21.07.2009

3. Liga 2009/10 - Vorschau auf den 1. Spieltag

BREMEN II – ERFURT
Langweiliger Saisonauftakt bei einer Reserve-Mannschaft. Bremen hat mit Heider und Holsing zwei Spieler extern verloren, die zu den Profis aufgerückten Schmidt, Perthel und Oehrl dürften wohl weiter hauptsächlich bei der II. zum Einsatz kommen. Reserveteams sind grad zu Saisonbeginn immer Wundertüten, gleich neun (sicherlich gut ausgebildete) A-Junioren bereichern neben zwei externen Neuzugängen den Kader. Viel mehr als ein Platz im unteren Mittelfeld dürfte für Bremen wohl nicht drin sein, für uns noch lange kein Grund den Gegner zu unterschätzen. Unser Kader offenbart noch zahlreiche Baustellen: wir haben ein Torwart-, ein Abwehr- und ein Chancenverwertungsproblem. Dazu stellt sich mir die Frage, wie lange unsere neue Außenverteidigung Ströhl/Malura das kräftezehrende Spiel durchhält. Richtiger Optimismus will sich bei mir nicht einstellen, ich wäre mit einem Punkt fast schon zufrieden. Auf die Saison betrachtet sehe ich uns zwischen 5 und 8.
BRAUNSCHWEIG – OSNABRÜCK
Das offizielle Saisoneröffnungsspiel, dass der DFB dieses Jahr seltsamerweise am Samstagnachmittag „versteckt“. Nach dem Abstieg haben den VfL erwartungsgemäß eine ganze Menge Spieler verlassen, allerdings ließen die lila-weißen mit einigen interessanten Neuverpflichtungen aufhorchen. Namen wie Barletta, Lindemann, Kotuljac, Siegert, Hansen oder der uns bestens bekannte Alexander Schnetzler versprechen gehobenen Drittliga-Fußball. Dem neuen Trainer Karsten Baumann, der das schwere Erbe von Pele Wollitz antritt, bieten sich in Kombination mit weiteren interessanten Neuzugängen von Reserve-Teams also einige Möglichkeiten. Ich bin gespannt, ob er auf seiner zweiten Trainerstation etwas mehr Glück hat. Die in Erfurt gewonnenen Erfahrungen könnten hilfreich sein. Den VfL sehe ich im ersten Drittel der Tabelle, Gastgeber Braunschweig eher im Mittelfeld. Fünf Neuzugänge haben sich bisher in der Löwenstadt vorgestellt, eine wirkliche Verstärkung des Kaders scheint mir nicht erfolgt zu sein, da auch einige Stammkräfte (z. B. Schied, Rodridues, Nastase) den Verein verlassen haben.
REGENSBURG – KIEL
Während der Jahn mit dem neuerlichen Klassenerhalt zufrieden sein dürfte, hat Kiel, obwohl „nur“ Aufsteiger, andere Ambitionen. Der Etat, der den Störchen angeblich zur Verfügung steht (9 Mio?), haben manche Zweitligisten nicht. Dementsprechend wurden mit Heider (Bremen II), Lamprecht (Wolfsburg), Sykora (Osnabrück), Jerat (Wuppertal) oder Müller (J...) tlw. gestandene Profis bzw. drittligaerfahrene Spieler geholt, die die Norddeutschen ins Mittelfeld der Tabelle katapultieren sollten. Dagegen ist bei den finanziell klammen Oberpfälzern Schmalhans wiedermal Küchenmeister. Mit Brysch, Bambara und Hiemer verlor der Jahn gestandene Stammspieler an Ligakonkurrenten. Die Neuzugänge waren mit Ausnahme von Haller (bei Absteiger Aalen) keine Stammkräfte, wie sie einschlagen, erscheint ungewiss. Regensburg ist für mich wie schon letztes Jahr Abstiegskandidat Nr. 1. Aber das war ja vor Jahresfrist kein schlechtes Omen. ;-)
DRESDEN – STUTTGART II
Die Sachsen erwarte ich weiter oben in der Tabelle (Platz 3 – 6). Was in der Mannschaft steckt, hat sie gegen Ende der letzten Saison bewiesen, als sie sich aller Abstiegssorgen entledigte und (auch dank der Schwächen der Konkurrenz) noch auf einen einstelligen Tabellenplatz marschierte. Dazu kommt das endlich fertiggestellte Stadion, dass die Euphorie des treuen Dresdner Publikums wohl nochmal steigern sollte. Auch dass die Vereinsführung zu Beginn der letzten Saison Geduld mit Ruud Kaiser hatte, dürfte sich nun auszahlen. Der gewiefte Holländer kennt nun die Liga und seine Mannschaft. Dies ist sicher auch ein Grund, warum Dynamo sehr gezielt nach Neuen suchte. Drei Abgängen (Bröker, Pergl und Truckenbrod – die tun aber richtig weh) stehen fünf Neuzugänge gegenüber, von denen wohl Ibad Muhamadu (Erstliga-Erfahrung in den Niederlanden) heraussticht. Aber auch Soltau, Solga und Trehkopf scheinen für Drittliga-Verhältnisse guten Fußball zu versprechen. Achso... Zu den Geschichten an der Tanke und zur Sponsorensuche bei der NPD sag ich nix weiter... Zum VfB kann ich nur wenig schreiben, sie dürften sich irgendwo im Mittelfeld herumtreiben.
J... – WIESBADEN
Der Erzfeind hat eine unruhige Sommerpause hinter sich. Das beruhigendste vorne weg: der unfähige Herr Schreiber ist immer noch Präsident und allein dies verspricht für den RWE-Fan in der kommenden Saison ähnlich viel Spaß wie in der Sommerpause. Mit dem Ex-Sportdirektor, aus dem dann der Ex-Geschäftsführer wurde (nachdem man dessen Vertrag eigentlich erst verlängern wollte) steht man demnächst vor dem Arbeitsgericht, die Meinung zum zottligen Doppelgänger von Familie Flodder wurde innerhalb von sechs Wochen komplett umgekehrt, für den Abstiegskampf wurden ein paar Millionen verbrannt, Aufsichtsräte traten zurück, ein ganzer Batzen Geld und ein Trikotsponsor fehlen auch noch. Muss man dem FCC fast wünschen, dass sie nicht zu oft gewinnen, sonst reißen die Siegprämien noch mehr Löcher. Ein Satz zum sportlichen: Hinten scheinen einige vernünftige (und notwendige) Verpflichtungen gelungen zu sein (Lanzaat, Truckenbrod, Sievers), vorne fehlt es aber weiter an allen Ecken und Enden. Psycho Ziegner darf weiter den Spielmacher geben, der blinde Hänghe weiter stürmen und Neuling Smeekes (so eine Art Ivaylo Ivanov mit Muskeln) soll die rechte Seite beackern. Ohne zu sehr die rot-weiße Brille aufzuhaben verspricht das zähen Fußball und eine Dauerkarte in der unteren Hälfte. Beim Gegner aus Hessen ist alles neu, der Umbruch erinnert fast an die Ausmaße von Aue im letzten Jahr. Einige interessante Namen (Weigelt, Landeka, Damjanovic) sind dabei, aber für den Wiederaufstieg dürfte es nicht langen. Oberes Mittelfeld, Platz 5 – 8, so unsere Kragenweite etwa. Gespannt dürften die Macher auch sein, wie Drittliga-Fußball in der nicht sonderlich fußballbegeisterten hessischen Landeshauptstadt angenommen wird.
UNTERHACHING – SANDHAUSEN
Die Gastgeber kann ich nur schwer leiden. Nicht nur, das wir dort immer haushoch verlieren, da helfen die Oberbayern dem blau-gelben Pöbel auch noch im Kampf um den Klassenerhalt. Nicht zu fassen... Im Kader tat sich wenig, der Abgang von O. Fink nach Düsseldorf dürfte schmerzen, immerhin ist Torjäger Anton Fink noch da. Allerdings ist das Transferfenster auch noch sechs Wochen geöffnet. Haching dürfte wieder eine gute Rolle spielen, gehört zum erweiterten Kreis der Aufstiegskandidaten. Die Gäste haben trotz des guten achten Platzes im Vorjahr ihren Kader mächtig durcheinander gewirbelt. Neben den zweitligaerfahrenen Regis Dorn und Daniel Jungwirth fällt vor allem auf, dass sich die Nordbadener hauptsächlich bei den zweiten Mannschaften der Bundesligisten bedient haben. Wenn es Trainer Dais gelingt, einige dieser gut ausgebildeten Fußballer in die Mannschaft zu integrieren, sollte mehr als „nur“ die Bestätigung von Platz 8 drin sein.
OFFENBACH – AUE
„Meine“ Offenbacher sehe ich im oberen Tabellendrittel. Die Abgänge dürften die Offenbacher nicht schmerzen. Wir müssen hoffen, dass Malura und Becker bei uns besser zu recht kommen. Neben dem im Vorjahr ausgeliehenen Steffen Haas, den man für verhältnismäßig kleines Geld aus seinem Vertrag in Hoffenheim kaufte, sticht bei den Neuen vor allem Nils Pfingsten-Redding, der aus der Emder Konkursmasse verpflichtet wurde, heraus. Wenn dann auch noch der Hebestreit von Offenbach, Suat Türker, nach seinem mißglückten Freiburg-Gastspiel in der Rückrunde 2009 nicht sonderlich stark, wieder zu gewohnter Form findet, können die Hessen in den Aufstiegskampf eingreifen. Trainer Boysen weiß ja, wie das funktioniert. Und Aue? Tja, die haben ihren wichtigsten Spieler (Feick) für verhältnismäßig wenig Geld (150.000 €) abgegeben. Der Kosovare Albin Ramaj (4 Tore in Emden) und Najeh Braham (unter Linz in Magdeburg natürlich ganz okay) sollen nun die Tore schießen. Dazu kamen einige Nachwuchsspieler. In Aue hofft man, dass Neu-Trainer Ricco Schmidt aus dem Kader mehr herausholt als sein Vorgänger. Ich bin skeptisch, Aue dürfte im Mittelfeld umherdümpeln, für mehr scheint insbesondere die Offensive zu schwach besetzt.
BURGHAUSEN – DORTMUND II
Das sie im beschaulichen Burghausen an der österreichischen Grenze mal ganz dankbar in Richtung Ostfriesland schauen, hätte wohl auch niemand gedacht. Nur dank des Emder Rückzuges in die Niedersachsenliga (wegen der unsinnigen Stadionforderungen des DFB) bleiben die Oberbayern drittklassig. Allerdings müssen sie eine komplett neue Mannschaft aufbauen. Leistungsträger wie Calamita (Braunschweig), Solga (Dresden) oder Mitterhuber (Haching) sind weg, die neuen von Überall her zusammengeholt. Und da dürften noch einige kommen. Es wird wohl wieder Abstiegskampf bis zum Schluß geben. Die Gäste haben mit Nöthe, Hillenbrand und Gordan wichtige Spieler verloren. Trainer Theo Schneider, einzige Konstante bei Borussias Reserve, hat wieder die Aufgabe, zahlreiche der starken Dortmunder A-Junioren (Vizemeister) in die Mannschaft zu integrieren. Fraglich ist, wie die junge Mannschaft mit den (zu erwartenden) Niederlagen umgehen wird und ob sie dem Abstiegskampf gewachsen ist. Unteres Tabellendrittel.
HEIDENHEIM – WUPPERTAL
Nach dem überraschenden Abstieg von Aalen ist Heidenheim plötzlich die Nummer 2 in Württemberg hinter dem VfB. Die Konzentration an der Brenz galt in der Sommerpause mehr dem Vereinsumfeld, das Stadion wurde (und wird) für die dritte Liga fit gemacht, am Anfang muss deshalb mglw. ausgrechnet in Aalen gekickt werden. Es wurden nur wenige Transfers getätigt, neben einigen Regionalliga-Spielern ist Christian Beisel (Sandhausen) der einzige Neue, der über Drittliga-Erfahrung verfügt. Man will hauptsächlich dem Aufstiegskader vertrauen. Das kann gut gehen (Oberhausen vor zwei Jahren), dass kann total in die Hose gehen (Nöttingen 2004/05). Die Gäste haben nach der verkorksten Spielzeit kräftig ausgemistet, 15 Spieler gingen bzw. mussten gehen. Die ohnehin dünn besetzte Offensivabteilung verlor mit Reichwein ihren besten Mann, auch Jerat oder Heinzmann dürften fehlen. Karsten Fischer (der in Paderborn nicht über die Rolle als Joker hinauskam) oder der Ecuadorianer Jose Valencia (immerhin Stammspieler in der zweiten niederländischen Liga) sollen die Lücken füllen. Wuppertal bleibt wohl eine graue Maus, beide Teams erwarte ich am Saisonende nicht weit voneinander getrennt in der Tabelle.
INGOLSTADT – BAYERN II
Mal abgesehen von Falko Götz in Kiel treffen hier wohl die prominentesten Trainer der dritten Liga aufeinander. Der bundesligaerfahrene Horst Köppel tut sich auf seine alten Tage die dritte Liga nochmal an und Mehmet Scholl betreut nun hauptamtlich die Bayern Bubis. Das sich die finanziell starken Ingolstädter nicht in der zweiten Liga halten konnten, hat mich überrascht. Wie bei Absteigern üblich gab es eine große Fluktuation, was eine Einschätzung schwierig macht. Mit Ruprecht, Gerber, Bambara oder Fleßers konnten aber einige namhafte Leute in die Audi-Stadt gelockt werden, andere erfahrene Leute (z.B. Neuendorf, Demir) konnten gehalten werden. Die Oberbayern erwarte ich im oberen Tabellenbereich, sind einer der Aufstiegskandidaten. Eine starke Rolle traue ich auch den Bayern-Bubis zu. Auch wenn insb. Badstuber (van Gaals neuer Liebling), aber auch Müller sicherlich nicht mehr so oft zur Verfügung stehen werden, verfügt die Zweite des Rekordmeisters über einen Kader, der gehobenen Drittliga-Ansprüchen genügt. Mit Hajdarovic (der ja auch bei uns mal im Gespräch war) aus Saarbrücken und Sene aus Großaspach, konnten zwei der stärksten Oberliga-Torjäger für die Mannschaft gewonnen werden. Dazu muss Scholl vier A-Junioren in den Kader integrieren. Kann sich wenigstens einer der beiden genannten Stürmer durchsetzen, gehört Bayern II zu den stärksten Teams.

Video des Tages 19.07.09

Mal wieder was musikalisches, rockt ordentlich und geht mir nicht mehr aus dem Kopf.

Video des Tages 18.07.09

Ein sehr kurzer aber genialer Sketch aus der Bullyparade. Viel Spaß.

17.07.2009

Video des Tages 17.07.09

Heute was ganz kurzes. Ich bitte um eine physikalische Erklärungen wie der das gemacht hat. Normalerweise kickt einen eine Rampe doch eher nach hinten kippend raus.

Video des Tages 16.07.09

Mit leichter Verspätung heut noch das Video von gestern.

Diesmal ein klassisches Webfundstück, wollte für Basti von Kurt Krömer die Pummelfee raussuchen und bin dabei hier drüber gestolpert:

15.07.2009

Video des Tages 15.07.09

Heute gibt's mal was zum Lachen. Nierenspender hat's ja gestern Abend schon in der Hummel gesehen, aber hier nochmal zum genießen. Viel Spaß.

14.07.2009

Video des Tages 14.07.09

Ich habe heute endlich eine Möglichkeit gefunden auch ohne Kreditkarte kostenpflichtige Apps und Musik bei iTunes zu erwerben.

Es gibt im Supermarkt Gutscheine für iTunes die ähnlich den Prepaidkarten für Handys funktionieren, also Gutschein laufen, Code eingeben und der Bezrag wird gutgeschrieben... klappt einwandfrei und ich brauchir um ne Kreditkarte keine Gedanken machen.

Hab mir auch gleich eine EP der Band "The Sessions" gekauft die es nur dort gibt. Kenne drei Lieder von denen von der MTB-DVD "Seasons" und nem MTB-Webvideo "Richie Schley Cronicles". Auf der EP sind sechs Lieder, inkl. aller drei die ich schon kenne... und ich muss sagen alle sehr gut gelungen, erinnert ein wenig an "The Killers", aber hört euch selber mal einen Song an:

13.07.2009

Video des Tages 13.07.09

Heute eine kleine Zeitreise in meine Jugend ( ja ich weiss das ist lange her) obwohl das Video ja eigentlich aktuell ist (also doch keine Zeitreise, vllt. ein Anachronismus?).

12.07.2009

Video des Tages 12.07.09

Was für ein Luxus.

Endlich mal ein Sonntag ohne arbeiten.

Also heute mal die Zeit genutzt etwas Gelände für Warhammer 40.000 anzumalen und sich dabei mit nem Herr der Ringe Triple Feature berieseln zu lassen.

Passend dazu heute ein Video in dem die Serie "Lost" mit "Der Herr der Ringe" verbunden wird, alles dargestellt mit Actionfiguren beider Serien. Insgesamt gibt's zehn Teile davon, in denen immer "Lost" mit anderen Sachen vermischt wird, wirklich sehenswert.

11.07.2009

Video des Tages 11.07.09

Gestern standen vor der Hummel zwei Touren-Enduro Motoräder, eine davon eine BMW wie bei Long Way Round... Und da war es wieder dieses spezielle Gefühl, Fernweh gepaart mit Abenteuerlust... deswegen heute eine meiner Lieblingsstellen aus Long Way Round.

10.07.2009

Video des Tages 10.07.09

Heute ohne viele Worte, das Video ist selbsterklärend.

09.07.2009

Video des Tages 09.07.09

Bei dem schönen Wetter heute fällt es natürlich besonders schwer aufs Biken zu verzichten, aber der Hobel steht ja noch bei der Durchsicht.

Deswegen gibt's heute ein paar Freeride-Impressionen aus Whistler. Wenn ich mein Rad dann wieder hab ist das Wetter dann sicher auch wieder so feucht wie in Whistler.

Die Sequenz stammt übrigens aus "Seasons", einem der besten Mountainbikefilme.

08.07.2009

Video des Tages 08.07.09

Es musste ja kommen, ein Puma mit IK-Kennzeichen in meiner Farbe vor der Hummel. Man ist halt doch meist weniger einzigartig als man denkt.

Deswegen heute ein Video von einem Puma dem das sicher nicht passiert.

07.07.2009

Video des Tages 07.07.09

Ursprünglich hatte ich ja vor zur Abschiedsfeier von Michael Jackson ein Video von ihm zu schicken, aber da man momentan ja so sehr mit Michael Jackson bombardiert wird gibt's doch was anderes.

Bei dem momentanen Wetter hab ich schon wieder Sehnsucht auf die Südseite der Alpen. Hab ein Video von ein paar Italienern gefunden, die auch mit dem Bike über den Schlern sind, leider haben die die Tragepassage hinter der Tierser Alpl und die extreme Abfahrt nicht mitdokumentiert ... wahrscheinlich waren die selber zu sehr damit beschäftigt nicht zu stürzen.

06.07.2009

Video des Tages 06.07.09

Heut wieder ein musikalisches Video des Tages. Kurz nachdem ich das gestrige Video verschickt hatte, hör ich doch glatt den neuen Song von Billy Talent. Da das letzte Album meine Biketouren auf Fuerteventura perfekt untermalt hatte und meiner Meinung nach zu den Besten Rock (oder Punk) Alben der letzten Jahre zählt, gibt's also heute das neueste Lied der Kanadier als Video des Tages.

05.07.2009

Video des Tages 05.07.09

Heute mal was musikalisches, hab den Song grad im Auto im Radio gehört ... schnell mit Shazaam auf dem iPhone während der Fahrt herausgefunden welches Lied das ist. Es lebe die moderne Technik.

Hier also meine Entdeckung als Video:

Video des Tages 04.07.09

Ich dachte mir mal ich werde in Zukunft immer mal Youtube-Videos hier posten ... zu aktuellen Geschehnissen oder was immer mir halt grad im Kopf rumschwirrt oder zufällig bei Youtube über den Weg läuft.

Heute anlässlich der Tour de France ein Video das die Gegensätze des Radsports zeigt.

15.06.2009

FC Rot-Weiß Erfurt 2008/09

Die Abschlußtabellen der Top-Nachwuchsmannschaften

U 23 - Oberliga Nordost-Süd















U 19 - A-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost















U 17 - B-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost

31.08.2007

2. Bundesliga 2007/08 - 4. Spieltag (31.08.2007)

KICKERS OFFENBACH - FC AUGSBURG 1:0 (0:0)

Eines vorneweg... die Anzeigetafel auf dem Bieberer Berg funktioniert immer noch nicht.

Am heutigen Freitag feierte ich unter Flutlicht meine OFC-Saisonpremiere. Im Gegensatz zu früheren Spielen hatte mich diesmal in den Stehplatzbereich der Waldemar-Klein-Tribüne begeben. Die Stimmung der gut 10 000 wirkte hier, direkt unter dem Dach, noch gigantischer.

Das Spiel in Halbzeit eins war leider gar nicht gigantisch. Augsburg startete mit leichten Vorteilen, dann erarbeitete sich der OFC ein leichtes Übergewicht, zum Schluss noch mal die Gäste. Insgesamt aber eine schwache erste Hälfte mit vielen Fehlern. Insbesondere die Kickers agierten viel zu ungenau und hatten mit dem griechischen Stürmer Agritis einen absoluten Totalausfall auf dem Platz. Gefährlich wurde es nur, wenn der Linienrichter auf der Haupttribünenseite die Abseitsregel „im Zweifel für den Stürmer“ auslegte. Das machte der gute Mann sehr zum Unmut der Kickers-Fans gleich viermal zu Gunsten der Schwaben (aus meiner Sicht waren alle Entscheidungen aber richtig!) und in der 40. Minute musste OFC-Keeper Endres daher gegen den durchgebrochenen Szabics retten.

In der Halbzeit erlöste OFC-Trainer Frank Agritis und die Zuschauer und wechselte den Griechen gegen Epstein aus. Der OFC kam mit viel Schwung aus der Kabine. Insbesondere über die linke Seite über Judt erzeugten die Hessen viel Druck und kamen zu ersten Chancen. Doch erst eine unfassbare Dummheit von FCA-Torwart Sven Neuhaus leitete die Kickers-Führung ein. Der Ball (und meine Augen) waren bereits wieder auf dem Weg in Richtung Mittelfeld als Neuhaus OFC-Stürmer Epstein vollkommen unmotiviert zu Boden stieß und der ordentliche Schiri Fischer zu Recht Elfmeter gab. Weshalb die Ersatzspieler der Gäste wild gestikulierend auf den Schiri los stürmten, bleibt ihr Geheimnis. Der Elfer war berechtigt und Sieger nutzte die Chance nach einer Stunde eiskalt. Die Augsburger blieben in der Folgezeit vieles schuldig und Chancen Mangelware. Lediglich nach einem Freistoß brannte es zehn Minuten vor Schluss im Strafraum der Kickers. Ansonsten pflückte Endres alle Bälle sicher runter. Mehr Mühe als mit dem Gegner hatte der OFC in Halbzeit zwei mit dem Schiri, der zum Schluss etwas seine großzügige Linie verlor, eine vollkommen lächerliche Gelbe Karte zeigte und auch unter seinem Haupttribünen-Linienrichter litt, der nun immer im Zweifel gegen den Stürmer winkte. Spielentscheidende Fehler machte das Pfeiffen-Trio aber nicht. Fazit: Ein glücklicher OFC-Sieg gegen eine Augsburger Mannschaft, die mich schwer enttäuscht hat.

30.10.2006

Regionalliga Nord 2006/07 - 13. Spieltag (28.10.2006)

UNION BERLIN - FC ROT-WEISS ERFURT 2:4 (1:3)

Um zehn vor neun, und damit zwanzig Minuten (die uns später noch weh tun sollten) später als geplant, rollten Manja & Christian vor und damit begann ein absolut unfassbarer Trip in die Hauptstadt. Wir waren noch nicht mal am Hermsdorfer Kreuz, als ich bereits ahnte, dass das mit dem Ankommen an der Alten Försterei bis zweie knapp werden könnte. Die Vollsperrung bei Eisenberg und die anschließende Rallye durch die dunkelsten Gebiete des Zeisslandes kostete weitere Zeit, so dass ich um kurz vor elf in Weißenfels sicher war: das wird nix mehr mit Björni und der Wuhlheide. Doch weil Chrischi dann zeigte, dass er auch aus einem vollbesetzten Fiesta dauerhaft 180 rausholen kann, rollten wir um halb eins in Potsdam ein. Das Einchecken in der JH wäre vermutlich dreimal so schnell gegangen, hätte die Empfangstante mal mehr gearbeitet als gequasselt. Kurz vor eins dann ab in die S-Bahn und auf gings ans andere Ende von Berlin. Für den Weg brauchten wir ne knappe Stunde und leider für den mies bis gar nicht ausgeschilderten Weg in Richtung Alte Försterei noch mal ne reichliche Viertelstunde. Die Hoffnungen auf eine Verschiebung der Anstoßzeit, welche Thomas, der ebenfalls noch in einem der Busse durch Köpenick irrte, noch eben genährt hatte („der Beutel fragt bei Union an“), zerschlugen sich bei Ankunft am Stadion. Die Uhr zeigte 14:20 Uhr (siehe erster Satz!!!) als wir irgendwo zwischen Sicherheitskontrolle und Kartenkauf vom bereits im Stadion anwesenden RWE-Mob über das 1:0 informiert wurden. Nicht nur im Gästebereich des Stadions wurde gefeiert, auch am Ticketschalter wurde fleißig gegrölt und gefeiert. Schon hier, am Tickethäuschen, war mir klar, dass dieser Elferpfiff völlig korrekt war :-). (Eine fatale Fehleinschätzung, wie sich später am TV herausstellen sollte. Doch das ist mir eigentlich völlig egal, wir sind schon so oft behumpst worden. Ich sag nur Düsseldorf letztes Jahr. Der Schiri ist damals wie heute Schössling. Nur böse Zungen behaupten, der wollte noch was gut machen.)

Nachdem auch wir den weit mehr als 1000 Leute starken und bereits tüchtig feiernden RWE-Block erreicht hatten, ging die rot-weiße Party auf dem Feld munter weiter. Langer Ball auf Kumbela, der tanzt die zwei Union-Innenverteidiger, die in dieser Szene ungefähr so steif waren wie der Berliner Fernsehturm, aus und macht im Fallen das 2:0. Wat war denn hier los? 2:0 nach ner knappen halben Stunde? Das konnte nicht mehr besser werden. Dachte ich fünf Minuten lang, bis Brunne aus vierzig Meter abzieht und die Kugel ins Tor jagte. 3:0. So ein Tag, so wunderschö... Nur noch 1:3. Man kam ja kaum zum Luft holen. Spork knallte das Leder aus ein paar Metern auf die kurze Ecke und Ratajczak, der für den verletzten Orle ins Tor gerückt war, ließ den Ball durch die Hosenträger rutschen. In der folgenden Stunde sollte meine Lebenserwartung um mehrere Jahre abnehmen. Angriff auf Angriff rollte auf das RWE-Tor zu. Während wir überhaupt nichts mehr zu Stande brachten, hatte Union Großchance auf Großchance. Insbesondere vor der Pause rettete Rata ein ums andere Mal in höchster Not. Neben dem eisernen Unvermögen stand uns auch das Glück zur Seite. Ein Heber trudelte auf die Latte. Die Halbzeitpause stellte nur eine lästige Unterbrechung des Union-Sturmlaufs dar. Nach einer gefühlten halben Stunde wagte ich das erste Mal einen Blick auf die Uhr. Acht nach drei! Waren hier schon die Uhren umgestellt worden. Erst acht Minuten in Halbzeit zwei gespielt? Ich wollte es nicht glauben. Und Union griff weiter an…

Nach einer Stunde wurden die Unioner für das Anrennen belohnt. 2:3. Der Anschluß. Viel zu früh. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich reichlich Zweifel, dass wir das irgendwie über die Zeit bringen würden. Die Atmosphäre in der engen Försterei kochte nun, der Union-Anhang hoffte auf die Wende, wir alle auf eine schnell laufende Uhr.

Irgendwann griffen dann auch wir mal wieder an und plötzlich tobte der Block. Brunne wird im Strafraum klar elfmeterwürdig gefoult, doch der Pfiff blieb aus. Gedanken an Düsseldorf kamen auf, sollte uns der Schössling etwa wieder verpfeifen (zu diesem Zeitpunkt konnte noch keiner von uns ahnen, dass der erste Elfer keiner war)? Mit fortschreitender Spieldauer konnten wir uns vom Dauerdruck etwas befreien, zwar fuhren wir keinesfalls einen Konter nach dem anderen, doch gelang es uns besser, Bälle mal länger zu halten und die Eisernen in ihrem Rhythmus zu stören. Und der erste richtig gute Konter führte dann auch gleich zur Entscheidung. Schnuphase auf Brücker, der auf Schnetzler und der Alex zwirbelt das Bällchen nach 87 Minuten direkt vor unserem Block ins Tor. 4:2. Auswärtssieg! Auswärtssieg! Nun tobte der Block endgültig. So geil war es zuletzt in Wattenscheid im Mai. Berlin war eingenommen – besser hatte es auch die Rote Armee im Mai 1945 nicht gemacht. Der helle Wahnsinn. Unsere Götter wurden mit LaOla und einem gepflegten, aber recht kurzen Ufta gefeiert.

Der Weg zurück in Richtung Bahnhof glich, nachdem wir uns von den in die Busse eilenden RWE-Fans getrennt hatten, einen gemütlichen Herbstspaziergang durch die köpenickschen Wälder. Meinen Schal hatte ich dennoch vorsorglich in die Tasche gesteckt. Man kann ja nie wissen. Und so erfuhren die Union-Fans, die am Bahnhof unmittelbar neben uns standen und sangen „Wo sind denn die Erfurt-Fans?“ nie, wie nahe sie uns waren. Als uns dann auch noch die Kunde von Chrischis drittem Platz (einschließlich gewonnenem Pokal!) beim Potsdamer Tanzturnier erreichte, war das Wochenende, welches mit Sightseeing in Berlin und Potsdam bis Sonntag verlängert wurde, perfekt. Da störte uns der auf der Rückfahrt bei Leipzig schlapp machende Hinterreifen an Chrischis Rennfiesta auch nicht weiter.

Ein kulinarischer Tipp noch: Wer in Potsdam Hunger hat, sollte mit der S 7 zur Station Babelsberg fahren. Der Döner im Bahnhof (Geöffnet täglich bis 5 Uhr morgens!) ist richtig klasse! Und ich, der unter hessischen Preisen leiden muss, fand den Döner mit 2,50 auch preismäßig schwer in Ordnung.

16.09.2006

Regionalliga Nord 2006/07 - 8. Spieltag (16.09.2006)

FC ROT-WEISS ERFURT - WUPPERTALER SV 0:0

Der Block 3 in der Kurve feierte. Der Block E auf der Tribüne feierte. Und das noch eine halbe Stunde nach dem Spiel. Unaufhörlich wurde gesungen und gefeiert. Wir hatten das Stadion schon lange verlassen. Wir waren bereits an unseren Autos. Und immer noch hallte es aus dem Stadion. Was gab es zu feiern? Ein torloses Remis gegen einen biederen Gegner, der, so hatte man das Gefühl, nicht wirklich nach Erfurt gekommen war, um auf Teufel komm raus zu gewinnen. Ein 0:0 animierte zu solchen Reaktionen der Fans? Warum? Weswegen?

Am nackten Ergebnis kann es nicht gelegen haben. Denn das 0:0 ist im Abstiegskampf deutlich zu wenig. Der Abstand zum rettenden Ufer wuchs auf nun schon fünf Punkte an. Es war wohl die Art und Weise, wie das Team an diesem sonnigen Samstag vor der Saison-Minuskulisse von 2249 treuen Fans aufgetreten war. Nach den blamablen Vorstellungen gegen Dresden und in Magdeburg präsentierte sich die Mannschaft runderneuert. Nicht nur was die Einstellung anging, sondern (teils auch gezwungenermaßen) personell. Pavel Dochev verzichtete in seinem Schicksalsspiel erneut auf Ronny Hebestreit (der aber im Gegensatz zum Magdeburg-Kick immerhin wieder auf der Bank Platz nehmen durfte), erstmals auch auf Dominick Kumbela sowie auf den gesperrten Björn Brunnemann und den verletzten Thorsten Görke. Während die kaum geforderte Viererkette (Heller-Holst-Bertram-Pätz) durchweg mit bekannten Namen besetzt war, präsentierten sich Mittelfeld und Angriff vollkommen durcheinander gewürfelt. Die Görke-Position im defensiven Mittelfeld übernahm Matthias Peßolat, rechts spielte der neue Kapitän Alex Schnetzler, den Spielmacherpart übernahm der aus Essen gekommene, erst neunzehnjährige Moritz Stoppelkamp und im Sturm wirbelte neben Albert Bunjaku Danny Cornelius. Dazu kam der mittlerweile auf links gesetzte Daniel Brückner.

Das Spiel begann verheißungsvoll. Mit in den letzten Wochen nicht für möglich gehaltener Laufbereitschaft kauften die sehr aggressiven Rot-Weißen ihren Gästen sofort den Schneid ab. Die Bergischen konnten sich nur selten aus der eigenen Hälfte befreien. Doch bei allem Druck zeigte sich auch wieder ein Manko: über gute Ansätze kommt das RWE-Spiel einfach nicht hinaus. Zwingende Torchancen blieben Mangelware. Und wenn es doch einmal gefährlich wurde, klebte dem RWE-Angriff mal wieder das Pech am Stiefel. Oder besser gesagt am Kopf. Denn eine (man höre und staune) gefährliche (!) Schnetzler-Ecke wurde auf Bunjakus Kopf verlängert, der aber davon so überrascht war, dass er den Ball nur noch unkontrolliert an den Pfosten abfälschen konnte. Das torlose Remis zur Pause machte Hoffnung auf mehr. Gegenüber den deswegen entsetzten Brüdern Heimbürge brachte ich sogar meine „latente Begeisterung“ (Was ist das??? ;-)) zum Ausdruck. Die beiden „Herrn H.“ waren zwar auch zufrieden, wollten meine Überschwänglichkeit nicht ganz teilen, schließlich sollten Kampf, Einsatz und Laufbereitschaft eigentlich etwas alltägliches sein… Was solls… Ich freute mich trotzdem.

In der Pause sorgte die Pokalauslosung für Abwechslung. Sportlich ist das Los absolut machbar, RWE muss zu Motor Zeulenroda (Landesklasse Ost) und damit allerdings reisetechnisch in die Randgebiete des Freistaats vordringen. Die zweite Halbzeit begann sehr gut. Wieder sorgte eine Ecke für Gefahr (Unfaßbar!). Einen Heller-Kopfball konnte die WSV-Abwehr in Person von Bayertz (Arschloch!) erst auf der Linie klären. Leider war nach ca. einer Stunde die Luft etwas raus. Der sehr agile Cornelius (der nach dieser Leistung vom Trainer hoffentlich immer einen Platz in der Startelf erhält) musste angeschlagen heraus, der eingewechselte Kumbela erwischte leider einen ganz schwachen Tag. Auch die zehn Minuten vor Schluß eingewechselten Hebestreit und Frank konnten keine neuen Impulse setzen, so dass die letzte halbe Stunde wohl als gemütlicher Sommerfussball abgehakt werden muss. Das störte die Fans überhaupt nicht. In Block 3 und im E-Block auf der Tribüne herrschte eine grandiose Stimmung. Sicherlich auch eine Reaktion auf die von einigen Spielern nach dem Dresden-Spiel geäußerte Kritik an uns. Es wurde gesungen. Und gesungen. Und gesungen…

04.09.2006

Regionalliga Nord 2006/07 - 6. Spieltag (03.09.2006)

FC ROT-WEISS ERFURT - DYNAMO DRESDEN 0:2 (0:1)

Ich gehöre sicherlich nicht zu denjenigen Fans, die nach einem schlechten Spiel sofort draufhauen und voreilig das Ende des Erfurter Fußballs vorhersagen. Doch was gestern Nachmittag beim Ost-Derby gegen Dynamo Dresden passiert ist, hat auch mir irgendwie die Sprache verschlagen. Fünf Spiele, vier Punkte. Zwei Heimspiele in Folge verloren. Fortschritte zum Vorjahr vermag ich nicht zu erkennen. Einfach frustrierend. Entsprechend hart sind vielleicht ein paar Formulierungen.

An solchen Sonntagen wie gestern sind die mehrstündigen Fahrten ins Hessenland immer besonders nervig. Statt bei einem Frustbierchen im Zipfelmützenkreis sich den Frust von der Seele zu diskutieren, knattere ich bei Dauerregen, grauem Himmel und tiefhängenden Wolken durch die gottverlassene Rhön Richtung Offenbach.

Vier Stunden vor der Rhön war die Laune bei Christian und mir, als wir das Stadion betraten, noch wesentlich besser. Die Grütze, die wir dann zu sehen bekamen, lässt sich eigentlich kaum in Worte fassen. Dennoch hier ein Versuch in Form einer Einzelkritik:

TOR: Dirk Orlishausen war der beste Erfurter auf dem Platz. An den beiden Gegentoren war er schuldlos, er wurde durch seine Vorderleute gnadenlos im Stich gelassen. Mit mehreren Paraden sorgte er dafür, dass wir lange auf ein Unentschieden hoffen durften.

INNENVERTEIDIGUNG: Eine Katastrophe. Schon in der Anfangsphase wurden Heller und Holst durch Doppelpässe schnell überspielt. Insbesondere die Leistungen und Fehler von Holst sind, wenn man an das vergangene Jahre denkt, nicht zu erklären. Der Junge ist völlig von der Rolle. Natürlich, auch wenn er den Ball vor dem 0:2 nicht vertendelt hätte, hätten wir wohl verloren. Dennoch, so ein Klops passiert vielleicht einmal in einer Saison (wir sind ja alle nur Menschen). Aber in zwei Heimspielen in Folge?

AUSSENVERTEIDIGUNG: Nicht regionalligatauglich. Was auf den Außenbahnen von Pätz (links) und Bertram (rechts) geboten wurde, war unterirdisch. Fehlpässe im Spielaufbau, mangelndes Zweikampfverhalten in der Defensive (Bertram vor dem 0:1) – einfach grottenschlecht. Natürlich sind beide Spieler keine gelernten Außenverteidiger, dennoch war das zu wenig. Neben dem Sturm DIE absolute Problemposition von RWE. Sollte der von Essen ausgeliehene Stoppelkamp im offensiven Mittelfeld einschlagen (und nur dann), könnte Schnetzler wie im Vorjahr die rechte Verteidigerposition übernehmen. Aber links? Kühne fällt noch lange aus.

MITTELFELD DEFENSIV: Die Standards von Görke waren zum Vergessen. Die Freistöße flogen in Richtung Weimar, aber keinesfalls aufs Tor. Die Ecken waren der absolute Witz. Jemandem der nicht dabei war, kann man gar nicht mit Worten erklären, mit welcher Präzision die viel zu flachen Ecken in den Strafraum flogen. Immer schön auf den ersten Dresdner Verteidiger, der diese dann (ich vermute mit zunehmender Spieldauer fast gelangweilt) herausköpfen konnte. Auch die langen Einwürfe flogen nach Schema F in den Strafraum. Gefahr? Null!

MITTELFELD AUSSEN: Von Brückner kam nichts, von Brunnemann nicht viel. Mit ein paar Solos deutete Brunnemann seine Gefahr an, konnte mit dem Ball am Fuß auch mal an ein paar Dynamos vorbeigehen, doch von der in der vergangenen Saison ausgestrahlten Torgefahr war nix zu sehen.

MITTFELFELD OFFENSIV: Ronny, Glückwunsch zu Deinem 300. Spiel! Und Danke, für die vielen tollen Tore in der Vergangenheit. Doch mit der Leistung von gestern (und den anderen Spielen in dieser Saison) hast Du in der Regionalliga nichts mehr verloren. Am allerwenigsten auf der (vakanten) Spielmacherposition. Nur ein starker Pass kam von Ronny auf Schnetze, der dann elfmeterreif (?) gefoult wurde. Ansonsten war es gruselig. „Höhepunkt“: Als Ronny nach Brunnemann-Zuspiel (also nach einem Pass eines Mitspielers) kurz vor Schluß getunnelt wurde. Ohne Worte…

STURM: Von Bunjaku nach seiner Verletzung Wunderdinge zu erwarten, wäre falsch gewesen. Entscheidend durchsetzen konnte er sich (noch) nicht, dennoch habe ich hier die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass dieser Mann die dringend notwendige Verstärkung im Sturm darstellt. Und Kumbela? Er war unser bester Feldspieler, brachte das Dynamo-Tor mehrfach ernsthaft in Gefahr. Leider aber versemmelte er mal wieder alle Chancen (Flugkopfball an die Latte, allein vor dem Tor Berbig angeschossen). Und letztlich wird ein Stürmer an Toren gemessen. Dennoch war seine Auswechslung nicht nachvollziehbar.

RESERVESPIELER: Cornelius und der angeschlagene Schnetzler sorgten für Belebung im Offensivspiel, leider kamen sie viel zu spät. Cornelius’ Problem aus meiner Sicht: er spielt nur als Joker gut, konnte, wenn er von Anfang an spielt (Mönchengladbach) keine Akzente setzen.

TRAINER: Kein Thema, die Aufgabe eines Trainers ist es auch, sich schützend vor seine Spieler zu stellen. Doch was Pavel nach dem Spiel so alles erzählt hat, nimmt mir jede Hoffnung, dass irgendwer im Verein den Ernst der Lage erkannt hat. Von einem unverdienten Dynamo-Sieg zu sprechen oder davon, dass RWE den Gast beherrscht hat, ist an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten. Außerdem muss sich der Trainer den Vorwurf gefallen lassen, viel zu spät und falsch ausgewechselt zu haben. Warum er für Cornelius Kumbela raus nahm, Pätz 81 Minuten und viele andere (Ronny, Bertram) 90 Miunten durchstolpern durften, bleibt auch sein Geheimnis.

DER VEREINSVORSTAND: Vieles läuft gut bzw. besser als in der Vergangenheit. Aber manchmal fasst man sich nur noch an den Kopf: Rombach und/oder Beutel hätten sich, bevor sie einen Ronny Trettmann zur Volksbelustigung verpflichten, vielleicht etwas besser mit der Herkunft dieses unterbelichteten Hilfsschülers, bei dessen Auftritt ich mich fragte, aus welcher Klapsmühle der wohl geflohen ist, befassen sollen. Ein Thüringer lacht noch lange nicht über einen Sachsen, schon gar nicht bei einem Derby zwischen zwei Teams aus diesen Bundesländern und erst recht nicht, wenn der Sachse mit seiner Herkunft so hausiert, wie dieser Trettmann. Wann (und warum) wurde die Todesstrafe bloß abgeschafft??? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mehrzahl der Dynamo-Anhänger auf diesen Menschen stolz ist. Mancher mag die Kritik vielleicht ein bisschen kleinkariert finden, dennoch sind es genau solche Kleinigkeiten, die einfach dazugehören. Oder in diesem Fall eben nicht dazugehören.

DIE FANS: Wir waren nicht besser in Form als die Mannschaft. Ganz, ganz mau. Es kam nicht viel. Von Derbystimmung keine Spur. Die Capos stimmen zu 80 % einfallslos die üblichen Schmähgesänge gegen den Gegner an, alles 08/15 wie immer. Anstatt nur platt den Gegner zu beschimpfen, sollte vielleicht die eigene Mannschaft unterstützt werden. Gesänge, die von anderen Gruppen aus dem Block angestimmt wurden („Wir sind alle Erfurter Jungs“), wurden ignoriert, stattdessen schallte zum x-ten Mal das „Scheiß-Dynamo“ oder das nervige Dy-Dy-Dy-Lied durch das Stadion. Tiefpunkt des ganzen war das „Wir fahren Fahrrad ohne Dynamo“ – schwachsinnig und sinnlos.

FAZIT: Alles scheiße, bis in zwei Wochen zum Wuppertal-Spiel!

11.08.2006

Regionalliga Nord 2006/07 - 3. Spieltag (11.08.2006)

FC ROT-WEISS ERFURT - VFL OSNABRÜCK 1:2 (0:2)

Jens Voigt sei Dank – weil der CSC-Profi am Samstag das Hainleite-Radrennen gewinnen wollte (und dies ja dann auch tat), durften unsere Götter mal wieder am Freitag Abend unter Flutlicht kicken. Jens Voigt sei Dank – weil der CSC-Profi am Samstag das Heinlaite-Radrennen gewinnen wollte (und dies ja dann auch tat), war die Werner-Seelenbinder-Straße gesperrt. Und weil das so war, lotste ich Herrn Schulz per Handy zum Stadion. Leider überwachte die anwesende Oberförsterei nicht nur die Sicherheit während des Spiels sondern auch die im Straßenverkehr. Und so musste Christian vierzig Euro löhnen und kassierte schon vor dem Anpfiff einen Punkt. Nicht in der Regionalliga. Sondern in Flensburg. Letzte Woche die Batteriepanne, diese Woche das Bußgeld. Es ist noch nicht die Saison des Herrn Schulz.

Da Christian trotzdem zweimal am Tag warm essen kann machten wir uns froh gelaunt auf den Weg ins Stadion. Nach der mal wieder superlangen Schlange am Kartenschalter und einer diesmal ungewöhnlich ausführlichen Sicherheitskontrolle („Falten Sie mal Ihre Fahne auf!“ – Gab es auch für Erfurt eine Terror-Warnung?) nahmen wir unsere Stammplätze ein, bei denen uns schon bald einige vom Bunten Haufen Gesellschaft leisteten. Doch auch durch das Gemeinschaftserlebnis wurde der Abend nicht schöner. Eine gute Anfangsphase mit einigen Chancen der mittleren Kategorie und das Zwischenergebnis aus Offenbach (OFC – FCC zur Halbzeit 2:0) sorgten für gute Laune. Gegenüber dem sehr guten Ahlen-Kick hatte Pavel Dotchev die Mannschaft nur auf einer Position geändert. Für Robert Stark verteidigte Tom Bertram auf der linken Seite. Tom hat seinen Stammplatz in der Innenverteidigung an den erfahrenen Neuzugang Lars Heller verloren und Dotchev sucht für den talentierten U19-Nationalspieler einen neuen Platz im Team. Doch das Experiment ging total daneben. Tom spielte grauenvoll. Höhepunkt des Abends war sein lässiger Querpass am eigenen Strafraum zu Holst, der, so in Bedrängnis gebracht, den Osnabrücker Reichenberger (der in seiner Karriere auch schon größere Tage erlebt hatte) so unglücklich anschoss, dass der Ball vom Knie des VfL-Stürmers ins Tor flog. Wir hatten dieses hochalberne Tor gerade verdaut, da zappelte die Kugel schon wieder im Netz. Bertram konnte einen Osnabrücker nur unfair stoppen und den fälligen Freistoß köpfte Brunnemann ins eigene Tor. Auch Orle machte bei dem Tor keine gute Figur. Nach 30 Minuten 0:2. Und in Offenbach stand es nur noch 1:2. Dazu wurde den Osnasen auch noch ein aus meiner Sicht reguläres Tor wegen Abseits aberkannt. Es war ein trister Abend am Steigerwald. Denn kurz vor Ende der Halbzeit meldete das Handy das Ausgleichstor in Offenbach. *SING* Jena, Jena, Jena, diese Mannschaft kotzt uns an! *SING*

Nach der Pause (Stark ersetzte den völlig überforderten Bertram) bemühte sich RWE zwar, zurück ins Spiel zu kommen, doch die eingesetzten Mittel reichten nicht einmal ansatzweise aus. Eine bedingungslose Aufholjagd sieht anders aus. Leidenschaftlicher. Emotionaler. Willensstärker. Auch der schwache Schiri Gerber aus dem Sachsenland tat mit seiner kleinlichen Pfeiferei sein übriges. Und so plätscherte das Spiel in Halbzeit zwei so vor sich hin. Bis zur 83. Minute. Denn da schoss der für Brückner eingewechselte Cornelius den Anschlusstreffer. Glückwunsch zum ersten Tor im rot-weißen Dress. Leider war das an diesem Abend zu wenig, denn Schnetze und Cornelius scheiterten in der Schlussminute mit satten Schüssen am Osnabrücker Torwart. Statt dem erhofften Sturm an die Tabellenspitze gab es den Rückfall ins Mittelmaß. Und so blieb Christians Punkt der einzig gewonnene an diesem Abend.

05.08.2006

Regionalliga Nord 2006/07 - 1. Spieltag (05.08.2006)

FC ROT-WEISS ERFURT – BORUSSIA M'GLADBACH II 1:0 (1:0)

Vier quälende, fußballfreie Wochen haben endlich ein Ende. Am Samstag startete der FC Rot-Weiß mit einem Heimspiel gegen Mönchengladbachs U23-Team, dass seinen Namen im Gegensatz zu vielen anderen Amateur-Truppen auch (fast) verdient hat, in die Saison 2006/07. Neben 4300 anderen Fans, darunter ein für Reserve-Teams ordentlicher Fohlen-Mob, hatten sich auch die Zipfelmützen Chrischi, Christian, Marion und meine Wenigkeit im Steigerwaldstadion versammelt. Dem wegen der Erhöhung der Eintrittspreise erfolgten Boykott-Aufruf der Ultras, die das Spiel vor dem Eingangstor hinter der Anzeigetafel verfolgten, hatte sich kaum jemand angeschlossen. Die Lust auf RWE und die neue Saison war größer als der Frust über den einen Euro, den man nun mehr löhnen musste.

Vom Supersommer der letzten Wochen war nix mehr zu sehen, als das Team um kurz vor zwei, leider ohne A-Team-Musik *GRRRR*, den heiligen Rasen betrat. Der weiterhin akuten Geldnot zum Trotz hatten wir es wieder geschafft, dass elf Spieler das neue, schicke und selbstverständlich rote Trikot auf ihren Schultern trugen. Im Tor bleibt Dirk Orlishausen die Nr. 1. Konkurrent Ratajczak ließ seinen Frust darüber in der Bild-Zeitung ab und wurde von Trainer Dotchev daraufhin doch zum Stammkeeper befördert – allerdings in der zweiten Mannschaft. Im Gegensatz zu einigen Testspielen wirkte Orle sehr sicher und entschärfte auch die wenigen gefährlicheren Situationen der Gäste souverän. In der Viererkette ersetzte Robert Stark auf links den Verletzten Rico Kühne. Stark erledigte seinen Job genauso unauffällig wie Silvio Pätz auf rechts. Silvio ersetzte dort im Vergleich zur vergangenen Saison Alex Schnetzler, der zunächst im offensiven Mittelfeld benötigt wird. In der Innenverteidigung spielte neben dem zu Beginn des Spiels nicht immer souverän wirkenden Matthias Holst unser Neuzugang aus Oberhausen, der auf Grund seiner unglaublich blonden Haare kaum zu übersehende Lars Heller. Den stärksten Eindruck der Neuen hinterließ im defensiven Mittelfeld Thorsten Görke. Der Ex-Chemnitzer könnte der in der vergangenen Saison so oft vermisste Führungsspieler, der Kopf der Mannschaft, werden. Er dirigierte das Spiel, verteilte die Bälle, stand nach hinten sicher und setzte durch seine Freistöße und unheimlich langen Einwürfe (an dieser Stelle sei Rudi Zedi, auch „The Einwurf“ genannt, gegrüßt) auch in der Offensive viele Akzente. Die Außenpositionen im Mittelfeld hatte man vor dem Spiel eigentlich als eine Erfurter Stärke eingeschätzt, doch Björn Brunnemann auf rechts und der Wattenscheider Neuzugang Danny Cornelius auf links, der nicht annähernd an seine in den Testspielen gezeigten Leistungen anknüpfen konnte, hatten nicht ihren besten Tag erwischt. Im offensiven Mittelfeld sollte Alex Schnetzler für die tödlichen Pässe sorgen, doch leider scheint Schnetze auf der Position verschenkt. Über „seine rechte Seite“ war im letzten Jahr oft mehr von ihm zu sehen als heute im Kreativzentrum. Leider bietet sich für diese Position im Kader kein anderer an. Und Pavel Nedved und Alessandro Del Piero wollten um jeden Preis mit Juve in die zweite Liga. Im Sturm war Domi Kumbela der aktivere Mann. Unermüdlich zerrte der „Men in Black“ (der Will-Smith-Kracher wäre im Falle eines Torerfolges von Domi gespielt worden) an den Ketten, ackerte und rackerte, pflügte den Rasen um (nun aber genug der Floskeln, denn…), ein Tor gelang ihm allerdings mal wieder nicht (aber immerhin holte er den spielentscheidenden Elfmeter raus). Sollte Kumbela weiterhin so aggressiv spielen, könnte es für Fußballgott Ronny im Sturm eng werden, wenn der zur Zeit noch verletzte Ex-Paderborner Albert Bunjaku Ende August wieder fit ist.

Zum Spiel: Das Match begann äußerst unterhaltsam, RWE machte sofort Druck, besaß einige gute Chancen, die jedoch alle vergeben wurden. Nach 16 Minuten stand Dominik Kumbela dem Gladbacher Knoche solange auf denselbigen, bis er den Ball hatte, in den Strafraum eindrang und gehalten wurde. Es gab den vollkommen berechtigten Elfmeterpfiff des ansonsten überwiegend nervigen, weil kleinlich pfeifenden und in der Verteilung gelber Karten ohne einheitliche Linie vorgehenden Schiris Lupp aus Waldstadt. Thorsten Görke verwandelte den Elfer souverän. Im Moment als er antrat, machte ich mir ob seiner Erfahrung keine Sorgen, dass er den machen würde. Erst hinterher erfuhr ich, dass er in der Vorbereitung zwei Elfer daneben gesetzt hatte… Fazit: Ich gucke zu wenige Vorbereitungsspiele! ;-) Nach etwa einer halben Stunde ließ RWE die Zügel etwas schleifen und die Fohlen kamen etwas besser ins Spiel. Dabei wurde unsere Innenverteidigung einmal böse überlaufen, Orle machte den Fehler allerdings wett und so ging es mit einer knappen Führung in die Kabinen.

In der Pause staunte ich nicht schlecht, als schon wieder ein Cabrio mit einem Hochzeitspaar vor der Haupttribüne parkte. Diesmal gaben sich Nancy und Mütze (der hieß wirklich so!) das Ja-Wort. Alles Gute unbekannterweise! Allerdings sollten die Verantwortlichen aufpassen, dass dieses Dauer-Geheirate in der Halbzeit nicht zur Klamotte verkommt.

Nach dem Wechsel passierte dann nix mehr. Sieht man es positiv, könnte man sagen, dass wir den knappen Vorsprung im Stile einer (italienischen) Weltklassemannschaft locker und souverän über die Zeit schaukelten. Lediglich Alexander Schnetzler sorgte mit einem geilen Fallrückzieher, den der nicht immer souveräne Fohlen-Keeper aus dem Eck fischte, für Unterhaltung. Ansonsten konnte ich mich komplett auf den in Halbzeit zwei plötzlich neben mir stehenden Herren und seinen bedauernswerten Sohn konzentrieren. Irgendwie wirkten die beiden auf mich wie das Paradebeispiel für die gescheiterte Familienpolitik in Deutschland. Der ordentlich alkoholisierte Daddy versuchte, wenn er nicht grad sinnfrei dichtete (*SING* „Ohne Schiri… Hicks… könnt ihr… Hicks… nicht gewinnen“ *SING*), verzweifelt die Fangesänge mitzulallen. Ehe er allerdings verstanden hatte, welches Lied von der Masse gerade zum Besten gegeben wurde und er vollkommen enthemmt los legen wollte, war es schon wieder zu spät: Die Kurve war fertig. Ein göttlicher Spaß! Das Spiel besaß dagegen nun null Unterhaltungswert. Es passierte nix mehr. Ein paar Auswechslungen hüben und drüben, die Fallrückzieher-Vorbereitungs-Flanke des eingewechselten Müller auf Schnetzler und schon war das erste Spiel rum. Sieg. Zu Null gespielt. Tabellensechster. Die RWE-Welt ist in Ordnung. Aber noch steigerungsfähig.

Nach dem Spiel streikte dann mal wieder der Megane, allerdings nicht meiner (was ihr jetzt schon wieder alle gedacht habt ;-)), sondern der vom Herrn Schulz. Batterie tot. Aber es dauerte nur einen Wattenscheid-Gedächtnis-Regenguss und schon hatte der herbeigerufene ADAC-Mensch die Kiste wieder in Gang gesetzt. Und so kann auch der Herr Schulz am Freitag zum nächsten Heimspiel gegen Osnabrück wieder anreisen. Bis denn dann!

20.05.2006

Regionalliga Nord 2005/06 - 37. Spieltag (20.05.2006)

SG WATTENSCHEID 09 - FC ROT-WEISS ERFURT 1:5 (0:3)

Dieser Bericht ist meiner Freundin Marion gewidmet, ohne deren Verständnis es diese Fahrt niemals gegeben hätte.

Samstag morgen. Acht Uhr. Der Beverly Hills Cop weckt mich ziemlich unsanft. Der Tag der Entscheidung ist gekommen. Wattenscheid gegen Erfurt. Die oder wir. Der ultimative Kampf um den Klassenerhalt. Die Mutter aller Spiele.

Auf der Fahrt in den Ruhrpott peitscht der stürmische Wind einen Regenschauer nach dem anderen über das Land. Einen Samstagmorgen im Mai stellt man sich anders vor. Doch irgendwie passt dieses graue Wetter, diese düstere Stimmung, zu diesem Spiel. Je näher wir unserem Ziel kommen, umso heftiger wird der Wind. Wir sind nicht die einzigen RWE-Fans, die sich auf den Weg nach Wattenscheid gemacht haben. Kurz vor Soest holen wir die ersten der Fanbusse ein. Und stehen plötzlich. Stau! Ein nervöser Blick zur Uhr folgt. Wieviel Stau können wir uns erlauben? Warum stehen wir eigentlich? Sprengen die unzähligen RWE-Fans die Kapazität der A 44? Nein, ein Laster hat den Kampf gegen die Naturgewalten verloren. Der Sturm hat ihn umgerissen. Der ganze schöne Eistee, der da nun auf der Autobahn liegt. Doch bald geht es weiter. Wir erreichen Dortmund. Überall begegnen wir schon der WM. Transparente. Schilder. Fahnen. Und das Westfalenstadion. Doch an die WM mag ich noch nicht denken. Dortmund und die WM sind die Zukunft. Die Gegenwart heißt Wattenscheid. Und ist gar nicht mehr so weit weg. Kurze Pinkelpause bei Mc Donalds in Dortmund und weiter gehts. Kreuz Bochum. Wattenscheid-West. Und runter von der Autobahn. Der Bochumer Stadtteil schien fest in RWE-Hand. NDH. GTH. UH. EF. Überall vertraute Autokennzeichen. Nun aber ab ins Stadion. Es ist kurz vor halb zwei.

Auf dem Weg ins Stadion sieht man endlich auch mal ein paar 09-Fans. Und zwei Knirpse. Die verkaufen den "09er", das örtliche Stadionmagazin. An dieser Stelle möchte ich mich direkt bei dem netten Herren mittleren Alters bedanken, der mir einfach so den 09er sponsort. "Gebt dem Jungen datt mal aus" sagt er zu den zwei Knirpsen, die die Hefte vertickern, reicht ihnen zwei Euro und drückt mir eines der beiden Hefte in die Hand. Fand ich sehr nett. :-)

Als wir im Gästeblock eintreffen, ist dieser bereits ordentlich gefüllt. Dennoch bin ich mir sicher, dass die ganzen Busladungen noch fehlen. Das sind noch nicht die angekündigten 1000 RWE-Fans hier. Und tatsächlich, der Stadionsprecher verkündet, dass das Spiel 15 Minuten später angepfiffen wird. Die Busse aus Erfurt sind noch nicht da. Apropos Stadionsprecher. Der war irgendwie niedlich. Und eigentlich ganz nett. Mehrfach begrüßte er ganz artig die Gästefans und wünschte ein schönes Spiel (Danke, das hatten wir!). Doch ganz auf der Höhe schien der Mann nicht zu sein. Bei der Verlesung der Namen unserer elf Götter kündigte er unsere Nummer 13 doch tatsächlich als Alexandra Schnetzler an. Konnten wir darüber noch schmunzeln, war dann aber endgültig Schluß mit lustig. Der Kollege mit dem Mikrofon lud uns ein, doch einmal die örtliche Bratwurst zu probieren, die ja "die beste der ganzen Liga" sei. Okay, das kann er den Fans jeder Mannschaft erzählen. Aber doch nicht uns, die wir aus Bratwurst-Country kommen. Jaja, so war er, der Stadionsprecher. Hatte ja dann auch im Spiel nicht viel zu lachen. Ich aber vor dem Match auch nicht. Denn mal ganz ehrlich, ihr lieben 09-Fans. Euer Vereinslied und diese Ruhrpott-Hymne (Zitat: "Bei uns im Ruhrgebiet, von Duisburg bis nach Herne, da sind die Mädchen süß, die küsst man gerne...") erinnern ja ganz schlimm an die Volkstümliche Hitparade oder den Musikantenstadl. Bitte fleißig Schunkeln! Aber wer denkt denn da an Fußball? Gott sei Dank ging dann das Spiel los. Bevor hier noch die Wildecker Herzbuben oder die Original Egerländer aufgespielt hätten...

Im insgesamt recht hübschen Lohrheide-Stadion verloren sich etwa 2500 Zuschauer. Eintausend davon standen im Gästeblock. Der 09-Mob mit den Ultras Wattenscheid hatte sich auf der kleinen Tribüne hinter den Trainerbänken versammelt. Dagegen herrschte auf der schmucken Gegentribüne gähnende Leere. Hier verloren sich nur wenige Fans, um die SG bei diesem Abstiegsendspiel zu unterstützen. Mein Freund, der Stadionsprecher bemerkte dazu treffend: "Wir sind wenige, aber wir sind geil." Sollte man dies wortwörtlich nehmen? Dann bin ich ja froh, weit weg von denen im Gästeblock zu sein... Die 09-Fans hatten ihren größten Auftritt (bei dem späteren Spielverlauf nicht verwunderlich) beim Einlauf der Teams. Mit Hilfe einer netten kleinen Choreo (Staatsmacht der Bremer - charakterlose Schläger) brachten sie vermutlich ihren Unmut über die Bremer Polizei zum Ausdruck. Ich fragte mich, was da letzte Woche wohl vorgefallen war. In den ersten zehn Minuten des Spiels hatte ich auch alle Zeit der Welt zu überlegen. Denn das Match begann ziemlich ruhig. Erst nach neun Minuten die erste Chance für die SG 09, doch an der schönen Hereingabe rutscht Katriniok vorbei.

Und was dann geschah, kann man in Worten eigentlich gar nicht ausdrücken. Es sollte das geilste Auswärtsspiel werden, was ich je erlebt hatte. Schweinfurt, Karlsruhe, Offenbach... Nein, nichts dergleichen hatte ich auf Reisen zuvor gesehen. Zehnte Minute. Eine schöne Flanke von Kumbela köpft die 09-Abwehr genau vor die Füße von Schnetzler. Und Alex ledert den Ball aus 25 Metern flach ins linke Eck. Tooooooooooor! Ein geiler Auftakt. Zehn Minuten später. Pass von Kühne auf David. Der stürmt alleine auf das 09-Tor zu. Schuß. 2:0. Tooooooooor! Zeit für den Stadionsprecher. Der erinnerte die fassungslosen Heimfans daran, was so ein 2:0-Vorsprung wert sein kann (Wattenscheid hatte vor 14 Tagen eine 2:0-Führung gegen die HSV-Reserve noch vergeigt und 2:4 verloren). Deswegen am besten gleich nachlegen. Und da heute einfach alles gelang, klappte auch das. 37. Minute. Foul an Six. Freistoß Kühne von der Strafraumgrenze. Tooooooooooooooor! 3:0. Wieder flach ins linke Eck. In die Torwartecke. Torwartfehler. Scheiß egal. Party. Mit feinster Feuerwerkstechnik feierte die rot-weiße Kurve die Galavorstellung ihrer Jungs. Unvergesslich wurde dieser Fußballnachmittag aber auch durch das Wetter. Die 09er hatten den örtlichen Wettergot mit ihrem laschen Gekicke wohl so erzürnt, dass der erstmal einen Gewittersturm über die Lohrheide schickte. Platzregen. Sturmböen. Blitze. Donner. Es herrschte Endzeitstimmung. Gott sei Dank aber nur auf Seiten der Gastgeber. Denn obwohl wir durch das Unwetter so ziemlich alle durch bis auf die Haut waren, konnte die Stimmung nicht besser sein. Vor der Pause sogar fast noch das 4:0, doch Kumbela nagelt den Ball an die Querlatte.

In der Pause wollten Marion und ich mal die "leckerste Wurst der Liga" probieren, doch da gab es ein Problem. In seiner Begeisterung über seine supertolle Bratwurst hatte der einheimische Bratwurstbrater die Brötchen vergessen. Die waren schon zur Pause alle. Aber mittlerweile war mir heute ja eigentlich alles egal. 3:0. Zur Pause. Nicht zu glauben.

Die zweite Halbzeit ist schnell erzählt. Das Unwetter zog davon. Auf dem Platz stand soviel Wasser wie auf einem indonesischen Reisfeld. Unsere Jungs rackerten hervorragend und überstanden auch eine allerdings relativ harmlose Wattenscheider Druckphase, in deren Höhepunkt Holst einen Ball kurz vor der Torlinie wegschlagen musste. Ansonsten kam von Wattenscheid nix. RWE gelang dagegen fast alles. Kumbela erkämpft sich sensationell einen verlorenen Ball zurück und über Ronny und Schnetze gelangt der Ball zu Brunnemann, der sich trocken mit dem 4:0 bedankt. Das 5:0 von David nach Kühne-Flanke fiel begleitet von fröhlichem Liedgut ("Die Liebe zu einem Club", "Oh wie ist das schön", "Erfurt ist der geilste Club der Welt"), dass die überglücklichen RWE-Fans nun pausenlos zum Besten gaben. Das 1:5 kurz vor Schluß interessierte keinen mehr. Die Laune war so gut, dass sich auch die örtliche Polizei den Feierlichkeiten nicht entziehen wollte und kurz vor Schluß einige Wachtmeister in den Block entsandte um dem hemmungslosen Abbrennen von Pyrotechnik Einhalt zu gebieten. Als auch noch die Kunde der Niederlage von Münster die Runde machte, war der Nachmittag perfekt. Das unsere Freunde von der Saale trotz einer von uns stürmisch gefeierten 2:3-Niederlage gegen Düsseldorf nun vorübergehend in der 2. Liga spielen... Was soll's. An so einem grandiosen Tag sieht man über einen solch kleinen Schönheitsfleck gerne hinweg.



03.12.2005

Winter erfahren

Freitag mittag. Seit anderthalb Wochen war ich nicht mehr auf dem Rad. Temperaturen um die null Grad und Schnee/Regenschauer haben meine Motivation mich mit dem Rad ins Freie zu begeben auf den Tiefpunkt sinken lassen. Heute Nacht hat es wieder etwas geschneit, das Thermometer zeigt knapp -1 Grad. Die frische Schneedecke lockt an die frische Luft....wenn ich mich jetzt nicht überwinde werde ich wohl den ganzen Winter das Fahrrad im Keller stehen lassen. Also schnell rein in die Klamotten bevor der innere Schweinehund wieder die Oberhand gewinnt.

Nun steh ich also mit dem Rad vor der Haustür und der eisige Wind lässt mich ernsthaft überlegen das Bike wieder in den Keller zu bringen. Ach was, ich will mich nicht umsonst mit den 3 dicken Paar Socken in die dafür zu engen Radschuhe gequetscht haben....also auf gehts. Erstmal auf Asphalt raus aus der Stadt. Die Finger frieren in den kurzen Radhandschuhen und das vom Vorderrad aufgewirbelte Dreckwasser von der Straße spritzt mir genau ins Gesicht, es wird Zeit das ich Schnee unter die Reifen bekomme sonst brech ich gleich ab.

Einen Kilometer später kann ich die Straße endlich verlassen und meine Reifenspuren in den noch unberührten Schnee auf einem Feldweg pressen, der Puls geht langsam nach oben und somit frieren die Finger auch nicht mehr. Der frische Schnee knirscht unter den Reifen und der Wind lässt hier auch nach, genau deswegen wollte ich doch raus, alle Gedanken ans Abbrechen verfliegen sofort. Als ich dann auf einen Waldweg biege zeigen sich die Tücken des Schnees. Unterhalb der Schneedecke verstecken sich tiefe Spurrillen und mein Bike versucht mich abzuwerfen wie ein bockiger Gaul seinen Reiter. Zum Glück konnte ich mich immer noch rechtzeitig retten, nur einmal musste ich in den Schnee der Böschung neben mir greifen.

Jetzt noch einen steilen Asphaltanstieg meistern und es geht endlich richtig in den Wald. Die Schneedecke am Anstieg ist festgefahren und dementsprechend recht rutschig, meine Bereifung ist alles andere als grobstollig, also nehme ich mir vor die ganz kleinen Gänge zu meiden. Tja, die Rechnung habe ich ohne meine Oberschenkel gemacht, schneller als ich zuschauen kann wandert die Kette immer weiter nach links, bis die Reifen irgendwann keinen Halt mehr finden. Also absteigen und hochschieben. Schon nach 10 Schritten hat sich unter den Ballen der Schuhe ein großer Schneeklumpen gebildet der das Laufen annähernd unmöglich macht. Gerade als das kräftige Aufstampfen nach ein paar Schritten um die Schneeklumpen wieder loszuwerden zur Routine wird bemerke ich hinter mir einen LKW den Berg hochkommen. Der Weg ist so schmal das dieser nicht an mir vorbeipasst und wenn der wegen mir erstmal anhalten muss dann kommt der am schneebedeckten Hang nicht wieder in die Gänge. Toll, nun auch noch den Berg hochrennen bis zur nächsten breiteren Stelle, so hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Zum Lohn darf ich jetzt durch den wunderschön verschneiten Wald fahren, der Schwalbenstein bricht zu meiner Rechten durch den Schnee und kurz vor dem Schöffenhaus huscht ein Eichhörnchen kurz vor mir über den Weg. Hier muss ich mich auch entscheiden wie ich die Abfahrt nach Manebach fahre, auf Asphalt direkt hinunter oder einen für Fahrräder verbotenen schmalen Wanderweg am Waldrand entlang. Auf dem Wanderweg ist nicht eine einzige Fußspur im Schnee zu entdecken, also werden schon keine Wanderer unterwegs sein...also dort lang, ist eh viel schöner als der Asphaltweg. Hier kann man nämlich die wunderbare Aussicht über Manebach hinweg auf den Kickelhahn genießen, schnell noch ein Foto gemacht und da zeigen sich auch schon die Nachteile der schönen Aussicht. Durch die fehlenden Bäume konnte der Wind ungehindert den Schnee der darunterliegenden Wiesen auf dem Weg verteilen, ich muss wieder absteigen un kämpfe mich durch kniehohe Schneeverwehungen. Aber der Baumbestand wird wieder dichter und der Weg schlängelt sich jetzt wieder befahrbar mitten hindurch. Ich bin total alleine mitten in dieser wundervollen Winteridylle und fühle mich wie im Märchenwald aus Kinderzeiten, wenn jetzt noch Hänsel und Gretel meinen Weg kreuzen ist das Bild perfekt. Aber auch dieses schöne Waldstück hat irgendwann ein Ende und ich muss über die Wiesen hinab nach Manebach.

Bei schönem Wetter heisst es hier "Wer bremst verliert", jetzt hänge ich aber dauerhaft an der Bremse und als weiter unten auf der Abfahrt der Belag zu Kopfsteinpflaster wechselt erwarte ich jeden moment den Sturz, aber auch das überstehe ich und begebe mich auf dem Ilmradweg nach Ilmenau zurück, hier treffe ich noch einen anderen verrückten Biker und wir ziehen parallel unsere Spuren in den auch hier noch unberührten Schnee. In Ilmenau angekommen muss ich dann aber entscheiden meine normalerweise noch weiter um Ilmenau herumführende Tour drastisch zu verkürzen denn meine Füße vermelden den nahenden Erfrierungstod, also quer durch den Ort zurück nach hause. Hier kann ich auch endlich wieder mein großes Kettenblatt nutzen, ich hatte schon Angst das das Rost ansetzt. Im Schnee war ich meistens nur auf dem kleinsten Blatt unterwegs. Zu Hause angekommen freuten sich meine Füße auf ein heißes Bad und ich weiß jetzt das mich zukünftig Kälte und Schnee sicher nicht mehr vom Biken abhalten werden, denn selten hatte ich trotz aller Wiedrigkeiten dabei so viel Spaß wie heute.





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01.07.2004

Die Zipfelmützen bei der EURO 2004

Die Anreise nach Portugal

Es ist Samstag der 12. Juni 2004. Um vier Uhr in der Nacht begann für Björn, David und Herrn Schulz sowie unseren vierten Mann René dass größte aller bisherigen Zipfelmützen-Abenteuer. René? Wer ist überhaupt René? René stammt aus dem Freundeskreis von David und ersetzte unseren Chrischi, der wegen der während der EURO 2004 anstehenden Zwischenprüfungen die Tour nach Portugal kurzfristig absagen musste. Fieberhaft begann daraufhin die Suche nach einem Ersatzmann und schließlich war es David der fündig wurde. Und aus dem Ersatzmann wurde ein Volltreffer. Einen, den Björn und Christian bis zu diesen Morgenstunden des 12.06. überhaupt nicht kannten. Doch das war überhaupt kein Problem. Denn René passte einfach wunderbar in unsere Gruppe. Und schon ging es los… Vier Jungs, ein bis unter die Decke beladenes Auto und jede Menge gute Laune.

Wir hatten die Fahrstrecke in vier Teile gegliedert. Deutschland und Lothringen fuhr Björn, von Metz über Paris nach Poitiers steuerte David, die Nachtroute über Bordeaux und das Baskenland bis nach Zentralspanien übernahm Christian und der letzte Teil, durch Nordwestspanien und Portugal war für René vorgesehen.

Die Autobahnkilometer in Deutschland vergingen wie im Flug. Die Piste war frei und so ließen wir mit Eisenach, Gießen, Frankfurt, Mainz, Kaiserslautern und Saarbrücken Stadt für Stadt hinter uns. Allerdings nicht ohne uns sportlich zu betätigen. Wie vom ADAC empfohlen nutzen wir die Pausen zur Leibesertüchtigung. Aber natürlich nicht die übliche 08/15 Gymnastik. Stattdessen flog auf einem einsamen Autobahnparkplatz im Donnersbergkreis (Ja, den gibt’s wirklich!) das Bällchen hin und her. Diese Art Pausensport wurde später dann auch in Frankreich und Spanien fortgesetzt.

Kaum hatten waren wir die deutsch-französische Grenze passiert, wurden wir mit der für deutsche Landstraßen-Kapitäne völlig ungewohnten europäischen Unart namens „Mautstation“ konfrontiert. Wir zogen Ticket um Ticket, wir bezahlten Euro für Euro. Später, an der spanischen Grenze sollten wir bei ca. 85 Euro aufhören, die Kohle zu zählen.

Nach einem Tankstopp in Metz sowie dem planmäßigen Fahrertausch in Verdun erreichten wir mit David am Steuer Paris. Von Eiffelturm, Louvre und Co. sieht man auf der Autobahn leider überhaupt nichts. Stattdessen wartete der erste Stau unserer Tour auf uns. Obwohl wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, dass es auch der letzte Stau war, konnte auch der plötzliche Stillstand unsere stündlich wachsende Vorfreude auf Portugal nicht bremsen – im Gegenteil: nur im Stau kann man den tatsächlich überaus hübschen Französinnen auch mal genauer in die Augen schauen.

Die A 10 schien endlos. Kilometer um Kilometer ging es immer geradeaus gen Süden. Orleans. Tours. Es wurde wärmer und wärmer. Die Sonne brannte vom wolkenlosen Himmel. Der Asphalt glüte. Im inneren des Wagens tat die nicht vorhandene Klimaanlage ihr übriges. Endlich, es war gegen 16.00 Uhr erreichten wir Poitiers. Es war Halbzeit. Über 1200 km lagen hinter uns. Zeit für die große Pause.

Poitiers ist eine schöne Stadt mit einem malerischen Altstadtkern. Die Menschen genossen den Sommer in den Straßencafes. Hier begann für uns die EURO 2004. Ein perfekter Platz. In einer netten Brasserie verfolgten wir das Eröffnungsspiel zwischen Portugal und Griechenland. An diesem Samstag waren die Franzosen um uns herum noch sichtlich darüber amüsiert, dass sich der hellenische Underdog gegen den Favoriten Portugal durchsetzte. In 13 Tagen, wenn wir wieder hier sein werden, wird dies ganz anders sein. Nachdem wir auch den spanischen Sieg gegen Russland erlebt hatten, verließen wir Poitiers um kurz vor elf. Christian saß mittlerweile am Steuer. Der erste Tag war fast geschafft. Portugal rief. Von Minute zu Minute lauter.

Leider verhüllte die Dunkelheit nun die Schönheiten der südfranzösischen Landschaft. Die beeindruckenden, endlos scheinenden Wälder, die „Foret des Landes“ sollten wir erst auf der Rückfahrt zu sehen bekommen. Das war insbesondere für Björn schade, denn bei ihm wollte es mit dem einschlafen gar nicht so recht klappen.

An der französisch-spanischen Grenze waren dann alle wieder wach. Denn zu unserer Überraschung wurde das Schengen-Abkommen nicht erst an der portugiesischen Grenze außer Kraft gesetzt, sondern bereits hier. Passkontrolle. Da wir vier brave Jungs sind, durften wir die iberische Halbinsel erobern. Kaum in Spanien angekommen, erfreuten wir uns an den paradiesischen Benzinpreisen. Einmal voll tanken bitte. Christian, David und Rene legten noch einen nächtlichen Imbiss ein. Björn waren die spanischen Automaten-Sandwiches dagegen nicht geheuer.

Das Bild links und rechts der Autobahn wandelte sich in Spanien zunächst stark. Irun, San Sebastian, Vitoria Gasteiz. Stadt reihte sich an Stadt. Die Lichter der Häuser und Straßenlaternen bildeten einen Gegensatz zum ländlichen Frankreich. Und auch die Streckenführung war nun anders. Es ging auf und ab. Kurve reihte sich an Kurve. Die Tunnel wirkten für einen Bauordnungsgeschädigten Deutschen teilweise abenteuerlich eng. Man hatte das Gefühl, auf einer Achterbahn unterwegs zu sein. Wie wild die Basken die Autobahn durch ihr bergiges Land gebaut hatten sollten wir auch erst auf der Rückfahrt sehen. Denn noch war tiefe Nacht. David nutzte diese am besten. Er schlief und schlief und schlief. Doch dies sollten wir schon bald zu schätzen wissen.

Vor Burgos gab es den letzten Fahrerwechsel. Es war zwischen vier und fünf, wir waren also nun 24 Stunden unterwegs. René klemmte sich recht verschlafen hinter das Steuer. Doch dort blieb er nicht lange. Nach einer guten Stunde musste Björn wieder übernehmen. René hatte die Nacht nicht gut geschlafen. Er war hundemüde. Langsam begann der Sonntag zu erwachen. Zum ersten Mal zeigte sich uns nun die spanische Landschaft. Allerdings gab es in Zentralspanien nicht viel zu sehen. Obwohl es heller und heller wurde. Die Landschaft war eintönig. Ebenes, staubtrockenes Grasland so weit das Auge reichte. Die Landstraße führte endlos geradeaus. Menschen sahen wir kilometerweit nicht. Nur ab und an passierten wir ein Dorf. Aber auch dort herrschte die große Leere. Kurz vor der Rückkehr auf die Autobahn tauchte mitten im Nichts eine Tankstelle auf. Mit Händen und Füssen bestellten wir uns frische Sandwiches. Diesmal griff auch Björn zu. So ein Sonntag muss schließlich mit einem zünftigen Frühstück begonnen werden.

Auch die Sandwiches halfen aber nichts. Auch Björn konnte die Augen nicht dauerhaft offen halten. Und nun kam David ins Spiel. Mein Gott waren wir dankbar, dass er die Nacht über so vorzüglich geschlafen hatte.

David steuerte uns über die A 52 nach Portugal. Überraschenderweise gab es an der spanisch-portugiesischen Grenze keinerlei Kontrollen. Im Gegenteil - wie fast überall in der EU bekam man von einer Staatsgrenze sehr wenig mit. Plötzlich waren wir im gelobten Land. Portugal hier sind wir!

Je näher wir unserem Zielgebiet kamen, umso enger wurden die Landstraßen. Der absolute Gegensatz zur spanischen Einöde. Eine abwechslungsreiche Berg- und Talfahrt durch beeindruckende Landschaften. Majestätische Berge. Wunderschöne Täler. Und schon bald lernten wir die ungeschriebenen Gesetze im portugiesischen Straßenverkehr kennen. Enge Kurven werden nicht vorsichtig sondern laut angefahren. Wer hupt, hat Vorfahrt.

Sehr kompliziert gestaltete sich die Suche unseres Feriengutes. Hier waren wir auf die Hilfe unserer portugiesischen Gastgeber angewiesen. Zwar konnten uns viele nicht weiterhelfen, aber jeder war auf teilweise unnachahmliche Weise bemüht, die Zipfelmützen zu ihrem Quartier zu lotsen. Ein besonders besorgter Einheimischer fuhr sogar fast eine halbe Stunde als Lotse vor uns her. Um am Ende aber schließlich auch zu fragen…  Den entscheidenden Tipp bekamen wir erst, als wir schon ganz nah am Ziel waren. Doch dann waren hatten wir es geschafft. Porto Manso. Casa di Torre. Fast 2500 km. Über 30 Stunden. Doch wir sollten in den kommenden Tagen für die Mühen reichlich entschädigt werden.

01.01.2004

Zipfelmützen Mitglieder


Björn
Christian "Chrischi"
Christian "Schulzi"
David
René "Coyote"

Zipfelmütze David

David ist die besondere Zipfelmütze. Aus mehreren Gründen. Als einziger jagte er aktiv in einem Verein dem Fußball hinterher. Egal ob beim SV Pfiffelbach, bei Eichwald Sulzbach oder Donnerstags auf dem Hallenparkett: der kleine David ist ein echter Torjäger. Doch seine Leidenschaft für Tore und Torjäger zeigt sich auch auf der statistischen Ebene. Niemand zählt mit größerem Interesse die Tore, die jedes Wochenende von Europas Top-Fußballern in allen Ligen Europas erzielt werden. Habt ihr Fragen zu Torschützenlisten? Dann meldet Euch bei David. Er kann euch sicher auch sagen, wer beim EM-Spiel Schweden-Bulgarien die fünf Buden für die Skandinavier markiert hat. Hundertprozentig!

Das breite Fachwissen erwirbt David am liebsten vor Ort in den Stadien. Champions League in Dortmund (ja, das gab es tatsächlich mal :-)), UEFA-Cup in München, Bundesliga in Mainz und Schalke, DFB-Pokal in Frankfurt, die Euro 2004 in Portugal und die WM 2006 in Deutschland. David hat schon einiges gesehen, natürlich auch dank seiner Begeisterung für den FC RWE. Neben zahlreichen Heimspielen begleitete David seine Rot-Weißen auch nach Frankfurt oder ins Münchner Olympiastadion.

In letzter Zeit, und damit sind wir wieder bei den Besonderheiten, hat David für den FC RWE nicht mehr so viel Zeit. Kein Wunder, ist er doch nicht nur die erste verheiratete Zipfelmütze sondern auch stolzer Papa des kleinen Tobias. Dazu kommt, dass er als mittlerweile einzige Zipfelmütze außerhalb Thüringens wohnt und jedes Heimspiel für ihn ein Auswärtsspiel ist.

David ist der gelebte Frohsinn. Sein Gesicht wird eigentlich immer von einem Lächeln geziert. Selbst in frühesten Morgenstunden verbreitet David seine gute Laune im Büro. Neben seiner dazu passenden Leidenschaft für die Comicwälzer von Micky Maus & Co. puzzelt er gerne. Natürlich nur die besonderen, die großen Puzzle. Eben eine ganz besondere Zipfelmütze, unser David.

Zipfelmütze Schulzi

Professor Christian ist der Globetrotter unter den Zipfelmützen. Kein Land der Erde, kein Kontinent ist vor ihm sicher. Ob Thailand, Kanada oder Ägypten. Christian war einfach schon überall. Auch im berühmten Deutschen Nationaltheater in Weimar. Aber das ist eine andere Geschichte... Selbstredend war er auch bei den großen Zipfelmützen-Urlauben in Portugal, an der Müritz und in der Schweiz mit am Start.

Den Beinamen „Professor“ hat wohl keine andere Zipfelmütze so sehr verdient wie er. Sollte jemand mal für „Wer wird Millionär“ einen Telefonjoker brauchen, ist Christian (Spezial-Themengebiete: Tiere und Mythologie) der absolut richtige Mann. Außerdem ist er Experte für weibliche Schauspiel-Schönheiten. Christian hat einfach jeden Namen parat.

Aus unerklärlichen Gründen wurde Christian in Halle geboren. Okay, es gibt schrecklichere Städte an der Saale, aber trotzdem wird er mit diesem schwarzen Fleck in seiner Biographie von den anderen Mützen gerne aufgezogen. Groß geworden ist Christian im Hainich. Er wohnt im schönen Eigenrieden, welches, und darauf wird hier ausdrücklich hingewiesen, NICHT zum Eichsfeld gehört. Auf nichts anderes legt Christian mehr wert, als auf diese Feststellung.

Anhand der Tatsache dass Christian neben dem FC Rot-Weiß auch Bayer Leverkusen glühend verehrt, kann der Experte erkennen, dass er es ohne den björnschen Virus zum Fußball-Fan gebracht hat. Seit dem UEFA-Cup-Triumph 1988 vergöttert Christian die Bayer 04-Elf. Daran konnte auch das Jahr nichts ändern, in dem Bayer 04 den Beinamen „Vizekusen“ bekam. Dreimal auf Platz 2. Dreimal knapp geschlagen. Als auch der Champions League-Titel im Finale verloren ging, schämte sich Christian seiner Tränen nicht. Das ist wahre Liebe zu seinem Verein.

Christian ist auch eine sportliche Zipfelmütze. Früher wirkte er als Tischtennis-As in den Mühlhäuser Kreisligen, heute träumt er davon, den Rennsteig mit Björn komplett zu bezwingen. Eine wichtige Rolle füllt Christian als Begleitwagen-Fahrer bei längeren Radtouren aus. Ohne ihn wäre die Ilm-Oder-Tour so nicht möglich gewesen. Sein bestes „Sportgerät“ ist aber zweifelsohne seine spitze Zunge. Keiner bringt die Dinge mit einem Satz so genau auf den Punkt wie er. Sätze wie „Energie – würd ich sagen!“, „Ich bin nicht reizbar“ (auf den nach einer erneuten Leverkusener Niederlage in München ein Wutausbruch folgte, von dem an der FH Gotha heute noch gesprochen wird) oder „Ich sag jetzt gar nichts mehr“ besitzen in seinem Freundeskreis Legendenstatus. Auf diese Art und Weise mutiert Christian immer wieder zum gern zum Advocatus Diaboli und zeigt jedem kurz und knapp auf unnachahmliche, aber immer sympathische Art und Weise seine Schwächen und Fehler auf.

Zipfelmütze Chrischi

Christian ist die Techniker-Zipfelmütze. Keiner kennt sich in Computer- und Internet-Fragen besser aus als er. Logisch, dass er auch der Vater unseres Internet-Auftritts ist.

Geboren und aufgewachsen ist Christian an der Oder. In Schwedt. Dort wo die Erdöl-Leitung aus Russland endet. Da Christian aber in der Computer-Branche höhere Zukunftsperspektiven als auf dem Öl-Markt sah, verschlug es ihn nach dem Abi nach Ilmenau. Und was macht man in Ilmenau? Studieren. Informatik. Der angenehme Nebeneffekt des ganzen: nach 20 Jahren Fern-Freundschaft, deren Ursprünge auf die gemeinsame Ausbildung der Mütter in Berlin zurückgeht, waren Christian und Björn endlich vereint.

Am Abend trifft man Christian oft in der „Hummel“ in Stadtilm. In diesem netten Cafe im 50er-Stil verdient Christian als Spätschicht-Einzelkämpfer und Dumpinglohn-Empfänger einige Euros dazu.

Sportlich setzte Christian in jungen Jahren ausschließlich auf die Eleganz und verschrieb sich dem Turnier-Tanzsport. Auf dem Höhepunkt der Karriere wurde er in seiner Klasse Brandenburger Landesmeister. Auch in Ilmenau blieb er dem Tanzsport treu. Und schwebt mit der Sächsin Manja über die Tanzflächen der Republik.

Christians Interesse für Fußball hat (natürlich) Björn geweckt. Doch schnell war auch Christian Feuer und Flamme für den RWE. Am liebsten denkt Christian an die beiden Auswärtsfahrten nach Schweinfurt. Egal ob der musikalisch gesuchte Weihnachtsmarkt (2000) oder der unfreundliche und dementsprechend verprügelte Ordner (2002), in Schweinfurt war immer was los. Den vorläufigen Höhepunkt erlebte Christians RWE-Karriere aber in Saarbrücken, als zwei ebenfalls mitgereiste Fans ein Hoch auf Christians Oma anstimmten. Das hat sich die Oma auch redlich verdient. Schließlich ist sie die Erfinderin und Produzentin unseres Wahrzeichens: der weiß-rot-gestreiften Zipfelmütze. It’s not a trick, it’s „Made in Schwedt“.

Auch das Fahrrad ließ Christian lange unbeachtet im Keller stehen. Erst die Ilm-Oder-Tour erweckte neue Leidenschaften. Nun vergeht kaum ein Tag, an dem Christian nicht in der Ilmenauer Bergwelt unterwegs ist, um neue Strecken zu entdecken. Das Terrain ist nahezu ideal für ihn. Während Björn sich auf befestigten Wegen am wohlsten fühlt, ist Christian unser Mann für das Gelände. Kein Weg ist zu uneben, kein Berg ist zu steil. Egal ob auf Fuerteventura, Rhodos oder in Südtirol. Überall war Chrischi schon auf zwei Rädern unterwegs.

Zipfelmütze Björn

Diese Zipfelmütze ist die einzige, die gleichzeitig auch eine echte Erfurter Puffbohne ist. Geboren und aufgewachsen in Erfurt. Der schönsten Stadt der Welt, wie Björn ganz unbescheiden zu sagen pflegt. Mittlerweile wohnt er nach einem fast fünfjährigen Aufenthalt im hessischen Exil auch wieder (in der Nähe) von Capital City. Seine Liebe zum FC RWE ist während der Zeit in Offenbach, gleich um die Ecke vom Bieberer Berg, nicht erkaltet. Wie auch? Im OFC-Ground ist der geilste Club der Welt unbesiegt. Auch dank Ronny Hebestreit. Der gegen die auf dem Berg beheimateten Offenbacher Kickers immer traf und den OFC-Fans den letzten Nerv raubte.

Wenn man es böse mit Björn meint, könnte man behaupten, er sei eine Krankheit. Eine Krankheit, die alle anderen Zipfelmützen mit dem RWE-Virus angesteckt hat. Nicht zuletzt auch seine Freundin Claudia. Doch auf die rot-weiße Krankheit ist Björn stolz. Schließlich führte sie ihn schon in einige Ecken Deutschlands, die er ohne RWE wohl nie kennen gelernt hätte. Pfullendorf. Ansbach. Hoffenheim. Aue. Oder Schweinfurt. *SING* „Wo ist hier der Weihnachtsmarkt???“ *SING* Aber auch größere Stadien waren und sind vor Björn nicht sicher. Der Saarbrücker Ludwigspark, der Mainzer Bruchweg sowie zu Zweitliga-Zeiten das Münchner Olympiastadion oder die Commerzbank-Arena in Frankfurt. Und natürlich auch der Bieberer Berg. Dass er mal dort um die Ecke wohnt, hätte er bei seinen zwei Besuchen im Stahlrohr-Gästeblock wohl auch nicht gedacht. Und im kleinen, unbedeutenden Dorf an der Saale war er natürlich auch schon mehrfach.

Sportlich betätigte er sich in jungen Jahren auf dem Badminton-Court. Da er auf Grund der südostasiatischen Konkurrenz trotz einiger Urkunden bei Erfurter Stadtmeisterschaften weltweit keine Chance sah, beendete Björn nach der Bundeswehrzeit seine Karriere. Heute trifft man ihn lediglich als Hobby- und Freizeitfußballer mit Freunden und Kollegen an. Oder natürlich auf dem Fahrrad.

Björn ist unser Organisator. In seinen Händen liegt die Planung vieler Zipfelmützen-Aktivitäten. Die EM- und WM-Urlaube oder die Radtouren von der Ilm an die Oder bzw. im Münsterland: Unterkünfte, Streckenplanung, Reiseführer, Ticketbestellung - bei Björn laufen alle Fäden zusammen. Ebenso aktuelle Informationen aus aller Welt. Nachrichtensendungen sind Pflichtprogramm für ihn. Das hat den Vorteil, dass man, um auf den neuesten Stand zu kommen, einfach nur Björn zu fragen braucht. Auch für Fragen nach historischen Sportergebnissen aller Art hat Björn prompt die entsprechende Antwort parat.

Gefürchtet ist Björn für seine Vorliebe, stundenlang über Politik zu philosophieren. Ähnlich wie die Politik-Profis in Berlin, versucht Björn, jede noch so ernsthafte Diskussion durch die ein oder andere raffiniert gestreute Floskel oder polemische Bemerkung in die gewünschte Richtung zu lenken. Dies muss man ihm aber verzeihen, sieht er sich als selbsternannter Rechtsliberaler doch einer geballten roten Gegnerschaft innerhalb der Zipfelmützen gegenüber. Die zeitweilige Polemik sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass man sich absolut ernsthaft mit ihm über Politik und das Weltgeschehen unterhalten kann. Logisch dass auch sein Traumjob einen politischen Bezug hat: Björn wäre am liebsten König von Thüringen. Dann bräuchte er auch nicht mehr zu diskutieren sondern könnte handeln. Genau wie als Zipfelmützen-Organisator.

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Quelle: Disclaimer von Sören Siebert - Anwalt Internet