gleichen Pullover getragen - diese Liste lässt sich mit einem geringen Aufwand an Recherche quasi endlos fortsetzen, aber darum soll's hier jetzt nicht gehen.

Ich hatte als aktiver Sportler zu Turnieren auch immer ein Maskottchen dabei, halte ansonsten aber nichts von derartigem Aberglauben - nun hat's aber auch mich erwischt. Nach dem 12. Spieltag sah es nicht gut aus für Rot-Weiß, beständig rutschte man in der Tabelle immer weiter ab - bis auf Platz 15. Beim folgenden Auswärtsspiel gegen den Tabellenzweiten Saarbrücken habe ich in unserem privaten Tippspiel erstmals in dieser Saison gegen Erfurt getippt. Erfurt gewann das Spiel 2:0. Kurz darauf traf ich Nils Pfingsten-Reddig und habe ihm meinen "Fehltritt" gebeichtet, daraufhin bekam ich von ihm den Auftrag weiter gegen Erfurt zu tippen, es war ja schließlich erfolgreich. Also musste ich in Zukunft entgegen meiner Überzeugung tippen.

Erfurt blieb ungeschlagen, bei Heimspielen kam man zwar nicht über Unentschieden hinaus, aber auswärts entwickelte sich Rot-Weiß zur Macht. Erst am 20. Spieltag musste man wieder eine Niederlage einstecken, natürlich ein Heimspiel - und der Schiri hatte auch einen gewissen Anteil daran. Aber das nächste Auswärtsspiel stand ja sofort auf dem Spielplan. Derby gegen Jena - da kann ich doch nicht gegen Rot-Weiß tippen, widerwillig Tat ich das dann doch und bat unseren Tippspielverwalter Björn mein getipptes Ergebnis für die Auswertung des Tippspiels zu drehen. Björn meldete gleich sein Unwohlsein bei diesem Gedanken an - und wie ich herausstellt lässt sich das Schicksal nicht so leicht betrügen ;-) Erfurt verlor gegen den großen Rivalen.

Seitdem tippe ich wieder Schnörkels gegen Erfurt, ohne rumgetrickse. 7 Punkte hat das jetzt in 3 Spielen wieder gebracht, diese Jahr noch ungeschlagen. Gestern hat die Mannschaft ein fast schon verloren geglaubtes Spiel noch eindrucksvoll gedreht. Diesen Rückenwind gilt es jetzt in das nächste Heimspiel gegen den neuen Tabellenführer Aalen mitzunehmen. Gegen gute Mannschaften hat man ja diese Saison immer ganz gut ausgesehen. Ich persönlich werde wieder auf Niederlage tippen, auch wenn das jedesmal weh tut - der Blick auf die Tabelle entschädigt.

20.01.2012

RWE startet ins neue Jahr

Morgen beginnt das Fußballjahr 2012 für unseren FC Rot-Weiß. Rückrunde kann man ja nicht schreiben, denn den Start in selbige haben wir ja mit den beiden Niederlagen gegen Babelsberg und in Drackendorf schon aufs allerfeinste versaut. Die beiden Spiele haben eindrucksvoll gezeigt, warum RWE eben kein Aufstiegskandidat ist. Wir sind zu inkonstant, wir sind nicht bissig genug, um ganz oben anzugreifen. Letztes Jahr schmissen wir in Ahlen, gegen eine Mannschaft die damals mausetot war und heute weit abgeschlagen das Tabellenende in der sechsten (!) Liga ziert, eine 3:1-Halbzeitführung weg. Dieses Jahr hatten wir uns insbesondere durch unsere Auswärtsstärke grad in die Nähe der Aufstiegsränge gekämpft, als wir satt vom vermeintlichen Erfolg und benebelt von der vermeintlichen Stärke gegen die 03er und an der Saale die Füße hochnahmen und gegen zwei Teams aus dem unteren Tabellendrittel satte null Punkte einfuhren. Doch genug mit der Aufarbeitung des Dezembertraumas. Zu der aus meiner Sicht milden DFB-Strafe und der Problematik mit der KEF und/oder anderen Krawallmachern will ich mich nicht weiter äußern, hoffen wir dass diese nicht an den Verein sondern nur an ihre Selbstdarstellung denkenden Idioten nicht so weit gehen, dass alles, was in den letzten Jahren mit Weitsicht und Seriosität aufgebaut wurde, kaputt gemacht wird. LEUTE, ES GEHT UM DEN VEREIN UND NICHT UM EURE „INTERESSEN“!

Zum Sportlichen: In der Winterpause haben wir den Kader nur überschaubar verändert. Noch Anfang Januar wurde ja jeglichen Neuverpflichtungen kategorisch eine Absage erteilt, doch spätestens als der nun gestern nach Hause geholte Marco Engelhardt in den Testspielen gegen Gotha und Bayern München auflief, war klar, dass Marco zurückkehren wird. Einziger Abgang ist der bereits vor Weihnachten fristlos gekündigte Fikri El Haj Ali. Hoffen wir, dass der Verein den vermutlich anstehenden Arbeitsgerichtsprozess gewinnt und das Geld auch wirklich einsparen kann. Sportlich stellt die Kündigung keinen Verlust dar.

Im Tor hat Stefan Emmerling den Konkurrenzkampf neu ausgerufen. Andreas Sponsel hatte den sportlich überzeugenden Markus Rickert vor dem Saarbrücken-Spiel wegen der „Disco-Affäre“ abgelöst und diese Änderung aus disziplinarischen Gründen auch sportlich gerechtfertigt. Aus meiner Sicht gibt es daher keinen Grund, den Torwart erneut zu wechseln, Sponsel hat die Gunst der Stunde genutzt und sich das weitere Vertrauen redlich verdient.

In der Abwehr wechseln Licht und Schatten ab, darstellen kann man das am besten an unseren beiden Neuzugängen aus Babelsberg. Während Innenverteidiger Joan Oumari die mit Abstand beste Neuverpflichtung des Sommers ist, personifiziert der für die Außenbahn geholte Igor Jovanovic unsere Probleme dort. Oumari ist aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken und hat Bertram sowieso und auch Rauw in der Hierarchie klar überholt. Rauw wurde sogar nach rechts verschoben, weil keiner der dort getesteten Spieler gänzlich überzeugen konnte: Jovanovic hatte zunächst Integrationsprobleme, war später verletzt, Ofosu-Ayeh ist schnell und entsprechend gut in der Vorwärtsbewegung, offenbarte aber nach hinten Schwächen und ein Weidlich in guter Form wird in der Offensive benötigt. Die Notlösung Rauw ist zur Dauerlösung geworden, zwar kommt von ihm nach vorne recht wenig, wenn er es aber schafft, seine Position außen konsequent zu besetzen anstatt zu oft noch nach innen zu ziehen, ist er wohl die beste Variante.

Größte Baustelle ist die Linksverteidigerposition. Es wird immer deutlicher, dass Thomas Ströhl einfach kein Verteidiger ist. Je höher wir unsere Ansprüche in Richtung 2. Bundesliga formulieren, desto ernster müssen wir auf dieser Position personell nachlegen. Wegen der Schwächen Ströhl’s setzte Emmerling auf Olivier Caillas, der mir aber mit seinen Undiszipliniertheiten und ständigen Diskussionen um jede noch so kleine Kleinigkeit mittlerweile gehörig auf die Nerven geht. Olli, konzentrier dich aufs Fußballspielen! Für die linke Seite fällt mir als Alternative nur Marco Engelhardt ein, der dann aber für meine Überlegungen im Mittelfeld verloren wäre. Ströhl, Caillas, Engelhardt – bei jedem fällt mir etwas ein, was gegen ihn spricht. Warum also nicht mal Rhys Tyler ins kalte Wasser werfen? In Bremen ist Caillas sowieso gesperrt und Engelhardt wird möglicherweise von Emmerling im Vierer-Mittelfeld gebraucht.

Im defensiven Mittelfeld waren Rudolf Zedi und Nils Pfingsten-Reddig fast gottgleich gesetzt. Sind Stefan Emmerling die Alternativen zu jung (Baumgarten, Göbel, Paradies) oder zu schlecht (Humbert)? Humbert? Ja, der ist immer noch in Erfurt. Im Sommer dürfte aber niemand mehr irgendeine Option haben, um den Vertrag nochmals zu verlängern. Manchmal kommt es mir vor, als hätten die Franzosen Humbert 1945 in Deutschland vergessen, so lange wärmt der schon unsere Ersatzbank. Es fehlte definitiv an Alternativen auf der Doppel-Sechs und in manchen Spielen wirkten Rudi und Nils auch so, als wären sie sich ihrer Sache etwas zu sicher. Konkurrenz (durch Engelhardt) belebt das Geschäft! Nicht schlecht also. Und gegen Bayern zauberte Emmerling sogar ein 4-1-4-1 aus dem Hut, bei dem alle drei spielen könnten: Zedi defensiv und Engelhardt sowie Pfingsten als Doppel-Acht. Durch dieses System wäre unser Loch im offensiven Mittelfeld, welches in der Hinrunde insbesondere in Heimspielen bedenklich klaffte, zumindest quantitativ etwas gestopft.

Auf den offensiven Außenpositionen haben wir mit Manno, Drexler, Morabit und Weidlich (gegen Ende der Hinrunde mit aufsteigender Form) eine Menge Qualität und zahlreiche Alternativen und Möglichkeiten. Nirgendwo, außer vielleicht im Tor, ist der FC RWE so gut besetzt wie hier. Wenn insbesondere der Linksverteidiger seine Aufgabe ähnlich defensiv interpretiert wie Rauw auf rechts, dann haben die Außen den Rücken frei und können sich offensiv voll entfalten. Als gelernte Stürmer haben Morabit, Drexler und Manno zudem alle Möglichkeiten, die einzige Spitze im 4-1-4-1, Reichwein, ganz vorn zu unterstützen. Vorne sind wir also auf dem Papier sehr variabel aufgestellt. Von daher ist es fast nicht zu begreifen, warum wir mit diesen technisch starken Spielern in Heimspielen solche Probleme gegen kompakte Mannschaften hatten. Vielleicht ist die Lösung wirklich das 4-1-4-1 mit einem etwas offensiver agierenden Pfingsten-Reddig. Auch wenn Nils sicher alles andere als ein Spielmacher ist. Aber andere Alternativen sehe ich nicht, möglicherweise den jungen Göbel.

Genug überlegt, nun Butter bei die Fische, hier ist meine Startaufstellung für Bremen:

Reichwein
Morabit – Engelhardt - Pfingsten-Reddig - Weidlich
Zedi
Tyler – Oumari – Bertram - Rauw
Sponsel

27.12.2011

Super Bowl Party 2012

In der Nacht vom 5. auf den 6. Februar steigt die mittlerweile traditionelle Zipfelmützen-Super-Bowl-Party. Eine Woche vor Ende der regulären Saison möchte ich einen Überblick über die Lage geben. Wer ist qualifiziert, wer ist raus, wer darf noch hoffen.

AFC East: Die New England Patriots (12-3) stehen als Divisions-Sieger fest und stehen zudem bereits in den Conference-Semifinals, also der Runde der letzten acht Teams. Die vor der Saison hochgehandelten NY Jets hoffen noch auf ein Wild-Card-Ticket, die Bills und die Dolphins sind raus.

AFC North: Die Baltimore Ravens (11-4) und die Pittsburgh Steelers (11-4) sind für die Play-Offs qualifiziert, der Divisionssieger hat zudem in der Wild-Card-Round ein Freilos. Beide müssen am letzten Spieltag auswärts bei ihren Divisionsrivalen antreten. Die Ravens haben in Cincinnati (9-6), die sich mit einem Sieg ein Wild-Card-Ticket sichern würden, aber die schwerere Aufgabe als die Steelers, die bei den bereits ausgeschiedenen Cleveland Browns (4-11) antreten müssen. Die Ravens haben allerdings den Vorteil, dass sie nicht auf fremde Hilfe angewiesen sind, d.h. gewinnen sowohl sie wie auch Pittsburgh, haben die Ravens als Sieger des direkten Duells die Nase vorn und den Divisionstitel sicher.

AFC South: Die Houston Texans (10-5) stehen als Divisionssieger sowie Wild-Card-Teilnehmer fest und sind damit erstmals in ihrer Geschichte für die Play-Offs qualifiziert. Die Titans (8-7) haben noch theoretische Chancen, wenn diverse andere Spiele passend ausgehen. Jacksonville und Indianapolis sind raus, besonders bitter ist das für die Colts, in deren Stadion dieses Jahr der Super Bowl ausgetragen wird, die aber ohne den verletzten Payton Manning 0-13 in die Saison gestartet waren.

AFC West: Auch hier gibt?s ein Fernduell um Platz 1 und eine Wild-Card. Die Denver Broncos (8-7 / vs. Kansas City) haben ihre hervorragende Ausgangsposition an Heiligabend mit einer Niederlage bei den bereits ausgeschiedenen Bills weggeworfen und haben nun Oakland (8-7 / vs. San Diego) im Nacken. Immerhin haben die Broncos durch das gewonnene direkte Duell ihr Schicksal in der eigenen Hand. San Diego (7-8) und Kansas City (6-9) sind raus.

In der NFC sind nur noch zwei Fragen offen:

1. Wer gewinnt die NFC East (NYG oder DAL)
2. Wer sichert sich das zweite Freilos für die Wild-Card-Round (SF oder NO)

Im Einzelnen:

NFC East: Ganz einfach, ganz dramatisch. Die NY Giants (8-7) und die Cowboys (8-7) bestreiten im New Meadowlands ein echtes Endspiel um Divisionstitel und Wild Card. Die brutal enttäuschenden Eagles (7-8) und die Redskins (5-10) sind raus.

NFC North: Die Packers (14-1) haben sich den Homefield Advantage gesichert, die Lions (10-5) stehen nach vielen tristen Jahren (2008: 0-16) sicher in der Wild-Card-Round, in Chicago (7-8) und Minnesota (3-12) planen die Profis ihren Golfurlaub.

NFC South: New Orleans (12-3) und Atlanta (9-6) stehen in den Play-Offs, Carolina (6-9) und Tampa Bay (4-11) sind raus. Die Saints haben bei einem eigenen Sieg gegen Carolina und einer gleichzeitigen 49ers-Niederlage in St. Louis noch die Chance, die Wild-Card-Round zu überspringen.

NFC West: Yesssssssssss! Die 49ers sind zurück in den Play-Offs. 12-3 lautet die Bilanz und am letzten Spieltag ham sie in St. Louis (2-13) quasi einen Elfmeter, um die Wild-Card zu umgehen. Fraglich ist zudem, ob die Rams überhaupt Lust haben, zu gewinnen (Stichwort: ?suck for Luck?), denn sollten sie mit 2-14 die Saison beenden, haben entweder sie oder die Colts die schlechteste Bilanz aller Teams. Und wer die hat, hat automatisch das erste Wahlrecht im Draft. Und dort wartet College-Quarterback-Sensation Andrew Luck. Seattle, Arizona und St. Louis sind raus.

25.12.2011

Portugal 2012 - NON!

Das Jahr 2011 neigt sich dem Ende entgegen. Einer der Höhepunkte war unsere Motto-Fahrt "C'EST LE BOUQUET", bei der Christian und ich auf dem Weg in den Portugal-Urlaub elf majestätische Gipfel der Pyrenäen erstürmten.

Auch im kommenden Jahr haben wir unsere Reise nach Portugal wieder unter ein Motto gestellt. 2012 sagen wir:

NON

Kurz und prägnant! Aber damit ist alles gesagt, denn wir werden 2012 "Nein" sagen. Nein zur Maut in Frankreich. Keinen Cent für die französische Staatskasse. Wir rollen mautfrei durch die Grande Nation. Autobahn nur dann, wenn sie nix kostet. Ansonsten gehts über Land- und Nationalstraßen vom Saar- ins Baskenland. Und natürlich gibts für unsere Mottofahrt wieder nen schicken Flyer. Im Baguette-Design. ;-)


02.12.2011

Viertelfinal-Freilos für Deutschland

Ein paar alte und nicht so alte Säcke ham heute die EM-Gruppen ausgelost. Allein die Gruppe A ist ein Grund, diese Männer nie wieder in die Nähe eines Lostopfes zu lassen. Verdienste hin oder her, hätte die Auslosung ein paar Jahrhunderte früher stattgefunden, hätte der Scheiterhaufen noch vor Ende der Sendung gebrannt. Aber lichterloh.

Gruppe A

Polen, Griechenland, Russland, Tschechische Republik

Was zum Geier ist das denn bitteschön? Die Vor-Qualifikation? Ham die Polen die Kugeln angewärmt? Und was machen die Russen in der für uns reservierten Gaga-Gruppe? Welcher Verrückte hat entschieden, die beiden Gastgeber zu setzen?

Das einzig Gute an dieser lächerlichsten EM-Gruppe aller Zeiten ist einzig und allein, dass aus dieser der deutsche Viertelfinalgegner kommt. Übersteht die DFB-Elf also ihre eigene Vorrundengruppe, hat sie praktisch ein Freilos im Halbfinale.

Wer sind aber nun die beiden Einäugigen unter den Blinden? Die polnische Mannschaft hat den Heimbonus und liest sich auf dem Papier gar nicht so schlecht, ob es dem umstrittenen Nationaltrainer aber endlich gelingt, die Namen zu einer Mannschaft zu formen? Die Russen sind auf den ersten Blick das Team mit den besten Einzelspielern und in dieser Gurkengruppe mein Favorit. Wenn sie die Konkurrenz halbwegs ernst nehmen, geht der Gruppensieg nur über Arschawin & Co. Die große Unbekannte bei den Russen ist aber immer die Einstellung. Griechenland? Okay, sie ham ihre Qualifikationsgruppe immerhin vor den Kroaten gewonnen, sie haben eine halbwegs stabile Defensive, die aber in der schwachen Qualifkationsgruppe auch nicht ernsthaft gefordert wurde. Die Offensive ist weit entfernt vom bei einer Europameisterschaft erforderlichen Niveau. So lange Charisteas oder Gekas die Tore schießen müssen, können die Hellenen eigentlich nur beten, dass sie nicht allzu viele Gegentreffer bekommen. Die Tschechen schließlich befinden sich eigentlich grad im Umbruch, dank einer schwachen Qualifikationsgruppe rutschten sie in die Play-Offs und setzten sich, auch für mich überraschend, gegen die unbequemen Montenegriner durch. Stars wie Rosický oder Čech scheinen ihren Zenit überschritten zu haben, die jüngeren Spieler verkörpern kein allerhöchstes europäisches Niveau.

Tipp: Neben den Russen wird sich eine Mannschaft ins Viertelfinale durchstolpern, ich tippe mal auf die Griechen. (Hätte mir vor der Auslosung jemand gesagt, dass ich die Griechen ins Viertelfinale tippe… mein lieber Schwan!)

Gruppe B

Niederlande, Dänemark, Deutschland, Portugal

Erster Gedanke: schöne Gruppe! Die Holländer? Die ham doch jetzt schon die Hosen voll. Klar darf man das 0:3 in Düsseldorf nicht auf die Goldwaage legen. Sagen zumindest die Wohnwagenfahrer, denn van Persie hat ja gefehlt. Und? Wir hatten den Ausfall von Schweinsteiger zu verkraften. Und Lahm ham wir gleich noch frei gegeben. Bleibt nur zu hoffen, dass wir und die Orangen nicht die klassischen Rollen getauscht haben: die einen gnadenlos schön und erfolglos, die anderen bieder, aber in den wichtigen Spielen erfolgreich. Leider spielen auch die Portugiesen und Dänen in unserer Gruppe. Leider nicht, weil wir vor denen Angst haben müssen, mir kommen aber die Tränen wenn ich die in Gruppe A vereinten Trümmertruppen sehe. Schade auch, dass es zum Spiel gegen Portugal kommt, wenn wir noch nicht am Pool liegen und das Super Bock kästenweise leeren. Überhaupt, was soll man von den Portugiesen halten? Einige sehr gute Namen im Kader, allen voran Cristiano Ronaldo, aber in der Quali hinter Dänemark nur Gruppenzweiter. Die Holländer müssten schon in „Düsseldorf-Form“ sein oder Ronaldo einen richtig genialen Tag erwischen. Und Dänemark? Sehr sehr unangenehm, denen gefällt die Underdog-Rolle sicherlich richtig gut.

Tipp (Traum): Deutschland vor Portugal. :-)

Gruppe C

Spanien, Italien, Irland, Kroatien

Das wird hart für meine Boys in Green… Oder ist das vielleicht genau die Gruppe, die die Iren gebraucht haben? Denn ist es für ihr Spiel nicht ideal, wenn sie den Gegner kommen lassen können, wenn sie, leidenschaftlich verteidigend, auf den einen Konter warten können? Eigentlich ist das so, aber Spanien ist einfach zu stark und Italien, das mit dem Italien von der WM 2010 nicht zu vergleichen ist, spielt wieder gnadenlos effizient. Ich kann mir bei aller Liebe nicht vorstellen, dass die Iren einem der beiden großen ein Bein stellen kann. Und dann sind da auch noch die Kroaten, die eine eigentümlich-gefährliche Mischung aus technischer Stärke und knüppelharter Ganghart vereinen, es aber andererseits nicht einmal fertig brachten, ihre unfaßbar leichte Qualifikationsgruppe zu gewinnen.

Tipp: Meine Favoriten sind Spanien und Italien, die Iren werden einen heroischen Kampf liefern, dafür aber Ende leider nicht belohnt, weil zur Not hilft den Italienern eben wieder der Schiri.

Gruppe D

Ukraine, Schweden, Frankreich, England

Auch der zweite Gastgeber hat keinen Grund sich nach dieser Auslosung zu beschweren, diese Gruppe ist für die Ukrainer mit Gastgeberbonus sogar machbar. Frankreich und England sind große Namen, aber was steckt dahinter. Beide haben furchtbare Jahre hinter sich, die Engländer waren vor vier Jahren gar nicht dabei und gurkten sich durch die WM, bis sie im Achtelfinale gegen Deutschland untergingen. Die Franzosen scheiterten jeweils kläglich in der Vorrunde, nicht zuletzt der oberpeinliche Auftritt in Südafrika dürfte jedem noch im Gedächtnis sein. Hat sich bei beiden seitdem was getan? Nicht sonderlich viel. Die Franzosen sind meilenweit vom Glanz der Zidane-Ära entfernt, man rumpelte sich eher durch die Qualifikation, die man knapp vor Bosnien und den Play-Offs überstand. Die zweifelsohne hervorragenden Einzelspieler harmonieren einfach nicht zusammen. Und England? Viele neue Namen sucht man vergeblich, es steht immer noch die Generation auf dem Platz, die bei den letzten Turnieren versagt hat. Dazu müssen die Three Lions in der gesamten Vorrunde auf ihren besten Spieler, den gesperrten Wayne Rooney verzichten.

Tipp: Einer der beiden Großen wird scheitern, der erste Spieltag mit den Duellen Frankreich-England und Ukraine-Schweden könnte schon für eine Vorentscheidung sorgen.

10.11.2011

Erfurter Zipfelmützen mobil

Dank eines neuen Features bei Blogger gibt es unsere Webseite jetzt auch in einer auf kleinen Bildschirmen übersichtlichen und trafficsparenden Mobilversion.

03.09.2011

RWE-Termine im Oktober und November

Am kommenden Samstag steht unsere erste Auswärtsfahrt des Jahres an. Die Reise geht auf die Alm nach Bielefeld. Vor zwei Jahren kickte die ruhmreiche Arminia noch in der Bundesliga und wohl niemand hätte geglaubt, dass wir im Spätsommer 2011 zu einem Punktspiel in die ostwestfälische Metropole reisen werden. Und aus der Hummel wurde diese Woche gesummt, dass es sehr gut ausschaut, dass wir in großer Gruppe Richtung Nordwesten aufbrechen können. Hoffentlich können wir dann am Abend des 10.09. beim Winzerfest in Freyburg den ersten Auswärtssieg der Saison begießen. Der Gegner, der binnen 12 Monaten und heftigsten finanziellen Turbulenzen von der 1. in die 3. Liga durchgereicht wurde, hat überhaupt noch kein Spiel in dieser Saison gewonnen, die hätten unsere Sorgen also gern. Aber es gibt da ja auch noch diesen unschönen Spruch: "Ist die Not am größten, ist RWE am nächsten..." Oder so ähnlich. Hoffen wir also, dass unsere Jungs den Bock umstoßen und endlich mal auch fern der Heimat was auf die Reihe bekommen. Bewerkstelligen müssen wir das aber ohne Joan Oumari, der vom DFB wegen seines Ellbogenchecks im Darmstadt-Spiel (2:0, Tore von Reichwein und Caillas), der vom Schiri nicht gesehen wurde, für vier Spiele aus dem Verkehr gezogen wurde. Vier Spiele... mein lieber Schwan. Vor Gericht und auf hoher See fällt mir dazu nur ein.

Die Überschrift verspricht noch einen Blick in die etwas fernere Zukunft. Vom DFB wurden die Spieltage 12 bis 18 terminiert. Warum nicht auch der 19. zeitgenau angesetzt, würde ich mal zu gerne wissen. Maaaaaaaaaan! Ich warte doch aufs Datum fürs Gastspiel in Oberhausen, hab meiner Schwester ja nen Besuch versprochen. Doch vorerst ein Blick auf die Spiele im Oktober und November, bitte die freien Samstage entsprechend im Hummel-Dienstkalender eintragen, meine Herren!!! ;-)

Sa 01.10. 14:00 Uhr RWE - Burghausen (wieder abgestiegen und doch wieder da)
Sa 08.10. 14:00 Uhr Sandhausen - RWE (das Papst-Nachholspiel)
Sa 15.10. 14:00 Uhr Saarbrücken - RWE (3:1-Sieg letztes Jahr mit mir vor Ort)
Sa 22.10. 14:00 Uhr RWE - Münster (schön dat die Preußen wieder da sind)
Sa 29.10. 14:00 Uhr Heidenheim - RWE (FCH verausgabt sich kurz vorher im Pokal)
Sa 05.11. 14:00 Uhr RWE - Offenbach (mein Derby)
Fr 18.11. 14:00 Uhr Unterhaching - RWE (lohnt nich, kriegen wir eh aufs Maul)
Sa 26.11. 14:00 Uhr RWE - Chemnitz ((Ver-)Zocker Stenzel zurück in Capital City)

Gutes Nächtle!

17.08.2011

German rules!

Ich verstehe zwar nicht viel von Baseball und verfolge die MLB im Gegensatz zu den anderen großen Sportligen in den Staaten nur am Rande, aber das finde ich mal total cool!

KLICK!

RWE weiter ohne Gegentor im SWS

FC ROT-WEISS ERFURT - VFL OSNABRÜCK 0:0

Maaaaaaaaaaaaaaan? wir sind so überlegen aber immer is noch so ein kackviolettes bein dazwischen.


16.08.2011 - 19:58 Uhr

Besser als wie in dieser SMS Mitte der zweiten Halbzeit kann man unseren Auftritt gestern abend gegen ?Kühe, Schweine, Osnabrück? (wenn ich Braunschweiger Fans da mal zitieren darf) nicht beschreiben. Es war ein 0:0 der guten Sorte. Der sehr guten Sorte. Wir spielten agressiv, einsatzfreudig, intensiv, leidenschaftlich (Manno!) ? nur das Tor wollte und wollte nicht fallen. Reichwein, Manno, Morabit, Pfingsten-Reddig ? alle hatten irgendwann während der 90 Minuten ihre Chancen, alle scheiterten. Entweder an der vielbeinigen Osnabrücker Abwehr oder an Torwart Manuel Riemann, der mit seinem andauernden Zeitspiel den Bogen reichlich überspannte. Schon nach zehn Minuten begann er, jeden Abstoß minutenlang zu zelebrieren. Der Schiri ahndete dies leider ebensowenig wie ein Foulspiel an Manno im Strafraum, wo selbst Osnabrücks Trainer Fuchs anschließend das Wort ?Elfmeter? in den Mund nahm. Gott sei Dank pfiff er aber, als Fischer kurz vor der Pause einen Ball in unser Tor köpfte. Abseits. Nun ja? ;-)

Ein sehr launiger Abend, so darf es öfter englische Wochen geben. Und wenn dann unser lieber Freund Andreas jedesmal aus seinem sachsen-anhaltinischen Exil anreist und wir anschließend noch nen schönes Eis in der Hummel essen, dann isses fast perfekt. Denn ein Tor fehlte ja eben doch.

13.08.2011

PS3-ZMC: Frankreich erster Titelträger

Im Februar hatte das Rennen um den ersten Zipfelmützen-Cup begonnen, am vergangenen Samstag endete das Turnier mit dem Sieg der französischen Nationalmannschaft. Die Franzosen, gesteuert von Christian, gewannen im Endspiel 4:0 gegen die von Chrischi vertretungsweise gesteuerten Italiener. Vertretungsweise? Ja, denn bis zum Viertelfinale hatte
Christian auch Italien gesteuert. Und Spanien. Und Japan. Die beiden anderen Halbfinalisten. Das Turnier wurde der totale Triumph für Christian, der alle vier Halbfinalisten stellte und Chrischi (drei Viertelfinalisten) und mich (ein Viertelfinalist) ziemlich alt aussehen ließ.

Der Samstag begann mit den letzten Achtelfinal-Duellen. Für mich war es die letzte Chance, überhaupt eine Mannschaft unter die letzten Acht zu bringen. Wochenlang hatte ich mich vor dem Portugal-Urlaub mit einer Testspiel-Serie vorbereitet. Und das sollte sich auszahlen. Nach einem 0:0 in Kopenhagen feierte Dänemark einen historischen 2:1-Triumph in Wembley. Dass ich so souverän dort gewinne, hätte ich nicht für möglich gehalten. Ein Lichtblick nach all den, teilweise peinlichen, Pleiten mit Deutschland, Portugal oder den Niederlanden in den Runden zuvor.

Im Viertelfinale war es dann aber mit der Herrlichkeit schon wieder vorbei, Dänemark scheiterte deutlich an Japan. Chrischi hatte das Problem, dass seine Top-Teams (Argentinien, England) auch schon gescheitert waren und er mit den verhältnismäßig schwachen Mannschaften von Polen, Panama und der Ukraine im Viertelfinale antreten musste. Und weil Christian mit seinen Top-Adressen des Weltfußballs (Spanien, Italien, Frankreich) dort wartete, musste Chrischi die Segel im Viertelfinale ebenfalls komplett streichen.

Christian war im Halbfinale unter sich und entschied, dass Chrischi die Italiener und ich die Japaner übernehmen darf, um sie gegen Spanien bzw. Frankreich ins Rennen zu schicken. Während ich mit den Japanern, vor allem im Hinspiel, wo es nach 10 Minuten 0:2 stand, überhaupt nicht zurecht kam, besiegte Chrischi mit den Italienern Christians an Nr. 1 gesetzte Spanier. Und das deutlich. So kam es im Endspiel zu einer Neuauflage des WM-Endspiels von 2006. Doch diesmal gewannen die Franzosen. 4:0 ballerten sie Italien aus dem Stadion, Christian präsentierte sich nach seiner Halbfinalschwäche wieder in altbekannter Galaform.

Der erste Vierer-Zipfelmützen-Cup (Sören spielt hier zusätzlich mit) läuft ja bereits und auch das nächste Dreier-Turnier wurde bereits ausgelost. Dann nehmen nur noch jeweils 32 Mannschaften teil.

08.08.2011

Kaiser bringt den Erfolg zurück

Zipfelmützen-Ehrenmitglied und RWE-Edelfan Helga Kaiser war extra aus dem Fernen Osten angereist. Offiziell, um ihren Liebling zu besuchen. Gerüchteweise wollte sie aber ihren Lieblingen nach dem 0:3-Debakel vom Dienstag in Babelsberg einfach mal ganz aus der Nähe die Daumen drücken. Zwar klappte es (noch) nicht mit dem Besuch im Steigerwaldstadion, aber ihre Anwesenheit im Großraum Erfurt brachte Glück: RWE gewann 1:0 gegen die kleinen grünen Fischköppe. Und so hatte sie sich die „Siegerwaffel danach“ in der Hummel auch mehr als verdient.

Neben Christian und mir sahen noch knapp 5000 weitere RWE-Fans, dass Stefan Emmerling seine Startelf wegen der dünnen Leistung in Babelsberg und der roten Karte für Thomas Ströhl umbaute. Er zog Caillas für den gesperrten Ströhl nach hinten und ließ Morabit im linken Mittelfeld sein Startelf-Debüt feiern. Für den in Babelsberg schwachen Jovanovic spielte wie schon im Derby Phil Ofosu-Ayeh Rechtsverteidiger, im Sturm begann Dominick Drexler anstelle von Gaetano Manno.

Die erste Halbzeit war aus Erfurter Sicht in Ordnung. Bremen tat nichts für die Offensive, beschränkte sich stattdessen auf die Verteidigung des eigenen Tores. Zwar gab es auch heute wieder einige Fehlabspiele im Spielaufbau, genauso aber auch schöne Spielzüge über den vor der Pause starken Morabit oder über Weidlich. Die größten Chancen vergaben Reichwein, der einen Ball volley knapp über das Tor jagte und Morabit, dessen Schuss nur Zentimeter am Pfosten vorbeirollte. Zur Pause fehlte eigentlich nur das Tor, ansonsten ein zufriedenstellender RWE-Auftritt.

Nach dem Wechsel agierte Rot-Weiß zu passiv, zu abwartend, ohne den erhofften Zug zum Tor. Da Bremen offensiv weiterhin wenig leistete, war es ein ziemlich müder Kick. Einer der langhaarigen Stefanovic-Brüder hatte in dieser Phase sogar die Bremer Führung auf dem Fuß, als er einen 25m-Freistoß ans Lattenkreuz setzte. Der erste schön vorgetragene Erfurter
Angriff der zweiten Halbzeit führte dann in der 72. Minute auch prompt zur Führung. Rauw bediente Manno und der eingewechselte Torjäger tat das was er am besten kann zum ersten Mal im rot-weißen Trikot: er traf! Irgendwie hatten mich in der Phase vor dem Tor schon erste Zweifel gepackt, ob wir mit unserer (um es mal positiv auszudrücken) sehr geduldigen Spielweise noch zum Erfolg kommen würden.

Nach der Führung luden wir Bremen dann unerklärlicherweise zum Ausgleich ein. Die Werder-Bubis suchten nun den Weg nach vorne und hätten sie gewußt, wie leicht man heute im Steigerwaldstadion zu Großchancen kommen kann, hätten sie es vermutlich schon mal vor der 75. Minute mit ein bißchen mehr Druck versucht. Die größte Bremer Möglichkeit vereitelte Rickert drei Minuten vor Schluß, als er einen Kopfball so gerade noch an die Latte lenken konnte. Am Ende stand aber der zweite zu-Null-Heimsieg der Saison. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft diesen am kommenden Wochenende in Stuttgart mit einem Punktgewinn veredeln kann. Aber viel zu holen gab es im Waldaustadion noch nie, egal ob der Gegner VfB II oder Kickers hieß. Aber vielleicht Oma Helga?s Daumendrücken ja dann auch aus der Ferne.